Tag 10: Montag, 08.02.2010 Fes - Meknes

 

 

         
   

Hallo liebes Tagebuch, juhu war heute schön ;)
Es ist schnell erzählt, denn viel ging mit dem Wetter nicht. Es war kurz vor halb 8 als wir das Buffet von unserem Ibis in Fes enterten, dass Frühstück war wie gewohnt gut aber ehrlich gesagt hängt mir das Ibis Frühstück langsam raus ... weil es ist immer dasselbe. Der heute früh wohl mit Zuckerwasser gepuschte frisch gepresste Orangesaft schmeckte aber gewohnt lecker.
Obwohl das Wetter draussen nicht gerade einladen war wollten wir unser geplantes Programm mal durchspielen und packten so zusammen das wir um halb 9 aus dem Ibis gekommen sind. Reservieren lassen haben wir uns mal nichts, da wir noch nicht genau wussten wo wir heute nächtigen wollten – wir waren da relativ offen und wollten uns vom Wetter leiten lassen. Am Parkplatz, welcher direkt am Bahnhof ist, wurden wir beim einladen gleich wieder von zwei Fremdenführern zur Stadtführung eingeladen, lehnten aber dankend ab, wir verlassen Fes, was ja nicht mal eine Notlüge war ;). Den Ausgang aus der quirligen aber schlafenden Ville Neuville fanden wir routiniert, genau so auch die Anfahrt an die erste Fotostelle. Der erste Zug, 9:34 ab Fes wollten wir an der grossen Talbrücke bei zwischen Ain Taoujdate und Seba Ayoun knallen, auch ohne Sonne und dann einfach fürs P Archiv welches sich eignet für die „da muss man nochmal hin“ Galerie.
Ich navigierte gekonnt zur Brücke, was einige andere Personen im Auto bezweifelten und uns schon in Meknes sahen, aber wir fanden sie ohne Verfahrer. Über die alte Baupiste rumpelten wir hoch zum Brückenkopf und liefen von da aus in das Feld hinein. Der Bauer war mit seinem Gaul direkt vor unserer Nase den Acker am pflügen und seine Frau brachte ihm zwischendurch eine kleine Stärkung.
Der Blick auf die riesige Brücke war nicht schlecht, die Sonne war zwar fast wie erwartet nicht da, kümmerte uns aber nicht. Der Expresszug von Casablanca Voyageurs war ziemlich pünktlich als er aus dem Ausschnitt pflügte, aber irgendetwas passte da nicht. Orange Front? Was ist ... öhm ... Prima II? Richtig! Das war jetzt natürlich suboptimal, wir standen so weit weg das man die Lok auf dem Foto nur erahnen kann.

   
         
         
       
         
       
   

Vor wenigen Jahren wurde die Neubaustrecke von Meknes nach Fes gebaut. Zwischen den Ortschaften Ain Taoujdate - Seba Ayoun überwindet eine riesige Betonbrücke einen Taleinschnitt welcher früher in weitem Bogen umfahren wurde.
Wir warteten an diesem Morgen auf einen Voyageur nach Fes und das orange Prima II Ding davor haben wir alles andere als erwartet.

   
         
         
       
   

Die Prima II Loks befinden sich noch in der Abnahmephase und sind noch nicht Planmäsig im Verkehr anzutreffen. So war es nur Glück die Lok 1404 auf einer Testfahrt vor einem Voyageur zu erwischen.

   
         
         
       
   

Nur ganz leicht zu sehen ist im Hintergrund das Bergpanorama welches man an dieser Stelle eigentlich hätte. Unbeeindruckt davon rollt ein von Ansaldobreda gefertigter Dosto als Voyageur 116 gen Casablanca

   
         
   

Aber alles was nach Fes fährt kommt auch irgendwann wieder zurück, und so beschlossen wir den geplanten Wechsel gen Tangerpiste in den Nachmittag hinein zu verschieben und auf die nächsten Züge von Fes zu warten. Wir wussten natürlich nicht was die Prima da hinten genau macht, aber hoffen kann man ja. Wir stellten uns dann unten zur Brücke hin und warteten den nächsten Dosto und den ersten Fernverkehr mit Lok aus Fes ab. Beide Züge kamen nur knapp im Schatten, den es riss teilweise etwas im Himmel, aber nicht so richtig ... leider.

   
         
         
       
   

Da wir die Prima II zurück erwarteten warten wir im schlechten Wetter auf die nächsten Züge, immer zwischen Ain Taoujdate - Seba Ayoun.

   
         
   

Als der Expresszug aus Fes durch war, an ihm hätte die Prima theoretisch hängen könnten, ging es fix mit dem Wagen in Richtung Meknes. Wir hatten da noch eine Stelle offen mit der Brücke am Stadtrand. Die zur Verfügung stehende Zeit sollte reichen, dachten wir .. doch wir unterschätzten die Distanz gehörig und waren zur Abfahrtszeit des Zuges in Meknes noch gute 20km von der Innenstadt entfernt. Also liessen wir es bleiben und zogen bei der erstbesten Möglichkeit links rein und fuhren eine weitere uns bekannte Stelle an. Nach der Durchquerung von Seba Ayoun, welches leider seine besten Tage auch schon erlebt hat, zogen wir auf die Brücke und warteten, im Regen! Das störte den Esel weniger der während unserer Ankunft in unserem Rücken „geparkt“ wurde.

   
         
         
       
   

Die Neubaustrecke wurde nach Europäischem Vorbild einfach in die Landschaft gesetzt, hier rollt ein Japaner mit einem Voyageur als Marrakech gen Fes.

   
         
   

Der Zug war durch und wir fuhren wieder los, der nächste mögliche Kandidat für die Prima von Fes aus war im Anmarsch und den wollten wir wieder irgendwo um die Brücke erwischen. Der Brückenkopf auf der Westseite war leider nicht zu gebrauchen und so landeten wir an bekannter Stelle hinter der Brücke. Die mangelnde Fernsicht, besten Dank lieber Siff, verhinderte ein Panorama über das weite Tal wo man wohl bis Fes sehen würde. Auf dem Weg zur Stelle überholte uns noch der „DispoDosto“, wie wir die merkwürdig Lackierte Wagengarnitur welche in Dostotrasse verkehr getauft haben. Oha, das ergibt natürlich eine weitere Prima II Möglichkeit zur Rückfahrt ;) Dieser kommt in einer Stunde, eine weitere Stunde danach könnte ja die Prima II mit dem Fernverkehr wieder kommen - „blick auf die Uhr“. Der nächste Griff galt unseren Ibis Notizen und dem Handy, und wir reservierten in Meknes zwei Zimmer für die kommende Nacht. Die Tangerpiste muss also etwas warten ...
Als wir, wieder im Regen, im Auto auf den Fernverkehr von Fes warteten dröhnte es wahnsinnig laut von Westen her und ein Güterzug mit zwei alten Japanern und einer DF dahinter rollte uns entgegen, und so haben wir eine weitere Baureihe der ONCF erwischt – fehlen nur noch die Belgier Triebwagen.

   
         
         
       
   

Auch Güterzüge gibt es auf der Strecke und dabei war die Bespannung spannend. Es führen zwei Loks der Baureihe E1100 vor einer DF. Die E1100 sind die ersten Japanischen Loks welche das Land erreicht haben. Die Loks, von Hitachi, gebaut sind mit dem Baujahr 1977 doch schon über 30 Jahre alt und gehören wohl zu den ersten Opfern der Prima II.

   
         
         
       
   

Und noch ein Franzose wieder mit einem Voyageur. Aber auch hier, die PRIMA II fehlt nach wie vor ...

   
         
   

Der Expresszug liess sich zum Glück etwas Zeit und kam .... natürlich ohne Prima II. Dumm. Dann war der Dispodosto fällig und 1h später der nächste grosse. Da wir die Stelle gesehen haben, beim letzten Zug konnten wir sogar noch mit Schäfer und Herde machen, wollten wir weiter, zur übernächsten Strassenbrücke gen Meknes. Wir waren gerade weg von der Baupiste auf der richtigen Strasse da heult unser Logan auf und Daniel meinte nur ... Gaspedal blockiert. Geistesgegenwärtig drückte er die Kupplung und stellte den Motor ab. Gemütlich rollten wir aus und parkten am Rand. Oooook, was soll das den jetzt? Erste Kontrolle, mechanisch war das Pedal in Ordnung, nichts verklemmt oder so. Der erste Gedanke war, fahren wir Toyota? ;) Nein, wir fahren einen Dacia, die aussage des Vermieters „good Car“ kam uns in dieser Situation wieder in den Sinn ... MUHAR – nie wieder Logan ist mein Kommentar dazu!
Dann ging die Suche nach dem Problem los, wir schauten uns im Motorraum mal die Kabel an und stellten fest, das Kabel für das Gaspedal ist komisch lose ... wir lotterten etwas daran und überlegten uns den nächsten Schritt. Wo sind wir? Pannendienst? Um für den Pannendienst besser erreichbar zu sein wollten wir dann versuchen die nahe Hauptstrasse zu erreichen – Daniel startete das Auto und, oh Wunder, es lief alles ganz normal. Ob unser rumgedrücke am Kabel irgendetwas genützt hat? Hmm, trotzdem wollten wir uns heute im Hotel mal Budget Kontaktieren. Wir hatten aber Glück, dass das auf so einer Strasse passiert ist, wenn so etwas im Kolonnenverkehr in der Stadt oder so geschieht, dann kratchts.
Wir fuhren dann, wir hatten noch gut eine Stunde Zeit, mal zum Bahnhof von Seba Ayoun, vielleicht weiss man ja etwas über die Prima oder einen Güterzug.
Im Bahnhof dann, Chef de la Gare – Prima was? Nein, da wisse man nichts, aber Güterzug müsste in etwa einer Stunde einer kommen von Fes. Gutgut, so war das Programm klar, Brücke für Dispososto, für Güterzug und vielleicht Prima.
Da wir seit dem Frühstück nichts mehr in die Mägen bekommen haben besorgten wir uns im Ort etwas. In einer „Bäckerei“ (einen kleinen Tresen gross) kauften wir 4 Schnitten welche zusammen 380 Kosten sollten .... 380 was? Daniel wollte schon mit den grossen Noten auffahren da zeigte sie auf den 20er, nahm ihn und gab 4 Dirham zurück. Bitte was? ;) Zwecks Sprachproblemen fragten wir aber nicht weiter nach. An einem Kiosk deckten wir uns dann noch mit etwas unbekanntem Junkfood ein, spannende Dinge sind da dabei. Auf der Brücke warteten wir alles ab was wir wollten, Prima tauchte nicht auf und es wurde zusehends dunkler, die Fotos sind für die Tonne.

   
         
         
       
   

Das warten auf die PRIMA II endete auch beim nächsten Zug mit, der Dostodispo mit der Zugnummer 132 rollte hier auf der NBS Meknes entgegen.

   
         
         
       
   

Der letzte mögliche Zug für die PRIMA war 136/617 aber auch hier war die Lok nicht dran - dafür hat der Regen eingesetzt wie man am Wasserstaub sehen kann.

   
         
         
       
    Das E1100 Pärchen kam noch zurück, vorne mit zwei Personenwagen im Zugverband. Im Rücken der Fotografen liegt Seba Ayoun und Meknes.    
         
   

Als es uns definitiv zu dumm wurde fuhren wir los nach Meknes zum Reservierten Ibis. Die Einfahrt in die Stadt gelang ohne Probleme und am Bahnhof legten wir eine kleine Pause ein, vielleicht weiss da jemand etwas von der Prima? Beim Chef de la Gare wurden wir vorstellig und wurden in sein Büro gebeten. Prima II? Le nouveau Alstom? Qui! Und ein Telefon mit Fes später teilte man uns mit, die Lok weile zu Personalschulung in Fes und komme in etwa 2h zurück. Sie fahre jeden Morgen von Rabat nach Fes und am Abend wieder zurück, mit welchen Zügen sei nicht genau definiert.
In 2h war es Nacht, also fragten wir mal, ob wohl ein Nachtfoto in seinem Bahnhof möglich sein. Genehmigung wollte er sehen, hatten wir nicht. Ja daaan, leider nein, das dürfe er nicht entscheiden, da müssten wir nach Fes oder Rabat fragen.
Zurück beim Wagen ging es ohne Umwege ins Ibis und wir bezogen nach dem üblichen Angemeldet unsere Zimmer. Das Ibis Meknes ist mit abstand das angenehmste Ibis welches uns in Marokko bisher untergekommen ist. Es ist zentral gelegen, hat aber einen grossen Parkplatz den man nicht mit Taxis, Bussen und der halben Innenstadt teilen muss .. und es ist verhältnismässig ruhig (wobei uns das bei den anderen noch nie gestört hat). Unser Abendessen nahmen wir im nahen Zentrum ein und nach einem Dessert im MCD gings ins Hotel – Wetter und so gucken. Jetzt im Zimmer, ich habe heute das Einzelzimmer, geht’s glei ins Bett ... und was haben wir sein lassen, Autovermietung, egal, die Karre wird schon ;).

   
         
       
       
         
   

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