Tag 11: Dienstag, 09.02.2010 Meknes - Larache

 

 

         
   

Schwimmhäute, dass und nicht weniger hätte man heute gebrauchen können bei dem Wetter draussen. Es war garstig, sehr garstig, aber ganz Glücklos ging es aus, obwohl wir das Zeitweise nicht geglaubt haben, eher aber an den Weltuntergang.
Der Tag begann ganz gemütlich beim Frühstück im Ibis um 8, wir hatten genug Zeit, der erste Termin hatten wir um 9:34 am Stadtrand für, klar, die Prima II, oder vielleicht die Prima II. Nach dem Frühstück, draussen begann es derweil leicht zu Regnen fuhr ich los und warf die anderen zwei an der grossen Brücke raus. Ich selber fuhr die paar Kilometer weiter bis zur Strassennbrücke mit dem „Meknesblick“. Ich parkte vor der Brücke und stellte mich auf der anderen Seite hin, und ich war fast in der Sonne, wobei es vorne im Ort stark regnete, die anderen zwei waren wohl mitten drin. Der Zug liess sich aber ganz schön Zeit, so dass nach der Planzeit bereits bei mir der Regen horizontal kam. Ich konnte nur ins Auto flüchten und parkte etwas knapp an die Fotostelle, so wäre zur Not auch ein Schuss aus dem Auto möglich gewesen.
Der Regen liess irgendwann nach und machte wieder blauen Löchern platz ... aaaargh, bis zum nächsten Regenschauer kam der Zug aber auch nicht. Kurz bevor dieser fertig war tauchte dann hinten eine orange Front auf und im querregen gelang ein „Bild“ der Prima. Mehr als Dokuzweck hat es nicht, immerhin bin ich aber nicht Nass geworden, im Vergleich zu den anderen?

   
         
         
       
   

Dank Informationen wussten wir, dass die Prima auch heute wieder fährt. Wieder am Zug 105/205 hing sie und fuhr am Stadtrand von Meknes dem Zielbahnhof Fes entgegen.

   
         
         
       
   

Etwas weiter hinten kurz vor der Autobahnzufahrt gelang ein weiteres Bild der Kiste - leider im strömenden Regen.

   
         
   

Zurück an der Brücke standen die anderen zwei trockener als erwartet, denn ein oder anderen Regentropfen haben sie aber trotzdem abbekommen .. und in meinem Koffer liegt der einzige Schirm von uns dreien, ich hatte fast ein schlechtes gewissen ;). Da es wieder etwas Riss und der Dosto bald kommen sollte zwang ich uns aber noch mal hoch zur Brücke. Die Gleise zu queren ist usus an der Stelle und man sieht von der einfachen Familie bis zur Jugend mit Moped alles was einerseits über die Gleise aber auch über die Brücke läuft, und das obwohl die Züge nicht mal besonders langsam fahren. Der Dosto kam knapp im Schatten war aber recht gut angestrahlt. Pünktlich auf den Regen erreichten wir wieder unseren Logan und fuhren nun einmal quer durch Meknes auf die andere Stadtseite.
Für den ersten Zug aus Tanger in Sidi Kacem sollte es aber nicht mehr reichen, in 40min ist die Strecke nicht zu schaffen. Also hatten wir wieder genug Zeitresreve und fuhren gemütlich den bekannten Stellen entlang. Bei der Brücke in der nähe von Sidi Mbarek du R'Dom war dann ein riesiges Sonnenloch und sowohl ein Fernverkehrszug als auch ein Dosto sollten bald mal kommen. Wegen dem starken Regen heute Früh war der lehmige Boden nicht nur Rutschig sondern auch extrem Matschig, ziemlich unangenehm für die wieder relativ sauberen Schuhe ;)
In der Sonne warteten wir quer ab von der Brücke auf den Fernverkehr und sahen den Zug eigentlich nicht gefährdet. Daniel ahnte es und es kam wie es kommen musste, der Zug kam voll im Schatten. Angekündigt durch einen Sipo für die Bauarbeiter in der Gegend kam der Zug schön Parallel mit dem Wolkenschatten auf die Brücke zu.

   
         
         
       
   

Auf dem Weg nach Norden. Ein Sonnenloch um Sidi Mbarek du R\'Dom hielt uns noch etwas in der Gegend. Der Voyageur von Meknes nach Fes kam aber leider nur im Telebereich im Licht, die Brücke selber war im Schatten.

   
         
   

Daaas war ja nichts .. aber der Zug hatte soviel Verspätung das der folgende Dosto oder sogar Dostodispo gleich kommen müsste. Diesmal war es genau anders herum, wir waren fast immer im Schatten und als der Sipo den Zug ankündigte wollten wir schon zusammen räumen, da riss es auf und Parallel mit dem Zug zog ein kleines Sonnenloch über die Brücke, für den Dispososto! Ahhha, und da war es, das von mir erhoffte Glück, ohne welches man heute keine Sonnenbilder machen konnte.

   
         
         
       
   

Beim folgenden DostoDispo nach Fes hatten wir dann mehr Glück! Gewisse Bildteile wurden von Schatten befreit.

   
         
         
       
   

Der Preis für die beiden Bilder waren zwei völlig verdreckte Schuhe ... die anschliessend in mühsamer Arbeit wieder gereinigt werden mussten bevor wir das Auto betraten. Zum Glück hatte ich die Hose an bei der es egal war.

   
         
   

Zufrieden schlidderten wir den Berg hinunter und vom entgegen, der entgegen kommende Dorfbewohner fand das rutschen genau so lustig wie wir. Das Problem waren jetzt die Schuhe, in mühsamer Arbeit begannen wir den Matsch und Dreck von den Schuhen auf die Strasse zu verteilen, was nur teilweise gelang. Ein Dosto von hinten welchen wir noch Quer nachschiessen wollte entpuppte sich beim Fahrplanstudium auf einmal als Fernverkehrszug und so fuhren wir ihm fix vor. Im Tal vor Sidi Kacem, an der letzten Stelle mit vernünftig Seitenlicht, versuchten wir es dann, aber ein blaues Loch war gerade als wir gekommen sind weg gezogen. So liessen wir es und fuhren durch das Tal Sidi Kacem entgegen.
Den Ort durchquerten wir in einem apokalyptisch anmutenden Regenschauer und fuhren mal zum Bahnhof, welcher nett gelegen neben einer Raffinerie nicht sonderlich einladen wirkt. Von Train Marchandise wollte man aber nichts wissen und so nahmen wir uns vor an einer kleinen Station unterwegs zu fragen, die sind ja in der Regel etwas auskunftsfreudiger.

   
         
         
       
   

Fahrt nach Norden, kurz vor Sidi Kacem eine Baustelle auf der Haupstrasse! Immerhin galt ein LKW Fahrverbot.

   
         
         
       
   

Viel Betrieb auf der Strasse ... und alles matschig dreckig, zum Glück ist es da nur selten Nass.

   
         
         
       
   

Nördlich von Sici Kacem dann diese Szene - alles voller Betrieb auf dem Land.

   
         
         
       
   

Sintflutartige Regenfälle lagen immer mal wieder dazwischen, auch nicht unbedingt Marokkowetter.

   
         
   

Der untere Abschnitt der Tangerpiste ist flach, gerade und langweilig, aber die Strasse führt da eh lang also schauten wir uns die Strecke gezwungenermassen an. Als wir den Bahnhof Sidi verliessen fiel uns gleich schon die Fahrleitung auf an der Strecke nach Tanger. Hmm, vielleicht hat man das Gleisdreieck elektrifiziert um Züge zu wenden oder so? Die O-Leitung ging aber weiter, vielleicht ein Industrieanschluss? Das was wir alle glaubten, wollten wir kaum aussprechen, Elektrifizierung bis Tanger! Je weiter wir fuhren desto sicherer wurde das aber, denn die Leitung wollte und wollte nicht aufhören. Als wir dem nächsten Zug aus Tanger soweit entgegen gefahren waren das wir uns stellen mussten taten wir das in der Plätte hinter einem BÜ. Nur dank Davids Aufmerksamkeit waren wir früh genug mit dem Fotoapparat draussen am BÜ um das Export FRETchen mit dem Expresszug zu schiessen. Das beste daran, es war Sonne!

   
         
         
       
   

Zwischen Mechra Bel Ksiri - Tihili auf der Strecke nach Tanger standen wir dann für den nächsten Zug. Die Strecke ist das einzige grosse Einsatzgebiet der DF Loks (hier Lok 118 im Bild mit Zug 303). Doch unerwartet hat man auf der ganzen Strecke einen Faden aufgehängt. Der Elektrische Betrieb startet noch im Jahr 2010 und vorbei ist es mit der Herrlichkeit.

   
         
   

Aber diese Fahrleitung machte uns sorgen, trotz mehr oder weniger sorgfältiger Vorbereitung haben wir bisher nichts von einer Fahrleitung an der Tangerpiste gelesen, ob das wirklich neu ist? Je weiter nach Norden wir vordrangen desto mehr drängte sich dieser Gedanke auf, den die Masten wollten und wollten nicht aufhören. Als wir dann in etwa in der Streckenmitte bei Souk el Arba die ersten Stellen von unserer Liste erreichten konnten wir uns sicher sein, diese Masten sind neu.
Wir fuhren den Fotogenen Abschnitt mal durch und fanden eine Masse an schönen Stellen mit tollem Blick in die Landschaf, hinter einem fix installierten Kontrollposten der Polizei an einem BÜ hielten wir dann mal an und fragten nach Train de Marchandise nach. Es gebe heute keine heute war die Antwort. Die Frage nach der Elektrifizierung konnte uns ebenfalls beantwortet werden, die Strecke sei komplett durch mit den Masten und in einigen Monaten werde der Verkehr umgestellt. Elektrifiziert sei alles mit 3KV, also nach dem „alten“ System. Da wir nach dem BÜ Besuch auch etwas genauere Fahrzeiten der P-Züge hatten war klar, dass wir den nächsten Express nach Süden noch schiessen wollten, durchfahrt am BÜ um 15:15. Wir verteilten uns dann, David lief zu einer Brücke, Daniel stand an der Strasse einige km weiter hinten und ich fuhr wiederum ein paar Kilometer weiter runter an eine gefundene Stelle.
So hofften wir mindestens ein Sonnenbild vom Zug zu kriegen, den Räumlich waren wir so weit voneinander entfernt das jeweils komplett anderes Wetter herrschen musste – am Himmel war nämlich alles möglich, von Regen bis Sonne.
Ich stellte mich nach der Ankunft auf meinen Fotoberg und wurde gleich von der Jugend des kleinen Dorfes in Beschlag genommen (den Ort sah man von der Strasse mal wieder gar nicht). Ich durfte mit seiner Steinschleuder spielen und obwohl wir uns nicht verstanden hatten wir beide unseren Spass dabei. Als der Regen einsetzte verzupfte ich mich ins Auto und ich war in der kommende Stunde sehr froh, dass unsere Karre immerhin dicht ist. Es Regnete ununterbrochen stark und kaum war ein Regenschauer vorbei begann der nächste. Die Jugend stellte sich erst unter einen Baum verduftete aber später als der Regen zu stark wurde.
Ich lass etwas im Reiseführer und kümmerte mich nicht um die Zeit, gemerkt das irgend etwas nicht stimmt habe ich eigentlich erst als Daniel eine SMS schrieb und meinte – er wollte noch etwas warten. Der Zug war schon seit über einer Stunde überfällig, aber ich war im trockenen und wenn die anderen in dem Wetter warten wollen – mir war es egal. Kurz darauf rumpelte ein Zug mit import FRETchen von Sidi Kacem her an meiner Stelle vorbei, ich meldete ihn hoch und wartete weiter.

   
         
         
       
   

Der Zug hatte soviel Verspätung das der Gegenzug etwas unerwartet für uns daher kam, wieder eine DF115 vor dem Zug 306 aus Marrakech.

   
         
   

Bei mir kam dann das aller erste mal die Sonne raus und zwecks Stellenbesichtitung wollte ich wieder auf meinen Fotoberg, ein Bach hinderte mich aber daran, dieser war vorhin noch nicht da ;) Ich rief kurz Daniel an und wir machten ab, dass wir weiter warten wollen, die Sonne drückte nämlich auch bei ihm wieder. So setzte ich mich WIEDER ins Auto und wartete. Die Sonne war wieder weg und kam wieder zurück .. und in diesem Moment kam die SMS von David, der Zug komme. Ich überquerte eilig den Bach und stellte mich oben hin und als der Zug hinten auftauchte war ich noch in der Sonne. Als er dann da war nicht mehr, dafür war die Sonne einfach zu tief und die Wolken zu schnell, schade. Ich hoffte, dass bei den anderen etwas klappte und fuhr vorbei an der Polizei zu Daniel. Er hatte Sonne und als ich von meinen Regen berichtete meinte er nur: Was? Also bei mir schien die ganze Zeit die Sonne, es regnete einmal ganz kurz, das war’s aber. Sein Problem war aber auch der Tiefstehende Sonnenstand, Baumschatten hatte sich auf die Strecke gekämpft – dumm.
David stand schon an der Strasse und sein Motiv war wirklich einsame Spitze. Auch er berichtete nur von einem kleinen Regenschauer und von viel Sonne .. sogar zur Planzeit, aber auch bei ihm verhinderte die Tiefstehende Sonne ein voll ausgeleuchtetes Motiv und die Brücke, das Hauptmotiv, war grösstenteils im Schatten. Für das, dass ICH aber die ganze Zeit im Regen sass waren die drei Fotos gar nicht schlecht ;)

   
         
         
       
   

Der nächste Zug aus Tanger, Zug 608/131 war dann unser Ziel zwischen Souk el Arba du Rhab und Arbaoua. Und so sah es zur Planzeit bei David aus ..

   
         
         
       
   

... und so etwas weiter Südlich bei Daniel. Ich selber stand dabei fast immer (zum Glück im Auto) im Regen.

   
         
         
       
    Und das wäre meine Stelle auf dem Fotohügel. Man sieht, mit Sonne wären es 3 Hammermotive. Aber wie es kam seht ihr unten …    
         
         
       
    Leider hat sich die Brücke aber bereits im Bergschatten versteckt.    
         
         
       
    Bei Daniel dasselbe Bild, Sonne war zwar da aber die Schatten der Bäume im Rücken waren schon zu lange.    
         
         
       
    Es kommt wie es kommen muss, ich hatte dafür keine Sonne. Zug 608/131 zwischen Souk el Arba du Rhab und Arbaoua.    
         
         
       
    Es kommt wie es kommen muss, ich hatte dafür keine Sonne. Zug 608/131 zwischen Souk el Arba du Rhab und Arbaoua.    
         
   

Fast zufrieden über die paar mickrigen Sonnenfotos vom Tag begann die Fahrt in der Dunkelheit bis nach nach Larache, demn Ziel für den Abend. Larache haben wir uns ausgeguckt weil Tanger unnötig weit Nördlich und Meknes unnötig weit Südlich.
Larache wird im Reiseführer als verschlafene Kleinstadt die im Sommer zum Tourimekka beschrieben. Das Hotel Espagna sei das beste Hotel am Platz, ein ehemaliges Luxushotel der 20er Jahre, Renoviert, mit Internetz und allem Schicknschack. Es liegt direkt in der Innenstadt neben einem ebenfalls empfohlenen Restaurant, dem Imperial. Das alles klingt nicht schlecht, aber Innenstadt ist halt immer so eine Sache mit dem Auto, und so auch dieses mal.
Wir kamen rein, drehten eine Runde beim Meer hinten durch, waren gleich wieder am selben Ort und versuchten vor dem Hotel zu parken. Geht nicht, also warf ich Daniel raus und wir fuhren noch mal eine Runde um die Stadt ;) Er machte das mit dem Hotel klar und wartete in der extrem engen und stark befahrenen Gasse auf mich und räumte da einen Parkplatz vor dem Hotel frei. Ich setzten an zum Parken, Blinker raus, vorbei am Platz und Rückwärtsgang rein. Noch bevor ich auch nur einen Meter zurück gefahren bin kam so ein dummes Petit Taxi und fährt voll hinter mich hin, Lichthupe, Hupe ... HALLO? Wie soll ich da jetzt Parken können? OHMPF, ich gab nach und drehte noch mal eine Runde. Beim zweiten Anlauf klappte es und nach zwei mal Rangieren standen wir in der Lücke.
Wir räumten unser Zimmer ein und merkten schnell, wie ein Luxushotel vor 80 Jahre so gebaut wurde, es ist heute nicht mehr ganz so Zeitgemäss. Das Bad war OK und wir hatten sogar ein Bidet welches ich gleich zum Schuhputzen missbrauchte. Die Schuhe waren danach minim sauber, im Bidet sah es aber aus als ob eine Ladung sch**** explodiert sei ;) (o-Ton von Daniel)
Nach dem Frischmachen, das Wasser in der Dusche war lauwarm und der Wasserdruck gelinde gesagt bescheiden, liefen wir erstmal ans Meer. Viel sah man in der Dunkelheit leider nicht, nur, dass die Wellen ganz schon hoch waren. Zum Essen suchten wir uns das im Reiseführer hoch gelobte Imperial aus. Es wirkte eher wie eine Suppenküche und die Karte war relativ klein, klein aber fein, hoffentlich. Als dann aber unsere drei Favorisierten Gerichte nicht an Lager waren begannen wir zu zweifeln und bestellten einfach das, was es gab ... was nicht mehr viel war. Es war in erster Linie Fisch (ganze) und wieder Fleisch am Spiess vom Grill.
Es sah zwar alles etwas merkwürdig aus, war aber extrem Lecker (meinte sogar David, der sonst nicht unbedingt ein Fisch-Fan ist), besonders der ganze Fisch am Stück hat es uns angetan. Dazu gab es das bekannte Brot mit einer Sauce zum tunken. Zusammen mit dem Salat war das ganze nicht nur sehr günstig sondern auch gut Bauch füllend. Da wir gerade in Laune waren und den lauen Abend am grossen Platz noch weiter geniessen wollten (Leute gucken ist witzig) setzen wir uns am anderen Ende noch mal in ein Cafe, bestellten die Spezialität – Minztee und unterhielten uns in die Nacht hinein. Draussen ist nun etwas Ruhe eingekehrt, der Verkehr hat sich gelegt und dafür regnet es glaube ich ein wenig, soviel wir das aus dem kleinen Fenster zum Innenhof beurteilen kann.

   
         
       
       
         
   

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