Tag 12: Mittwoch, 10.02.2010 Larache - Casablanca

 

 

         
   

Der beste Tag des Urlaubs ... zum Glück ist er vorbei?! Es begann alles ganz nett, mit ausschlafen, was mir für normal sehr zusagt. Wir schliefen so bis um kurz vor 10 und rafften uns dann mal auf, es hätte die Sonne scheinen können draussen, wir hätten es wohl nicht gemerkt, aber sie tat es nicht und das wussten wir. Wir packten zusammen und gingen dann bald runter zum Auto. Der Zwerg (klingt nicht nett, ist aber wirklich so) war auch schon wach und wir verabschiedeten uns vom Hotel .. wohl auf nimmer wieder sehen.
Unser Auto war extrem eingesaut, der leichte Regen in der Nacht hat en ganzen Dreck auf die Scheiben gespült. Natürlich hatten wir noch immer kein Scheibenwischwasser und so haben wir, ganz zur Verwunderung der Leute vor dem Hotel, mit einer Flasche Wasser aus dem offenen Fenster versucht das gröbste runter zu spülen – so etwas erwartet man von Touristen wohl nicht ;). An der Bäckerei gleich nebenan besorgten wir uns noch ein Frühstück und fuhren dann los zur Strecke. Es Regnete und zeitlich waren wir so dran, dass wir einen Expresszug nach Norden wohl knapp verpasst haben ... das fanden wir beim warten auf den Zug heraus, irgendwie passte es nicht. Wir waren da noch etwas nördlich von Ksar El Kebir. Da die Expresszüge etwas nördlich von uns kreuzten erwarteten wir bald den Zug runter, diesem fuhren wir in den bekannten Abschnitt von gestern etwas vor. Beim Durchqueren von Ksar El Kebir schossen wir dann noch einige Bilder vom bunten Treiben im Ort.

   
         
         
       
   

Einfahrt in Ksar El Kebir ...

   
         
         
       
         
       
   

.. es war wohl Markt. Was die vielen Leute erklärt die auf der Strasse unterwegs waren.

   
         
         
       
   

Der GrandTaxi Stand von Ksar El Kebir

   
         
         
       
   

Ein Kontrollposten an der Distriktgrenze. Polizei steht da schon lange keine mehr. Zeitzeugen aus der Konlialzeit als Nordmarokko eine „Neutrale Zone“ war?

   
         
   

Aber irgendwie wollte es nicht und das Wetter war extrem garstig und so liessen wir es bleiben. An einem Schild zur Autobahn vor Souk El Arba du Rharb zogen wir rechts rein. Es dauerte eine ganze weile bis ich auf der Karte raus hatte wo die uns vermutlich lang lotsen wollten. Aber schon an der nächsten Kreuzung in irgend einem siffigen Ort war es vorbei mit dem tollen „wir wissen wo wir sind“ - Gefühl und nach zwei weiteren Orten hatten wir keinen blassen Schimmer mehr wo wir waren. Weder die Orte waren angeschrieben noch konnten wir mit irgend einem Strassenschild etwas anfangen. Wow, wir hatten uns also das erste mal wirklich verfahren in Marokko, angesichts des bescheidenen Kartenmaterials und den teilweise doch recht umfangreichen Strassenanlagen eigentlich ein kleines Wunder das es so lange gedauert hat. Unsere Fahrt in die vermutlich richtige Richtung ging dann über extrem miese Strassen bis wir irgendwann unter der Autobahn durchgekommen sind ... wie auch immer wir da hingekommen sind. Auf jeden Fall folgte dann gleich die nächste Fehlentscheidung, anstatt links fuhren wir rechts und am Schluss waren wir nach über 3h rumgurkerei und keinem Foto an der Autobahnabfahrt von *trommelwirbel* - Laarache – LOL! Das war mal ein leerlauf welcher seinesgleichen sucht.
Wir fuhren dann auf die Autobahn und zogen stracks gen Süden, Casablanca sollte unser Ziel für den Abend werden, dass wussten wir eigentlich schon seit dem Morgen. Die Fahrt auf der Autobahn war nicht sonderlich spannend, nur die grossen Sanddünen und die vielen Überschwemmungen überall sind eine Erwähnung Wert. Und natürlich nicht zu vergessen die Zahlreichen Polizeikontrollen mit Radarpistolen AUF der Autobahn ... diesmal kriegten sie uns aber nicht, weil unsere Karre läuft echt nicht mehr als 120km/h – wirklich!
Wir waren früh dann und um uns die Zeit etwas zu vertreiben fuhren zwischen Rabat und Casa der Küste entlang welche laut der Michelin Karte Landschaftlich hübsch sein soll. Von der Küste sahen wir aber leider kaum etwas, riesige Neubaugebiete, Golf Ressorts usw. werden da aktuell aus dem Boden gestampft, für wen ist uns nicht so klar.
Um immerhin noch EIN Foto gemacht zu haben heute drängte ich dazu bei dem Pisswetter trotzdem noch schnell an die Strecke zu stehen. An der Stelle, wir hatten sie schon ausgegückt letzte Woche, warteten wir einen Zug ab. Um die Stelle zu erreichen mussten wir durch ein Loch im Zaun klettern welche die Einwohner des kleinen Ortes angelegt hatten und auch rege nutzten um über die Gleise zu kommen.

   
         
         
       
   

Ein Japonais mit einem Expresszug blieb das einzige Bahnbild vom Tag – aufgenommen im Küstenabschnitt zwischen Rabat und Casa kurz vor Mohammedia.

   
         
   

Während wir warteten kam uns die Idee, dass wir das Ibis ja noch reservieren könnten per Telefon, also versuchten wir es. Das Ibis war aber voll ... und wir regten uns über uns selber auf, warum haben wir es nicht sofort Reserviert als der Entscheid auf Casablanca viel? Wir versuchten beim Ibis am Gare Central unser Glück aber auch da dieselbe Antwort – voll. Das Hotel am Port erreichten wir nicht, da schien die Telefonanlage irgendwie im Eimer zu sein. So hatten wir uns jetzt aber ein kleines Problem, denn unser Reiseführer hat natürlich nur Hotels in der Innenstadt bereit und wir mussten es wohl oder übel versuchen, denn ein anderes Hotel ausser dem Ibis ausserhalb der Stadt war uns nicht bekannt. Also klingelten wir beim einem Hotel unserer Wahl durch und reservierten. Dann versuchten über unsere Karten mal heraus zu finden, wie wir da hinkommen. Wie „schlimm“ es werden sollte war uns zu diesem Zeitpunkt nicht klar und wir fuhren frohen Mutes auf Casablanca zu. Wir fuhren immer gen Innenstadt ich hatte als Navigator immer mal wieder die Vermutung zu wissen wo wir sind, obwohl das überhaupt nicht der Fall war ;-). Alles ausser der Innenstadt war durch unsere karten überhaupt nicht abgedeckt und so kamen wir irgendwo in die Stadt hinein über eine Strasse welche ich nur mutmassen konnte. Der Verkehr war extrem mühsam, es war alles voll, alle drängelten und überall waren Fussgänger und Mofas. Aber Daniel fuhr ;) Es muss ein riesiger Zufall gewesen sein das wir auf einmal an einem Ort waren wo ich mich zurecht fand und ich wusste wo wir lang mussten. Aber mit der Herrlichkeit war es schnell wieder vorbei und wir verloren im absoluten Verkehrschaos schnell wieder die Orientierung. Wieder ohne eine Ahnung wo wir waren kämpften wir uns im Stau von Ampel zu Ampel und 30min später war es uns definitiv zu dumm. Ich enterte ein vor uns fahrendes Petit Taxi und bat den Fahrer zum Hotel Guyemer zu fahren ... und bitte so, dass das Auto hinten folgen kann. Der Fahrer wusste nicht so recht was ihm geschieht wo es war, fand es aber im zweiten Anlauf sofort. Weit weg waren wir nicht und wir sind verdammt nochmal das erste mal direkt in der Strasse vor dem Hotel langefahren – und ich dachte doch noch ich habe das Dumme Schild mal gesehen ;)
6.05 DH zeigte der Taximeter vom Petit Taxi an, ich gab ihm 10 und bedankte mich. Beim Hotel checkten wir gleich ein und stellten uns dem Parkplatzproblem, alle kleinen Strassen sind hoffnungslos voll gestellt mit geparkten Autos, irgendwie meinte dann der Wächter von der Strasse uns etwa 20m vom Hoteleingang einen Parkplatz zuweisen zu dürfen. Was dem Hotelpagen irgendwie nicht gefiel, und wir musste noch mal umparken ... anschliessend wurde die Situation dann erklärt und man entschuldigte sich bei uns für das Chaos.
Für die Fahrt in die Stadt brauchten wir über eine Stunde, was sich eigentlich alles andere als lohnt. Aber wir nutzten die Zentrale Lage und schauten uns etwas in der Innenstadt um, leider war es bereits wieder dunkel. Abendessen gab es in der Innenstadt und anschliessend setzten wir uns unten bei uns ins Restaurant zu einem leckeren Minztee bei Livemusik und beginnen schon langsam über den Urlaub nachzudenken.

   
         
       
       
         
   

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