Tag 4: Dienstag, 01.02.2010 Meknes - Fes

 

 

         
   

Früh ging es heute raus, für Nil'sche Verhältnisse sehr früh. Wir hatten das Ziel bei schönem Wetter hinten in Tal zwischen Sidi Kacem und Meknes etwas zu verweilen. Der Tag begann so, dass ich von Daniel aus dem Zimmer geklopft wurde und obwohl ich um diese Uhrzeit normal nichts runter kriege ging ich mal mit zum Frühstück. Einen 3-Fachen Espresso und ein Glas frisch gepressten Orangensaft später waren wir wieder im Zimmer und machten uns fertig. Ich wechselte an der Rezeption noch 100 CHF in Dirham und dann fuhren wir unter strahlend blauem Himmel los. An einer Tankstelle kurz hinter der Innenstadt liessen wir die Karre voll tanken und fuhren raus. Gleich schon im ersten Ort hinter Ouarziahr fanden wir eine nette Stelle und schon gab es das erste Kreuz auf der Karte. Im weiteren Verlauf wollten wir für einen P-Zug nach Süden irgendwo in die Hügel auf halber Strecke, soweit kamen wir aber nicht, denn vor Et-Tleta kam uns in einer laaaangezogenen Kurve ein Japaner mit Güterzug entgegen. Schnell wendeten wir zwischen zwei Grandtaxis und versuchten dem Zug vorweg zu fahren bis zu einer anderen gesehenen Stelle. Mit einem spurt aus dem Auto heraus gelang ein prima Foto vom Japaner im frühen morgenlicht. Kaum war das Ende des Zuges in Sicht war klar, da wird geschoben, warum auch immer ... aber so gelang mit einem weiteren kurzen Sprint ein zweites Foto. Die Stelle für Nordfahrer gefiel uns so gut das wir gleich den ersten Dosto nach Casa da schiessen wollten. Nachdem eine Schafherde vor unseren Augen über die Gleise getrieben wurde kam der Dosto und zog fix vorbei gen Casa.

   
         
         
       
         
       
   

Unser erster Güterzug in Marokko! Bespannt mit einer E1250 und einer 1300er im Schub auf dem Weg nach Osten kurz vor Meknes. Hier aufgenommen zwischen Sidi Mbarek Du R\'Dom und Ain El Kaerma.

   
         
         
       
   

Auch die Dostos sind bei gutem Wetter unterwegs, hier eine Einheit als Zug 112 von Fes nach Casablanca hinter Meknes zwischen Sidi Mbarek Du R'Dom und Ain El Kaerma.

   
         
   

Wieder im dicht geparkten Auto ärgerten wir uns erstmal über den Gestank von einem grossen verwesenden Tier welches neben dem Auto lag und fuhren dann los, Daniel hatte sich verparkt ;). An eine Wunschstelle etwas weiter würde alles passen, auch der Zug, es kommt ein richtig langer mit Lok. Die Stelle war richtig nett, die dreckigen Schuhe die wir durch das laufen auf dem matschenden Feld mitnehmen würden waren uns erstmal egal. Doch etwas störte den Blick ins Tal, eine auffällige Halle, die so gar nicht in die Landschaft passen will. Janu, mit etwas Tele-Einsatz umging ich die Halle und der Zug kam. Mit einem Franzosen wurde er im prima Licht von uns verhaftet, wie gewisse Herren aus München zu sagen pflegen ;).

   
         
         
       
   

Eine 1300er bespannt Zug 105/205 (Casablanca - Oujda) auf dem Abschnitt bis Fes. Aufgenommen etwa auf halber Strecke zwischen Sidi Kacem und Meknes zwischen den Betriebspunkten Sidi Mbarek du R'Dom und Bab-Tisra. Die Gegend da ist anscheinend nur im Frühling so grün, ab Mai dürfte dann braun / graue dominieren.

   
         
   

Wieder beim Auto wurden erstmal die Schuhe vom gröbsten Schmutz befreit und wir fuhren weiter, eine Kurve aber nur und da sprang uns die Stelle für den folgenden Dosto ins Auge. Bis wir den Punkt erreichten durfte unser Logan wieder mal seine Geländetauglichkeit unter Beweis stellen, man ist ja lauffaul und so parkten wir unter den Blicken einiger Bewohner direkt an der Bahn auf einem nicht genau definierten Trampelpfad.

   
         
         
       
   

Auf einem solchen Terrain ist eigentlich alles eine Strasse ;)

   
         
   

Während wir in der (heissen) Sonne auf den Dosto warteten war im Dorf drüben irgendwie Party, über die Lautsprecher wurde etwas durchgesagt und es war voll mit Menschen, vielleicht war Markt oder so ;) Auch dieser Zug kam im Licht wie geplant.

   
         
         
       
   

Der nächste Dosto aus Casablanca rollte als Zug 109 an uns vorbei, recht nah an Sidi Kacem dran, zwischen Sidi Mbarek du R'Dom und Bab-Tisra. In dem kleinen Ort links, welcher eigentlich nur aus zwei / drei Häusern besteht war an diesem Vormittag ein Markt, was die vielen Autos erklärt.

   
         
   

Für die nächsten Züge hatten wir wieder einiges an Zeit, denn der eigentlich nächste Zug, der von Fes nach Marrakech fuhr gerade als wir beim Wagen waren vor unserer Nase durch. Nächster richtiger Zug war dann der erste Zug aus Marrakesch nach Fes in etwas über einer Stunde, dafür fuhren wir etwas weiter nach Sidi Kacem und fanden am Eingang des Tals eine Stelle mit sehr grossem Weitblick, dafür eignete sich der Zug ideal. Aber es war noch viel Zeit und vor allem ich wollte mir noch eine Stelle etwas naher am Gleis anschauen, also fuhren wir über einen kleinen schmierigen Weg runter zum Gleis und stellten uns mal hin mit dem Auto. Wieder unter den verwunderten Blicken einiger Bewohner und Eseltreibern welche unseren Weg kreuzten. In der Sonne standen wir und schossen einen Dosto welcher von Fes her nach Casa kam fast im Vollicht.

   
         
         
       
         
       
   

Nur noch wenige Kilometer von Sidi Kacem entfernt befindet sich diese Z2M Einheit mit Zug 116 auf dem Weg nach Casablanca. Noch immer befinden wir uns zwischen Sidi Mbarek du R'Dom und Bab-Tisra.

   
         
   

Hoch an der eigentlichen Stelle direkt unter einer Hochspannungsleitung (was die für einen Krach machen können wusste ich gar nicht) warteten wir nicht lange ehe der lange Marrakech Zug mit Japaner gen Fes vorbei zog.

   
         
         
       
   

E1250 mit Zug 600/111, dem ersten Zug aus Marrakech an diesem Tag (Abfahrt da um 5:00). Geknallt ins Tal kurz vor Sidi Kacem bei Bab-Tisra.

   
         
   

Zugleich gingen wir weiter an die Hauptmotive des Tages, dem Tal direkt vor Sidi Kacem. Die eigentlich netteste Stelle da ist aber irgendwie nur mit sehr viel Aufwand zu erreichen aktuell. Normalerweise führt der Fluss im Tal wohl kaum soviel Wasser wie aktuell, wo er unpassierbar ist. Ein Zugang von links oder rechts ist zwar Grundsätzlich möglich, aber mit relativ viel Laufarbeit verbunden – schlimmer aber wäre der Parpkatz mitten in einem dicht besiedelten Gebiet. Nein, ich habe überhaupt keine Vorurteile gegen die Landbevölkerung hier, aber seit dem Erlebnis in der Slowakei bin ich vorsichtiger geworden.
Wir liessen das Projekt dann erstmal sausen, nicht zuletzt auch wegen des Siffs welcher aufzog und der Sonne je länger je mehr die Kraft nahm. Im Tal drin, wir schauten uns die Situation an rollte von hinten auf einmal ein Zug an, es war aber kein normaler sondern ein Franzose mit komisch lackierten Wagen. Den Zug hatten wir gestern bereits gesehen (nur im vorbeifahren und ganz schnell), und hatte uns da schon etwas irritiert.
Wegen einer LA im hinteren Talbereich blieb der Zug fast stehen, was bei uns die Hoffnung den Zug mit einer kleinen Verfolgung doch noch schiessen zu können grösser werden liess. Bereits am Talausgang, es war gerade relativ hell, stoppte Daniel und wir liefen auf eine Felsnase hinaus bis wir auf das Tunnelportal querballern konnten, das ganze wieder unter den sehr misstrauischen Blicken ein paar Einheimischen die am Strassenrand auf ein Grandtaxi warteten. Wir hatten dem Zug doch fast 1min Zeit abgenommen und er schlich aus dem Portal hinaus. Die Stelle in die Gegenrichtung, also für Züge aus Fes, gefiel uns derart gut das wir gleich an der Stelle verweilten und auf ihn warteten.

   
         
         
       
         
       
   

Anstatt ein Dosto kam mit Zug 119 aus Casablanca dieser Franzose mit einigen komisch bunt Lackierten Wagen. Was es mit dieser Komp. auf sich hat wissen wir auch nicht genau, scheint aber Planmässig zu sein. Aufgenommen zwischen Sidi Kacem und Bab-Tisra.

   
         
         
       
   

Der Blick in die andere Richtung fällt auf eine E1300 mit dem Expresszug 120/611 nach Marrakech. Das der kleine Fluss unten auch mehr Wasser führen kann wird eindrücklich an der Uferzone gezeigt. Aufgenommen zwischen Sidi Kacem und Bab-Tisra.

   
         
   

Während wir warteten fuhr ein weisser Lieferwagen den Bahngleisen entlang und verschwanden einem Ort wo er nur in den alten Bahntunnel gefahren sein kann – ob man so vielleicht hinten ins Tal kommt ohne den Wagen auf der Hauptstrasse zu parken? Wir probierten es einfach aus und befuhren tatsächlich den alten Bahntunnel welcher nur noch den Schotter beherbergt bis ans andere Ende. Da standen zwei Zelte und ein paar Fahrzeuge, und natürlich ein wenig Personal. Aha, daher kommt also die LA ... aber ... wir zogen es vor uns wie unschuldig wieder aus dem Staub zu machen. Mit dem festen vorhaben wohl bei Sonne nächste Woche die Stelle erneut aufzusuchen. Gleich am Tunnelportal standen wir dann trotz Sauwetter raus und schossen sowohl einen Japaner mit einem Train Voyageurs und einen Dosto von hinten.

   
         
         
       
   

Das schlechte Wetter trieb uns dann in Gleisnähe, hier rollt E1258 mit Zug 602/117 aus Marrakech kommend Meknes und Fes entgegen. Das alte Tunnelportal gehörte zur alten Strecke welche früher eingleisig und ohne Fahrdraht durch das Tal führte. Heute dient der Tunnel als Karrenweg auf die andere Seite des Bergrückens.

   
         
         
       
   

Es folgte wieder ein Dosto nach Casablanca, Zug 122 ist das hier kurz vor Sidi Kacem.

   
         
   

Dann wollten wir uns das andere Talende noch mal anschauen und fuhren dazu noch mal durch, an der Polizeikontroller hinter der Baustelle (ein sehr cleverer Ort) kamen wir vorbei und schauten uns die Stelle an. Es wäre einiges möglich, aber nicht bei dem Wetter ... und so fuhren wir wieder zurück. Eigentlich mit dem festen vorhaben gen Fes aufzubrechen und um nach Stellen Ausschau zu halten auf dem Weg dahin. So weit kamen wir aber nicht, denn vor Et Tleta war auf einmal wieder etwas blau zu sehen und wir zogen es vor die kurze Wartezeit zum nächsten Zug noch zu verweilen. Zudem interessierte uns die Bespannung des Zuges, es war der Expresszug von Oudja nach Tanger welcher ja auf fast der ganzen Strecke mit Diesellok befördert wird. Erst kam noch ein Dosto aus Casablanca welcher an der „Hallenstelle“ vom Vormittag erlegt wurde.

   
         
         
       
   

Während dem warten auf einen richtigen Zug fuhr uns wieder mal ein Z2M Dosto vor der Linse durch, als Zug 119 nach Fes, zwischen Sidi Mbarek du R'Dom - Bab-Tisra

   
         
   

Dann fuhren wir vor zur Brücke und schossen einen Expresszug nach Marrakech, welcher noch vor dem Tangerzug kam. Er kam im hellsten Moment der letzten Stunden.

   
         
         
       
   

Bei riesigem Sonnenglück strahlte uns die E1300 mit dem Expresszug 124/613 von Fes nach Marrakech in der Sonne entgegen, aufgenommen wie so häufig an diesem Tag zwischen Sidi Mbarek du R'Dom - Bab-Tisra

   
         
   

Zum Tangerzug waren es dann kaum mehr 30min, und so stellten wir uns wieder an die Stelle vom Dosto vorhin und warteten. Der Zufall will es das die beiden Züge, Oujda Tanger – und der Gegenzug genau irgendwo bei uns in der Gegen kreuzen, so gab es sogar zwei Bilder – im Siff.

   
         
         
       
   

Kurz hinter der Brücke dann wenig später dieser Franzose mit dem Expresszug 202/126 von Oujda nach Tanger. Dieses eine Zugpaar am Tag verkehrt als fast einziges richtiges Fernverkehrszugpaar nicht über Rabat und Casablanca.

   
         
         
       
   

Der Gegenzug 121/207 von Tanger nach Oujda liess auch nicht lange auf sich warten, mit dem orangen Generatorwagen hinter der E1300 macht er optisch richtig was her, nur das Wetter ... Aufgenommen bei Sidi Mbarek du R\'Dom

   
         
   

Dann wurde es aber endlich Zeit um nach Fes aufzubrechen, denn dies wollten wir nicht erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichen (Stellenschau). Als wir aber kurz bevor die Bahn weit weg von der Strasse geht noch mal an ein paar blaue Flecken heran fuhren konnten wir nicht anders, eine am Morgen gesichtete Stelle lud ein zum Fotografieren, zudem in 30min gleich zwei Züge kommen sollten. So wendeten wir und fuhren erneut durch die Strassensperre der Gendarmerie Royal hin zur Stelle. Da standen wir mal hin und mit viel Glück gab es eine fast angestrahlte Franzosenlok mit einem Marrakesch Voyageur.

   
         
         
       
   

Ganz schwach drückte die Sonne nochmals etwas als uns auf dem Neubauabschnitt zwischen Ouarzirha - Ain El Kaerma eine weitere E1300 mit dem Expresszug 604/123 von Marrakech nach Fes vor die Linse fuhr.

   
         
   

Auf den paar Metern zurück zum Auto entdeckte uns dann eine kleine Familie welche auf dem Weg über die Brücke war. Die Mutter und die Tochter fanden uns zwar interessant, trauten sich aber nicht richtig. Die beiden Jungs hoch zu Ross .. oder Esel, oder einer Mischung aus beidem, hatten da aber weniger Berührungsängste und quatschen uns an. Sie sprachen aber kein Französisch sondern nur Arabisch, was eine Kommunikation verunmöglichte. Da wir noch auf einen Gegenzug warten wollten folgten uns die zwei mit ihrem Esel und stellten sich neben uns und wollten irgendetwas von uns. Ihr Esel schien so eine Art Mofa Ersatz zu sein, obwohl ich mein Mofa besser behandeln würde als die ihren Esel ;) Am Ende der Unterhaltung, die eigentlich keine war, drückte ich den Jungs etwas Kleingeld in die Hand und wir verdufteten nachdem ein Dosto unsere Kamera gekreuzt hat.

   
         
         
       
   

Hinten auf dem Hügel thront die erste Häuserreihe von Meknes, in wenigen Minuten wird diese Z2M Einheit mit Zug 125 ihn erreichen und noch weiter bis nach Fes fahren. Auf diesem Foto ist die Altbaustrecke welche unten auf dem Damm verlief sehr gut zu erkennen.

   
         
         
       
   

Die Jugend war auch zur Stelle, hoch zu Ross kamen sie angeritten und blieben bis wir gingen. „Merkwürdige Ausländer“, mögen die zwei gedacht haben.

   
         
   

Dann aber endlich fuhren wir los, Meknes erreichten wir zur Rush Hour und trotz des kleinen Umwegs besorgten wir uns im goldenen M einen keinen Snack. Ohne weitere gewollte Umwege (dank etwas chaotisch angeschriebenen Strassen wurde es einer) fuhren wir an den Stadtrand von Meknes und fanden im leichten Regen eine Stelle die wir sicher noch mal besuchen wollen. Eine Neubaubrücke die in einen riesigen Einschnitt mündet.
Weiter fanden wir vor dem eindunklen noch ein zwei andere Stellen die man sich unbedingt noch mal anschauen muss, als Highlight eine riesige Brücke auf den Neubauabschnitt welche einfach aus dem Boden gestampft wurde – riesiges Teil.
Fes erreichten wir im Dunkeln und wieder fanden wir nur mit etwas Mühe unser Hotel, trotz genauem Stadtplan. Der Verkehr in Fes ist auch wieder extrem spannend, Marokkanisch eben. Im Ibis checkten wir ohne Probleme ein, unser Zimmer hatten wir uns vom Ibis Menknes reservieren lassen. Der hilfsbereite Parkplatzwächter zeigte uns ein nach seinen Angaben sehr gutes Lokal gleich in der nächsten Strasse und wollte uns unbedingt seinen Onkel für eine Stadtführung morgen vermitteln. Nachdem das Restaurant aber eher Bescheiden war, die Musik war grauenhaft laut und das Essen nur mässig lecker, verzichten wir glaube ich darauf ;) Im Ibis gab es nach einem kurzen Besuch am Bahnhof noch mal eine Internet Session ehe wir im Bett liegen und uns auf morgen freuen.

   
         
       
       
         
   

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