Tag 64: Mittwoch, 25.07.2007, Tampere – Lumäkki

 

   
 
   
  Tagesbericht:
   
 

Wie gestern regnete es auch heute beim Aufstehen wieder. Naja, gibt ja eh nur ein Überfuhrtag, da ist regen nicht sooo schlimm. Kurz vor 10 Uhr gings dann auch los, mit unserem frisch revidierten Flitzer. Zuerst auf der Autobahn in Richtung Jykjasjddsaf kl, anschließend auf der Überlandstrasse in Richtung Lahti. Nach einem kurzen Imbiss ging’s auch an Lahti vorbei immer in Richtung Mütterchen Russland. Im Auge hatten wir einen Zeltplatz nahe Lumäkki, welches nahe bei der Abzweigung zwischen der Bahn nach Joensuu und Russland lag. Laut unseren Notizen, welche wir aus Google Earht bezogen haben, sollten hinter Lahti nicht allzu viele offene Stellen vorhanden sein. Egal, trotzdem mal rausschauen.

Leider log Google Earth nicht und es war wirklich nicht allzu viel schlaues zu finden, ehrlich gesagt.. nichts. Das einzige welches wir von unserm Besuch von vor 2 Jahren kannten war mittlerweile auch arg zugewuchert und wir beschlossen hinter Kouvola zu suchen. Gleich hinter der Stadt bogen wir auf eine Nebenstrasse ab, welche in etwa parallel zur Bahn verlief. Gleich nach wenigen hundert Meter kam das erste „Ohhh“. Unsere Augen erblickten ein Rapsfeld mit offener Fläche .. chic!. Schnell auf unserer Karte notiert ging es weiter über Feldwege und Nebenstrassen quer durch die Finnische Landschaft. Immer mal wieder ein Bahnübergang oder eine Überführung überquert fanden wir zwischen Kouvola und Lumäkki ein paar brauchbare Stellen. An Lumäkki vorbei schauten wir noch kurz auf den Abzweigepunkt der beiden Strecken. Leider total zugewachsen war hier nichts möglich, sodass wir uns an die nächste Stelle in Richtung Kouvola auf eine Brücke setzten. In ein paar Minuten sollte der S aus Helsinki kommen, eine Stunde später der Repin, ebenfalls aus Helsinki und anschließend der Sibelius aus St. Petersburg. Das Wetter liess mittlerweile ein bisschen Gnade walten und es regnete nicht mehr. Einzig die Dicken Wolken hielten uns ab Sonnenbilder zu machen. Item, trotzdem Knipsen, war hier draußen im Nichts ja keine andere Beschäftigung zu finden! Kur vor dem Pendolini nach Joensuu fing im Wald vor uns ein rauschen an und es erschienen 2 Sr1 mit einem Ellenlangen Güterzug. Kurz danach erschien der S, welchen wir „wunderbar“ nachknipsen konnten. Nun war es an der Zeit etwas gescheites für Züge aus Helsinki zu suchen, wollten wir den Russenzug ja nicht nachschießen. Nil meinte in der Ferne eine Lichtung zu sehen , welche wir sicher von der Strasse aus erreichen würden. Dann mal los. Gleich bei der nächsten Abfahrt von der Hauptstrasse trafen wir auf eine Lichtung, welche jedoch nicht die gesehene war. Ein riesiger Erdhügel in der Mitte war nicht gerade Motivwürdig und wir versuchten auf die andere Lichtung zu kommen. Einige Strassen weiter fanden wir auch eine Abzweige in den Wald hinein, hinter welchem auch die gesehene Lichtung hockte. Leider nicht ganz sooo chic wie vermutet und ein bisschen zu kurz wechselten wir wieder zur 1. Lichtung zurück und warteten ab. Vielleicht passt der Zug ja vor den Erdhügel hinein und wir könnten ihn aus dem Bild lassen. So war es dann auch. Pünktlich erschien der Zug nach St. Petersburg und perfekt passte er zwischen Waldrand und Lichtung hinein. Leider mit Sr1 bespannt, doch sogar ein wenig von der Sonne angestrahlt fuhr er vor unseren Objektiven durch (Anm. vom Nil am 04.04.2008: Sonne, wo? ;)).

 

          P33 Repin von Helsinki nach Pietari (Finl. vokz.) bei Lumäkki

  Sr1 3065 mit P36 aus Pietari (St. Petersburch auf Finnisch) bei Lumäkki

Zufrieden mit dem Bild ging es wieder hoch auf die Brücke um auf den Sibelius zu warten. Da die Strasse ab und zu von anderen Verkehrsteilnehmer befahren wurde, wurden unseretwegen einige komische Blicke geworfen. Einige Automobilisten winkten verdutzt und ein Mofafahrer hielt sogar an und fragte nach irgendetwas. Eisenbahn Liebhaber scheinen hier nicht bekannt zu sein, doch das kannten wir ja auch schon von anderen Regionen Finnlands ;-). Die Warterei nahm auch bald schon ein Ende und der Sibelius kündigte sich mit einem Rauschen im Wald an. Wie im Kursbuch versprochen verkehrte er nun mit weiss lackierten Intercitywagons. Ebenfalls mit Sr1 bespannt sah er chic aus.. doch unterschied sich lediglich von einer kleinen Aufschrift von normalen finnischen Intercitywagons.  Die Sonne erwies sich jetzt nicht als gnädig und dicke Wolken zwangen zu hohen ISO-Werten. Mit dem Zug war auch Schluss für den Tag. Stracks ging’s zum Zeltplatz einmal Hallo sagen. Die freundliche Dame bei der Rezeption machte uns noch auf einen bevorstehenden Karaokee-Abend in der nahe gelegenen Spelunke gleich nebenan aufmerksam, doch wir lehnten Dankend ab ;-). Der Zeltplatz erwies sich als außerordentlich schön, waren die einzelnen Sites in einem großen Wald schön voneinander getrennt, konnten wir uns einen Platz gleich am See erhaschen. Zwar etwas weiter weg vom Servicgebäude, dafür mit See und schönem Rasen ;-). Zelt aufbauen, Schlafplatz einrichten, das übliche halt. Nun? Genau, Bilder schauen und dann Essen gehen. Stopp, duschen =). Vor dem Duschen wagten wir jedoch noch kurz einen Fuss in den See zu stecken.. schön warm. Gerede einladend dazu, sahen wir uns wenige Minuten später in Badehosen wieder und streckten unsere Füße ins Nasse. Brrr.. doch kalt, doch jetzt gibt’s kein zurück mehr ;-). Es dauerte zwar etwas länger als im warmen Hallenbad.. doch nach wenigen Minuten schwammen wir eine Runde in den See hinaus und wieder zurück. War man erst einmal drin, wars gar nicht mehr so doll und die Luft draußen erschien kühler als die Wassertemperatur. Schön erfrischt und fit ging’s dann unter die Dusche und wieder zurück mit frischen Klamotten zum Auto. Nun konnte es Essen gehen. Da wir wieder einmal keine Lust hatten etwas selber zu kochen, beschlossen wir doch einmal einen Blick in die Spelunke neben unserem Platz zu werfen. Von weit weg war der finnische Katzengesang der Karaokegeilen zu hören. Ojeoje, Riesengaudi in Lumäki. Scheinen wir gerade den einen Abend getroffen zu haben, an dem außer Karaokke nichts anders zu haben war da, gings wieder zurück zum Auto. Und jetzt? Hühner-Nudelsuppe vom Benzinkocher? Neee!. Da war doch eine Truckertankstelle gleich um die Ecke, da gibt’s sicher was zu essen. So fanden wir uns in kürze wieder im Tankstelleneigenen Restaurant hinter einer Riesenportinen Chicken-Nuggets, Pommes und Salat für fast kein Geld. Wie wir es schon ein paar mal erlebten.. wo LKW’s halten und essen gibt’s grosse Portionen für wenig Geld ;-). Ist auf der ganzen Welt das gleiche!

Mit gestilltem Hunger fuhren wir anschließend wieder zurück. Nicht direkt, irgendwie lud die Tanke noch ein, ein Bier zu kaufen und als Tagesabschluss zu trinken. Schnell wurden wir eines bessern belehrt, dass in Finnland ab einem gewissen Zeitpunkt am Abend kein Bier mehr zum mitnehmen verkauft werden darf. Die Dame könnte uns ja sehr wohl ein Bier hier servieren, da wir jedoch mit dem Auto unterwegs waren, war das wohl auch nicht das gescheiteste. So fuhren wir halt ohne Bier zurück. Doch Stopp, da war doch noch die Karaokespelunke. Mittlerweile nur noch halb so voll genehmigten wir uns dann doch noch ein Tagesabschlussbier im Hauseigenen „Pub“ mit Karaokegesang. Zwar kein 1A Bier wie wir es kennen, dafür um einiges teurer. Doch geschmeckt hats =). Angestoßen haben wir auf einen erfolgreichen, Güterreichen  und Sonnenstarken Tag morgen, mal schauen obs was wird ;-). Gn8

Stützpunktbericht Lumäkki:

Lumäkki liegt ganz im Südosten von Finnland, an der Hauptstrasse und Eisenbahnlinie von den grossen Zentren (Helsinki / Lahti) nach Russland. Zumindest der Strasse merkt man das auch an, sie ist sehr dicht mit LKWs (meist aus Russland) befahren und an einigen Nadelöhren (durchfahrt Kuovala und einige Dorfdurchfahrten auf dem Lande) haben bei uns zu Stau geführt. Auf der Eisenbahnstrecke verkehren sowohl die Züge nach Vainikkala bzw. St. Petersburg und auch diese nach Johensuu. Landwirtschaft gibt es, wie immer im Osten von Finnland, auch in dieser Gegend kaum, nur wenige Flächen werden Landwirtschaftlich genutzt, was man aber hier natürlich vermehrt sieht ist Holzwirtschaft.

Fotostellen gibt es kaum, sehr selten lässt sich von einer Brücke runter etwas machen, allgemein bleibt es aber meist bei einem sog. "Mastkleber", was schade ist, den vom Verkehr her hätte die Strecke potential. Nebst einigen Personenzüge, da wäre vor allem die nach Russland hervorzuheben, ist auch einiges an Güterverkehr unterwegs. Mit einem Zug pro Stunde (nicht Richtung) kann man durchaus rechnen. Die Strecke ist jedoch nichts für Sr1 hasser, Sr2 sieht man wenn überhaupt nur sehr sehr selten. Wir haben auf dem vor Ort ansässigen Campingplatz residiert, dieser ist wirklich sehr empfehlenswert, wenn man da überhaupt hin will.

 
   

Hier findet ihr die Galerien von Daniel bzw. Nil (öffnet jeweils ein neues Fenster)

GALERIE DANIEL GALERIE NIL

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