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Durch die Sonnenstrahlen,
welche an unser Zelt schienen und es in eine Sauna verwandelten, wurden
wir heute morgen artig früh geweckt. Bereits um 8 Uhr fing der Tag mit
dem packen unserer 7 Sachen und der Abfahrt an. Weit kamen wir nicht,
den die Daugavabrücke bei der Bahnhofsausfahrt musste noch mit. Nach der
elendigen Parkplatzsuche und einen kleinen Fussmarsch fanden wir eine
nette Stelle, von wo wir die Brücke samt Hochhaus und Raidisson SAS
Hotel aufnehmen konnten. Wir warteten 3 S-Bahnzüge ab, von welchen
jedoch keine in wirklich einheitlicher auffälliger neuer Lackierung
erscheinen wollte. Trotzdem zufrieden über den Tagesanfang zogen wir
weiter um zu Frühstücken. Nicht das wir jetzt die einheimische Kost
meiden wollten, doch der Mc an der Hauptstrasse erwies sich einfach als
zu Ideal. Mit einem Burger und einem Milchshake konnte der Tag ein
zweites mal beginnen.
Um der Elektroeisenbahn
hierzulande noch einmal Adieu zu sagen, posierten wir uns an einem
Bahnübergang gleich vor Azikraule und warteten den nächsten Zug ab.
Gleich nach unserer Ankunft war ein lautstarkes wummern zu vernehmen,
ganz klar, es konnte nur ein Güterzug sein. Es erschien eine
Taigatrommel mit Güterzug, welchen wir im besten Sonnenlicht aufnehmen
konnten. Laut Fahrplanauskunft sollte es noch 30min bis zur nächsten
S-Bahn dauern, welche wir noch mitnehmen wollten. Zwischendurch gab es
noch Besuch. Ein hier ansässiger Rentner kam unser Treiben ein wenig
komisch vor und so tat er sich keinen Zwang an um uns anzuquatschen.
Logischerweise konnte er kein Englisch und wollte auch nicht verstehen,
dass wir kein Lettisch sprachen. Naja, er textete uns kurzerhand voll,
schaute und blöd an, als wir die Schulter hoben zog wieder ab. Keine
5min wollten vergehen, ehe ein Auto auf der anderen Seite des BÜ’s
parkierte und ein jüngerer Herr, mitte 30, ausstieg und uns ebenfalls
auf Lettisch zuquatschte. Nix verstehen deine Sprach gaben wir zur
Verständnis und forderten ihn auf Englisch mit uns zu reden.
„What are you doing here??“ Wollte er
in einem ziemlich unfreundlichen Ton wissen.
Es scheint unser Hobby ist hier nicht so bekannt oder wir waren hier
irgendwie in ein komisches Gebiet geraten. Er liess uns weiterwarten und
zog wieder ab. Es verging nicht mehr viel Zeit ehe die erste S-Bahn
erschien. Glücklicherweise war es ein modernisiertes Modell und wir
beschlossen, am Endbahnhof mal einen kurzen Blick rein zu werfen. Zuerst
stand jedoch noch die Überholung eines Dieselzuges an, welche wir im
Bahnhof aufnahmen. Frontenvergleich. |
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Eisenbahnbrücke in der Hauptstadt Riga - sie führt über die Daugava |
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ER2T 7113-07R und DR1A 290 4
begegnen sich in Azikraule |
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Die S-Bahn erwies sich als
sehr „S-Bahnig“. 3+3 Bestuhlung und alles schön aus Plastik. Der
Führerstand ähnelte mehr einem Flugzeugcockpit, war jedoch schön
klimatisiert. Alles in allem irgendwie nichts besonderes, einfach in
russischem Design. Nun konnten wir weiterziehen. Tagesziel war heute
Krustpils. Auf der Fahrt dahin wollten wir noch einige Züge mitnehmen,
weshalb wir ab und an eine Strasse hineinschauten. Kurz nach Koknese
blinkten die Lichter eines BÜ’s bereits. Stellen- und Lichttechnisch
nicht gerade optimal erwischten wir einen Russendiesel mit Güterzug. Bei
einer weiteren Stelle hielten wir jedoch ein wenig länger an. Kurz vor
Plavinas überquerte die Hauptstrasse das Trasse der Eisenbahn auf einer
hohen Brücke. Von dort konnte man prima in beide Richtungen
fotografieren. Die Sonne war mittlerweile von den vielen Schleierwolken
gedämmt, so dass ein allfälliger Frontschatten nicht so fest auffallen
würde. Es verging nicht allzu viel Zeit, ehe es im Wald zu wummern
anfing und einen Taigatrommel mit Kohlenganzzug erschien. Das Vorsignal
hinter unserem Rücken zeigte Halt an , weshalb wir auch noch den
Gegenzug abwarten wollten. An der Gewaltigen Abgaswolke, welcher der
Russendiesel über sich erblicken liess, war der Zug schon von weitem zu
sehen. Es folgte eine 2TEP10M mit einem Mischwarenzug. |
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In der
nähe von Plavinas rollte diese 2M62 0894 der LDZ gen Osten |
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2TE10U 217 beschleunigt mit
einem Zug aus dem Bahnhof Plavinas |
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Genug von der Stelle gesehen
und ein wenig verärgert über den immer dichter werdenden Schleier vor
der Sonne fuhren wir weiter. Weit war es nicht mehr bis Krustpils, doch
Stellen schienen vorhanden zu sein. Kurz vor dem Bahnhof vereinigt sich
die Strecke aus Ventspils mit der Strecke aus Riga. Da wohl die meisten
Züge aus Ventspils nach dem Bahnhof auf die Strecke nach Russland
abbogen, wurde die ganze Infrastruktur so konstruiert, dass ein Zug von
Riga nach Daugavpils und ein Zug von Ventspils nach Russland parallel
durch den Bahnhof fahren konnten oder sich niveaufrei kreuzen konnten.
So wurde die Strecke aus Ventspils mit einer Brücke über die Strecke aus
Riga geführt und in einem weiten Bogen vereinigt. Die Eisenbahnbrücke
bzw. der Damm davor eignete sich auf jeden Fall bestens als hoch
stehender Standpunkt und wir warteten ab. Die Sonne schien mittlerweile
irgendwo zwischen dem Schleier hindurch und es folgte eine TEM2 mit
einem Kurzgüterzug aus Richtung Plavinas. Gleich darauf erschien in der
Ferne eine Taigatrommel mit Kohlezug in Richtung Riga. Leider war nun
wieder Schleier vor der Sonne und es war nur noch Halblicht. Schade. Zu
allem Übel wiederholte sich genau dieselbe Situation 5min später, als
wieder eine Taigatrommel mit Kohlezug erschien. 10min später wummerte es
in der Gegenrichtung und eine TEP10M, ebenfalls mit Kohlezug, fuhr in
den Bahnhof von Krustpils ein. Auf der Strecke nach Ventspils schien
nicht wirklich viel los zu sein. Aufgrund des Schleiers und der
mittlerweile arg verdunkelten Landschaft beschlossen wir hier
abzubrechen und einmal das Städtchen Krustpils anzusehen. Es stellte
sich als richtiges Kaff heraus. Lauter Bretterbuden und 2 Supermärkten.
Sonst nichts wirklich erwähnenswertes. Die Daugava schien eher einer
Kloake gleich als einem mächtigen Fluss und die einzige Brücke darüber
hatte auch schon bessere Zeiten gesehen. In der Hoffnung auf einige
Infos fuhren wir zum Bahnhof und stiefelten ein wenig auf dem Perron
herum. Ausser dem Stellwerk und den beiden BÜ Überwachungshäuschen auf
jeder Seite des Bahnhofes war kein Personal anzutreffen. Als sich der
ältere Herr im BÜ Häuschen als ziemlich desinteressiert erwies, gaben
wir auch die Hoffnung auf Infos auf. Irgendwie wollte es heute nichts so
ganz!. Mehr als Zeitvertreib lichteten wir die immer noch im Bahnhof
stehende 2TE10 ab und fotografierten den soeben einfahrenden Gegenzug,
bespannt mit einer 2M62. Diese hielt ebenfalls an und ein weiterer,
diesmal sogar angestrahlter Russendiesel 2TE10U erschien mit einem
Mischwarenzug. Da die Sonne je länger je mehr durch den Schleier
hindurch brach, entschlossen wir uns nochmals zur Bahnbrücke zu fahren.
Diesmal verging auch nicht wieder viel Zeit, ehe es zu dieseln begann.
Nun schien es aber von der Strecke aus Ventspils zu kommen. Ein
automatischer Heißläufersensor auf der anderen Brückenseite fing an zu
rattern und ein In der Ferne erschien ein Baufahrzeug. Toll ;-). Wir
standen zur Seite und warteten wieder ab. Im Bahnhof war ein Zug zu
sehen, mal schauen wohin der will!?. Etwas gleichzeitig sprang das
Einfahrsignal aus Riga auf Grün und in der weiten Ferne war ein leises
wummern zu hören. Hmm.. Rush Hour. Der im Bahnhof gesichtete Zug bog in
Richtung Ventspils ab, der andere kam aus Riga. Wer ist zuerst? Wir
beschlossen uns aufzuteilen, um jeden der beiden Züge zu knipsen. Aus
Richtung Riga kam eine Doppeltrommel mit Oeler, nach Ventspils zeichnete
sich eine Russenlok ab. Doch hä?? Die Lok war rot.. und zwar nicht das
Rot von Transoil, sondern ein anderes rot. Zu allem Erstaunen hatte die
Lok noch LDZ Anschrift und Nummer. Ob das wohl das neue Farbschema ist?
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2TE10M
3450 mit einem Ölzug aus Riga kurz vor dem Bahnhof Krustpils |
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2M62 1186 mit einem Ölzug
auf dem Weg nach Riga kurz hinter Krustpils |
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Der
Vollständigkeit halber warteten wir auch noch einen Zug in Richtung Riga
ab, welcher nicht lange auf sich warten liess. Danach konnten wir
zufrieden Stelle wechseln.. Einige Kilometer weiter in Richtung Plavinas
war eine grosse Fläche gelegen, welche wir noch fotografisch festhalten
wollten. So warteten wir auch da auf einen Zug. Die Personenzüge ganz
vergessen, waren wir ziemlich überrascht, als ein Steuerwagenführender
Triebzug daherkam. Um noch einen richtigen Zug abzuwarten blieben wir
noch, bis ein Güterzug erschien. Wiederum mit Trommel führend hörte man
das gute Ding schon von weiter Ferne. Zum ersten mal sahen wir nun eine
vierfachtraktion, bestehend aus 2 2M62. Als letztes warteten wir an der
Stelle einen Fernverkehrszug ab, im Bahnhof Krustpils hatten wir die
Abfahrtsanzeiger Fotografiert und laut diesem müsste bald einer kommen.
Was er auch tat, bespannt mit einer TEP70. Nun blieb uns noch eine
bekannte Stelle offen. Von der Strassenbrücke in Plavinas hatten wir
noch eine andere Brücke gesehen, welche wir nun anschauen wollten. Sie
erwies sich ebenfalls als fotogen und wir warteten ab. Es verging eine
Stunde, zwei Stunden, von Zugsverkehr keine Spur. Nach guten 3 Stunden
Wartezeit kam dann der Fahrplanmäßige Personenzug, welchen wir
nachschossen. Ebenfalls folgte der Gegenzug und später noch einer.
Immerhin hatten wir jetzt von jeder Farbgebung ein gutes Foto ;). Doch
von Güterzügen war nichts zu sehen und es kamen auch keine mehr ehe die
Sonne zu schwach für anständige Fotos war. Schade. |
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TEP70 0203
mit einem Latvijas Ekspresis nach Russland |
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DR1A 2541 in rot/weiss
zwischen Plavinas und Krustpils |
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Mittlerweile bereits 9 Uhr,
machten wir uns auf die Suche nach dem Campingplatz. Dieser sollte sich
rund 20km westlich von Krustpils an einem See befinden – das meinte
zumindest unser ADAC Campingführer. Den Platz fanden wir auf Anhieb, die
Rezeption bzw. den Besitzer nicht. Gäste waren auch keine Auszumachen.
Nach hin und herlaufen fanden wir dann einen älteren Herr, der uns
weiterhelfen wollte. Die Sprache war halt wieder einmal das Problem und
seine Frau, welche ein ganz wenig Deutsch konnte, wurde gerufen.
Glücklicherweise kam etwas zur selben Zeit der Besitzer noch kurz
vorbeigefahren. So durften wir unser Zelt dann auf einer Wiese
aufstellen und die Duschen und Klo’s benutzen. Kostenpunkt: 5 Lats für 2
Nächte – verglichen mit 11 Lats für eine Nacht in Riga ganz schön
günstig.
Da wir wohl hier nichts mehr
zu essen bekamen versuchten wir im nächsten Dorf unser Glück nachdem wir
unser Zelt aufgebaut hatten. Erfolglos, einzig eine Tanke hatte geöffnet
und so versorgten wir uns mit Bier und etwas zum Knabbern. Auf der Suche
nach etwas Essbarem stiessen wir im Wagen noch auf Norwegische (!!)
Ravioli ;) Akzeptabel, diese wurde dann mit dem Benzinkocher warm
gemacht und wir genossen den Abend am See mit Futter und einem leckeren
einheimischen Bier. |
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Hier findet ihr die Galerien von
Daniel bzw. Nil (öffnet jeweils ein neues Fenster) |
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GALERIE DANIEL |
GALERIE NIL |
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