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Nach dem gestern eher
nüchternen Tag, welcher aufgrund der Nachtaufnahmen noch in letzter
Sekunde gerettet wurde, hofften wir heute auf einiges besser Wetter.
Dieses war auch als wir unsere Köpfe heute morgen aus dem Zelt
streckten. Blauer Himmel mit ganz wenig vereinzelten Schleierfetzen.
Erstes Ziel war der kleine
Bahnhof von Jersika, welchen wir gestern entdeckten. Auf dem Weg dorthin
überholten wir einen Güterzug, doch sahen wir nicht welcher Loktyp davor
hing. Insgeheim auf einen dicken Russen hoffend, stellten wir uns an die
Stelle und warteten. Da noch ein Gegenzug auf der Strecke war schien es
wohl ein wenig länger zu gehen, da dieser noch kreuzen musste. Sehr zu
unserem Unmut fing es plötzlich hinter unseren Rücken an zu wummern und
eine Taigatrommel mit Kohlezug tauchte auf. Wir begannen einmal
auszurechnen was nun passierte. Kohlezug von hinten kam, stellte sich
ins Ausweichgleis, welches sich gleich vor unsern Nasen befand. Der von
uns gesichtete Güterzug konnte nun auf dem Hauptgleis durchfahren,
welches beim Bahnhofsgebäude war und vom stehenden Kohlezug verdeckt
war. Ojeoje.. bitte nicht!!. Der Kohlezug fuhr ein.. und wollte nicht
mehr aufhören. Endlos viele Wagen hingen hinter der Lok, welche gaaaanz
langsam einfuhr. Bange Minuten standen an, denn das Pfeifen des
richtigen Zuges war schon zu hören gewesen. Ganz langsam zogen die Wagen
an uns vorbei.. und glücklicherweise auch schon das Ende der
Wagenschlange. Nun war jeder Meter die zurückgelegt wurden dem Motiv
förderlich. So kam es dann, dass der überholte Zug an unseren Linsen
vorbeizog, als rund 8 oder 9 Wagen nicht mehr verdeckt waren.
Glücklicherweise handelte es sich bei unserem Güterzug auch um einen
Kohlezug, so fiel das ganze nicht mehr sooo fest auf =). Im Gegenzug zur
Wartezeit hier im Bahnhof, drückte die Sonne bei der Durchfahrt voll auf
die Lok drauf. Und um was für eine Lok handelte es sich? Genau.. um eine
Lettische TEP10. War nun unser Glück für den Tag aufgebraucht? Ne,
hoffentlich nicht! |
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2TE10 0218
im Bahnhof von Jersika auf dem Weg nach Daugavpils |
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In der nähe von Vingri
kreuzten eine 2M62 mit M62 1227. |
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Wir konnten den Bahnhof
abhaken und fuhren weiter, immer in Richtung Süden. Wir versuchten den
Zug noch einmal einzuholen und schafften dies auch in Vingri. Hier wurde
der Russenpower noch einmal abgelichtet, doch diesmal ohne wirklich viel
Sonnenlicht. Schade!
Da wir auf dem Weg dorthin
noch eine mögliche nette Stelle gesehen hatten, fuhren wir noch einmal
ein wenig zurück. Bei einem im Wald gelegenen Ausweichbahnhof parkierten
wir unseren Flitzer und liefen ein wenig die Gleise entlang. Ca. 2km
nördlich des Bahnhofes verlief die Bahn durch eine offene Fläche, welche
wir vom Waldrand aus prima einsehen konnten. Nun war Geduld gefragt.
Auch hier liefen wir wieder der Gefahr, einen stehenden Zug vor dem
Durchfahrtsgleis zu haben. Unsere Chancen standen wohl 50%, entweder war
der südwärts fahrende Zug schneller und musste in die Ausweiche, was für
uns gut war.. oder der norwärts fahrende blieb stehen, was uns die Sicht
auf den südwärts fahrenden nahm. Kann natürlich auch sein, dass nur ein
durchfahrender Zug kam. Es kam wie es kommen musste. Unsere Geduld wurde
mit einem norwärts fahrenden Zug auf die Probe gestellt. Logischerweise
war nun die Strecke für gut 20min belegt. Im Schatten des Waldes wartete
es sich angenehm. Rund eine halbe Stunde später stellte das
Wiederholungssignal in unserem Rücken von dunkel auf Gelb. Ah.. Zug aus
Norden, praktisch. Doch wieso Gelb? Und das auf dem Durchfahrtsgleis?
Grmbl.. bitte nicht! Ein lautes Dröhnen in unserm Rücken bestätigte
unsere Befürchtung. Von hinten schien sich ein Zug auf das Ausweichgleis
zu fahren. Vielleicht, vielleicht ist der Zug von Norden her schneller.
Wir hörten ja schon das Wummern in der Ferne. Schneller war er nicht,
doch unser Glück hielt an. Beim Nordwärts fahrenden Zug handelte es sich
um eine einzige Lok. Zu unserem Erstaunen auch noch um eine normale M62.
Ist das jetzt gut oder schlecht? Da von Vorne auch eine Doppeltrommel
mit Oeler kam, kam es uns nur zugute. Nun konnten wir die beiden Loks
nebeneinander knipsen. Netter Zufall. |
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DR1A 291.1
auf dem Weg nach Riga in der nähe von Nicgale |
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2M62 0094 der LDZ mit einem
Getreidezug bei Vabole Südwärts |
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Wieder zurück zum Auto
gelatscht, fuhren wir weiter in Richtung Daugavpils. Zu unserem
Erstaunen hatten wir den vorher fotografierten Zug bald schon wieder
eingeholt, da er wohl noch mit einem Gegenzug irgendwo kreuzen musste.
Wir versuchten unser Glück gleich hinter dem Dorf Nicgale, wo die
Strasse mittels einen Bahnüberanges auf die andere Gleisseite wechselte.
Leider wollte hier die Sonne nicht ganz so wie wir es mochten. Schön im
Schatten huschte die Doppeltrommel an uns vorbei. Da die Stelle nicht
sooo chic war, fuhren wir an den Bahnübergang vor dem Dorf. Hier war ein
wenige mehr von den Feldern im Hintergrund zu sehen und ein
Baudienstfahrzeug mit Bulldozer und Kran bot war auch noch auf dem Bild.
Auch hier brauchte es wieder Geduld. Die Sonne spielte mit uns und
unsere Position wechselte von Schatten auf Licht im Minutentakt. Als
sich durch ein Lautes Hornen in der Ferne ein Zug ankündigte warteten
wir gespannt ab. Als die Lok in unserem Sichtfeld erschien, liess ein
Blick zur Sonne schlechtes vermuten. Schatten. Da es zum nächsten
Bahnübergang hinter dem Dorf rund 1km Distanz war, hofften wir dort auf
Sonne. So gings flux ins Auto und zum hinteren BÜ, wo die Doppeltrommel
auch wirklich bei vollem Sonnenschein vorbeiwummerte. Nun aber wieder
zurück zum anderen BÜ. Nicht mal 10min später wummerte es abermals aus
Norden. Diesmal war es eine Russenlok, welche jedoch auch nicht bei
vollem Sonnenschein kam. In der Halbsonne abgelichtet gaben wir uns
unzufrieden und beschlossen diesem Zug abermals hinterherzufahren. Ein
Blick zur Karte lies uns nicht viele Möglichkeiten. Einzige Möglichkeit
den Zug noch einmal abzupassen war bei Vabole, wo die Bahn inmitten des
Dorfes eine weit gezogene Kurve machte. Wir schafften es vor dem Zug
hierher, doch Stellen waren dünn gesät. So musste in der Eile ein
Bauerhof und ein Pferd, welches sich lieber hinter der Böschung
versteckte als Motiv herhalten. Nicht sehr optimal gestanden, war es
halb so schlimm dass die Sonne hier überhaupt nicht schien. Als
Trostpflaster gab es ein Eis aus dem glich nebenan liegenden Dorfladen
und wir warteten den nächsten Zug ab. Laut Fahrplan sollte auch ein
Personenzug nach Daugavpils fahren, und dieser sollte in den nächsten
15min hier kommen. Abwarten. Es dauerte nicht lange, bis wir durch das
Knirschen in den Schienen vorgewarnt wurden. Sehr zum Leidwesen von uns
handelte es sich dabei um einen Neulackierten, Gelben DR1a mit
Steuerwagen voraus. Wir warteten noch einen Güterzug ab, welcher auch
prompt nach einigen Warteminuten nachkam, ehe wir die Stelle wechseln
wollten. |
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2M62 0117
auf Leerfahrt nach Norden zwischen Vabole und Stopendi |
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DR1A wieder zwischen Vabole
und Stopendi |
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Bei der Herfahrt hatten wir im
Stress noch eine Möglichkeit gesehen, welche nun im Licht sein sollte.
Zwischen Vabole und Stopendi waren auf einem geernteten Kornfeld etliche
Strohballen ohne „Verpackung“ sichtbar. Da die Strecke gleich parallel
zum Feld verlief, wurde dies natürlich auch ausgenützt. Die Sonne stand
noch für Züge nach Süden, weshalb wir es uns auch auf einem Strohballen
im südlichen Teil des Feldes bequemten. Es folgte ein Zug nach Süden mit
Doppeltrommel, ehe sich laut Fahrplan der Personenzug wieder ankündigte.
Für diesen wechselten wir die Feldseite und konnten erkennen, dass sich
am südlichen Rand ein Signal befand. Nun war es ein Leichtes, bei einem
südwärts fahrenden Zug an den anderen Rand zu gehen. So warteten wir
einige Züge ab, ehe die Sonne im Schleier am Horizont unterging und das
Licht immer schwächer und schwächer wurde. Unsere Ausbeute konnte sich
jedoch sehen lassen. Neben einem Personenzug, einigen Doppeltrommel und
einer grünen Russenlok kam auch noch die rote, wahrscheinlich
Neulackierte TE310 der Letten daher. Chic das ganze ;-). |
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Die rote
LDZ 2TE10 zwischen Vabole und Stopendi |
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Kesselzug nach Süden
zwischen Vabole und Stopendi |
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Bereits kurz nach 20 Uhr war
jedoch auch Schluss für den Tag. Wir fuhren auf der Autobahn nach
Daugavpils auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Da laut
Campingführer kein Zeltplatz in der Nähe zu finden war, beschlossen wir
uns für diese Nacht wieder einmal ein anständiges Bett zu gönnen. Doch
dies schien zum wiederholten male nicht leicht zu werden. Die ersten
beiden eher günstig wirkenden Hotels waren voll. So blieb nur noch eins
übrig, welches inmitten des Stadtzentrums lag. Nicht gerade günstig
wirkend, schrie sich der Laden Konferenzhotel und war mit Abstand das
höchste Gebäude der Stadt. Unsere Vermutungen wurden bei der Rezeption
bestätigt. Rund das doppelte von unserem gesetztem Budget sollten wir
für ein Zweibettzimmer. Als wir eher negativ klingend uns absprachen und
eher einen „wir gehen lieber wieder“ Eindruck hinterließen, fand der
Herr hinter der Theke noch ein „Sonderangebot für uns“. Für 25€ sollten
wir ein Zimmer kriegen, welches keinen supertollen Ausblick auf die
Stadt haben sollte. Dies war uns egal und die 25€ waren uns recht. So
kamen wir zu einem wunderbaren Zimmer mit Bad für 25€/Raum. Nach einer
hurtigen Dusche gingen wir nochmals in die Stadt um nach was essbaren
Ausschau zu halten. Unsere Mägen jammerten nämlich nach einem
essenslosen Tag schon ziemlich. Nach einem ausgezeichneten Mahl bei der
Beiz um die Ecke und einigen Recherchen im Internet war auch schon 24Uhr
und Zeit fürs Bett. Schließlich wollen wir ja das Morgenbuffet um 7 Uhr
nicht versäumen =). n8 |
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Hier findet ihr die Galerien von
Daniel bzw. Nil (öffnet jeweils ein neues Fenster) |
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GALERIE DANIEL |
GALERIE NIL |
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Alle Texte und Bilder sind
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