Tag 9: Donnerstag, 31.05.2007, Kolding – Nyborg, 226 km

   

   
  Tagesbericht:
   
 

Als Daniel um kurz nach halb 6 (oioi, was früh) den Kopf als erster aus dem Zelt strecke vernahm ich in meinem Schlafsack ein erquikenden laut. Das Wetter schien also heute so zu sein wie noch gestern Abend – ideal! Das bestätigte sich als auch ich wenige Minuten danach mein Bett verliess und in den noch kalten Morgenhimmel starrte.

Zeit zum verweilen blieb indes nicht, wir wollten gegen 6:00 bereits los in Kolding, rüber auf die Insel Fyn, um vor allen Dingen den EN von München nach Kopenhagen zu erwischen.

Nachdem wir alles zusammengeräumt und das Auto mehr oder weniger dürftig gepackt hatten ging es los, erstmal zur Tanke und dann via Autobahn über den kleinen Belt bis in die Nähe von Gelsted. Da entdeckten wir eine erste Freie Stelle welche gut in der Morgensonne lag.

So versuchen wir mal an einigen Punkten von einem Weg aus die Stelle umzusetzen, was uns aber beiden nicht so recht gefallen mochte. Vor, hinter und neben uns war ein grosses Gerstenfeld, ca. Hüfthoch mit Treckerspuren drin. Man sah von unserem Standpunkt aus eine Spur welche passend auf eine kleine Anhöhe führte. Also nix wie hin da …

Ein grosser Teil der Spur war noch im Schatten, was zur folge hatte das alles Rundrum noch völlig Nass war – nach kurzer Zeit auch Schuhe, Hose und die Socken *grummel*.

An der Stelle dann überraschte uns nach kurzer Wartezeit eine NOHAB mit einem Öler in Richtung Odense. Es folgten eine Unmenge von Gumminasen und noch ein paar Desiros.

Sogar ein Güterzug mit EG kam vorbei .. und natürlich der EN mit der EA. Etwas überrascht von der Lackierung der Kisten waren wir, die Loks im Neulack haben wir bis dato nie gesehen … schaut, wenn auch etwas zu dunkel, sehr schick aus!

Nach diesem Zug stellten wir uns immer mal wieder ein bisschen um, um dem Gumminasen verkehr zu verfolgen.

 

Unbekannte NOHAB mit kurzem Kesselzug nach Osten bei Gelsted

 

EN München (Basel) - Kopenhagen mit EA 3022 bei Gelsted

 

So Gumminasen sind schon was feines, aber auf die Dauer langweilig – also sind wir da wieder weg. Ohne genau zu wissen wohin fuhren wir mal immer etwa der Bahn entlang über kleine Brücken um irgendwie eine Blick auf die Strecke zu erhaschen. Irgendwie wollte es nicht so recht und wir irrten durch das Fynische Hinterland … und der Magen begann immer mehr zu knurren. Da man im Urlaub nicht gerne leidet war klar, da muss was rein. Die Suche nach etwas passendem im Auto verlief vergebens, so das wir um einen Einkauf nicht herum gekommen sind. Geldtechnisch sah es jedoch nicht mehr ganz so gut aus. Der Meinung dass wir keine DKK mehr brauchen haben wir am Vorabend im Lidl fast alles was wir noch mit hatten verprasst – ein Fehler. Den lumpge 50 DKK kamen zum Vorschein als wir alles zusammengelegt haben vor einer Bäckerei in einem kleinen Dorf auf unserem Weg.

2 Pizzen und 2 Plunder, so sah unsere Gesammtbestellung aus als die nur Dänisch sprechende Dame alles auf den Tresen gelegt hatte. Ohne zu wissen was es kostet haben wir mal abgewartet und gehofft das unsere 50 KK reichen. Perfekt, 47.8 DKK wollte die Dame von uns haben … nun waren wir Pleite – aber um leckerein reicher ;)

An einer Brücke nähe Ejby welche Fotogen erschien legten wir einen kleinen Halt ein, um was zu erwischen und natürlich um zu Essen. Nach einer EA und ein paar Gumminasen vertrieb uns aber die arg spitz stehende Sonne wieder, weiter richtung Festland. Laaange fanden wir nix, ein paar Güterzüge haben wir vorbeifahren sehen *grummel*. So entschlossen wir uns nach ca. 2h an das andere Ende der Insel zu wechseln, hinter Odense in Richtung Nyborg.

Auch da hatten wir zu beginn unsere liebe mühe etwas Passendes zu Finden. Ob es daran liegt das es kaum was gibt oder ob unsere Ansprüche zu hoch sind, wir wissen es nicht so genau ;)

Auf alle Fälle standen wir dann an nahe Langeskov etwas weiter weg von der Bahn, breiteten unser noch immer nasses Zelt auf einer Wiese zum trocknen aus und warteten. Eine EG kam, natürlich wieder Unmengen von Gumminasen und sogar ein Wendezug, gezogen von einer MZ in Richtung Festland.

 

 

EA 3021 mit Güterzug gen Osten vor Ejby

 

Unbekannte MZ mit 3-Wagengarnitur bei Langeskov

 

Wir glaubten dann erst das die Kiste vielleicht den Regionalverkehr auf dem Östlichen Teil der Insel macht und bestimmt wieder zurück kommt (sah nämlich echt schmuck aus!). So war es leider nicht …

Gerade als wir die Stelle verlassen wollten um was anderes zu Suchen kreuzte vor unserer Nase noch ein EG Güterzug mit einer Schwedischen Öresund Gumminase – was die da wohl macht?

 

Wir fuhren dann mal bis zur Brücke vom grossen Belt, in Nyborg – erstens um die Lage zu checken (wir suchten da noch was für den EN) und zweitens um einen da gelegenen Campingplatz aufzusuchen. Eine Stelle bei der Brücke war schnell gefunden und der Campingplatz sollte bis 22:00 auf haben – also alles paletti. Wir fuhren wieder einige KM weit ins Landesinnere an eine Stelle welche wir beim hinfahren als „schauenswert“ verurteilt hatten. Wir Parkten unser Auto dann an einem Rastplatz an der Hauptstrasse und liefen mal auf nem Radweg eine Brücke hoch. Aber wie das so ist in dem Land war alles total zugewachsen und nicht wirklich brauchbar … also runter.

War auch ganz nett … nun musste nur noch was kommen.

In den nächsten zwei Stunden, es kamen nur Gumminasen – dafür in Rauen Mengen haben wir dann den Club GSG Gegründet – Gumminasen sind goil - ;)

Wenn man anderer Einstellung ist wird das Fuzzen in Dänemark ansonsten ziemlich schnell ziemlich öde … was es ja eigentlich auch ist :D

Wir standen also da und warteten, das einzige was wir aber auf der Strecke erblickten hatte drei Spitzenlichter und eine Wulstige Gummifront.

Nach etwa 2.5h dann endlich, eine „Sonderleistung“ – eine ME rollte als Lokzug in Richtung Festland.
Dann, nach einer weiteren Stunde ENDLICH kam ein Güterzug, mit EA .. unendlich schick. Wir gaben dann der Uhr noch bis 18:30 Zeit etwas schlaues zu bringen ehe wir die Strecke gen Brücke verliessen.

 

 

 

Gumminase aufs Festland bei Nyborg

 

EA3021 Westwärts bei Nyborg

Bei einem golden M besorgten wir uns ein Abendmahl was wir dann genüsslich in einer Sandbank mit Brückenblick genossen …

Nebst vielen Gumminasen, was sonst, kam dann auch endlich mal der Nachtzug.

Das Foto ist zwar eher ein Brückenfoto mit Zug als ein Zugfoto mit Brücke, shit happens – den GSG rult ;)

 

Nach diesem Zug und noch einem Güterbomber Richtung Deutschland verzogen wir uns auf den Campingplatz, bezahlten die 18 Euro (die spinnen !!!) Platzgeld und bauten unser Zelt auf. Mit einem Bier sitzen wir nun hier am Strand, schauen auf die Brücke und das Meer und geniessen den Urlaub mal so richtig! Und während wir da so sassen rollte auf einmal die MZ mit der Wendezuggarnitur über die Brücke .. ich schraubte noch schnell das Tele rauf um zu sehen was da hinten am Zug hing, den es war Braun. So gut wir es erkennen ist es irgend eine alte Lok, au Holz oder so :)

Es wäre alles perfekt, ja wenn da nicht dieser Sprung in der Frontscheibe von unserem Fuzzyblitz wäre – Steinschlag … üble Sache! Mal schauen was das noch wird …

 

 

EN mit EA auf der Brücke über den grossen Belt

 

EN mit EA an der Brückenausfahrt bei Nyborg gen München

 

Stützpunktbericht Nyborg auf der Insel Fyn:

 
   

Nyborg liegt am östlichsten Zipfel der Insel Fyn direkt bei der Brücke zum grossen Belt. Der Grund für unseren Aufenthalt da war auch wieder die Hauptstrecke welche von Kopenhagen nach Padborg bzw. Aarhus führt. Verkehrstechnisch liegt der Unterschied (zu Kolding) auf der Insel hauptsächlich im Personenverkehr, einerseits kommt der EN im Licht, andererseits gibt es einen Haufen mehr Innerdänische Züge -  alles Gumminasen! Landschaftlich ist die Insel Fyn genau so wie der Rest von Dänemark, eher unspektakulär und es gibt kaum offene Flächen an der Bahn.

 
   
     

 
   
 

Hier findet ihr die Galerien von Daniel bzw. Nil (öffnet jeweils ein neues Fenster)

GALERIE DANIEL GALERIE NIL

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