Tag 95: Samstag, 25.08.2007, Poprad   Bojkovice ,  265 km

 

   
 
   
  Tagesbericht:
   
 

Obwohl wir gestern früh ins Bett sind, naja, mehr oder weniger früh, wäre es nicht nötig gewesen das heute um genau 5:45 ein Nachbar unseres Hotels mit einer Kreissäge gearbeitet hat. Den das hat uns beide aus dem Schlaf gerissen und für 30min nicht wieder einschlafen lassen. Sowas ist ärgerlich ... und schlägt bitter auf, ein (zu)teures Hotel und dann so eine Nachbarschaft. *tsts*. Er war dann aber irgendwann fertig mit seiner Arbeit und liess uns noch eine weile weiterschlafen, bis kurz vor 9:00 muss es gewesen sein als uns die motivation aus dem Bett zog. Denn das Wetter war auch heute wieder prächtig und der Güterverkehr schien wieder zu rollen, zumindest meinten wir ab und an einen Güterzug aus der Entfernung gehört zu haben. Ohne Frühstück, war ja nicht dabei bei den 1200 Kronen, gingen wir runter zum Bezahlen und um die Stadt zu verlassen. Zu den 1200 Kronen kamen dann noch 100 Kronen "Tourigebühren" - für was weiß der Geier - aber wir bezahlten Zähneknirschend und verdufteten.

Erster Halt war Krpelany, wir schauten auf der Strecke zwar immer mal wieder nach Stellen, fanden aber nix, eben bis zu dem besagten Krpelany, da liegt direkt neben der Bahn ein Stausee auf dessen Damm man in den Mittagsstunden wunderbar stehen und Züge nach Zilina knipsen kann. Wir Parkten unser Auto also auf der Strasse im Dorf und liefen den Damm hoch um uns da auf die Lauer zu setzen und  zu warten. In den ersten 10min kamen dann gleich mal ein paar Züge von hinten, ein IC mit Knödellok, ein Regio und ein Güterzug, dass volle Programm, aber alles von hinten. Von vorne lief das ganze etwas gemächlicher ab, im halblicht kam dann immerhin nach 30min ein Güterzug mit einer Doppellok vorbei um guten Tag zu sagen.

Die lange Wartezeit zum nächsten Zug wurde versüsst durch einige urig wirkenden Feuerwehrfahrzeuge welche unter uns durchs Dorf "rasten" - sowas würde bei uns wohl eher im Museum stehen ;). Weiter kam noch ein Güterzug von hinten und dann, gegen 11:00, Fernverkehr von vorne und noch ein Regio von vorne. Leider gingen diese beiden Züge fast voll im Schatten ab, denn irgendwas zog rein und verdunkelte die Sonne recht arg.

 

Güterzug auf dem Weg nach Osten beim Stausee von Krpelany

  Ein R aus Kosice nach Bratislava beim Stausee von Krpelany
 

Schnell war klar, nix wie weg, den gesehen hatten wir es so oder so, mehr als das kann nicht kommen. Die nächste Stelle lag bereits zwischen Martin und Zilina, eine Burg hoch oben auf einem Berg soll man da mit der Bahn im Vordergrund schiessen können, soll man. Schwerer als eine geeignete Position für das Motiv, gerade um die Mittagszeit, zu finden ist den Weg dahin zu finden. Den über den Fluss welcher die Hauptstrasse und die Bahn trennt gibt es im Bereich der Burg keine Brücke. Einzig ein Fußgängersteg in Strecno ist vorhanden, aber da passt selbst unser Matiz nicht drüber ;) Also fuhren wir mal bis fast nach Zilina um da die Flussseite zu wechseln und nach hinten fahren zu können. Erst jetzt sahen wir auch das eine Autofähre vorhanden gewesen wäre, die sah aber ähnlich urig aus wie die Feuerwehrfahrzeuge in der Früh ... was nicht unbedingt als positiv zu werten ist. Die Stelle war dann leider aber nix mehr vom Licht her, die einzige Möglichkeit gut stehen zu können wäre bis 10:00 gewesen, war aber schon laaange um. Also weiter, rein nach Zilina um in Richtung Bratislava zu kommen, was nicht so recht klappte. Den die Hauptstrasse war dicht, wegen der Autobahnbaustelle, so wurden wir und der ganze Verkehr halt über eine Nebenstrasse umgeleitet, was bei dem vielen Verkehr gerade im bereich der Einfädelung zu einem Stauähnlichen Gebilde führte. Da amüsierten wir uns lieber über den Skoda hinter uns, an sich nichts spezielles in einem Land wo jedes zweite Auto ein Skoda ist, dieser hatte  aber einem Sponge Bob Duftbaum *AUA*. BiLa Dufbäume (gibts) kann man ja noch verstehen, aber Sponge Bob *rofl*.

Erfolgreich kämpften wir uns dann, mit Sponge Bob im Rücken, durch das Verkehrsgewühl um aus der Stadt raus zu kommen. Da wir im Zug nicht weiter aus Vrutky gefahren sind wussten wir hier überhaupt nicht wie die Strecke ausschaut, also ging die altbekannte sucherei aus dem Auto wieder los und wir wurden sogar schnell fündig an der Haupstrasse nahe des Dorfes Rasov. Der nächste Zug sollte dann wohl der Fernverkehr sein, denn den letzten Wagen eines Güterzuges konnten wir beim erreichen der Stelle gerade noch so zuschauen wie sie durchzogen. Der R kam dann, wieder mit Licht, zeigte aber auch an das man an der Stelle nicht länger stehen kann, die Sonne war auch da schon recht weit rum, also weiter. In den schliefen um Puchov  wo die Bahn dem Flusslauf der Vah folgt versuchten wir was zu finden, was aber "dank" umfangreichem Bewuchs nicht so recht gelingen wollte. Vor einem Supermarkt in Puchov dann zurück von aus dem Tal stellten wir uns mal eine Grundsatzfrage, wohin überhaupt in Tschechien? Wir haben noch genau 13 Tage Zeit für das Land, nicht viel aber eigentlich auch nicht gerade wenig - wen man bedenkt das andere Leute für diese Zeit einen eigenen Urlaub starten ^^.  Nicht schnell aber bestimmt war dann das Ziel nach einiger Zeit klar, KBS 341 / 346 im Südosten des Ceska Republika - als erstes mal.

 

350er mit einem R aus Kosice nach Bratislava bei Rasov kurz hinter Zilina

  150er mit EC von Prag nach Zilina verlässt den Grenzbahnhof Horni Lidec (CZ)
     

Der Weg dahin war nicht mehr lange, bloss etwa 80km von unserer jetzigen Position weg lag ein Dorf Namens Bojkovice, wo ein Campingplatz mit Mieterunterkünften beschrieben ist im ADAC Campingführer. Es war aber erst etwa 15:00 als wir die Entscheidung getroffen haben dahin zu fahren, was also nun? Mal losfahren und in Tschechien schauen, vielleicht kann man da schon was mitnehmen. Am Grenzübergang bei Horni Lidec verließen wir die Slowakei ohne Probleme um ebenfalls ohne Probleme in der Tschechei ein zu reisen. Ein erstes Ziel war auch schon klar, in 30min sollte ein Schnellzug von Prag den Grenzbahnhof Horni Lidec erreichen, der Zug kam auch im Licht da die Strecke nach Süden verläuft, also galt es dafür was zu finden. Aber hinter Horni Lidec gen Norden ist die Bahn schön am Hang und immer, nicht so schön, im Wald, was ein gescheites Foto von einem Zug verhindert, einzige alternative die wir sahen, Bahnhof Horni Lidec. Der Zug kam mit einer viel gesehenen normalen 351 der CD und verschwand auch bald wieder gen Slowakei bzw. Zilina, seinem Endbahnhof. Fertig waren wir aber noch nicht, den im Bahnhof stand noch so einiges rum, von grösstem Interesse waren vor allem zwei Brillen, wohl von einer Privatbahn, auf alle fälle nett Lackiert. Am Bahnhof tauschten wir dann unsere Slowaken Kronen gegen Tschechen Kronen (der Kurs war wohl extra mies, aber immerhin kann man da sowas im Bahnhof noch) und kauften gleich noch zwei Kursbücher. Erstaunlich leicht wie die zu bekommen waren hier, fast schon beängstigend. Ein kleines Kursbuchstudium aber dann ergab, Tschechien ist besser als Slowakei, auf praktisch allen Nebenstrecken  gibt es ein Haufen Züge, im vergleich zu der Slowakei zumindest ;) Es war schon Zeit nun aufzubrechen und die letzten paar Kilometer nach Bojkovice etwas im Landesinnern unter die kleinen Räder zu nehmen.

Schnell erreichten wir das besagte Dorf und dessen Campingplatz und schnappten uns bei dem sehr gesprächigen Platzwart eine 2er Hütte bzw. ein Hausteil für 400 Kronen die Nacht. Es war kurz nach 18:00 und die Sonne schien eigentlich noch ganz angenehm, also ab mal zum Bahnhof schauen was so geht. Ein Zug hatte eh noch Ankunft und ein anderer Abfahrt. Als wir angekommen sind an der Ostausfahrt war der BÜ schon geschlossen und ein Triebwagen stand im Bahnhof bereit zur Abfahrt. Das konnte aber nicht der sein welcher ankommen ist, denn Zeit dafür war noch nicht - also warten. Einige Minuten später kam dann etwas sehr nettes, ein Brilenzug mit der 754 067, einer wunderschönen Brille aus Brno.

     

 

754 067 ein Schmuckstück aus Brno beim Umsetzen in Bojkovice

  Aus Brno eingetroffen ein R bestehend aus 842 017 und Büchsen

Der Triebwagen welcher Anschluss an den Brillenzug machte war für uns ebenfalls neu, es sind 4 Achser mit einer normalen höhe und einer normalen Länge, Triebwagen eben, chice eckige Dinger neuerer Bauart wohl. Als der Zug dann anzog um den Bahnhof zu verlassen stellten wir uns für den Nachschuss hin, denn so stand die Abendsonne ... wir erwarteten einen Beiwagen alla Büchse, die man immerhin schiessen kann .. aber der Beiwagen welcher da dran hing hatte hinten nix ausser einer grosse Türe im Stahl ;) Das Foto wurde dementsprechend nix. Aber viel besser als ein Triebwagen Nachschuss war sowieso das was nun folgte, die Brille setzte um und fuhr vor unserer Nase durch im schönsten Abendlicht. Zufrieden gings dann zurück zum Platz um noch etwas in den Magen zu bekommen was in der hier ansässigen Gaststätte auch gelang, lecker. Vorhin machten wir uns dann, zu Fuss, erneut auf zum Bahnhof, aus jeder Richtung sollte noch ein Zug ankommen welcher man in der blauen Stunde welche da kurz nach 20:00 herrschte, nett mitnehmen konnte. Aber beide Züge, der eine war sogar ein Eilzug aus Brno, waren Triebwagenzüge *grblk*, Fotos wurden zwar nett, hätten sich mit einer Brille aber sicherlich mehr besser gemacht. Shit happens, nun warten wir auf Morgen und genießen den Abend im Internet welches wir uns für 200 Kronen teuer erkauft haben. Aber nun sind wir Wettertechnisch wieder mal auf dem neusten stand, soll gut bleiben so tendenziell, so muss das sein!

 

 
   
 

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GALERIE DANIEL GALERIE NIL

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