Tag 96: Sonntag, 26.08.2007, Bojkovice   Bojkovice , 327km

 

   
 
   
  Tagesbericht:
   
 

Heute Morgen ging es wieder einmal früh raus. So früh wie schon seit langem nicht mehr. Um 7:50 war der erste Fernverkehrszug Zug mit Planabfahrt von Uhersky Brod drin, was für uns hieß, an der Strecke stehen stehen. Glücklicherweise ist die Strecke nach Luhacovice nicht sehr lang, wodurch uns nicht allzu viele Möglichkeiten blieben ;-). So rasselte um punkt halb 7 der Wecker und holte uns aus dem Tiefschlaf in den Stress hinein. Kurz frisch machen, ins Autosteigen und abfahren. Das erste Hindernis wurde uns mit dem geschlossenen Tor gelegt. Glücklicherweise war dies nur angelent und wir konnten es beiseite schieben.

Über die Hauptstrasse fuhren wir nach Uhersky Brod und dann entlang des Bahntrasses in Richtung Luhacovice. Schnell fanden wir eine Stelle, fuhren jedoch noch weiter um vielleicht noch etwas anderes zu finden. Einige Kilometer danach und kurz vor der Endstation des Zuges kehren wir wieder um und fuhren zurück zum gefunden Feld. Grundsätzlich nett, doch standen wir unter dem Zugniveau und fürchteten Kraut in den Fahrwerksbereich zu kriegen. Lange Zeit verging nicht, ehe sich etwas in den Schienen ankündigten. Vor dem Sp nach Luhacovice fuhr noch ein 810er in Richtung Uhersky Brod hinunter. So konnten wir die Stelle testen und stellten fest, dass der Fahrwerksbereich genügend frei war. Prima =). Im nächsten Bahnhof gekreuzt,  erreicht uns der Sp wenige Minuten nach dem Schienenbus. Wie erwartet führte eine Brille vor den wenigen Wagen. Leider nicht wie erhofft eine Bunte, doch wenigstens schön im Grün – weissen lack. Nach der Durchfahrt des Zuges musste es schnell gehen. Rund 20min nach dem Sp sollte ein R in Richtung Bojkovice fahren. Eigentlich waren wir uns ja bewusst bzw. fast sicher, dass es ein Triebwagen sein könnte, doch man weiss ja nie ;-). Ein Kollege hat uns da ein tolles Motiv verraten, dieses wollten wir mit dem R umsetzen, und dies war der einzige Zug im Tag, der hier möglich sein sollte.

Der Zugang zur Wiese neben der Bahn war schnell gefunden, so stellten wir unser Auto auf dem Weg ab und wir liefen etwas den Hügel hinauf. Es bot sich uns ein herrlicher blick über Dorf und Eisenbahn. Wie böse Vermutungen es deuteten, erschien einige Minuten nach unserer Ankauft dort oben ein rot-beiger 810er mit Beiwagen. Geht er doch ein wenig unter in der Landschaft.

 

Ein Regionalzug nach Bojkovice vor der Dorfkulisse von Ujezdec

  754 mit einem Regio nach Bylnice nahe des Haltepunktes Hostetin
 

Ein Blick ins Kursbuch stellte uns einige Zeit frei, um kurzerhand einkaufen zu gehen. Zwar verpassten wir einen weiteren 810er, doch konnten wir dies ohne Probleme verkraften. Mit gefüllten Einkaufstüten und reichlich Proviant für den Tag ging es weiter in Richtung Kehrschleife um Pitin. Bald schon sollte ein Brillenzug in Richtung Osten hier durchrollen, wofür noch eine passende Stelle gefunden werden musste. Im Dorf Piition selber fanden wir nicht sehr viel schlaues. Einzig eine nette Stelle mit Kirche im Hintergrund sollte machbar sein.. doch eher für einen Triebwagen als für einen Lokbespannten Zug. So suchten wir weiter, wurden etwas weiter östlicher in der 2. Etage der Kehrschleife fündig. Kurz neben der Straßenbrücke war eine prima Stelle, doch zweifelten wir daran einen ganzen Zug hier hineinzukriegen. So endete am Schluss unsere Suche in der nähe des Kleinen Haltepunktes Hostetin, wo wir etwas höher zu Bahn in einer Wiese standen.

Bis zur Durchfahrt des Zuges sollte nicht mehr viel Zeit vergehen und wir hörten die Brille auch schon bald im „Tal“ anfahren. Immer mit einem Auge zur Wolkenfront, welche sich vor uns in Richtung Sonne bewegte, hofften wir auf Sonne. Diese war dann auch reichlich vorhanden als die Brille durchfuhr. Wieder ein grüne, ganz gewöhnliche. Naja, bunt hin oder her, eine Brille war nun mal eine Brille. Glücklich über das Sonnenfoto gings zurück zum Auto, welches gleich beim Hp geparkt war. Von hier aus sollte auch unser nächstes Foto entstehen. In rund einer Stunde sollte ein Triebwagen hier durchrollen, worauf sich der Platz im Bahnhofshäuschen prima zum warten anbot. So setzten wir uns in den Schatte, spachtelten frisch eingekaufte Pfirsiche und trugen die Änderungen ins Kursbuch ein, welche noch fehlten.

Die Stunde wollte auf alle Fälle schnell vergehen und der 810er überraschte uns beim faulenzen. Zwar reichte es noch ohne Probleme die Stelle zu erreichen, doch die Wolken kannten keine Gnade. Schatten pur war auf der Strecke und das Bild wanderte in die Tonne ohne Rückkehr =(. Schade. In der Hoffnung den Tw noch einmal zu erwischen fuhren wir mit dem Auto zur vorherigen Stelle in Pitin, doch als wir dort ankamen stellte sich nach einigen Minuten Warterei heraus, dass die Kiste bereits abgefahren sein muss. So blieb uns nichts anderes Übrig, als für den nächsten Zug etwas zu finden. Als nächste Komposition war der Sp nach Luhacovice angekündigt. Für die Hinfahrt gab es auch nur wenige Kilometer Strecke welche im Licht waren, so interessierte uns eigentlich mehr die Rückfahrt. Da wir jedoch eh bis dahin Zeit hatten, wollten wir es trotzdem versuchen. So fuhren wir kurzerhand über den Hügel in Richtung Luhacovice, einen kleinen Dörfchen mitten im Nichts. Weshalb hier 3 Fernverkehrszüge pro Tag hinfahren war uns eigentlich unklar, doch ahnten wir an den Hotelbauten im Dorf, dass es sich hierbei um einen Kurort oder etwas ähnliches handeln muss. Bei der durchfahrt des Ortes schauten wir auf die Uhr und mussten feststellen, dass es wohl nicht mehr reichen würde für die Hinfahrt des Sp. So begegneten wir diesem auch bei der Stellensuche vom Auto aus und gaben erfolglos auf. War doch im belichteten Bereich überhaupt nichts möglich!.

Laut KuBu sollte in einigen Minuten ein Regio von Luhacovice nach Süden entgegenfahren, für welchen wir nach Polichno ins Dörfchen fuhren.

Die dortige Dorfdurchfahrt bot ein prima Motiv und die Sonne wollte knapp noch stimmen. Mit der Musik des örtlichen „Bierfestes“ wurde unsere Wartezeit angenehm verkürzt und der Region in form eines Triebwagen erschien auch schon bald. Das Glück mit den Wolken war mit uns, und so ergab dies ein weiteres Sonnenfoto.

 

810er nach Luhacovice bei der Dorfdurchfahrt von Polichno

  754 013 als Lokzug nach Bojkovice nahe Uherky Brod
     

Grund genug eine weitere Stelle zu suchen. Nun war der Sp aus Luhacovie auf dem Plan. Für diesen wollten wir an der „Hauptstrecke“ zwischen Ujzdec und Kunovice etwas suchen. Da noch genügen Zeit blieb, fuhren wir noch in den örtlichen Tesco um einige Kleinigkeiten einzukaufen (schon wieder ;)). So schrieen unser Badetücher schon lange nach einer Wäsche, doch dazu sollte es bis zu unserer Heimkehr nicht mehr kommen. So blieb uns nichts mehr anders übrig als ein neues zu kaufen ;-). Kostete uns satte 1.50 Franken, da eine 2 für 1 Aktion ausgenutzt werden konnte. Auf dem Weg nach Kunoice fanden wir einige nette Stellen, doch stach eine nahe Hradcovice besonders hervor. Die Bahn verlief hier durch eine offene Fläche auf der anderen Seite des Tales. Perfekt um einen Brillenzug zu schiessen. Im Hintergrund war zudem noch das Dörfchen erkennbar. Da bis zur durchfahrt des Zuges jedoch noch einige Zeit blieb, standen wir an eine ebenfalls vorhin entdeckte Stelle im Schatten. Hier konnte zuerst einmal in ruhe zu Mittag gegessen werden. Unser Essen wurde abrupt durch eine Durchfahrt eines Schienenbusses gestört, welcher aus dem Licht in Richtung Bojcovice unterwegs war. Kaum wieder beim essen war eine weiteres Tröten einer Lok zu hören. Was war den das? Schnell gerannte um eine Querschuss zu wagen zeigte sich die Brille auch schon. Es handelte sich dabei um eine hellblaues Exemplar, welches wir bis dahin noch nie gesehen hatten. Wohl für den Zug aus Bojcovice nach Brno bestimmt, wollten wir diese später noch fotografieren.

Nun war es wieder an der Zeit Stelle zu wechseln. Da der Zug aus Lucahovice im vorderen Zugsteil bunte Wagen hatte, wollten wir unbedingt diesen bei der Wiese im Tal querschiessen. Schnell waren wir wieder bei der Stelle und mussten feststellen, dass wir nicht die einzigen waren. Nahe am Gleis stand ein weiterer Fotograf, welchen wir jedoch nicht weiters ansprechen konnten. Schade, währe wohl sicher witzig gewesen. Als der Sp vorbei war, Für den nachfolgenden Schnellzug aus Osten wollten wir bei der Schattenstelle von vorhin stehen. Kaum angekommen, kündigte sich dieser auch schon mit einem lauten Pfeifen an und wurde in der prallen Mittagssonne fotografiert. Nach diesem Zug stand erstmal der Regionalzug mit der grünen Brille an welcher zurück kam. Knapp mit Sonne erlegten wir den Zug wie schon die leerfahrende Brille nahe Uherky Brod.

     

 

754 mit einem Sp aus Luhacovice unterhalb von Hradcovice

  754 013 mit einem Regionalzug nach Brno bei der Ausfahrt aus Bojkovice

Als nächste Stelle hatten wir die Ausfahrt Bojkovice auf Lager. Da der Hang neu gerodet war, standen keine grösseren Büsche oder Bäume im Weg und man konnte prima auf die Bahnhofsausfahrt im Tal fotografieren. Die Bahn verlief hier in einem weiten Bogen aus dem Bahnhof, längs durchs Tal und weiter in die Weite Ebene hinein. Die Stelle kannten wir bereits von Bildern und wollten diese unbedingt auch machen. Als Zuglok stand im Bahnhof die hellblaue Brille bereit, welche wir noch kurz im Stand ablichteten, ehe wir das Auto am Straßenrand parkten und uns die steile, dornenbewachsene Böschung hinaufkämpften. Der Aufwand lohnte, denn bei der Ausfahrt des Zuges schien wiederum die Sonne und die Sicht auf die Altstadt, die alte Industrie und die Burg waren einfach großartig.

Wieder waren wir nicht die einzigen, welche diesen Zug aufs Bild bannten. An der Strasse erkannten wir 2 weitere Fotografen, welche jedoch in einer etwas ungünstigeren Position als wir standen. Naja, auf und anquatschen ;-). Da sie zu Fuss in Richtung Bahnhof losmarschierten, eilten wir mit dem Auto hinterher und quatschten die beiden bei ihrer Ankunft an. Offenbar wohnten diese 2 eher komisch wirkenden Gestallten im Bahnhof drin und fotografierten alles was nicht bei 3 auf den Bäumen war und den Bahnhof von Bojkovice erreicht. Deutsch und Englisch verstanden sie nicht, und so konnte uns nur ein weiterer, es könnte der Vater des einen gewesen sein, unsere Frage nach dem nächsten Brillenzug beantworten. Gleich sollte einer kommen, mit einer Brille im speziellen Lack. Da die Sonne schon arg weit um für Züge nach Osten war, blieb nur noch eine Möglichkeit: Die Kehre bei Pitin. Schnell hochgefahren, auf dem Weg noch ein Triebwagen mit nettem „Bildzusatz“ im Bahnhof mitgenommen, Auto abgestellt und Stellensuche. Der im Tal dröhnende Zug stresste immer mehr, doch fand sich beim besten Willen keine passende Stelle! Uns blieb nichts anderes Übrig als der Brille zuzuschauen, was jedoch auch keine Tragik war. Weshalb? Statt der erwarteten, angekündigten bunten Brille kam eine gewöhnliche, grüne 754 daher. Nichts spezielles also!. Etwas deprimiert fuhren wir wieder zurück in Richtung Bojkovice. Wohin jetzt? Da das Ende des Sonnentages schon in Greifnähe war, blieben nur noch wenige Möglichkeiten offen. Wir entschieden uns, unser Auto bei einem etwas westlich von Uhersky Brod gelegenen Bach zu parkieren und quer auf die Bachbrücke mit anschließender Geraden zu schiessen.

 

842 026 im Haltepunkt von Pitin

  754 mit einem Regionalzug aus Bojkovice nahe Hradovice

Auf dem Weg an die Stelle erkannten wir noch, was für Loks an den Zügen nach Bojkovice und Luhacovice hingen. Es handelte sich dabei jeweils um ein speziell lackiertes Exemplar, welche unbedingt noch mitgenommen werden mussten. Als 3 Lok kam noch eine weitere, im total roten Farbschema nach Bojkovice, welche wahrscheinlich wie gestern leer zurückfuhr. Mal abwarten. So verbrachten wir die letzte Sonnenstunde an der besagten Stelle und warteten ab. Immer im clinch mit den am Horizont weit verbreiteten Wolken bibberten wir um ein letztes Sonnefoto. Als der Sp aus Lucahovice vorbei war, glaubten wir ehrlich gesagt nicht mehr an ein Sonnenfoto für den Zug aus Bojkovice, da dieser rund 20min nach dem 1. kommen würde. Ganz knapp reichte auch dies noch, währe doch rund 2min später der totale Schatten über der Fläche gelegen. Nochmals glück gehabt. Zufrieden über den Tag konnte es nun zurück in unsere Bude gehen. Doch Stopp, aller guten Dinge sind 3. So steuerten wir das letzte mal des Tages den Tesco an, um unsere Getränkevorräte für morgen zu ergänzen.

Zurück beim Campingplatz sprangen wir noch in den platzeigenen Pool und erfreuten uns an einer kühlen Dusche. Da das Restaurant des Platzes bereits um 8 Uhr die Küche geschlossen hatte, geht’s heute wohl ohne Nachtessen ins Bett. Halb so schlimm, sind doch noch genug Reserven vorhanden ;-). N8

 

 
   
 

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