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Nach einer ruhigen Nacht in
unserem Motelzimmer wollten wir heute morgen früh genug aufstehen, um
den ersten aus Süden kommenden Zug irgendwo an der Strecke abzulichten
zu können. Erstaunlicherweise standen wir dann auch zeitig auf und
fanden sogar eine passende Stelle für die Knubbelnase.
Irgendwie herrschte jedoch in
unsere „Planung“ ein wenig Unordnung und so standen wir eigentlich an
der falschen Stelle, da zuerst ein Zug von Jesenik kommen würde. Doch
irgendwer meinte es heute gut mit uns, und so hörten wir beim Warten im
Auto ein lautes Drööt durch das Tal hallen. Hä? Genau, Güterzüge gab es
ja auch noch. Wir rannten beide so schnell wie möglich den Hang hoch und
erwischten in letzter Minute die 749 mit ihrem Kurzgüterzug. Glück
gehabt, währen wir zuerst zur Stelle für einen Zug nach Süden gefahren,
hätten wir dem Gz nur zugeschaut.
Nun, eigentlich wollten wir
uns die Stelle für den nächsten Personenzug aus Süden vormerken, doch
jetzt ist diese irgendwie gegessen, da für den Gz pralle Sonne schien.
Doch wohin für den Personenzug nach Olomouc? Eine prima Stelle für einen
Südwärtsfahrenden Zug hätten wir ja auf Lager gehabt, doch das Licht
wollte hierfür erst in 2h passen. Perfekt für den nächsten
Fernverkehrszug. Da wir laut Bericht unseres bekannten eine Stelle
hinter dem Ausfahrsignal von Ostruzna
finden sollten, fuhren wir zum
Bahnhof und liefen entlang der Strecke. Hmm.. irgendwie hatten wir uns,
oder er, da vertan. Außer dichtem „HänselundGretelwald“ war da überhaupt
nichts zu finden. Die Zeit für den Zug wurde jedoch immer knapper und
knapper und so blieb uns nichts anderes übrig als diesen im Bahnhof zu
schiessen.
Vermuteten wir aufgrund des
Behindertenabteiles und des Köfferchen im Kursbuch eine lokbespannte
Garnitur, waren wir um so mehr erstaunt als ein Triebwagen auftauchte.
Hmm.. auch chic so, doch eine Lok währe uns lieber gewesen als ein oller
843. |
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749 250
mit einem kurzen Güterzug nach Lipvoa Lazne vor Ostruzna |
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843 029 aus Jesenek im
Bahnhof von Ostruzna |
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Da der Personenzug aus Süden
auch bald hier sein würde, wollten wir im Bahnhof nicht mehr länger viel
Zeit verbringen. Nach der Nachfrage beim Bahnhofsvorstand, wann den der
nächste Güterzug hier sein sollte wechselten wir in etwa an die Stelle
von vorhin. Güterzüge sollten bis Nachmittags um 3 keine mehr rollen und
so warteten wir rund 200m von der ersten Stelle auf den Personenzug aus
Olomouc. Durch ein lautes wummern und stampfen in der Ferne wussten wir
schon lange vor durchfahrt des Zuges über dessen kommen bescheid.
Prima, noch schnell ein paar
Gräser aus dem Weg räumen und strammstehen. Zwar nicht im vollen
Sonnenlicht, jedoch gut angestrahlt erschien eine rot-beige 749 mit
einem 4 Wagenzug. Mal etwas Abwechslung zu den sonst alltäglichen
Brillen. Die Lok währe ja nett, doch irgendwie hatte dieser Loktyp ein
Problem mit abgelagerten Wasser auf der Nase. Wieso und warum, wir
wussten es nicht, konnten jedoch bei allen Loks erkennen, dass sich da
massiv Rost bildete und der Lok ein ziemlich siffiges Aussehen
verschafft.
Nach dem Personenzug hatten
wir erst einmal Pause. Mit knurrendem Magen fuhren wir ins das Dorf mit
dem Bahnhof zurück und wollten nach etwas essbarem Ausschau halten.
Unser Magen musste jedoch mit uns feststellen, dass sich weder ein
Dorfladen noch ein grosser Einkaufsladen hier befand, und wir zogen
wieder an die nächste Stelle weiter.
Auch wieder an etwa derselben
Stelle wie vorhin, jedoch in Umgekehrter Richtung standen wir nun für
den Sp aus Jesenik bereit. Wiederum musste etwas Kraut zusammen
getrampelt werden, doch viel musste nicht leiden. Gerade als wir fertig
mit waren, hörten wir auf der anderen Talseite auch schon wieder das
bekannte Dieselgeräusch. Doch klang es irgendwie nicht nach Lok. Nein,
wieder kam einer dieser Triebwagen, diesmal jedoch mit Steuerwagen
voraus. Igitt!!! Es handelte sich dabei wohl um eine Komposition der
Tschechischen Korridorzüge durch Polen. Da führt eine Strecke von Krnow
nach Jesenik über den Polnischen Bahnknotenpunkt Glucholazy, wofür die
CD Steuerwagenkompositionen einsetzt. Deswegen auch ziemlich einmalig im
Land und darum speziell - Man kann alles gut reden wenn man will =).
Mittlerweile schon fast 12 Uhr
waren für Züge aus Süden nicht mehr viel Möglichkeiten um diese im Licht
aufzunehmen offen. Einzig der Abschnitt zwischen Lipova Lazne und
Jesenik war noch möglich und so fuhren wir mit dem Auto entlang dieser
paar wenigen Kilometer. Ausser Kraut, Häuser und Bahnport fanden wir
jedoch nichts und die Zeit drängte immer mehr. Inmitten der Sucherei
fuhr uns noch ein Altbautriebwagen vor der Nase durch, und geärgert
gaben wir auf. Nichts zu finden hier. Da der Triebwagen mit dem
Schnellzug aus Süden im Bahnhof von Lipova kreuzen würde, war uns
bewusst, dass es wohl nicht mehr für die 749 reichen würde. Schade!.
Trotzdem wollten wir noch den Bahnhof von Lipova Lazne anschauen, da
sich dort ein kleines Bw befinden sollte. Doch wo war dieser Bahnhof.
Nach mehreren Versuchen von der Strasse einen Weg zu finden waren wir
beinnahe am aufgeben. Alles führte entweder in eine Sackgasse oder kurz
vor den Bahnhof welcher nur über einen Trampelpfad erreichbar sein
sollte. Doch eine Strasse musste es geben. Mehr durch Zufall fanden wir
ein wenig ausserhalb des Dorfes ein Strässchen, welches in Richtung
Bahnhof führen konnte. Wir bogen ein und fanden darauf den Weg zum
gesuchten Objekt.
Komischerweise standen noch
eine Menge Leute rum, welche wohl nicht in den bereit stehenden 810er
nach Javornik passen würden. So gingen wir davon aus, dass der Sp aus
Süden reichlich Verspätung haben dürfte. Eine Güterrampe ermöglichte uns
eine passende Fotoposition zu finden und wir lichteten die wenige
Minuten nach unserer Ankunft einfahrende 749 neben dem 810er ab. |
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749 246
mit einem R nach Jesenik kurz vor Ostruzna |
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810 036 + 749 248 im Bahnhof
von Lipova Lazne |
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Die Passagiere stiegen um, die
749 verschwand mit dem Zug nach Jesenik und der 810er bog in die andre
Strecke ein. Jetzt war wieder Ruhe im Tal für eine kurze Zeit. Jetzt war
für uns genug Zeit, um noch einen kurzen Blick hinter die im weg
stehenden Wagons ins Bw zu werfen. Ausser viel Personal, welches
irgendwie untätig rumsass, fanden wir nichts weiter als einer blauen
749, welche vor dem kleinen Schuppen bereitstand.
Kurz abgelichtet wagten wir
wie schon einige Male heute morgen einen kurzen Blick in den Himmel zu
werfen. Düstere Wolken zogen auf und wabberten langsam unsere Sonne zu
=(. Das nächste Foto sollte ein südwärtsfahrender Triebwagen sein, wo
wir uns auch sicher waren dass es einer war. Auf dem Weg dorthin fanden
wir noch einen kleinen Dorfladen, in welchem wir freizügig unseren
Hungergelüsten nachgingen. Gross war die Auswahl ja nicht, doch fand
sich in der Fleischtheke noch ein Stück Schinken und im Brotgestell eine
kleine Packung geschnittenes Brot. Prima. Um das ganze ein wenig
aufzupeppen noch eine Dose Mayo dazu und perfekt war unser Mittagessen
=).
Wir fuhren zurück zum Bahnhof
von Branna, welchen wir vorhergehend gesucht hatten und spachtelten in
Ruhe ausgiebig. Anhand der Leute, welche zum Bahnsteig strömten ahnten
wir, dass ein nordwärtsfahrender Zug kommen sollte. Theoretisch
uninteressant, da dieser ja eh nirgends im Licht kam. Die
Bahnhfsausfahrt bot sich jedoch auch prima für einen Nachschuss an.
Über dem Bahnhof trohnt im
Dorf ein riesiges Schloss, welches leider ungemein von Bäumen verdeckt
war. Nur noch ansatzweise waren die Grundzüge zu erkennen, gerade genug
um es als „Motiv“ abstempeln zu können. Da ja eh keine Sonne schien, war
es um das Foto eh nicht schade. Zu guter letzt handelte es sich dabei
noch um einen einzelnen 810er und wir konnten ohne schlechtes Gewissen
wieder zurück zum essen gehen. In etwa dasselbe passierte auch für den
843er, welcher rund eine halbe Stunde später ankam. Keine Sonne, Seite
total dunkel.
Als nächster Zug war der Sp
aus Brno angekündigt, für welchen wir eine prima Querschussmöglichkeit
bei der Ausfahrt von Ostruzna
auf Lager hatten. Da noch
einige Zeit verging, parkierten wir unser Auto passend und warteten ab.
Nach rund einer Stunde Wartezeit war es dann soweit und wir gingen zu
Fuss zur Stelle hoch. Ein Blick auf den Bahnhof zauberte wiederum ein
„Hä?!?“ in unser Gesicht. Es zeigten sich 2 Züge mit 2 Lokomotiven in
der Ausfahrt. Wo kam die ein denn her? Der Sp aus Brno fuhr ab, an
unseren Linsen vorbei wobei es natürlich mehrmals „klackklack“ machte.
So, und jetzt zum Bahnhof und gucken. Um so grösser war die Erstaunung
dass der Zug polnische Wagons hinter der 749 führte. |
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749 259
abgestellt im BW von Lipova Lazne |
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749 246 mit einem R aus
Jesenik kurz vor dem Bahnhof Ostruzna |
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Schnell fanden wir raus, dass
es sich dabei um einen neuen Grenzüberschreitenden Zug nach Polen
handeln kann, welcher hier im Bahnhof Tagsüber abgestellt wurde. Den
hatten wir ja glatt verpasst, schade. Währen doch polnische Wagons noch
speziell gewesen! Langer Sinn und kurze Trauer, es „eilte“ schon bald
wieder für den südwärtsfahrenden Schnellzug. Rund 1.5h Stunden später
dröhnte es aus Richtung Jesenik und eine rote 749 erschien mit einigen
grünen Wagons hinter der Kurve. Klickklick, Bild prima aufgenommen ;-).
Laut Kursbuch sollte dieser Zug mit einem anderen im Bahnhof hinter
unserem Rücken kreuzen. Wenn wir richtig getüftelt hätten, so müsste
dies der einzelne Altbautriebwagen von vorhin sein. Dies hiess Stelle
wechseln, zwar nicht weit weg, doch waren es einige Meter Fussmarsch.
Hände aus dem Hosensack und rennen, da der BÜ schon wieder zu bimmeln
anfing. Gerade rechtzeitig reichte es und die Sonne schien im richtigen
Moment auf die Strecke. Es war der Altbautriebwagen =). |
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Nähmaschine auf dem Weg nach Jesenik bei Ostruzna |
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810 629 fährt in den Bahnhof
von Dolni Lipka ein |
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Ein erneuter Blick zum Himmel
liess böses ahnen. Dunkle Wolken näherten sich immer mehr der Sonne und
ein totales Zusiffen des Wetters stand nahe bevor. So beschlossen wir
hier abzubrechen und in die Region Holice zu wechseln, um von dort etwas
an der Hauptstrecke 010 zu unternehmen.
Gemütlich fuhren wir entlang
der Hauptstrasse, stetig mit der Eisenbahn. Wohl mehr durch Zufall
überholten wir den südwärts fahrenden „Schnellzug“ und konnten diesen
kurz vor Hanusovice noch einmal ablichten. Jetzt hiess es aber Abschied
nehmen vom tschechischen Semmering und quer durch die Hügellandschaft in
ein ganz anderes Gebiet zu fahren. Bei Dolni Lipka entdeckten wir im
Bahnhof noch einen blauen Schienenbushänger, welcher unser Interesse auf
sich zog. Was war dass? Keine Ahnung wieso die blau waren, doch führte
ein ankommender 810er ebenfalls ein blauer Hänger mit. Noch kurz das
Rangiermanöver aufgenommen und ein nettes Bild mit Formsignalen bei der
Ausfahrt geschossen, konnte es auch schon weitergehen.
Kurz vor 18 Uhr erreichten wir
die Ortschaft Holice, wo wir ebenfalls zuerst ein Bild eines 810er’s im
Bahnhof schossen. Danach ging’s gleich zum Campingplatz um nach einem
Hüttchen zu fragen.
Die Dame an der Rezeption
konnte weder Englisch noch Deutsch, doch eine Preisliste verriet uns,
dass ein 2-Bettfass schön billig war. Wir nahmen mal an, es handle sich
dabei um einen Übersetzungsfehler und beantragten ein „2-Bett-Fass“. Die
Dame schaute uns nur kurz an und meinte wir sollen ihr folgen. Gleich
hinter der Rezeption entpuppte sich, dass es sich dabei wirklich um ein
„2-Bett-Fass“ handelte. Genauer um ein riesiges Holzfass mit einem
Durchmesser von rund 2m. In den Boden wurde ein Fenster eingelassen, in
den Deckel eine Tür. Darin waren 2 kleine Betten und ein winziger Tisch
angebracht. Wir sagten nochmals zu und das Fass Nr. 31 gehörte für 2
Nächte uns =).
Kurz Umgebung abgecheckt und
ab in die Stadt um was Essbares zu suchen. Lecker wars, leider rechneten
wir nicht, dass man nach der Bestellung rund 30min aufs Essen warten
musste, und quälten damit unsere Magen doch arg.
Nach einem
Tagesabschlussbier liegen wir jetzt nach einem Erfolgreichen Tag im
Fassbett und freuen uns auf den morgigen Tag an der Hauptstrecke der CD.
Gn8 Nil, Gn8 Fass |
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Hier findet ihr die Galerien von
Daniel bzw. Nil (öffnet jeweils ein neues Fenster) |
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GALERIE DANIEL |
GALERIE NIL |
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