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Slavonski Brod? Stand da nicht was
von Timisoara? Richtig ... aber wir haben es nicht ganz geschafft, der
Grund ist schnell erklärt, wir haben die Strecke unterschätzt. In der
Meinung mehr als genug Zeit zu haben schliefen wir bis um 8 Uhr aus,
gingen dann gemütlich zum Frühstück und machten uns dann Reisefertig, um
9 gings dann los. Erst über die Autobahn, ich fuhr und Pascal war mein
"Navigator" für die Route. In Kroatien hatten wir noch unsere gute
Karte, und mein TomTom welches so mehr oder weniger zu gebrauchen war.
Für Bosnien und den Rest haben wir aber nur einen Reiseatlas mit
1/800'000er Karten, was eigentlich gerade so reicht für das nötigste,
ist aber halt schon kein Stadtplan ;). Pascal meinte dann bereits auf
der Autobahn, welche wir für ein paar Kilometer Richtung Norden
benutzten, schlafen zu müssen, was ihn dann etwas in Stress versetzte
als ich von ihm das Mautticket und Geld wollte. Er kam gar nicht dazu
alles weg zu räumen, standen wir vor der Kreuzung und ich: Wohin jetzt?
Links oder rechts? Gerade aus meinte er ... aha ... ok ... und schnell
war klar, falsch ;). Mensch Mensch, an der ersten Kreuzung gleich
falsch, wie wollen wir denn da nach Rumänien kommen? :-). Es war aber
erstmal kein Problem, wir fanden den richtigen Weg schnell wieder, nur
eine nicht enden wollende Baustelle hielt uns noch auf. Die Kroaten sind
komisch, die bauen auf 20km gleichzeitig an einem neuen Belag, anstatt
an einem Ort zu beginnen und sich dann durchzuarbeiten. So kam es, dass
wir für etwa 20km mehr als eine halbe Stunde benötigten, auf äusserst
schlechten Baupisten. Wir waren dann froh, als uns das Navi auf einmal
links in den Wald lozte. Für 15km sollte es auf einer Nebenstrasse (im
Navi bzw. auf einer Hauptstrasse laut Karte) gehen. Sie war zwar
Asphaltiert aber sehr eng und gut verwachsen. Beim verlassen der
Strasse, wir hätten nicht geglaubt, dass wir es schaffen, sah ich dann
im Rückspiegel noch ein Fahrverbot *aha* ... ich weiss warum das da war.
Wir hatten so zwar wenige Kilometer Strecke gespart, aber sicher doppelt
so lange gebraucht. Dafür haben wir den Nationalpark da in der Gegend
von Innen gesehen. Von diesem kleinen Intermezzo waren es dann noch
wenige Kilometer bis zum Bosnischen Zoll bei Bihac, wo wir die Grenze
überqueren wollten. Der Kroatische Zoll wollte nichts von uns, dem
Bosnischen reichten aber dann die Identitätskarten (Personalausweise)
nicht, und wir mussten unsere Pässe hervor kramen. Der Zöllner warf noch
einen Blick in den Kofferraum und nachdem ich ihm den Grund unserer
Einreise erklärt hatte, liess er uns fahren. Durch das Bosnische
Hinterland ging es meist nahe der Grenze hoch bis nach Novi Grad. Die
Strasse 14 auf welcher wir immer fuhren war abschnittsweise richtig gut,
an anderen Stellen aber auch sehr mies, eng und kurvig - schnell aber
kamen wir nicht vorwärts. Immer Parallel mit der Strasse verlief die
Bahn, welche zwar befahren aber nicht wirklich rege benutzt aussah.
Einige unüberwachte Bahnübergänge von der Hauptstrasse liessen es dann
auch erahnen, dass auf dieser Strecke nicht mehr viel läuft und das was
läuft eher im Schritttempo (Anmerkung von Pascal es handelt sich bei
dieser Strecke um de n bosnischen Abschnitt der Unabahn, die ja mal die
Hauptstrecke von Split nach Zagreb war). Je weiter nördlicher wir kamen,
desto offener wurde das Land, und auch je zahlreicher die möglichen
Fotostellen. Es hing zwar eine Fahrleitung, aber nur Abschnittsweise, so
war klar das die nicht mehr im Betrieb ist. Als wir so gemütlich übers
Land fuhren kamen wir an einem Dorf und einem BÜ vorbei. Im BÜ Häuschen
sass einer und ich dachte noch, warum hier und sonst nirgends? Keine 2km
weiter hinten fuhr uns von vorne ein Zug ins Blickfeld. Erst dachten wir
an einen Güterzug, weil der eine Wagen hinter der Lok (661) dunkel
aussah. Er stellte sich aber als Abteilwagen heraus, entweder dreckig
und darum grau oder nur grundiert und nicht lackiert ;-). Da aber die
Sonne und die Stellen passten war klar, hinterher! Ich wendete und im
Bahnhof von Rudice gelang das erste Foto. Es stieg sogar jemand aus dem
Zug aus ... somit waren nun noch etwa ein Dutzend Köpfe in dem einen
Wagen unterwegs, sehr wirtschaftlich ;-). Da der Zug eher gemächlich
dahin fuhr, wollten wir es nochmals probieren, was natürlich ohne grosse
Anstrengung gelang. |
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661 in
Bosnien Herzegovina im Bahnhof von Rudice |
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661 mit einem Personenzug in
Bosnien in der nähe von Rudice |
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Der Mann vom BÜ über welchen ich
mich gewundert hatte, fuhr dann übrigens mit seinem Drahtesel wieder
davon als er den BÜ geöffnet hatte. Nur schon Anhand dieser
Vorgehensweise sieht man, viel läuft da nicht :-). Wir fuhren dann nach
den zwei Fotos, zufrieden über diesen netten Zufall, weiter in Richtung
Nordosten, ehe wir bei Jesenovac wieder die Grenze nach Kroatien
passierten. Beim Zoll gabs dann das nächste Erlebnis (wie es halt so ist
;-)). 1. Der Zoll auf der Bosnischen Seite war riesig, bezahlt von der
EU (warum eigentlich?), neue Anlagen, aber kaum Verkehr. Wir wurden mehr
oder weniger durchgewunken. Der Kroatische Zoll dann liegt auf der
anderen Seite der Sava und bestand aus zwei Baucontainern, ob die auch
von der EU bezahlt wurden? :-) Hier interessierte sich der Herr aber
eher für unser Tun und fragte woher wir kommen, wohin wir wollen ect. Er
ging dann rein in seinen Container und wir haben was bekommen: Einen
Stempel in den Pass! *JUHU* - mein erster :-). Über die Autobahn A2 ging
es dann weiter, immer noch mit dem Ziel Timisoara. Es war gegen 15 Uhr
und der Blick von Pascal ins Kursbuch verriet, der EN Zürichsee befährt
in kürze die Strecke neben uns, aus Belgrad kommend natürlich. EN
Zürichsee ist zwar etwas nett gesagt, denn der einzige der zahlreichen
Wagen welcher bis Zürich durchläuft ist der ZS Sitzwagen :-). Bei
Slavonski Brod verliessen wir die Autobahn, fuhren der Strecke nach und
suchten an zahlreichen Bahnübergängen nach einer passenden Stelle. Was
gar nicht so einfach war, es war flach, gut verwachsen und die Bahn
meist auf einem Damm. Einzig im Bahnhof von Orlovac fanden wir etwas,
was uns zufrieden stellte. Oder besser, es musste uns zufrieden stellen,
denn das Signal war bereits auf grün und die Zeit zum Stellen suchen war
aufgebraucht. Dann rauschte der Zürichsee vorbei. In wenigen Minuten
rollten von hinten übrigens ein Regio und zwei Güterzüge nach Osten, es
läuft also was! Im Bahnhof drin machten wir dann 20min später noch einen
Regionalzug mit einer Asea Lok und drei Personenwagen. |
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1142 005
mit dem EN nach Zürich durchfährt den Bahnhof von Orlovac |
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1141 027 mit einem Regio im
Bahnhof von Orlovac |
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Wenige Kilometer hinter unserer
Position sahen wir dann im Kursbuch eine Nebenbahn welche von Nova
Kapela-Batrina über Pleternica nach Osjek führt. In Pleternica gibt es
weiter noch eine Stichstrecke nach Pozega und Velika. Es war sogar zu
der Zeit etwas Betrieb. Da wir nicht wussten was da fährt und auf GM
oder zweiteilige Dieseltriebwagen hofften (alles ausser Y1 ist gut),
gingen wir mal vorbei und wollten uns das Ganze anschauen. Gleich beim
ersten BÜ rollte der Zug von hinten an, aus dem Licht, deswegen nicht
weiter schlimm ... wir sahen aber gleich was fährt. Zweiteilige
Triebwagen der BR 7121, sogar in der modernisierten Variante, auch für
mich neu und deshalb ein wenig motivierend. Auf der Strecke bis
Pleternica wollten wir den Zug dann bei der gleich erfolgenden Rückfahrt
erlegen, was an einem BÜ direkt vor dem Bahnhof Bucje Koprivnica gelang,
es war allerdings nicht der modernisierte Triebwagen, denn dieser fuhr
weiter nach Pozega. Die Strecke sonst ist auch nicht wirklich fotogen,
seeehr zugewachsen alles, und ohne Leiter und Gartenwerkzeug nicht mal
von einem BÜ aus umzusetzen. Die nächste Stunde verdödelten wir dann mit
der Stellensuche für den nächsten Zug aus Pozega, was nur halb gelang. |
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7121 031
nach Nova Kapela-Batrina beim Bahnhof von Bucje Koprivnica |
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7121 111 aus Pozege in der
nähe von Pleternica |
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Im Bahnhof von Pleternica machten
wir dann noch eine Zugkreuzung und erlegten einen neuen 7121 neben einem
"alten", auch nicht schlecht. |
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7131 031
fährt in den Bahnhof von Pleternica ein |
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7121 112 verlässt Pleternica
und fährt nach Nova Kapela-Batrina |
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Aber leider mittlerweile bei
Bewölkung ... Dann fuhren wir nach Slavonski Brod zurück, es war für uns
schon lange klar, dass wir da übernachten wollten. Weil nach Timisoara
lohnte es sich sicherlich nicht mehr, machen wir morgen und dann schauen
wir gleich in Serbien ob wir etwas mitnehmen können, wie heute in
Bosnien. Erste Anlaufstelle in Slavonski Brod war der Bahnhof, welcher
sich aber um Nachtfotos zu machen als gänzlich ungeeignet heraus
stellte. Wir fuhren dann noch zwei Mal durch die Stadt, ehe wir das
Hotel Central fanden, welches zwar nicht schlecht ausgeschildert, aber
kaum angeschrieben, war. Das Zimmer ist sehr luxuriös, und mit 35 Euro
pro Nase relativ günstig! Da das Wetter wie gesagt nichts mehr war,
waren wir auch nicht traurig, mal etwas früher "zuhause" zu sein, es war
noch nicht mal 20 Uhr. Wir hatten den ganzen Tag nichts gegessen, das
musste nun noch nachgeholt werden. Nach dem Frisch machen verliessen wir
das Hotel in Richtung Innenstadt, Essen! Unglaublich, aber wir fanden
KEIN einziges Restaurant .. nur Bars und Eisdielen, von denen dann aber
reichlich. In einer Seitengasse fanden wir dann eine Bar welche noch
leichte Speisen anbot, was wir annahmen und da etwas Kleines assen.
Jetzt zurück im Hotel haben wir uns noch intensiv mit Serbien
beschäftigt, kommen aber zum Schluss, um ernsthaft etwas zu machen
reicht kein Tag Durchreise, da muss eine Woche oder so her - haben wir
aber nicht, darum wenn morgen etwas geht, mitnehmen, ansonsten
vergessen. Auch wenn es das einzige Land ist wo noch die guten alten
Sinobusse aus Uerdingen fahren. Jetzt liegen wir im Bett und räumen die
Minibar leer, leider nicht inklusive, aber günstiger als in einer Bar. |
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