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Auch Heute haben wir es nicht
geschafft vor 8 aus den Federn zu hüpfen, gegen 9 Uhr hoppsten wir dann
ins Auto und machten uns auf in Richtung Serbien und Rumänien. Wir
fuhren vorerst den direktesten Weg nach Serbien, sprich auf der Autobahn
Richtung Belgrad. Hinter Lipovac kamen wir dann an den
koratisch-serbischen Zoll, dort gabs dann einen serbischen
Einreisestempel aber keinen kroatischen Ausreisestempel in den Pass.
Hinter der Grenze sahen wir nach kurzen einen Bahnhof der ZS, da war
alles zugestellt und Nil amüsierte sich über den Krempel der dort fährt.
Ich erklärte ihm dann, dass ich gestern, während er schon schlief, noch
etwas weiter recherchiert hatte und gesehen hatte, dass es in Serbien
noch 4 Loks vom Titozug gab. Kaum hatte ich ihm das erzählt, fuhren wir
in Ruma von der Autobahn, und von dort gleich über den Bahnhof. Was
stand da drin? Richtig eine Titolok, die 666 002 um genau zu sein. Wir
fuhren dann schnell zum Bahnhof und machten 2-3 Sichtungsbilder. Da der
Bahnhof an der Strecke Zagreb - Beograd liegt, ist er aber
elektrifiziert und es gab nicht wirklich viel Schlaues. Als wir zum
Bahnhof liefen, kamen uns dann einige serbische Bahnarbeiter entgegen.
Sie wollten wissen, was wir wollten, verstanden uns aber nicht. Dann kam
jedoch einer der englisch konnte. Und wir erklärten ihm, dass wir die
Titolok fotografieren wollten. Der gute Herr hatte damit kein Problem
und liess uns gewähren. Wir fragten ihn dann noch ob der Zug nach
Belgrad oder über die Zweigstrecke in Richtung Süden fahren würde. Er
meinte, dass der Zug über die Dieselpiste nach Süden gehen würde, wann
wusste er jedoch auch nicht. |
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666 002
der Serbischen Eisenbahn steht im Rbf von Ruma |
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666 002 durchfährt mit einem
Güterzug südlich von Ruma |
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Da die Lok jedoch lief und einer
drauf sass, sollte es wohl nicht mehr so lange gehen, bis der Zug fuhr.
Wir fuhren dann zur Strecke und fanden eine nette Stelle an einem BÜ.
Also die Leiter rausgeholt und gewartet. Dumm nur, dass gleich das erste
Auto, das vorbei kam, die Polizei war. Nix Foto meinten sie. Also sind
wir ins Auto und haben nach einer anderen Stelle Ausschau gehalten,
jedoch erfolglos, denn die Strecke war recht zugewachsen. Wir
entschlossen uns dann umzukehren und unser Auto zu verstecken, was in
einem Feldweg im nahen Maisfeld gelingen sollte. Als das Auto gerade
versteckt war, meinte Nil renn. Hä? Scheisse Zug kommt! Ich sprang raus
aus dem Auto und rannte. Dabei versuchte ich die Kameratasche
aufzukriegen, nur die wollte nicht. Scheisse das wird nichts, dachte ich
und bremste ab. Nil hatte es aber noch nicht aufgegeben, er rannte zum
BÜ und stand genau richtig zum Zug. Er riss die Kamera hoch und wollte
abdrücken, gleichzeitig machte er aber einen Fullstopp, was auf dem
gesandeten Asphalt keine gute Idee war, und so rutschte Nil beim
Abbremsen aus. Da standen wir dann, ohne Foto, den Zug nur im besten
Licht gesehen! Scheisse dachten wir und rannten zum Auto. So schnell es
ging (es hatte relativ viel Verkehr) versuchten wir dem Zug zu
verfolgen. Wir sahen die Strecke jedoch nicht mehr und wussten nicht wo
der Zug war. Das einzige was wir wussten, war, dass wir die Bahn nach
rund 20km nochmals kreuzen sollten. Als wir an der vermeintlichen Stelle
waren, war der BÜ zu und im Bahnhof davor standen Güterwagen. Ahhhh shit
der ist schon da, also aus dem Auto rausgestresst und an den BÜ gerannt.
Nur das waren bloss abgestellte Wagen im Bahnhof, und am BÜ quetschten
sich unterdessen noch 5 Autos durch die Halbschranken. Mittlerweilen kam
dann auch Nil dazu, wir unterhielten uns, ob der Zug ev. schon durch
war. Nil meinte, dass dies sicher nicht der Fall sei, sonst wäre der BÜ
sicherlich schon wieder offen. Seine Sorge war eher das Motiv, der mit
Güterwagen zugestellte Bahnhof war nämlich alles andere als schön. Ich
schaffte es dann aber mich so zu stellen, dass der Bahnhof und sein Müll
aus dem Bild rutschten, so dass Bild doch noch brauchbar wurde. Mit
diesem Bild fuhren wir dann doch einigermassen befriedigt (immerhin 666
gibts nur 4 und wir hatten gleiche eine erwischt) weiter auf unserer
Stammroute ich Richtung Novi Sad. Das war aber vorerst gar nicht so
einfach, denn es hatte viel Verkehr, wobei es drei Kategorien von
Fahrzeugen gab: Raser, Schleicher und Traktoren mit Anhängern voller
Melonen. Letzter hatte es relativ viele (wer wohl all die Melonen
isst?), was den Verkehr nicht gerade flüssiger machte. In Richtung Novi
Sad wurden die Melonenvehikel dann aber immer weniger, und wir kamen
einigermassen vorwärts. Kurz nach 13 Uhr standen wir dann in Novi Sad.
Vor uns schien es einen BÜ zu haben und irgendwie stand da der Verkehr.
Wir kramten deshalb unsere Notizen vom Vortag hervor. Darauf stand, dass
um 13:10 ein IC Novi Sad in Richtung Beograd verlässt. Ein Blick auf die
Uhr verriet: 13:08, na dann muss er wohl gleich kommen. Wir fuhren also
rechts raus und schauten uns die Strecke an. Komischerweise hatte es
hinter dem Bahndamm eine alte Strasse, und auch Reste einer Bahntrasse
waren da zu sehen. Alles irgendwie komisch. Nil schwafelte dann was von
einer Kombibrücke, erst da begriff ich, dass man in der Stadt während
des Krieges die Brücken zerbombt oder weggesprengt hatte, und es nun
eine Notbrücke gab, diese war einspurig und hatte ein Gleis drauf. Ein
super Motiv dachten wir uns, also sind wir vor zur Brücke gelaufen. Dort
machte man uns drauf aufmerksam, dass es ein Fotoverbot gibt. Der nette
Herr liess sich dann aber mit 5 Euros bestechen. Allerdings durften uns
die Autofahrer nicht sehen. Wir konnten den Zug darum nur mit wenig
Fläche machen, so dass das Motiv im ersten Moment nicht wirklich der
Oberhammer war. (Im Nachhinein finde ich es gar nicht mal so übel) Wir
entschieden uns aber trotzdem zu bleiben. Es ging dann auch nicht lange,
da kam eine 441 mit einem Güterzug. |
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444 005
auf der Eisenbahnbrücke über die Donau bei Novi Sad |
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444 005 auf der
Eisenbahnbrücke über die Donau bei Novi Sad |
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Nach dem Zug liefen wir zurück zum
Auto und wollten uns in die Kolonne einreihen, aber da ging nichts, also
bin ich wieder raus aus dem Auto und habe auf die andere Flussseite
geschaut, da bog doch gerade der IC nach Belgrad auf die Brücke, also
Kamera wieder aus dem Auto gepackt und ans Gleis gestanden. Nach diesem
Zug entschied ich mich weiter die Stellung zu halten, es könnte ja noch
mal was kommen. Siehe da, 5 Minuten später kam ein Lokzug mit einer 441
und einer 644. |
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441 704
mit einem IC nach Belgrad bei Novi Sad |
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461 158 mit einer 661 bei
Novi Sad |
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Als auch der Zug im Kasten war,
lief dann der Strassenverkehr wieder und für uns ging die Reise weiter.
Hinter Novi Sad war die Strasse dann relativ frei und Nil gab gut Gas,
da nahm uns eine Verkehrskontrolle raus, irgendwie konnten wir aber
nicht verstehen, was der nette Herr von uns wollte, was ihm irgendwann
zu doof wurde, so dass er uns weiter winkte. Am späten Nachmittag kamen
wir schliesslich zur rumänischen Grenze. Der Übergang war dabei recht
witzig. In Serbien drüben kontrollierte zuerst ein Beamter die Papiere,
dann durften wir vorfahren. Vorne musste man dann aussteigen und die
Pässe an einem Häuschen abgeben. Die Serben liessen uns jedoch gewähren,
einzig den Ausreisestempel gabs noch. Weiter gings drüben in Rumänien,
wieder aussteigen Papiere zeigen. Dann noch die Frage, wo man denn die
Vigniette (in Rumänien braucht man für jede Strasse eine) bekommt. Der
Zöllner zeigte auf eine Baracke, bei der wir vorbeischauten. Die Dame
drin laberte aber etwas von der nächsten Stadt, also sind wir weiter
nach Jimbolia und dort zur nächsten Tanke. Der Tankboy meinte dann er
würde Nil zeigen, wos die Vignette gibt. Die beiden fuhren dann nochmals
zum Zoll, wos die Vignette eben doch gab. Anschliessend forderte der
Tankboy ein überrissenes Trinkgeld, dass wir wohl oder übel bezahlen
mussten. Nach dieser Episode fuhren wir dann nach Timisoara und
begutachteten den Bahnhof. Alles hässlich mit Mittelzaun mussten wir
feststellen, und Kursbücher gabs auch keine. Etwas erfolgreicher waren
wir kurz später bei der Hotelsuche. Dort fanden wir was nettes, von wo
aus wir einen Bummel durch die Stadt machten, um uns noch eine Karte zu
besorgen. Im Anschluss gabs noch den Schlachtplan für Morgen
vorzubereiten. Mal sehen wie dass dann rauskommt... |
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