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Im Westen nichts neues, so etwa
könnte man den heutigen Tag umschreiben. Wie bereits gestern
angekündigt, sollte es heute ja in den Westen von Timisoara gehen, dort
gibt es ein weit verzweigtes Nebenbahnnetz. Alles alte gammlige
Dieselpisten, mit einem super tollen Nebenbahnflair, eben etwas, dass es
bei uns in der Schweiz seit mindestens 50 Jahren nicht mehr gibt.
Eigentlich wollten wir ja um 7 aufstehen, aber irgendwie wurde es dann 8
Uhr. Bis wir aus dem Haus waren, wars dann auch schon 9 Uhr. Dies liess
uns eigentlich nur eine Option: Jimbolia. In Jimbolia sollte nämlich
10:49 der IR aus Kikinda (Serbien) kommen. Ihr erwartet jetzt vielleicht
irgendeinen schöne lokbespannte IR-Komp. Dem ist aber nicht so, der IR
wird nämlich mit Sinobussen gefahren, was uns jedoch nicht unbekannt
war. Als wir schliesslich in Jimbolia ankamen, war es aber noch ein
Stück hin, bis zum Serben, also entschlossen wir uns noch an die Strecke
Lovrin - Nerau zu stehen. Bei Teremia Banat fanden wir auch ziemlich
schnell einen fotogenen BÜ. Beim Auskundschaften der Gegend fanden wir
eine Stelle, wobei Nil fand, dass man dort noch eine Leiter stellen
müsste, er lief also zum Auto um sie zu holen. Als er gerade da war, kam
der ansässige Bauer und beschimpfte ihn wie wild. Ich blieb auf meiner
Position und hoffte, dass mich der Bauer nicht sieht, dem war aber nicht
so, er winkte mich von seinem Karrenweg runter. Wieder beim Auto meinte
Nil, dass er die Situation der Frau des Bauern erklärt hätte, und sie
eigentlich meinte, dass Fotos kein Problem seien. Der Bauer verschwand
dann auch. Kurz später entdeckten wir Ferkeltaxen am Horizont und ich
bezog meine alte Postion, währenddem Nil den BÜ umsetzte. Von den
Ferkeln fuhren wir dann zurück nach Jimbolia. Wir parkierten gleich beim
BÜ hinter dem Bahnhof und stiegen aus, dabei fiel uns auf, dass uns der
Schrankenwärter beobachtet. Da wir die Sinobusse unbedingt wollten,
gingen wir kein Risiko ein, und fuhren ein Stück auf einem Karrenweg der
Bahn entlang. Dort waren wir dann relativ ungestört als die Busse kamen. |
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Ferkeltaxenzug auf dem Weg von Lovrin kurz vor dem Endbahnhof Nerau |
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Serbischen Schienenbusse aus
Kikinda kurz vor dem Endbahnhof Jimbolia |
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Nach der Durchfahrt waren wir dann
natürlich noch schnell am Bahnhof vorbeigeschaut und in einem günstigen
Augenblick ein zweites Bild der ZS Triebwagen gemacht. Von Jimbolia
gings dann weiter nach Lovrin. Auf dem Weg kamen wir übrigens durch das
Kaff Gottlob, in dem gottlob die Strassen besser waren, als anders wo.
In Lovrin angekommen, sahen wir Ferkel im Bahnhof, also sind wir
hingefahren und haben sie fotiert. Anschliessend warteten wir noch auf
den Anschlusszug. (Anm. von Nil: Als Pascal zur Einfahrt lief blieb ich
beim Bahnhof stehen um den ankommenden Malaxa neben dem Ferkel zu
erlegen. Als ich so im Schatten stand kam ein Uniformierter über die
Gleise direkt auf mich zu. Toll, dachte ich ... wieder einer der dumme
Fragen stellt. Das Vorurteil bestätigte sich aber nicht, wir begannen in
Englisch ein wenig zu Plaudern, er fand es interessant, dass Schweizer
wegen de Bahn nach Rumänien kommen, und erzählte mir ein wenig von
seinem letzten Urlaub in der Schweiz. Total belangloser Smalltalk eben,
aber die 10min bis zum Zug gingen so wie im Flug vorbei.) Der
Anschlusszug wurde dann mit zwei Malaxas geführt. |
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Ferkel und
Malaxatreffen im Bahnhof von Lovrin |
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Ferkeltaxenzug bei der
Ausfahrt aus Lovrin auf dem Weg nach Timi |
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Lange, das wussten wir, mussten
wir nicht warten, den nur 5min später sollte bereits ein Zug, den
Bahnhof gen Timi verlassen. Der Schrankenposten welcher den BÜ senkte,
und das A-Sig welches aufgezogen wurde, bestätigte uns dann: Er kommt.
Im besten Licht erlegten wir zwei Ferkel auf dem Weg nach Timi. Nun war
bereits Zeit für das "Highlight" des Tages, den Belgrader, er kommt aus
Belgrad und überquert bei Moravita die serbisch-rumänische Grenze. Er
führt zudem Kurswagen nach Bukarest mit, was uns sicher machte das es
sich um einen lokbespannten Zug handeln musste. Im Bahnhof von diesem
Stamora Moravita stand dann noch ein Malaxa Triebwagen welchen wir
machen wollten, dazu eine Altlack 60er und eine von irgendeiner
Privatbahn. Kaum aber waren wir auf den Bahnsteigen, wurden wir darauf
hingewiesen das man keine Fotos machen darf. Strategisch Important sei
das hier, darum no Foto. Dumm war nur, dass Zingg das Foto schon im
Kasten hatte. Nach dem wir ein Gruppenbild im Bahnhof von Lovrin gemacht
hatten, gings zur Überstelle des Tages: Zur Signalbrücke von Lovrin. An
dieser wirklich schönen Stelle machten wir beide Züge sprich die Ferkel
und die Malaxa. Wobei man zwischen den beiden Zügen auf dem BÜ noch
andere typische rumänische Verkehrsmittel, wie das Pferdefuhrwerk oder
den Dacia sehen konnte. |
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Malaxa 936
verlässt Lovrin gen Jimbolia |
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Malaxa 1008 an der
Bahnhofseinfahrt von Sannicolau Mare |
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Wir entschieden uns dann für eine Verfolgung des
Malaxa. Als wir den Bahnhof von Grabat begutachteten, war klar, dass wir
die Leiter brauchten. Diesmal ging ich zum Auto, und als ich zurückkam,
war da schon wieder einer bei Nil. Nur diesmal wollte der Junge Herr nur
die üblichen Sachen wissen, von wo kommt ihr? Was macht ihr hier? Dann
erklärte er uns, dass er schon einmal in Deutschland gearbeitet hatte,
in Ingolstadt. Schliesslich kamen zwei Kollegen von ihm und fanden, er
solle die Zeit nicht mit uns vertrödeln. Langsam aber sicher wurde es
dann auch Zeit für den Zug. Wie man an meinen Worten merkt, hatten wir
bereits nach wenigen Kilometern einen riesigen Vorsprung auf den Zug,
darum konnten wir auch noch ein bisschen smalltalken. Wie gesagt war es
nun aber Zeit für den Zug. Man merkte dies daran, dass nun Fahrgäste aus
allen Löchern geschossen kamen. Beispielsweise die Blondine, die aussah,
als wollte sie nach Timisoara in den Ausgang, es war eben schon 12 Uhr
und der Weg bis Timi, trotz einer nicht so grossen Distanz, lang. Reisen
auf rumänisch eben. Weiter war da eine Familie mit 3 Generationen, wobei
der jüngste nur ein T-Shirt anhatte, dafür schien seine Schwester im
Sonntagskleid zu stecken. Neben diesen Leuten waren noch einige andere
da, so dass Richtig Betrieb war auf dem Bahnhof. Tja und dann hört man
plötzlich die Schienen pfeifen und da war der Triebwagen schon. Von
Grabat fuhren wir mit dem Auto nach Jimbolia, wo wieder einiges vor dem
Zug ankamen. So konnten wir ihn noch schnell bei der Einfahrt machen.
Nach der Ankunft leerten sich dann die beiden sehr gut gefüllten Malaxas
allmählich, wobei wir all unsere Freunde, sprich die Familie, die
Blondine und auch die anderen aus Grabat wiedererkannten. Für uns
stellte sich die Frage: Was nun. Es war nämlich kurzzeitig tote Hose.
Wir setzten uns dann in den Biergarten des Bahnhofscafes und entspannten
eine halbe Stunde. Dann folgte aber schon wieder der nächste Regio aus
Timisoara. Der Fahrplan sagte uns, dass es sich um etwas Lokbespanntes
handeln sollte, also sind wir in die Einfahrt gestanden, und es kam
etwas komisches oranges. Eine BR 82 mit den üblichen 4 Görlitzern um
genau zu sein.
Für uns ging die Reise weiter nach Periam. Da wir
etwas knapp dran waren, wussten wir nicht genau ob wir den Zug nach
Sannicolau Mare schon verpasst hatten. Im Bahnhof standen auf jeden Fall
nur zwei neulack Malaxas. Als wir uns dann aber für die aufstellten,
fuhr auch noch ein Rundnasenmalaxa ein. Bei beiden wurde dann die
Ausfahrt gezogen und sie fuhren parallel aus. Leider war der kurze
Malaxa aber etwas zu schnell, so wurde es nichts mit dem Parallelfoto.
Da wir noch keine Rundnase hatten, verfolgten wir diese in den Bahnhof
von Sannicolau Mare. Bei zwei BÜs und der Bahnhofseinfahrt gelangen uns
dabei einige Aufnahmen. Im Bahnhof von Sannicolau stand dann auch schon
der Malaxa nach Valcani, so dass man ein Gruppenbild machen konnte. Der
Blick auf den Fahrplan verriet uns dann, dass auch noch ein Zug aus
Lovrin kommen musste. Wie wir dann so da standen, waren wir der Meinung,
dass jetzt noch Ferkeltaxen fehlten, dann könnte man nämlich ein
vollständiges Gruppenbild machen. Umso mehr freuten wir uns dann, als
wirklich Ferkel kamen, und wir die rumänische Nebenbahnparade umsetzen
konnten. |
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Rumänisches Nebenbahntreffen in Sannicolau Mare |
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Malaxa 940 zwischen Lovrin
und Periam |
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Als nächstes fuhren wir weiter nach Nerau, wo der
neulack Malaxa stand. Die zwei TWs haben, wie bereits erwähnt, den neuen
rumänischen Coca-Cola-Anstrich in den Regiofarben grün / gelb erhalten,
ausserdem scheinen sie etwas modernisiert worden zu sein, sie laufen auf
jeden Fall etwas schneller. Bis Periam gab es aber trotzdem einige
Überholungen unsererseits, so dass wir die TWs ein paar Mal machen
konnten. In Periam schliesslich stand ein Regio mit einem Malaxa hinten
und einer 80er vorne.
Wir wollten dann eigentlich diesen Regio noch machen,
fanden aber auf dem Weg nach Timisoara keine Stelle mehr, wo der richtig
im Licht gekommen wäre. So haben wir dann unsere Kameras eingepackt, und
sind trotzdem zufrieden nach Hause gefahren, wobei im Radio das Deutsche
Programm von Radio Temeschwar lief. Anscheinend gibts es in dieser Stadt
eine deutsch sprechende Minderheit, die ein eigenes Programm im
Lokalradio hat. Die Reportagen waren leider nicht so interessant und die
Musik war zumeist Deutscher Schlager aus den 70ern, also sogar beim
Radio scheint man hier etwas im Hintertreffen zu sein. Nach zwei vollen
Tagen Timisoara ergibt sich damit folgenden Bilanz: Landschaft zu flach;
E-Pisten zu verwachsen; Nebenbahnen endgeil, wobei die Bahn und ihre
Anlagen das Motiv sind, weil die Landschaft wie gesagt zu flach ist.
Nach so viel Nebenbahnromantik freuen wir uns nun aber wieder auf Action
an der Hauptstrecke, deshalb werden wir Morgen früh unsere Zelte in
Timisoara abbrechen und nach Brasov weiterziehen. |
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