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Obwohl wir heute einen Transfertag hatten, schliefen
wir bis um halb 9. Die knapp 200 km bis Oradea sollten schliesslich
einen Klacks darstellen, da sind wir in diesen Ferien schon wesentlich
weiter gefahren. Bis wir gefrühstückt und ausgecheckt hatten, war es
schliesslich schon 10 Uhr, ehe wir Cluj in Richtung Westen verliessen.
Gegen halb 11 erreichten wir dann Huedin, wobei uns klar wurde, dass
gleich der Desiro Regio kommen müssten, wir rätselten ob wirs noch zu
unserer Stelle an der Brücke schaffen würden. Kurz bevor wir da waren,
kam dann der negative Bescheid, als der Regio vor uns die Brücke
passierte. Dies störte mich aber nur geringfügig, da es ja eh nur ein
Desiro Regio war, ok es wären auch heute wieder drei Desiros gewesen,
aber eben es sind immer noch diese komischen Neubaukisten. Wir berieten
uns dann, wo wir den Schnellzug nach Iasi machen sollten. Nil wollte
eigentlich was in Clucea versuchen, ich fand die Stelle jedoch nicht so
prickelnd, so kam es dann, dass wir an Clucea vorbei weiter in Richtung
Westen fuhren, und ein bisschen am Diskutieren waren, als Nil auf einmal
meinte: Güterzug! Da war er wieder der Holcimbomber im 60er Sandwich der
Servtrans. Also fix gewendet und zurück nach Clucea gefahren, und dort
den Zug schnell an der Einfahrt gemacht.
Anschliessend meinte Nil, dass wir den wahrscheinlich
bis zur Brücke bei Huedin nochmals holen könnten, ich nickte und schon
fuhren wir wieder hinter dem Ding her. Wir waren nicht weit hinter
Clucea, da waren wir auch schon wieder an ihm vorbei, der Zug schleicht
so unglaublich, dass ein Gutkonditionierter wohl sogar eine
Fahrradverfolgung wagen könnte. Da der Zug dermassen schlich, erlaubten
wir uns schon in Bologa anzuhalten und ihn dort noch einmal zu machen. |
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Servtrans
Zementzug auf dem Weg nach Osten bei Bologa |
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Servtrans 60er mit Zementzug
nach Osten kurz vor Huedin |
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Auch nach diesem Foto hiess es dann flux ins Auto
gesprungen und wieder abgedüst. Wobei das düsen wie gesagt nicht nötig
war, diesmal fuhren wir sogar weg bevor die Schublok durch war.
Unterwegs überholten wir dann einen altbau Dacia, dabei merkten wir,
dass das Auto den Zug an der letzten Stelle überholt hatte, es war also
schneller als der Zug Wer nun schon mal hinter einem altbau Dacia fuhr,
weiss, dass die nicht wirklich schnell sind, aber das Ding war wie
gesagt noch schneller als der Zug. Relativ gemütlich erreichten wir dann
die Brücke, wo wir unser Auto noch wendeten, einen Parkplatz suchten und
dann zur Stelle liefen. Minuten später kam dann auch der Güter
angetuckert. Getuckert ist hier tatsächlich das richtige Wort, denn die
Teile tuckern eben wie ein Krabbenkutter, nix im Vergleich zur GM auf
der Likabahn, und nix für Soundfreunde. Aber chic sind die Loks ja, und
ausserdem Swiss Quality, was uns natürlich besonders freute, deshalb
freuen wir uns auch immer wieder an den 60ern, diesmal übrigens doppelt,
weil die Frontlok im Lack der Servtrans war.
Nachdem der Güter dann endlich durchgetuckert war,
schauten wir ins Kursbuch und stellten fest, dass es bis zum Zug nach
Iasi keine 15 Minuten mehr gehen sollte, also blieben wir auch für
diesen Zug auf der Brücke.
Nach dem auch der Iasi Schnellzug im Kasten war,
fuhren wir wieder in Richtung Osten, wobei wir vor Bologa nochmals eine
Stelle fanden, an welcher wir für den Starzug, den IC nach Bucuresti
stehen wollten. Irgendwie war das Licht zwar etwas spitz, aber sonst
sahs ganz nett aus, sollte schon passen, dachten wir uns. Wir warteten
dann rund 40 Minuten bis der IC kam, wobei sich dann etwas Ernüchterung
einstellte, denn, ohne dass wir es gemerkt hatten, hatte die Sonne die
Seite gewechselt, so dass wir etwas falsch zum Licht standen. |
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65 1300
mit IC532 von Oradea nach Bukarest kurz vor Bologna |
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82er mit dem Nachtzug aus
Mangalia nach Oradea bei Alesd |
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Nach dem Bucuresti IC klafft im Fahrplan jeweils ein
kleines Loch, ehe die interessanten Züge aus Cluj kommen. Genau dieses
Loch wollten wir nutzen um einige Kilometer zu machen. So fuhren wir bis
einige Kilometer vor Oradea, sprich bis nach Tileagd und schauten uns
mal denn Bahnhof an, dieser vermochte uns jedoch nicht so recht zu
überzeugen. Also sind wir dann ein Stück zurück in Richtung Alesd
gefahren, ehe wir bei der Bahnhofsausfahrt von Alesd eine Brücke über
die Bahn fanden. Die Brücke führt übrigens zu einem grossen Zementwerk
der Firma Holcim. Dies lies dann bei mir etwas Heimatgefühle aufkommen,
schliesslich ist der Besitzer der Firma ein potenter Steuerzahler meiner
Gemeinde. Das einzige dumme an der Stelle war, dass sie ziemlich fest
nach Alpamare roch, sprich es war ein bisschen ein Chlorgestank in der
Luft. Langsam war es jedoch Zeit für den Nachtzug aus Mangalia, der wie
bereits gestern erwähnt um 5 Stunden nach hinten korrigiert wurde. Der
Zug fährt nun übrigens etwa um 20 Uhr in Mangalia ab, und ist um ca. 15
Uhr in Oradea, macht also schlappe 19 Stunden, und das für ne
Inlandsverbindung, wobei der Zug fast 800 km zurücklegt. Kommen wir aber
zurück zur Stelle, noch immer stank es nach Chlor, doch langsam war es
Zeit für den Nachtzug. Relativ pünktlich kam er dann auch. Wir
beobachteten, dass sehr viele Leute ausstiegen, was uns verwunderte,
denn der Bahnhof war doch ziemlich im Nichts. Nach rund 2 Minuten
Aufenthalt war dann auch der letzte draussen, und der Zug fuhr aus, dumm
nur, dass sich just in diesem Moment ein Schleier vor die Sonne warf,
und uns ein Foto im Volllicht verwehrte.
Von Alesd ging es für uns noch weiter nach Butan, wo
wir uns für den Desiro IC aufstellten.
Als auch dieser im Kasten war, fuhren wir wieder in
Richtung Oradea. Wir schauten uns dabei noch 2 Bahnhöfe an, doch es
konnte uns nichts wirklich befriedigen. So kam es, dass wir am Stadtrand
von Oradea waren, und keine wirkliche Stelle für den Schnellzug aus Iasi
hatten, der in rund 40 Minuten hätte folgen sollen. Wir warfen dann
einen Blick ins Kursbuch, und sahen, dass demnächst ein Regio nach
Püspökladany (Hu) fahren sollte. Das Problem war einzig, dass es bis zur
Abfahrt des Zuges noch rund 10min hin war, und wir am falschen Ende der
Stadt standen. Das würde eng werden, dachten wir uns, könnte aber
durchaus aufgehen, also probierten wir es einfach mal. Die Stadt hat zum
Glück eine gute Umfahrung, da man in Rumänien aber praktisch an jeder
Strasse baut, tat man es auch an dieser, was eine Umleitung zur Folge
hatte, diese war jedoch recht brauchbar, und so verloren wir nur wenig
Zeit. Weiter ging es dann nach Bors, wo wir eine Stelle suchen wollten,
doch das war leichter gesagt als getan, denn plötzlich standen wir vor
dem Zoll. Was jetzt? Über die Grenze oder nicht? Wir entschlossen die
Bahn in Bors zu suchen und fanden sie relativ schnell. Die Frage war
jedoch ob der Zug schon durch war, schliesslich sollte er in rund 10
Minuten im Bahnhof hinter der Grenze sein. Diese 10 Minuten verstrichen
schliesslich und der Zug kam nicht. Um nichts unversucht zu lassen,
schaute Nil mal unseren Hafas Plot an, ob man die Zeiten ev. angepasst
hat. Während er zum Auto lief, hielt ich die Stellung, denn wir hatten
unterwegs auch noch ein RoLa Terminal gesehen, und es hätte ja sein
können, dass unterdessen noch eine RoLa kommt. Als Nil dann am Laptop
sass und ich in die Ferne schaute, bewegte sich plötzlich etwas Blaues
zwischen den Büschen: ZUG! Es war der Regio nach Ungarn, leider war es
nicht wie von uns erhofft eine ungarische Brotbüchse, als viel mehr eine
BR 65 mit zwei Wagen der MAV. |
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IC 237
nach Timisoara in der nähe von Butan kurz vor Oradea |
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65 0989-7 mit R414 nach
Püspökladany (Ungarn) kurz vor der Grenze bei Bors |
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Immerhin gabs aber noch ein Foto
von dem Zug und so fuhren wir zufrieden in die Stadt auf Hotelsuche.
Diese blieb aber vorerst erfolglos, deshalb fuhren wir aus der Stadt
wieder raus und fanden schliesslich in Baia Felix eine nette Pension.
Direkt unter unserem Balkon hier gibt es sogar eine Eisenbahnstrecke,
die nützt uns aber nicht viel, denn sie ist stillgelegt. Nach dem wir im
Hotel eingecheckt hatten, gings dann nochmals raus an die Piste nach
Arad runter, wir fanden jedoch nichts mehr wirklich Prickelndes, und da
eh nur noch ein Desiro gekommen wäre, folgten wir der Stimme unseres
Magens. Diese führte uns schnurstrags in die Stadt, wo wir die lokale
Küche testeten. Nach dem Essen gings zurück in die Pension, wo wir den
Abend mit einem alten Police Academy Klassiker ausklingen liessen.
Morgen wollen wir nun der stillgelegten Bahnstrecke vor unserem Balkon
folgen, diese wird weiter im Süden nämlich von einer Privatbahn mit
Franzosentriebwagen betrieben. Wir hoffen nun einige gute Sonnenbilder
der Triebwagen machen zu können, dies ist in Brasov ja leider nicht
gelungen. |
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