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Nach zwei eher bescheidenen, weil Reisetagen, sollte
es heute endlich losgehen mit den Knipstagen, an dehnen wir reichlich
Bilder machen wollten. Als ich dann am Morgen zum Fenster rausschaute,
schien das Wetter jedoch schon mal siffig zu sein. Bei genauerem
Betrachten, stellte sich dies jedoch als Nebel heraus, und die Dame von
der Pension meinte beim Frühstück, dass sich dieser bald verziehen
würde. Als wir um etwa viertel vor Acht losfuhren, war der Nebel dann
tatsächlich schon fast weg, dem ersten guten Tag konnte also nichts mehr
im Wege stehen. Wir fuhren als erstes zum Abzweiger der Pulabahn, wo wir
alsbald den Triebwagen der Baureihe 711 nach eben diesem Pula
erwarteten. Gerade angekommen hörten wir was rohren, *hmmmm* Zug!
Schnell rannten wir zur Strecke und stellten uns auf. Dann kam aber erst
ein Güterzug nach Koper runter. Erst mit ein paar Minuten Verspätung
tauchte dann auch der 711er auf, zur Enttäuschung von Nil jedoch in
Neulack. Als wir wieder zum Auto liefen, bemerkten wir, dass noch ein
Zug aus Koper kommt, was uns dazu bewog uns für diesen aufzustellen. |
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Beim einsteigen ins Auto bemerkte
ich dann, dass mir mein Portemonnaie fehlte. Nach einigen Minuten
suchen, fand es dann Nil glücklicherweise wieder. Von der Stelle
pilotierte uns Nil dann zur Stelle nach Zanigrad. Dazu ist zu sagen,
dass Nil schon mehrere Male an der Koperrampe war und hier anscheinend
jeden Zentimeter kennt, anders kann ich mir nicht erklären, wie er all
diese teils sehr steilen Nebenstrassen kannte. In Zanigrad wusste ich
dann aber auch wieder wo wir waren, schliesslich war ich mit David vor
einem Jahr an derselben Stelle. Leider war die Ruinenstelle wegen
Bauarbeiten an einem Kabelkanal jedoch unbrauchbar. Wir entschieden uns
deshalb für eine andere Standardstelle von Nil. Auf dem Weg zu dieser
kreuzte uns ein Baufahrzeug. Da vor einem Jahr auch mal so ein Ding
vorbei fuhr, dachte ich mir vorerst nichts dabei. An der Stelle
angekommen stellten wir uns dann in den Schatten und warteten für rund 2
Stunden, dann hätte eigentlich der IC durchfahren müssen, und wir
begriffen, dass es auf der Strecke wohl Bauarbeiten gab und die Strecke
damit zu war. Etwas frustriert liefen wir deshalb zum Auto. Beim Auto
angekommen, kam dann ein Bauarbeiter und wollte etwas von uns. Wir
verstanden jedoch nur, dass er aus dem Kosovo kam. Ich vermute mal, er
wollte mitfahren, aber wir hatten eh keinen Platz für ihn, und
irgendwann begriff er, dass wir ihn nicht verstehen. Er verabschiedete
sich dann und lief ins Tal. Für uns stellte sich nun die Frage: Was nun?
So eine Streckensperrung ist nun mal ziemlich uncool. Nil schlug dann
vor schnell nach Divaca zu fahren. Gesagt getan, wir fuhren also in
Richtung Divaca, als Nil plötzlich von der Hauptstrasse abbog und in
irgendeinen Feldweg einbog. Naja muss so sein, der kennt sich hier aus,
dachte ich. Es stellte sich dann aber heraus, dass ihn wohl sein
Navigationsgerät in die Irre führte, was uns wieder einmal zeigte, dass
die gute alte Karte eben doch ein gutes Instrument ist. Als wir dann
wieder auf der Hauptstrasse waren und schliesslich Divaca erreichten,
gings zum Bahnhof. Dort gings an den Schalter, wo wir uns ein Vozni red
(Kursbuch) kauften. Der Herr am Schalter meinte dann, dass er noch einen
Fackel kopieren müsste und verschwand in einem Hinterzimmer. Als er nach
einigen Minuten wieder kam, begann er zu telefonieren. Nach kurzem
Gespräch reichte er den Hörer unter durch, Nil ging ran und eine Frau
erklärte ihm, dass der Casanova nach Venedig nicht mehr fahren würde.
Währenddessen strich der Herr den Zug im Kursbuch durch. Schlussendlich
wars ein riesen Aufwand für eine Info, die wir eh schon hatten, aber in
Slowenien ist der Kunde anscheinend noch König. Bei der Gelegenheit
fragte Nil die Dame am Telefon auch noch, wenn denn wieder Züge nach
Koper fahren würden, die Dame verstand wohl nicht so recht, was wir
meinten, gab uns aber an, dass um 17 Uhr ein Regio fahren sollte. Wir
entschieden uns deshalb gegen Abend nochmals zur Koperrampe zu fahren.
Vorher gings aber nach Sezana, Nil wollte nämlich schauen ob es auf der
Strecke ev. eine Überstelle gibt, wie erwartet gibts die aber nicht. So
landeten wir dann ohne Foto in Sezana, wo wir uns im örtlichen
Supermarkt kurz mit dem Nötigsten eindeckten und dann zum Bahnhof
fuhren. Dort genossen wir unsere Brotzeit und schauten dem Treiben auf
dem Bahnhof zu, welches recht beschaulich war. Einzig die Türe am
Speisewagen eines Schnellzuges wollte sich nicht schliessen, was einen
SZ-Angestellten fast zur Verzweiflung trieb. Als wir uns den Zug genauer
anschauten, bemerkten wir, dass es sich dabei um den IC handelte, der
eigentlich nach Koper gemusst hätte. Nach diesem Abstecher in Sezana
fuhren wir schliesslich nochmals zur Koperbahn. Nil machte mich diesmal
darauf aufmerksam, dass wir nun eine sehr schlechte Strasse befahren
würden. So war es dann auch, wir fuhren über eine Holperpiste so lange
durch den Wald, bis wir bei einem Felsvorsprung waren. Dort stand
bereits ein Franzose. Dieser erklärte uns, dass man gerade am bauen sei.
Als wir so da standen, tauchte plötzlich ein Mädchen auf, wobei wir
nicht sicher waren ob das jetzt sein Tochter oder seine Lebenspartnerin
war. Lustigweise fuhr er jedoch davon, als die Bauarbeiter Feierabend
hatten und der Betrieb wieder aufgenommen wurde. Nil freute sich indes
so, dass ein Zug kam, dass er gleich die Gegenlichtblende in denn 50m
tiefen Abgrund vor uns plumpsen liess. Wir blieben dann eine Weile an
der Abendstelle und machten die rauffahrenden Güter. |