Tag 34: Montag, 25.08.2008, Gorisnica  - Gorisnica, 216km

 

 
 
 

Der Reisebericht von gestern und auch die folgenden Reiseberichte bis und mit dem Freitag sind mit einer Woche Verspätung nachgeschrieben. Dank netter Slowaken müssen wir die bereits geschriebenen Texte nochmals schreiben, deshalb werden die Berichte nicht in der gewohnten Länge verfasst, auch fehlen die ganzen lustigen Details, an welche wir uns einfach nicht mehr erinnern können jetzt vor dem Laptop. Ebenso fehlen die "GPS-getrackten" Daten der ersten Tage ...

 

Nach unserer Ankunft in Ormoz gestern Abend spät war noch nicht ganz klar was wir wann machen wollten. Ormoz liegt, wie jeder auf der Karte erkennen kann, gemütlich in einem Länder Eck, Kroatien im Süden, Ungarn im Osten und natürlich Slowenien selber liegen in der unmittelbaren Umgebung.

In jedem der Länder kann man mindestens ein Tag verträdeln, in Kroatien gibt es um Varazdin intensiven GM Verkehr, in Ungarn gibt es Trommeln ab Hodos und hier in Slowenien ist eh klar, GMs bis Hodos und Cakovec. Das gibt einen Aufenthalt von mindesten drei Tagen in der Region, und diese planten wir auch so ein.

Da am Montag das Wetter sicher gut sein würde entschlossen wir uns nach Kroatien zu fahren, Daniel hatte noch gar keine GM's der HZ und ich selber war da auch schon "länger" nicht mehr und einige Stellen mussten noch erledigt / besucht werden.

Nach dem Aufstehen um dem Frühstück um 7 Uhr waren wir aber etwas verdutzt, dichter Nebel lag über der Ebene und draussen war es sehr sehr, sehr sehr frisch ;) Gegen oben meinten wir aber blau zu erkennen, was hoffen lies das der Nebel nicht ganz so dicht ist und sich mit zunehmendem Sonnenschein sicherlich auflösen wird.

Wir fuhren dann von über Ormoz nach Kroatien rüber, und machten noch vor dem Zoll wieder die Erfahrung dass man den Nahverkehr in Slowenien lieber nicht fotografiert. Am Bahnhofs BÜ welcher geschlossen war kreuzte nämlich ein erster schön eingesauter Regiotriebewagen unsere müden Gesichter - scheusslich!

Am Zoll selber rollten wir nach dem zeigen der ID flott und ohne Komplikationen rein nach Kroatien. Und das obwohl man Daniel nach Nachfrage auf der Schweizer Botschaft in Kroatien noch mitgeteilt hat das eine ID zur Einreise nicht reicht und mindestens ein Reisepass nötig wäre. Da ich aber bisher niemals nach einem Reisepass gefragt wurde glaubten wir nicht daran und probierten es so, mit erfolg wie man sieht.

Unser erstes Ziel in Kroatien war die Linie von Zagreb nach Varazdin, es ist ein Regiopiste welche im einem etwa 2h Takt von Regionalzügen befahren wird, diese sind meist aus GM und drei bis vier Wagen gebildet, also sehr fotogen. Einige Triebwagenleistungen waren zwar auch dabei, aber mit denen muss man wohl leben. Der erste Zug des Tages war zugleich auch der Starzug der Strecke, der EC Maestral von Zagreb nach Budapest, obwohl es eine direktere Strecke gibt fährt der da lang - warum auch nicht ;)

Nebst der Standartkomp. welche aus Sitzwagen besteht hat der Zug in der Saison auch Wagen aus Split am Zug und einen nach Moskau, diese nach bzw. von Split täglich und diesen nach bzw. Moskau nicht täglich, aufgrund der Bemerkung im Kursbuch war es uns aber nicht möglich zu eruieren wann er nun fährt und wann nicht :).

Für den Zug hatte ich aber noch eine Stelle im Kopf etwas Südlich von Varazdin nahe von Sveti Ilija. Ohne weitere Umwege und direkt fanden wir die Stelle und stellten uns hin, viel Sucherei hätte die Uhr auch nicht erlaubt, den nach kurzem warten kam der Zug in einer beachtlichen Länge. Nebst drei Kroatischen Wagen an der Zugspitze waren drei Ungaren Wagen im Zug und zum Schluss kam noch mal ein Kroatischer Wagen - Russe war leider keiner mit bei.

 

2044 mit dem Fernverkehr "Maestral" nach Budapest kurz vor Varazdin

  2044 mit einem Regio von Zagreb nach Varazdin bei Sveti Ilija
 

Die Stelle war erledigt und wir mussten uns für die nächsten Züge etwas neues suchen. Es solle je ein Zug pro Richtung folgen in einem relativ dichten Abstand. Für diesen aus Varazdin hatten wir eine Stelle am anderen Ende der Kurve gesehen, für diesen aus Zagreb mussten wir noch etwas finden, waren aber sicher ebenfalls am anderen Kurvenende etwas zu finden.

Ich versuchte derweil den Tagesablauf von „damals“ (Frühjahr 07) zu rekonstruieren und meinte nach dem Maestral einen Triebwagen nach Varazdin erlegt zu haben - was die Möglichkeit von einem Nachschuss auf gelassen hätte. Das war aber gar nicht nötig, als wir im Dorf unseren Wagen parkten und die Stellen anschauten war klar das man auch den Zug aus Zagreb prima schiessen konnte.

Dafür notwendig war eine kleine Wanderung in einem Weinberg, da aber gerade ein Bauer damit beschäftigt war vor dem Berg etwas Gras mit der Sense zu erlegen waren wir unsicher ob wir da wirklich rauf wollen. Als der wirklich nette Herr aber mit seinen Gesten zu verstehen gab das es kein Problem ist und wir für gute Fotos nur weiter rauf sollen waren wir erleichtert und auf dem Weg "nach oben" ;) Er kannte wohl Fotografen, was angesichts der Stelle von seinem Hügel runter auch nicht verwunderlich ist.

Anstatt des von mir vorhergesagten Triebwagens kam dann zum Glück ein GM bespannter Regio, und die Lok war wie schon beim Maestral richtig rum - was gar nicht so selbstverständlich ist hier. Anders als z.B auf der Likabahn verhält es sich mit den Loks hier nicht so strikt, da unten sind die Loks eigentlich immer gleich gestellt, also lange Nase nach Süden. Hier oben hingegen ist es wild durcheinander gewirbelt, mal so, mal so ... man kann also Glück oder Pech haben, wobei man meistens Pech hat natürlich ;) Nicht aber so an diesem Morgen, also bisher mal nicht zumindest ;)

Für den Regio aus Varazdin stellten wir uns dann wie geplant hin und warteten, wobei uns da Schleier am Himmel das warten etwas vermiesten, es war eine Lotterie. Allgemein war das Wetter in Richtung Kroatien eher schlecht, hingegen in Richtung Slowenien sehr gut, Wolkenlos - wir befanden uns so direkt an der Trennkannte vom schlechten Wetter und es war mal hell, mal dunkel.

Als der Zug, wieder mit einer GM richtig rum kam, schien ab voll die Sonne. Uhh, wenn wir mal nicht das ganze Glück für den Tag verbrauchen ;)

Weiter waren dann wieder zwei Züge im Kursbuch vermerkt, wieder jeweils einer pro Richtung. Für die fuhren wir etwas weiter rein nach Kroatien bis etwas nördlich von Novi Marof an eine Schotterpiste nach Krusljevec, da sollte was möglich sein war ich mir sicher.

Aber Lichttechnisch nur für den Zug von Varazdin, der aus Zagreb kam mit etwas Frontschatten, was wir aber in kauf nahmen ... hätten wir aber gewusst das an dem Zug eine der letzten grünen GMs der Kroaten hängt hätten wir wohl anders gedacht ;)

Die Lok kam aber auch richtig rum was immerhin teilweise etwas Licht in den Frontkanten möglich machte, anders rum wäre einfach eine schwarze Wand auf uns zu gefahren.

Für den Zug aus Varazdin stellten wir uns dann an die gefunden Stelle auf einer Schotterpiste und erlegten diesen richtig im Licht, es war dann auch das erste Foto mit einer GM falsch herum - Daniel ist das auch relativ egal, mich stört es halt immer noch ein wenig ;)

Nun war erstmal eine kleine Zugspause angesagt, welche genutzt wurde zum Einkaufen in einem Supermarkt in Novi Marof, Kroatische Kuna hatte ich noch vom letzten Urlaub, insofern waren wir da bestens versorgt. Mit vollen Einkaufstüten verliessen wir den Supermarkt wieder in Richtung Podrute, da gibt es mit einer Kirche ein nettes Motiv welches mir ebenfalls noch fehlte, was die Motivation da hin zu fahren enorm steigerte.

Da angelangt mussten wir aber auf der anderen Talseite noch etwas Höhe gewinnen, ein Berg war da, also immer hoch. Es ist ein etwas komischer Berg, künstlich irgendwie und er besteht mehr aus Schlamm als aus Felsen oder Erde. Er liegt auch direkt neben einer gut bewachten Firma welche wohl irgend etwas mit dem Berg zu tun hat. Wir schossen dann aber kurz nach unserer Ankunft den Regio an der gewünschten Stelle mit einer GM und wollten gerade wieder verduften als unten auf dem grossen Platz einer auftaucht welcher uns runter winkte. Da haben wir wohl seinen heiligen Berg betreten, oder er hat angst das uns bei zu langem Aufenthalt neue Arme und Beine wachsen? ;)

 

 

2044 mit einem Regio nach Zagreb bei Sveti Ilija vor der Kullise von Varazdin

  2044 mit einem Regio von Zagreb nach Varazin vor der Kirche von Podrute
 

Er wollte uns aber nur runter haben von seinem Berg, den er suchte das Gespräch nicht und wir verdufteten Wortlos, will er nicht, wollen wir nicht, so einfach ist dass!

Der nächste Zug fuhr dann wieder in Richtung Zagreb, ein ewiges hin und hier hier ;) Dafür fuhren wir weiter nach Süden und fanden nächst dem Bahnhof Budinscina eine nette Stelle wo wir uns hinstellen wollten. Nach einer guten Stunde des wartens kam der Zug dann auch, wieder mit der grünen Lok welche diesmal natürlich mit der langen Schnauze voraus kam - egal.

Für den nächsten Zug aus Zagreb blieb uns nicht viel Zeit, er sollte in Budinscina kreuzen mit dem Zug nach Süden und kurz danach bei uns sein .. so wechselten wir fix nach Podrute hoch um die Kiste an einer mir bereits bekannten Stelle zu erlegen. Der Hund des Hauses in unserem Rücken war zum Glück angekettet, Lärm machte er trotzdem genug ... er verstummte erst als wir nach dem Foto wieder davon liefen. Das Foto ist leider etwas getrübt durch eine verschmierte Triebwangendoppeleinheit welche nach Norden rollte, da wir aber mit den Kisten gerechnet haben hält sich unsere Enttäuschung in Grenzen.

Der nächste Zug sollte ebenfalls nach Norden rollen, gefolgt von einem Gegenzug und einem weiteren nach Varazdin, einem Schnellzug aus Zagreb welcher Wagentechnsich wieder etwas Abwechslung bieten sollte. Den ersten, noch ein Regio, nach Varazind erlegten wir dann auf der Gegenseite vom Dreckhügel bei der Firma, diesmal natürlich ohne das uns jemand weg haben wollte da. Einzig eine Mamuschka kam verwundert zu uns und fragte wohl was wir da tun, sie zeigte dann auch rüber auf die Firma mit dem Dreckhaufen und plapperte was von "security" ect. - irgend etwas scheint es mit der Firma doch auf sich zu haben ;)

Der Zug kam und wir wechselten für den Gegenzug nur wenige 100m weiter hinter die nächste Kurve, wo die Front bereits wieder angestrahlt wurde - dank dem abenteuerlichen Streckenverlauf um die Hügel herum.

 

 

2044 007 mit einem Regio nach Zagreb bei vor Budinscina

  2044 006 mit einem Regio nach Zagreb aus Varazdin kommen bei Podrute
 

Bei dieser Stelle wie auch schon bei der vorherigen und auch der am morgen für den Maestral stören relativ viel Büsche das Bildwerk, die waren letztes Jahr noch nicht da, was mich etwas erschreckt, wir die Strecke von der Bahn nicht mal wieder frei geschnitten geht da bald massiv weniger als noch in diesem oder dem letzten Jahr.

Nach dem Zug welcher uns erfreulicherweise eine GM richtig herum bescherte wechselten wir fix für den Schnellzug, welchen wir wieder in der nähe von Krusljevec auf der Schotterpiste erlegten.

Nun wollten wir weg von dieser Strecke, ein GM bespannter IC lockte uns an die direkte Strecke von Koprivnica nach Varazdin. Der IC kommt aus Zagreb und fährt die Ecke da über Koprivnica warum auch immer. 100% sicher ob es eine GM ist war ich mir aber nicht, innerlich stellte ich mich schon auf einen ICN, auch wenn es nirgends vermerkt war.

Wir suchten uns dann kurz hinter Varazdin an der Landschaftlich eher langweiligen Strecke nach Koprivnica eine nette Stelle für den Zug, im Licht kommt er eh, die Strecke verläuft gut nach Westen ..  Im letzten Dorf vor Varazdin, es nennt sich Donji Kucan fanden wir am allerletzten BÜ eine nette Situation. Dank eines Häuslebauers welcher seinen Aushub neben die Strecke schüttete standen wir auch gute 3m höher als normal, was bei der plätte gar nicht verkehrt ist.

Kurz nach unserer Ankunft rollte dann auch ein Triebwagen mit etwas Verspätung nach Varazin, nett, den damit hatten wir nicht mehr gerechnet. Der IC kam dann jedoch pünktlich und bestehend aus einer GM falsch rum und einer 3 Wagen Komp. mit den neuen IC Wagen daher. Dummerweise meinten beim IC eine Menge Leute mit aus Bild zu müssen, beim Regio war es kein einziger – aber ist doch normal!

 

 

2044 mit einem R aus Zagreb auf dem Weg nach Varazdin bei Krusljevec

  2044 004 mit einem IC aus Zagreb nach Varazdin kurz bei Donji Kucan
 

Es war nun 18 Uhr, das Licht war ideal, aber schon relativ tief, es gab nur noch einen Möglichen Zug welchen man möglicherweise im Licht erwischt. Den Regio von Varazdin nach Zagreb welcher um ca 19 Uhr auf der Strecke ist. Am BÜ bei Sveti Ilija stellten wir uns hin und warteten mal, ob die Sonne überhaupt hält bis zur Durchfahrt des Zuges. Sie hielt und strahlte prächtig tief ... eine GM wäre nett ... aber es kam "nur" ein Triebwagen.

Die fortgeschrittene Stunde wurde genutzt um in Varazdin noch zu Essen, ein paar Kuna mehr verdonnern sollte nicht schaden, auch wenn ich immer noch davon habe jetzt. Nach dem Essen schauten wir uns noch den Bahnhof an und wollten da den „gegen Maestral“ in der blauen Stunde erlegen. Er schien aber viel Verspätung zu haben, den auch 30min nach seiner Planankunft kam er nicht, nur ein Güterzug aus seiner Richtung rollte ein ... es darauf schliessen lässt das er länger nicht kommt. So fuhren wir ohne Foto zurück in unser Hotel.

Wieder über die Grenze wo wir am wieder geschlossenen BÜ bei Ormoz noch einer GM mit Kistenzug zuschauen durften. Im Hotel genehmigten wir uns noch ein lecker Bier ehe wir ins Bettchen fielen, top motiviert für den nächsten Tag. Den so wie an diesem Tag konnte es sehr gerne weitergehen.

 

 
   
 

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