Tag 36: Mittwoch, 27.08.2008, Gorisnica  - Gorisnica, 320km

   

 
 
 

Mhhhh, der Dieselgeschmack und das dröhnen der GM ist schon klasse, aber was fehlt an den Strecke in Kroatien und auch Slowenien sind die richtig schönen Internationen Fernverkehrszüge. Es gibt ein Ort in Slowenien wo man die prima schiessen kann ... im Savatal natürlich. Und genau da fuhren wir an diesem Mittwoch hin, und dass obwohl wir wussten das die Strecke von Graz nach Maribor dicht ist, aber irgendetwas, natürlich auch Güter, wir da bestimmt rollen, dachten wir uns.

So fuhren wir diesen morgens sehr früh los, wir waren pünktlich auf die Minute beim Frühstück um 7 Uhr und verliessen das Hotel um 7 Uhr15 und nicht erst um kurz vor 8 wie an den letzten paar Tagen. Unser Ziel war Sevnica im Östlichen Savatal, also bereits hinter Zidani Most von Ljubel her gesehen.

Wir und auch das Navi rechneten für die Fahrt etwa 2h Fahrzeit ein, ohne Autobahn versteht sich, weil die Deppen hier wollen ja wie bekannt 35 Euro für ein bisschen Autobahn, das ist definitiv zu viel. Über Land fuhren wir also nach Sevnica, die Strassen waren immer in einem guten Zustand, etwas eng teilweise und sehr ländlich angelegt (kurvig ;)), aber gut ... nur auf den letzten paar Kilometern kamen wir in der Vergnügen von einer Schotterpiste. Wir waren aber Pünktlich zu unserem ersten Zug in Sevnica angelangt - "unser" erster Zug war der EN Zürichsee aus Zürich nach Zagreb / Belgrad ... eine bunte Komposition aus SZ, HZ und JZ Wagen.

Die Sava und die Bahn welche ausnahmslos am Nordufer entlang fährt machen im Bereich zwischen Sevnica und Zidani einige Langezogene Kurven, welche es fast zu jeder Tageszeit erlaubt Züge aus beiden Richtungen zu schiessen, wenn man den ins Kursbuch schauen würde ;) Den kurz nach unserer Ankunft an der Stelle für den Zürichsee rollte von hinten der aus zwei Wagen bestehende Mimara vorbei ... ööh! Es folgte ein Neulack Moped mit Güterzug ehe der Zürichsee just in Time am anderen Ende der Savaschlaufe erkennbar wurde. Die Lok davor war rot, aber nicht 541 rot sondern anders rot, Taurus war es ... er entpuppte sich dann als ÖBB Ochse - laaangweilig!

Die nächsten zwei sicheren Züge waren jeweils solche von bzw. nach Wien über Graz, ob die pünktlich oder gar nicht fahren war unklar wegen der erwähnten Sperre. Da es aber noch gut Zeit war bis zu den Zügen stellten wir uns mal für beide Richtungen hin und warteten im Schatten auf den ersten Zug. Als erster der beiden kam im Plan der nach Wien, gezogen wurde er von einem SZ Taurus und auch er bestand aus einer relativ bunten Komposition aus HZ und ÖBB Wagen. Er kam aber genau so wie der ihm folgende Güterzug mit Frontschatten, schade, aber ein wechseln der Stelle erlaubte die Zeit nicht, den der Zug aus Wien sollte bald kommen. Sollte ... den er kam und kam und kam nicht, erst mit 50min Verspätung rollte das altlack Moped mit der Wagengarnitur an uns vorbei gen Zagreb, immerhin, er kam wenn auch zu spät ;)

 

1216 129 mit dem EN Zürichsee aus Zürich nach Belgrad bei Sevnica

  342 036 mit einem EC aus Wien nach Zagreb bei Sevnica an der Sava
 

 Der Zug riss aber auch ein Loch in unseren Mittag, wohin? Nach dem Abwarten des nächsten Desiros im Licht verdufteten wir in ein Einkaufscenter in Sevnica, mal etwas zu  Essen besorgen, was in Form einer kleinen aber warmen Pizza vorzüglich gelang *mampf*. Die nächsten zwei sicheren Züge (Desiro ausgeschlossen) sollten erst in etwa 3h folgen, zwei aus Zagreb und einer nach Zagreb, dabei jeweils der IC Sava aus beiden Richtung ... es ist einer der beiden Tagzüge nach Belgrad aus Ljubel und somit einer der buntesten Züge im Tal, so hatten wir ihn auch in Erinnerung. Bis zu diesen und dem zweiten Schnellzug hin sollte aber wie gesagt noch gut Zeit vergehen.

Diese vertrödelten wir damit mal die Ostseite des Savatals bis zum Talende kurz vor Krko abzufahren, Stellentechnisch erfolglos. Zurück in Sevnica stellten wir uns an die gestaute Sava und warteten im Schatten an einer netten Stelle kurz vor der Stadt für die Züge von Zagreb. Da sich diese in einem 30min abstand folgen sahen wir uns gezwungen beide an der selben Stelle zu erlegen, was aber eigentlich nicht weiter schlimm ist. Gerade nach unserer Ankunft an der Stelle kam aber noch ein Güterzug nach Osten ... hätte nicht eine Quellwolke alles zu nichte gemacht. Es war das erste mal am Tag wo uns eine Wolke ein Zug versaute, und das obwohl sich zeitweise relativ viel Gewölk am Himmel breit gemacht hatte. Aber so zwischen 14 und 15 Uhr nahm die Bewölkung wieder ab und man konnte den Wolken beim vergehen zuschauen, was praktisch für die nächsten Züge war.

Aber der erste der Züge, der Sava aus Belgrad liess sich Zeit, er kam nämlich nicht zur Planzeit, und auch 5min später war er noch nicht durch. Stattdessen kam der Desiro als Regio nach Ljubel vorbei, und 15min später kam der Schnellzug aus Zagreb ... aber kein IC Sava.

 

 

342 036 mit einem EC aus Wien nach Zagreb bei Sevnica an der Sava

  342 036 mit einem EC nach Wien kurz hinter Sevnica
 

Wir begannen Pläne zu schmieden, denn der Gegenzug aus München sollte in 20min bei uns sein, wir planten uns zu trennen falls sich die Züge so dicht folgen das kein wechseln der Stelle mehr möglich ist. Ein Trööten 5min später machte aber unseren ganzen Pläne zunichte, der Zug kam .. einfach so, ohne zu Fragen, bespannt mit dem ÖBB Taurus vom Zürisee. Wir wechselten dann gemeinsam die Stelle und erlegten nach einem weiteren Desiro den pünktlichen Gegenzug, welcher erneut mit einer ÖBB 1216 bespannt war. Mensch ... sind wir den in Österreich? Und wenn schon Taurus dann hätten die wenigstens mal den Italien Taurus schicken können, der dürfte ja glaubs ich bis nach Dobova fahren mit den Zügen. Der zweite IC Sava war erlegt, was nun? Der Güterverkehr war den ganzen Tag durch schon so mau, dass wir damit nicht mehr rechnen wollten und konnten, und für die verdreckten Desiros zu stellen motivierte auch nicht wirklich, trotzdem taten wir es, oder wir hatten es zumindest vor. Wir wollten mal die Strecke bis nach Zidani absuchen und wenn etwas nettes kommt da stehen bleiben. Das Problem am ganzen, deshalb auch die demotivation, unser Kontingent an Fernverkehr war aufgebraucht, der nächste sollte erst um 18 Uhr folgen, und ob da noch Sonne scheint?

Wir rechneten nicht damit .. aber wir fuhren mal los und fanden auf der anderen Seite der Savaschlaufe bei dem Dorf Breg eine wirklich, wirklich nette Stelle. Das ganze Savatal im Blick und die Strecke unter uns, ideal für einen Güterzug! Die Sonne war gerade am rein drehen und sollte für den übernächsten Desiro um 17:34 perfekt stehen. Die Stelle ist nicht nur schön sondern es wartet sich auch äusserst angenehm, auf einer frisch gemähten Wiese legten wir uns in einen Baumschatten und genossen das Wetter, ein leichter Wind ging und wir sassen da wie kleine Könige mit dieser Aussicht - so warten würden wir immer gerne!

Es kam dann mal ein Desiro, aber kein Güterzug ... fast wie erwartet. Ein Innerslowenischen Schnellzug nach Dobova brachte uns dann abermals dazu uns zu trennen. Da er genau zu der Zeit kam wo wir den Desiro im besten Licht erwarteten fuhr ich rüber auf die andere Seite der Schlaufe um ihn da im Licht zu erwischen, Daniel blieb indes an der Stelle und wartete auf den Desiro und einen allfälligen Güterzug.

Obwohl die von mir aufgesuchte Stelle nur etwa 1km Luftlinie von der anderen entfernt lagt brauchte ich etwa 15min dahin, die vielen Brücken über die Sava machen es möglich ;) Kurz nachdem ich angekommen war rollte der Zug auch schon durch, ein altlack Moped mit 4 SZ Wagen war es, nett über den Fluss geschossen.

 

 

1216 146 mit dem EC Sava nach Belgrad kurz vor Sevnica

  342 mit einem Slowenischen Schnellzug nach Dobova bei Sevnica
 

Auf dem Rückweg kam mir an einem BÜ noch ein Werbedesiro entgegen, oder dass, was man davon noch erkennen kann. Er wirbt für Slowenien (slowenien.info) und ist in der Grundfarbe blau anstatt rot wie seine Brüder. Und immerhin dieses blau, also doch muss man sagen, erkennt man stellenweise noch unter den Sauereien ;) Ich meldete das schnell Daniel durch das er den nächsten Desiro von hinten unbedingt schiessen soll .. weil er auf die mir abgewandte Seite schaute, vielleicht ist die ja sauereifrei?

An der Stelle zurück schaute ich erwartungsvoll zu Daniel, sein Blick verriet mir aber, dass auch die seinige Seite vom Desiro bis unters Dach eingesaut war und von der eigentlichen Werbung nur das blau zu erkennen war.

Wir warteten weiter an der Stelle und schossen Desiro um Desiro ehe die Schatten des Hügels auf welchem wir Sassen die Gleiskante erreichte .. ohne das ein Güterzug gekommen wäre - schade!

 

 

Werbedesiro nach Dobova bei Breg kurz vor Sevnica

  SZ 541 mit dem EC Mimara von München nach Zagreb bei Sevnica
 

 Es war aber auf der anderen Seite der Savaschlaufe noch gut Licht auf der Strecke und die Sonne sollte da geschätzt auch noch eine Stunde oder so am Himmel stehen, was uns dazu veranlasste da nochmals hinzufahren für den EC Mimara aus München. Es folgte dann drüben erst der Werbedesiro von hinten und dann der Mimara von vorne, mächtige drei Wagen lang war er und gezogen von einer 541 der SZ kam er richtig gut an der Stelle, die Sonne glänzte in den Wagen und die aufgestaute Sava ermöglicht eine Spiegelung vom ganzen Zug vor dem herbstlich wirkenden Wald auf dem dahinterliegenden Hügel.

Der letzte Zug war nun der EN Zürichsee nach Zürich, ob er in der Sonne kommt oder nicht war nicht klar, wir wollten es aber probieren. Sagen wirs mal so, wäre er pünktlich gewesen hätte es im allerallerletzten Büchsenlicht geklappt, er hatte aber etwa 15min Verspätung, da war die Sonne aber schon lange weg, wie wir übrigens auch.

Schade, wie gestern schon hatte die Verspätung eines Zuges unser letztes Foto vom Tag versaut. Zurück fuhren wir dann über Zidani und Celje zu unserem Hotel. Celje nutzten wir um noch etwas zu Mampfen und um zu Tanken, unser Hotel nutzten wir wie schon die letzten Tage für ein Zlatorog am Abend um den wieder recht erfolgreichen Tag ausklingen zu lassen. Und am nächsten Tag soll es nach Ungarn gehen, wir waren gespannt ob das etwas wird ....

 

 
   
 

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