Tag 4: Donnerstag, 03.07.2008, Postojna - Gospic

 

 
 
 

Wieder wollten wir heute um 7 Uhr raus zum Frühstück, es wurde 10 nach, aber das Frühstück war serviert und die gute Frau wartete bereits unten auf uns! Nach dem Frühstück gings noch ans bezahlen, wie teuer es genau war wussten wir nicht, als sie dann 20 Euro pro Kopf und Nacht wollten waren wir wieder positiv überrascht, ein sehr guter Preis für die Gegend. Wir räumten dann alles zusammen und verliessen um kurz nach 8 die Pension und fuhren über Postojna und Pivka nach Kroatien und Rijeka. Bereits einige Kilometer vor der Grenze wurde diese angekündigt durch Wechselstuben welche laut der Werbung super Kurse und natürlich keine Provision versprachen - KLAR! ;) Wir überquerten dann ohne Probleme die Grenze und wechselten bei der ersten offiziellen Bank ein wenig Kuna ein um mal etwas zu haben. Über die Autobahn ging es dann direkt an Rijeka vorbei bis nach Fuzine, bzw. der Autobahnausfahrt. Als wir die Autobahn verliessen und am Bezahlhäuschen unsere Gebühr lohnten dachte ich mir schon, die Gegend kenn ich. Als wir dann auf die Hauptstrasse einbogen war es klar - hier war ich schon mal! Ich wusste auch sofort wo und wie wir da hingekommen sind. Es war vor ziemlich genau zwei Jahren als ich mit Daniel hier zu Besuch bei einem Kollegen in Delnice war, er hat uns damals zwei Stellen in der nähe von Fuzine gezeigt. Praktisch, so konnten wir ein wenig profitieren jetzt ;). Erstmal fuhren wir aber zum Bahnhof von Fuzine, mal schauen ob wir ein Kursbuch kriegen. Wie erwartet war dies nicht der Fall, die Schunken scheint es nur an den grösseren Bahnhöfen zu geben. So verliessen wir uns auf mein Kursbuch vom letzten Jahr und stellten uns mal an die Strecke. Angekündigt laut dem Buch war ein IC aus Rijeka und ein Regio nach Rijeka. Vor zwei Jahren war der IC Lokbespannt (mit einer Dispolok) und der Regio ebenfalls, aber natürlich mit einer 1061. Da sich die Züge genau in Fuzine kreuzen sollten, unsere Stelle aber nur eine Einrichtungsstelle war wurde es etwas knifflig. Wir teilten uns dann auf, so dass wir am Schluss sicher beide Züge gut im Licht haben konnten. Zingg fuhr runter in die gerade und ich stand auf einem Hügel oben und wartete auf den IC, den wir Lokbespannt erwartet haben. Erst sollte aber der Regio von hinten kommen, nach Rijeka, für mich auf dem Berg unfuzzbar. Ich setzte mich also in den Schatten und wartete ein wenig. Als auf einmal etwas weisses kurzes durch den Wald zog ... ein ICN - so ein Käse. So erlegte ich den ICN von oben und war etwas enttäuscht das keine Lok kam. Kurz darauf kam der Regio von hinten welcher dann bei Zingg perfekt gekommen ist.

 

Ein HZ 7123 Triebwagen als IC von Rijeka nach Zagreb bei Fuzine

  1061 in der Modernisierten Variante mit einem Regio bei Fuzine
 

 Trotzdem zufrieden fuhren wir weiter, wir wollten in den Kehrschlaufen hinter Rijeka die nächsten Züge erlegen ... von Jan hatten wir die ein oder andere Notiz wo man etwas machen könnte. So recht gefunden haben wir aber nichts .. ausser eine Strasse an dessen Ende wir eine Stelle vermuteten. Mein Navi meinte ähnliches, so fuhren wir da mal rein. Die Strasse war Eng, sehr Eng und komplett im Wald, aber asphaltiert und sehr gut befahrbar, was uns dazu bewog immer und immer weiter zu fahren - schlussendlich über 20km ;) Unterwegs meinte Zingg dann mal: Was machst du eigentlich wenn etwas entgegen kommt? Nichts sagte ich, denn da kommt nichts! Und keine 30 Sec. später ploppte ein roter Lieferwagen vor unserer Nase auf und wollte vorbei, was gar nicht so einfach war. Wir kämpften uns weiter durch die Karstwälder und landeten schlussendlich in Fuzine am Bahnhof, etwas unerwartet aber nun wussten wir immerhin wieder wo wir waren. Die ganze Sucherei hatte mehr als 90mnin Zeit in Anspruch genommen, was zur Folge hatte das die nächsten Personenzüge bereits wieder am anrollen waren. Ein IC aus Zagreb, wie wir vermuteten ein ICN, und ein Regio aus Rijeka, wohl ein Lokbespannter. Da es am Himmel langsam aufzuquellen begann verschoben wir uns nun ins Landesinnere. Für den Regio hatte ich eine Stelle bei Brod Moravice im Kopf welche ich anfahren wollte. Da der IC davor kommen sollte warteten wir in der nähe von Delnice auf ihn bis die Planzeit ohne Zug vorüber strich - er hatte Verspätung, was uns überhaupt nicht wunderte. In Delnice legten wir noch einen Tankstopp ein und uns wurden, wie vor zwei Jahren, von netten Mädels die Scheiben geputzt (natürlich gegen Trinkgeld). In Brod Moravice angekommen war dann die Stelle aber nicht mehr ganz so wie ich es mir vorgestellt habe. Einerseits passte die Sonne nicht wirklich und andererseits war das Bahntrasse in den letzten zwei Jahren mehr und mehr zu einem Wald geworden, ein freier Blick auf die Strecke war vom gegenüberliegenden Hang aus nicht mehr möglich. So setzten wir alles auf eine Karte und fuhren mal einen holprigen Weg in Richtung Moravice, dem Umspannbahnhof zwischen dem HZ Gleich und Wechselstromnetz. Etwa 500m vor der Bahnhofseinfahrt fanden wir noch etwas, obwohl die Strasse unter der Bahn war, waren wir drüber. Einerseits kam unsere Leiter zum Einsatz, aber nicht auf der Strasse sondern auf einem 2m Kieshaufen welcher an der Strasse lag ;). Der Regio kam zugleich mit einer "alten" 3061 nach Moravice durchgefahren.

 

1061 012 in der ursprungsvariante mit einem Regio bei Moravice

  1141 017 mit einem Regio nach Moravice bei Hrelijn Ogulinski
 

Um beim Umspannen zuzuschauen und vielleicht ein Foto zu machen fuhren wir ebenfalls zum Bahnhof und quetschten uns auf den Bahnsteig zu den 1000 HZ Angestellten, ok, nicht ganz 1000, aber es waren eine ganze Menge. Die Lok welche den Zug übernehmen sollte stand bereits bereit um die 3061 zu packen und zurück zu schubsen in ihren Bahnhofsteil. Zeitgleich schob ein Rangierhobel zwei Wagen in den Bahnhof rein welche mit "Moravice - Rijeka" angeschrieben waren. Und das reichte noch nicht, ein Güterzug mit einer blau / roten 1141 fuhr noch in den Bahnhof rein. Die 3061 setzte sich dann an die zwei "neuen" Wagen und schien sich abfahrtbereit zu machen. Der Abfahrtsplan meinte dann: 16:13 gehts los - in 10min ;) So fuhren wir ohne grosse Umwege zurück nach Brod Moravie um den Zug da irgendwo in der Kurve drin zu erlegen. Was gelang ... aber leider nicht mehr in der Sonne. Den grosse Quellwolken und eine Schleierschlicht machten sich am Himmel breit, es war praktisch 0% Sonne da. Trotzdem machten wir noch den Güterzug welcher wenig später nach Moravice rollte, mit einer originalen und einer modernisierten 1061 davor.

Um vielleicht noch etwas in der Sonne machen zu können fuhren wir dann an Moravice vorbei bis in die nähe von Ogulin, wo wir Zeitlich auf einen Regionalzug trafen welcher von Zagreb her kam. Im Bahnhof von Ogulinski Hreljin welcher gleich neben der Strasse liegt. 5min nach unserem eintreffen rollte der Zug in den Bahnhof ein und kurz darauf wieder aus. Perfekt! Weiter ging es nach Ogulin zum Bahnhof, vorbei an der ein oder anderen Fotostelle. Im Bahnhof da wollten wir wieder ein Kursbuch, was wieder nicht gelang. Die Dame am Schalter hatte wohl nur ein Kursbuch welches Ihr gehört, wie Sie meinte. Wir bekamen es aber kurz zur durchsicht und haben die wichtigsten Kursbuchseiten abfotografiert - um mal mit meinem alten Kursbuch zu vergleichen. Es sollte dann ein IC von Osjek nach Rijeka kommen in gut 20min, für diesen wollten wir uns auf de Strecke wieder etwas suchen. Im Abzweigbahnhof der Rijeka und Likabahnhof fanden wir eine relativ nette Situation vor, nur der IC fehlte noch. Als zur Planzeit des ICs ein Regionalzug nach Zagreb, gebildet aus so einem S-Bahn Triebzug, auf die Eingleisige Strecke fuhr liessen wir es bleiben und wechselten den Plan.

 

 

7122 032 aus Gospic nach Ogulin am E-Sig von Josipdol

  7122 032 aus Gospic nach Ogulin bei Josipdol
 

Einer der beiden Regios von der Likabahn nach Ogulin war im anrollen, wir erwarteten eine Lok mit Wagen. Stellen gibt es auf den ersten Kilometern der Likabahn einige, wir konzentrierten uns dann auf alte Bahninfrastruktur - Flügelsignale und ein Bahnübergang mit Handkurbel. Die Flügelsignale waren noch in Betrieb, die Lichtsignale standen aber bereits - eine Frage der Zeit! Vor der erwarteten Zeit rollte dann der einteilige Y1 ran, immerhin war er kaum eingesaut und man erkennt bei genauem hinschauen sogar noch die Schwedische Nummer - 1816. Von der Lackierung her hätte ich den Triebwagen nach Karlstadt gesetzt, da hab ich mal solche gesehen in der Farbe vor vielen Jahre.  Nach dem Foto ging es zurück zum Wagen wo wir wieder mal den Blicken der Dorfbevölkerung ausgesetzt waren. Über die Autobahn ging es dann runter bis hier in Gospic. Die Autobahn ist Krass, eine Piste mitten durch die Berge. Brücken, Tunnels, Einschnitte, alles der Superlative, für das bisschen Verkehr gut überdimensioniert. Im Dorf angekommen fanden wir auf Anhieb das Hotel hier, mit etwa 40.- CHF pro Nase / Nacht inkl. Frühstück wieder relativ günstig, und eigentlich gar nicht schlecht. Im anliegenden Restaurant assen wir dann noch zu Abend vorhin, Cebavici mit Zwiebeln *lecker*. Morgen solle es bis nach Knin gehen, mal schauen was das wird.

 

 
   
 

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