Tag 41: Montag, 01.09.2008, Poprad  - Poprad, 183km

   

 
 
 

Was genau wir heute machen wollten war nicht ganz klar, nur ein Ziel hatten wir auf sicher, die alten GTW's mit den Tatrabergen am Morgen mussten sein. Pünktlich um 8 Uhr standen wir auf und gingen runter zum Frühstück welches wie letztes Jahr von einer hervorragender Qualität war. Es wird hier zwar weder Rührei noch Würstchen serviert, aber diese eine Sauce mit Zwiebeln und Kräutern ... mmmmmmmmmh, ein Traum! Nach dem Frühstück machten wir uns mal auf an die Stellen von gestern zwischen Poprad und Velki Slakov. Laut Kursbuch erwarteten uns drei Züge in einem Abstand von jeweils 30min, der einzigen Stunde im Tag mit einem Halbstundenverdichter *wow*.

Wir fuhren dann erstmal den Bahnhof von Velki Slakov an und stellten da unsere schöne Karre wieder mit der kaputten Seite der Strasse abgewandt hin. Direkt an ein Gleisdreieck, was uns sämtliche fragen nach: gibts die Strecke schon länger als die GTW's beantwortete.

Denn das Gleisdreieck sah 1., überhaupt nicht mehr benutzt aus und 2. waren die "enden" viel zu kurz für einen GTW. Warum aber da in dem Bahnhof von 3-Eck steht .. man weiss es nicht so genau ;).

Für den ersten Zug nach Poprad wollten wir direkt an der Bahnhofsausfahrt stehen, wir dachten, da hat man die Tatraberge hinten drin, was aber eine Fehleinschätzung der Situation war. So sahen wir uns gezwungen weiter nach vorne in die lange gerade vor Poprad zu spazieren. Gerade als wir auf dem höchsten Punkt der geraden angelangt sind rollte auch schon der Gegenzug aus Poprad an uns vorbei. Die lange gerade eignet sich natürlich vor allem für die Züge nach Poprad dank den Tatrabergen als Motiv, aber auch die Gegenrichtung mag richtig umgesetzt zu gefallen - den in der geraden drin gibt es eine Senke wo die Züge runter und drüben wieder hochfahren, sieht ganz schön steil aus und lässt sich mit etwas Tele prima einfangen.

Der Zug war im Kasten, der von hinten noch nicht zu sehen also sputeten wir uns etwas um bis ans andere Ende der Geraden zu kommen, was gerade so gelang, mit uns war auch der Zug nach Poprad an der Stelle.

Für den nächsten Zug hatten wir es dann nicht mehr so weit, in einer Kurve drin schossen wir ihn, und an der Stelle hat man die ganze hohe Tatra im Bild, deshalb ist die auch nicht ganz unbekannt. Leider war der Taktverdichterzug welcher jetzt kam nur aus einer GTW Einheit gebildet und nicht aus zwei wie die ganzen normalen Züge, was an der Stelle nicht gerade von Vorteil war (da bräuchte man aber im idealfall eine GTW 4 Fachtraktion oder so ;)).

 

GTW Doppel auf dem Weg nach Strbske Pleso bei Velki Slakov

  GTW als Halbstundenzug nach Poprad vor der Kulisse der hohen Tatra
 

Nach dem Foto trennten wir uns, Daniel lief hoch zum nächsten BÜ wo ich auch hinwollte, aber mit dem Wagen. Damit wir nach dem nächsten und für uns letzten Zug fix verduften konnten wählten wir diese Variante, ansonsten wäre für beide ein Fussmarsch von etwa 25min angestanden, so konnten wir es jeweils halbieren. Oben am BÜ angelangt stand Daniel schon an der Stelle und ich brauchte mich nur mehr neben ihn zu stellen und den Auslöser zu betätigen als der Zug kam.

Nun war unser einziger geplanter Punkt für diesen Tag abgehackt, was nun? Auf die Plavecpiste, oder zurück ins Hotel, oder an die Hauptstrecke? Wir waren uns schnell einig, dass die Plavecpiste das nächste Ziel sein sollte. Und wieder Zufall es will kam just zum Zeitpunkt des Erreichens der Strecke in blauer GTW von Tatranska Lominska nach Poprad vorbei welche wir an einer Stelle nächst der Strasse nach einem Sprint prima erlegen konnten, wieder bildeten da die Tatraberge und beim Nachschuss das Städtische Klärwerk von Poprad das Hauptmotiv.

 

 

GTW Doppel schon auf dem Stadtgebiet von Poprad vor der hohen Tatra   GTW 840 005 aus Tatranska Lominska nach Poprad bei Velka Lominca
 

Zu den Bergen noch zu sagen das die am heutigen Tag komplett frei waren von jeglichen Wolken, warum ist nicht so klar, weil noch gestern waren die Berge so wie letztes Jahr auch dick in Wolken verpackt .. das scheint wohl normal zu sein dachten wir.  Die Wetterlage war aber mit geistern auch nicht unbedingt vergleichbar, den anstatt blauem Himmel waren im Westen sehr dichte Schleier am Himmel und die bewegten sich, wenn auch langsam, in unsere Richtung. Da wir eh nach Osten fuhren rechneten wir damit diese abhängen zu können, was zum Glück gelang. Ohne weitere Halte fuhren wir dann zum Bahnhof von Plavec. Eigentlich auf der Suche nach einer Stelle für zwei GTW's, die Suche misslang aber, auch an etwas demotivation welche uns immer noch im Griff hat (danke liebe Zigeuner!).

Das Studium des Kursbuches krempelte unsere Planung dann noch etwas um, von den GTW's wechselten wir zum hochwertigen Internationalen Fernverkehr rüber. Plavec liegt an der Hauptstrecke von Kosice nach Polen (Krakau / Warszawa) und bildet da den Grenzbahnhof auf der Slowakischen Seite. Es gibt nebst Regional und Güterverkehr auch ein EC Zugpaar pro Tag welches Warschau mit Budapest über die Slowakei verbindet. Diese beiden Züge sollten innert der nächsten 4h folgen, was uns bewog mal etwas in der Ecke zu bleiben. Der Bahnhof selber ist nicht fotogen aber zum Gucken gut geeignet, was einem etwas merkwürdigen Betriebsablauf der Slowaken und der Polen zu verdanken ist. Der Bahnhof liegt nicht direkt an der Hauptstrecke sondern etwas abseits, Züge die die Hauptstrecke befahren müssen ihn ihm jeweils Kopf machen - eine Verbindungskurve direkt um den Bahnhof zu umfahren besteht zwar, wird aber unserem Augenschein nach nicht mehr wirklich benutzt. Da der Bahnhof ja eh nah an der Grenze ist bietet es sich an die Loks zu wechseln da drin, was bei dem EC Zugpaar auch so praktiziert wird. Bei den Güterzügen jedoch nicht ... die Slowaken fahren die Güterzüge in den Bahnhof rein, spannen vorne eine neue Lok ran und fahren dann bis in den Polnischen Grenzbahnhof bei Muszyna um da den Zug wieder zu verlassen. Warum man nicht direkt da die Polenloks davor hängt oder einfach das Gleisdreieck ausfährt ist uns nicht so klar, aber man hat ja anscheinend Zeit genug für solche Spässchen ;). Gerade mit unserer Ankunft in diesem Bahnhof verliess ein Polen-Triebwagen die Gleise auf dem Weg rüber nach Polen, schade waren wir nicht noch früher da, denn die Kiste fährt nur etwa zwei mal am Tag rüber.

Für den EC nach Warschau fuhren wir dann etwas raus aus Plavec an die einzige Stelle wo er noch mit akzeptablem Frontschatten kommt, ansonsten verläuft die Strecke sehr in Nord / Süd Richtung, was bei einem Nordfahrer am Mittag natürlich alles andere als ideal ist.

Wir kamen an der Stelle an und warteten ... nicht sehr lange und da rollte ein Güterzug mit einer Slowaken Doppellok nach Polen rüber, leider aber im Halblicht. Nach etwa 1 Stunde kam dann die Polen Lok, eine EU 17, leer aus Polen vorbei gefahren um in Plavec den EC zu bespannen welcher dann wiederum einige Zeit später an uns vorbei rollte. An der Komposition wollten wir festmachen ob wir den Gegenzug in 3h noch abwarten oder nicht. Die Komp. besteht aus 4 Wagen, davon ein Ungarischer Speisewagen eingeklemmt in einen PKP IC A und zwei B - Bunte Mischung, also bleiben für den Gegenzug.

Für den Gegenzug wollten wir dann erst am anderen Ende der Kurve stehen ... verliessen die Stelle aber wieder nachdem ein Güterzug (mit der selben 131 welche vorhin raus ist) aus Polen an uns vorbei gerollt ist. Warum wir die Stelle verliessen? Weil jetzt nichts mehr in Polen drüben war was hätte kommen können und der EC war noch fast 2h weit entfernt. Wir wollten also mal noch den Polnischen Grenzbahnhof anschauen, mit den ganzen Polenloks drin. Der Grenzübertritt gelingt natürlich dank Schengenraum ohne auch nur von einem Zöllner angegafft zu werden, für uns Schweizer immer wieder ein Erlebiss ;) Im Bahnhof von Muszyna hielten wir dann mal inne und parkten unseren Wagen um das herumstehende Material der PKP zu sichten. Es stand nebst einer Doppellok der Baureie ET41 noch eine urchig alte Lok der Baureihe ET 21 herum mit einem Schotterzug oder etwas dergleichen.

 

 

EU07 158 mit dem EC von Budapest nach Warschau bei Leluchov

  ET41 035 im Bahnhof von Muszyna
 

 Nachdem wir alles erlegt hatten wollten wir raus an die Strecke, den beide Züge waren bemannt und sahen nach abfahrt aus. An die Strecke .. soso, nur, an welche? Es gibt zwei ab dem Ort, wir hatten aber keine Ahnung welche der zweien wohin führt geschweige den wo was läuft (jaja, wir haben uns gut vorbereitet, ich weiss, wir hatten nicht mal ne Landkarte von der Gegend ;)) Als dann am Dorf BÜ noch der Güterzug mit der ET 41 an uns vorbei rollte war klar, sein lassen, bevor wir an die falsche Strecke stehen .. was durchaus hätte gelingen können, den beide sahen sehr gut abgefahren aus (später sahen wir dann, dass die eine Strecke nur eine Stichstrecke war … da also bestimmt kein Güterzug gekommen wäre ;)).

Also zurück in Richtung Slowakei, da wissen wir wenigstens was kommt, ein EC und ein Güterzug, denn gerade mit uns traf auch wieder eine Slowakische Doppellok als Lokzug im Bahnhof ein, natürlich um einen Zug aus Polen zu holen und in die Slowakei rüber zu schleppen. Hinter diesem Muszyna  fanden wir dann eine Stelle für den EC, den Güterzug mussten wir notgedrungen auch da schiessen, das Foto ist aber für die Tonne.

 Beim erreichen der Stelle auf einem Hügel liefen wir an zwei arbeiteten Polen vorbei, und natürlich liessen die es sich nicht nehmen uns anzuquatschen, Daniel machte dann einen Fehler (?) ... er fragte: Deutsch? Er meinte damit natürlich die Sprache, ob die beiden das aber so verstanden haben wissen wir nicht, weil es kam zurück von beiden: niet Deutsch! Einer der beiden sprach dann relativ gut Englisch und wir erklären den Mannen mal das wir aus der Schweiz sind und was wir so treiben.

Wir hatten von den beiden aber dann das OK und warteten in der Sonne bei einem frischen Wind auf den EC. Unter uns im Dorf in den Gärten der Häuser waren die Leute damit beschäftigt mit Sensen das Gras zu mähen bzw. die Frauen damit Kartoffeln aus den Feldern zu holen. So sassen wir da und hatten etwas zum gucken während der langen Wartezeit, denn auch die Töchter des Hauses mussten in einem Feld mit anpacken und mit einer Hacke das Gemüse aus dem Feld holen ;)

Vor dem EC kam dann der Güter welcher aber wie gesagt für die Stelle nicht wirklich geeignet war. Dann folgte der EC wieder mit einer Polenlok die aussieht als ob sie bereits mehrere Kriege überlebt hat, so alt sieht die aus, und mit den Glubschaugen sowieso ;).

Als der EC vorbei war fuhren wir wieder zurück in die Slowakei, das Ziel war jetzt Poprad und unterwegs wollten wir noch zwei GTW's erlegen welche von und nach Plavec fahren. Der Plan wurde dann aber von einer Stelle durchkreuzt welche wir nahe Podpilie an der Hauptstrecke nach Kosice fanden ... eine Strassenrbücke erlaubte einen Blick über die Landschaft und die Bahn, dass beste daran, der EC stand noch in Plavec im Bahnhof und musste noch an uns vorbei rollen. Daniel meinte zudem im Bahnhof einen Gorilla erkannt zu haben, was die Motivation zu warten noch mehr steigerte.

Der Zug kam zwar "nur" mit einem blauen Knödel, kam aber trotzdem sehr nett - ZSSK Lok vor PKP und MAV Wagen.

Wir erwarteten hinter dem EC noch einen Güterzug, wann soll er Plavec verlassen wann nicht dann? sagten wir uns. Es kam aber keiner, stattdessen wurde das Signal von hinten grün und ein 460er Triebzug rollte an uns vorbei, natürlich nicht ohne erschossen zu werden von unseren Kameras.

Nach der Einfahrt von dem kam der Güterzug, natürlich mit einer Doppellok bespannt, ob es in dem Land auch etwas anderes gibt? ;)

 

 

EP07 410 mit dem EC von Warschau nach Budapest hinter Muszyna

  Güterzug aus Polen mit 131 032 nach dem Kopfmachen in Plavec
 

Der GTW nach Poprad war schon lange weg, es blieb uns einzig der von Poprad übrig, welchen wir nahe Plavinca nach 5min wartezeit nett mit einer Telegrafenleitung im Vordergrund erlegen konnten.

Nach dem Foto fuhren wir ohne halt durch bis hier zur Pension Jakub in Poprad, einzig ein blauer alter Skoda meinte uns und noch viele viele andere Autos aufhalten zu müssen, die Kolonne war zeitweise recht lang ... die gute Frau die da drin sass lass sich aber von der Huperei und drängelei aller Autos nicht wirklich beeindrucken und fuhr gemächlich mit 60 übers Land. Und das auf einer Strasse praktisch ohne Überholmöglichkeit ... die Geduld will ich haben ;)

In der Pension angekommen machten wir uns kurz frisch und liefen dann in die Fussgängerzone zum Essen. Danach ging es noch kurz in den Bila in der Nachbarschaft ehe wir hier im Zimmer sitzend den restlichen Abend verbrachten ... *gähn*.

Und morgen geht’s zur Garage, gespannt wie lange es dauern wird unsere Scheibe zu ersetzen ...

 

 
   
 

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