Tag 44: Donnerstag, 04.09.2008, Poprad  - Zakopane, 225km

   

 
 
 

Heute war er endlich da, der Tag unserer Abreise. So zumindest hofften wir es, nicht das uns Poprad nicht gefallen würde, aber wir waren schon viel zu lange da.

Aber erst musste die Hürde des Auto Reparierens genommen werden, und dies verlangte ein frühes aufstehen unsererseits, um 7 Uhr sollten wir unseren Wagen abgeben an der Garage :-O Frühstück gab es noch gar nicht um diese Zeit und so stiegen wir verschlafen in unser Auto und fuhren durch die Stadt bis zur Garage. Der Verkehr mit welchem wir gerechnet haben war nicht vorhanden, so waren wir gut zu früh an der Garage, stellten unsere Karre vorne hin und warteten drin. Es dauerte gut 20min ehe wir beachtet wurden von „unserem“ Mechaniker – und wieder wurden wir in Deutschendorf nur in Englisch bedient ;). Wir fragten dann, wann wir wieder kommen sollen, dachten aber dass es sicherlich nach Mittag werden würde. Die 7 Einheiten DINGS auf der Offerte hatten wir noch nicht vergessen. In der Zwischenzeit wollten wir aber Bahn fahren, so die Planung. Daraus wurde aber nichts! Er meinte wir können um 10 wieder kommen, dann sei alles fertig.

So machten wir uns zu Fuss zurück auf den Weg zur Pension und da erstmal das Buffet zu Plündern, wenn man schon etwas gemacht hat fällt zumindest mir das sehr viel leichter als direkt aus dem Bett kommend.

Wir nutzten dann die verbleibende Stunde bis wir wieder los mussten zur Planung des weiteren Urlaubs …. Wohin sollen wir? Klar war es noch überhaupt nicht, nur weg wollten wir. Wir schauten uns im Treppenhaus, wo der W-Lan Empfang am besten war, abermals die Wetterberichte an, aber nur um feststellen zu müssen, dass diese sich seit dem Abend zuvor nicht wirklich verändert haben. Westen schlecht, Osten gut. Westen Schlecht ist schleicht, weil wir wollten ja eigentlich noch in die Ecke um Liberec … später vielleicht. So wollten wir es wagen nochmals nach Polen vorzudringen. Landschaftlich soll es ja nett sein auf der anderen Seite der Tatraberge. Zakopane suchten wir uns als Grundsätzliches Ziel für den Abend heraus. Den Tag selber wollten wir vor allem an der Transitstrecke aus der Slowakei verbringen bzw. da mal schauen was so geht.

Etwas nach 10 Uhr waren wir wieder bei der Garage und sahen draussen schon unseren kleinen mit einer neuen Scheibe stehen, sieht gut aus, auch die dellen an den Türen waren weg und der Blick ins innere machte es perfekt, die haben sogar die Scherben ausgesaugt ;). Wir gingen rein und nahmen die Rechnung in Empfang, 4000 Kronen wollte er haben, wo die veranschlagten 9 bzw. 7000 Kronen geblieben sind fragten wir uns schon, aber nicht ihn. Er zeigte uns dann noch kurz das Auto und wir machten uns aus dem Staub. In der Pension folgte ein letztes kurzes entspannen ehe wir unsere ganzen Habseeligkeiten wieder ins Auto und wieder ernteten wir merkwürdige Blicke der Gäste und bediensteten ;)

Dann ging es noch ans Bezahlen, wie viel wussten wir nicht, wir kannten nur noch den Preis vom letzten Jahr, da haben wir irgendwas um 800 Kronen bezahlt pro Nacht, die Rechnung die uns nun aber vorgelegt wurde war saftiger, 1500 wollte man haben pro Nacht. Janu, immer noch etwas weniger als in den ganzen Hotels rundrum, insofern nicht besonders günstig, aber auch nicht zu teuer – nur halt fast doppelt so teuer als letztes Jahr.

 

Unbekannte Lok als Lokzug nach Novi Sacz bei Barcice Dolne

  EN 71 016 als Regio aus Novi Sacz bei Barcice Dolne
 

Wir fuhren dann los und folgten immer den Schildern nach Polen, bei Stara Lubovna verliessen wir bekannte Strassen und bogen direkt nach Norden ein in Richtung Novi Sacz. Grenze gab es natürlich auch wieder nicht und bald schon erreichten wir die Eisenbahn welche sich durch das enge Tal hindurch schlängelte.

Wir wollten dann erstmal die Strecke bis nach Novi Sacz absuchen, oder wenn wir direkt etwas finden mal stehen bleiben. Es dauerte nicht lange und wir sahen die ersten wirklich schönen Stellen, wir schauten uns diese immer an und machten unsere Notizen, im Licht war noch keine, also mussten wir uns eh noch etwas beschäftigen. Ziel war, auf Güterzüge hofften wir zwar rechneten aber nicht damit, das EC Zugpaar von Budapest welches natürlich auch da lang fährt.

Die schönen Stellen nahmen je weiter wir aus dem Tal hinaus fuhren rapide ab, dichter Bewuchs und langweilige plätte nahmen schnell zu und ehe wir uns versahen waren wir in Novi Sacz selbst. Da wir immer noch kein Polnisches Kursbuch oder ähnliches hatten fuhren wir mal zum Bahnhof (TomTom sei Dank ohne Umweg) und fragten da mal nach. Njet, gibt’s nicht .. auch Faltfahrpläne scheint es nicht zu geben, weder vom Regional noch vom Fernverkehr. Wir machten dass, was wir in solchen Situation immer tun, Essen … und die Ab und Ankunftsanzeiger abfotografieren ;) In einem Imbiss im Bahnhof gönnten wir uns einen Snack ehe wir an die Strecke zurück an die erste gesehene Stelle fuhren. Hinter Barcice Dolne gibt es eine kleine Kurve in welcher man beide Richtungen schön einsehen kann.

Wir stellten unseren Wagen hinter dem BÜ an die Strasse und setzten uns in den Schatten auf der Wiese gleich daneben *gäääähn*, gemütlich! Es dauerte aber nicht lange bis der BÜ zu bimmeln begann und wir uns auf die erste Doppellok mit Güterzug freuten, fast … aber nur fast, es kam von hinten ein weisse Diesellok auf Solofahrt. Es war halb 2 und es sollte über 1h dauern bis sich wieder etwas bewegte auf der Strecke. Es kam dann der von uns erwartete Regio welcher aus einer blau/gelben Gomulka gebildet war, sehr spezielle Lackierung.

Dann ging es schlag auf schlag, keine 10min später fuhr der EC aus Ungarn an uns vorbei und wieder 20min später dessen Gegenzug. Immer beobachtet von einem älteren Herren welchen seinen Acker am Bahndamm bewirtschaftet hat blieben wir aber nochmals stehen, ein Regio fehlte noch. Und wieder keine 20min später kam dieser, diesmal schwarz/rot/grau Lackiert war die Gomulka, hübsch!

 

 

EP 07 211 mit dem EC von Budapest nach Warschau bei Barcice Dolne

  EP 07 410 mit dem EC von Warschau nach Budapest bei Barcice Dolne
 

Schon merkwürdig, die Regios fahren da nur alle paar Stunden mal, auf der Strasse gibt es mit älteren Überlandbussen aber einen gefühlten 10min Takt, und jeder Bus den wir gesehen haben war gut gefüllt. Potential wäre also vorhanden …

Dann ging es zur Überstelle, wir freuten uns schon den ganzen Nachmittag darauf, die Stelle liegt bei Glebokie, dieses Dorf ist auch im Hintergrund zu sehen. Die Stelle liegt direkt an der Strasse und dank einer grossen Bushaltestelle kann man auch prima Parken und im Wagen warten. Wir hofften natürlich wieder auf einen Güterzug, das einzig was aber sicher kommen sollte war ein Regio von hinten, in Zweifel aber besser als nichts. Aber schon wenige Minuten nach unserer Ankunft sah man die erste Wagen hinten durch die Häuser rollen, wirklich, ein Güterzug kam.

Wir hofften im ersten Moment natürlich auf eine Doppellok, an der Stelle perfekt, aber auch die ET21 mochte entzücken. Wenig später brauste von hinten wieder ein Regio durch und ehe die Sonne ganz verschwand, es war ja schon nach 16 Uhr, wurde nochmals Adrenalin ausgeschüttet. Vergebens, nur ein komischer Fahrleitungszug mit Diesellok.

 

 

Gomulka nach Novi Sacz bei Barcice Dolne

  ET21 456 mit einem Güterzug aus der Slowakei nach Norden bei Glebokie
 

 In unserem Rücke bauten sich die letzten Stunden von uns unbemerkt Gewittertürme auf, bei uns im Tal drin war es aber noch relativ schön. Trotzdem machten wir uns aus dem Staub mit dem Ziel Zakopane oder irgend einem Ort davor mit einem netten kleinen Hotel. Auf einmal, die erste Regenfront hatten wir durchfahren, sah man aber noch ein paar blaue Löcher am Himmel und eine Stelle war auch noch in der nähe. So stellten wir uns in der Hoffnung auf einen Lokbespannten Regio an die Strecke. Lokbespannt darum, weil er als fast einziger Zug laut Aushang 1 Klasse haben sollte. Es kam aber nur eine Gomulka im halblicht, diese hatte aber tatsächlich ein 1 Klasse Abteil ;)

 

 

Regio aus Novi Sacz bei Glebokie

  ED 72 014 als Regio nach Novi Sacz bei Rzeczanow
 

Dann fuhren wir endgültig los bis nach Novy Targ, auch da hätte ein Hotel sein dürfen, am Taleingang. War aber nichts .. so fuhren wir mal in Richtung Zakopane und hielten auch immer einen Blick für die Eisenbahn bereit. In Poronin fanden wir dann mal ein Schild zu einem Hotel, es lag mitten in einem Wohnquartier und es sah eher geschlossen als geöffnet aus, auch war nebst unserem vielleicht 1  Auto auf dem Parklatz. Aber die Tür ging auf und ein Zimmer wurde uns auch angeboten. Für etwas über 100 Zloty, komisches Geld … aber es war sogar mit Frühstück. Sie fragte dann was für ein Zimmer wir haben wollen, wir meinten dann, da eh schon Dunkel, egal, möglichst nah an einer W-Lan Antenne, der Wunsch wurde erfüllt. Und direkt vor dem Zimmer war ein W-Lan Sender und wir konnten endlich wieder mal ohne auf dem Boden zu sitzen im Internet nach Wetter und Fahrzeiten gucken.

Die Strecke machte aber für Fotografen einen relativ schlechten Eindruck, viel zugewachsen, wir hatten schon ein paar Stellen notiert, aber nichts war der Überbringer auf den ersten Blick. Und wir rechneten eher mit solchen Stellen wie „drüben“ heute Nachmittag ;(

Wir fuhren dann noch zum Bahnhof von Zakopane um mal zu schauen ob man vielleicht noch ein Nachtfoto oder so machen könnte und um zu Essen. Der Bahnhof macht aber einen wirklich schäbigen Eindruck, kaum gepflegt, 4 Gleise oder was … und sehr herunter gekommen, dazu wollten die noch Geld fürs Parken *tsts* ;).

Wir schauten dann vor allem noch nach im Bahnhof vorbei um ein Kursbuch oder Streckenfahrplan zu erhalten, gabs auch wieder nicht, aber der Aushang reichte. Soooo viel läuft nicht, und Güterverkehr gibt’s ja sicher nicht. So diskutierten wir dann beim anschliessenden Essen die Zukunft, welche wir aber nicht in Polen gesehen haben sondern wieder in der Slowakei für den nächsten Tag …

Nach dem leckeren Essen fuhren wir wieder zurück und legten uns mal bald ins Bett.

 

 
   
 

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