Tag 47: Sonntag, 07.09.2008, Cadca - Karniva, 216km

 

 
 
 

Wechseltag, mal wieder .. diesmal ins CD Land, nach Tschechien. Als Ziel haben wir uns mal so die Region östlich von Ostrava ausgesucht, da gibts nochmals Grenzübergänge nach Polen und noch einige Büchsenstrecken welche recht interessant sein könnten ;)

Erstmal wollten wir uns heute aber um die Büchsen in der Slowakei kümmern, auf der "Geister KBS 218" welche im Kursbuch nicht existiert. Irgendwie sind wir gestern Abend aber ohne Absprache ins Bett wann wir heute aufstehen wollte, aus dem Grund war niemand so wirklich bereit in seinem Zimmer den ersten Schritt zu tun und auf zu stehen ;)

Es war dann irgendetwas nach 9 Uhr als ich aufstehen wollte und gleichzeitig das Telefon in meinem Zimmer läutete. Es war dran, das Zimmer 105 vom Wipf und er fragte ganz scheuch ob wir denn nicht aufstehen wollen. Wir taten es und nach dem frisch machen versammelten wir uns bei Daniel im Zimmer und schauten uns mal den Fahrplan der Büchsenstrecke an. Es sah nicht gut aus, es sollte eine Büchse nach hinten fahren und zwei von da kommen .. bedeutet zwei Fahrzeuge (eins von hinten und eins nach hinten und zurück). Aus den Sichtungen wissen wir dass die Einsatzstelle sicherlich über mehr als eine Neulackbüchse verfügt, es könnte also arg in die Hose gehen.

Wir entschieden uns dann die Büchse die nach hinten fährt mal zu verfolgen, sollte es eine orange sein bis nach hinten, sollte es eine Neulack sein wollten wir in der Mitte der Strecke wo die beiden Züge sich kreuzen den Zug "wechseln" und mit dem Gegenzug nach vorne fahren, sofern es dann eine orange Büchse ist - klingt alles unheimlich kompliziert, aber es funktioniert ;)

Bis zu dem Büchsenzug waren es aber noch fast 2h hin .. und was tut man am morgen mit zuviel Zeit? Genau, mit Einkaufen und Essen verdaddeln, unser Problem war jetzt nur noch das wir gestern Abend unsere Kronen relativ genau aufgebraucht haben. So kramten wir beide unsere letzten Slowaken Krone zusammen und wir kamen auf ganz genau 30 Kronen - was etwa 1.5 CHF entspricht. Mit diesem Geld wollten wir uns jetzt Frühstück kaufen ;) Es reichte für zwei Jogurts, zwei Brötchen und ein Dessert in form von einem Riegel ... es blieben nach dem bezahlen noch 2 Kronen, also etwa 10 Rappen *wow*  - aber versucht mal bei uns für 1.5 CHF oder 1 Euro ein Frühstück für zwei zusammen zu kaufen, das klappt mit Sicherheit nicht.

Wir setzten uns dann an die erste Stelle nahe Staskov und warteten im Schatten mampfend auf die Büchse aus Cadca, über eine Stunde, aber man hat ja sonst nix zu tun. Pünktlich auf die Büchse stellten wir uns an den Haltepunkt und warteten gespannt auf was da kommt ... und es kam was wir uns erhofft hatten, ein oranger 811, mit einem altlack Beiwagen welcher in einem grässlichen Zustand ist (das wünschten wir uns nicht).

 

811 022 mit Beiwagen im HP Staksov Zast.

  811 022 als Regio von Cadca nach Makov kurz hinter Staksov
 

Wir schossen den Zug und verfolgten ihn, bis zum Endbahnhof erwischten wir ihn noch 3*, hinter Staskov  an einem BÜ, in Sulkov Potok auf offenem Feld und an der Dorfdurchfahrt von Turzovka.

Dann gelangten wir wegen eines Fehlversuches für eine Stelle hinter einer Kolonne  welche sich an einem BÜ gebildet hatte, dank den  schleichern vorne dran gelang es dann nicht mehr die Kiste bis zum Endbahnhof an einer Stelle zu machen, was aber relativ egal war. Am Endbahnhof gaben wir uns dann noch das Umsetzen der Büchse.

 

 

811 022 nach Makov am Dorfausgang von Turzovka

  811 022 hat mit seinem Beiwagen aus Cadca kommen Makov erreicht
 

Dazu musste die Zugbegleiterin im Bahnhof die Weichenschlüssel holen und dann die ganzen Weichen aufschliessen und umstellen - alles in allem dauerte es etwa 10min bis die Büchse um den Beiwagen herum umgesetzt hatte - ganz schön mühsam. Wir hätten die Büchse nun natürlich auf der Rückfahrt noch machen können, an etwa zwei Stellen im Licht, aber irgendwie hatten wir die gesehen ..., also weiter.

Unser Weg führte dann weiter in das Tal hinein über die Slowakisch Tschechische Grenze welche wieder mit einem neu wirkenden Bau sehr gut ausgestattet war. Da ging auch viel Geld rein das man sich hätte sparen können ;)

Über das CZ Hinterland fuhren wir dann immer dem Navi nach unserem Ziel entgegen, bis wir dann auf einmal am Strassenrand in einem Dorf eine Büchse entdeckten! Huch, schon wieder Eisenbahn .. die gesehene Büche stand im Bahnhof von Ostravice und sollte laut Kursbuch bald hinter uns her fahren, zumindest an Werktagen, was wir aber erst merkten als wir schon 5min an der Stelle standen ;).

Das Wetter an sich war aber hier in Tschechien eher labil, es war sehr bewölkt und die Sonne schien nur mit viel Glück durch die Wolken. Aber die 30min warten welche nötig gewesen wäre bis die Büchse kommt wollten wir nicht, soo viel sind uns die Kisten dann auch nicht Wert.

So fuhren wir weiter dem Navi nach bis wir den ersten Supermarkt fanden, wir brauchten erstens etwas zu Trinken und zweitens noch CZ Kronen. In einem Nonstop Tesco fanden wir was wir fanden, sowohl Bancomat (welchen wir erst für eine Kinderspielecke hielten bis uns der Wachmann den Automaten zeigte ;)) als auch etwas zu Trinken. Sogar ein Döner lag noch drin, mit echtem Dönerfleisch aus Berlin (das versprach zumindest die Werbung am Dönerwagen).

 

 

811 022 setzt sich an den Beiwagen in Makov

  Büchse 810 191 verlässt den Grenzbahnhof Petrovice u Karvine gen Ostrava
 

Gestärkt ging es auf die letzten paar Kilometer bis nach Karniva, wo wir um kurz nach 15 Uhr erstmal eine Bleibe für die nächsten Nächte suchen mussten. Im Navi ist eine ganze menge drin und wir begannen uns mal von oben durch die Liste zu arbeiten. Im Hotel Sport war nur für die nächste Nacht etwas frei, für den Notfall ok, aber nicht die Idee. In der Pension 1 in der Innenstadt war anscheinend ganz voll und so blieb uns noch ein Versuch in der Innenstadt, die Pension Arno.

Wir klingelten und jemand der nicht Englisch und Deutsch sprach kam dann runter. Sie meinte dann nur "Moment" und verschwand wieder .... was uns nach 2min warten etwas komisch vor kam.

Daniel wollte schon gehen und ich war nur eine Sekunde davon entfernt zu sagen, ok, weg hier, als sie wieder kam und meinte das es ok sei. Mit Händen und Füssen konnten wir ihr dann erklären wie lange wir bleiben wollen und sie erklärte uns mit Händen und Füssen was der Spass kosten sollte. Wir sind nun im Zimmer 1 einquartiert mit Blick auf den grossen Platz der Stadt, wo auf einer Bühne vorhin noch ein Orchester zum Konzert lud. Die Lage ist also Top, Parkplatz gibt’s auch direkt vor dem Haus .. das Zimmer ist riesig, mit riesen Sat. TV, Kühlschrank und natürlich W-Lan (was immer mehr zum Standart zu werden scheint). Ja sogar das Frühstück ist inklusive, und das alles für 990 Kronen pro Nacht für beide. Ist zwar nicht extrem günstig, aber für die gebotene Leistung sehr gut. Beim durchlatschen der kleinen aber feinen Innenstadt fanden wir auch noch ein Lokal für das Abendessen, daran dachten wir zwar schon, Zeit dazu war es aber noch nicht. Fragt sich was man mit dem angebrochenen Nachmittag noch machen will ... und wir taten dass, was wir immer tun, (nein, nicht Essen), Strecke abfahren um zu merken das nichts geht ;)

Im Ernst, wir schauten uns mal die Strecke nach Polen an und fuhren dazu als erstes den Grenzbahnhof an, er liegt noch auf CZ Seite in Petrovice u Karvine. Wir fuhren auf den Bahnhof zu und sahen schon bevor wir auch nur irgend etwas anderes sahen zwei PCC 311D stehen ... *goil*! Schnell gingen wir raus und schossen ein Foto von den Kisten, im Bahnhof stand ansonsten noch eine CD Cargo Lok mit Autozug und eine Büchse mit gelben Warnstreifen auf der Front - sieht chic aus ;). Diese Büchse setzte sich dann auch kurz danach in Bewegung und wir schossen sie bei der Ausfahrt sogar im Licht.

In der Ferne am anderen Bahnhofsende erkannten wir wie sich gerade eine weitere PCC Trommel an einen Zug setzte und wohl im laufe der nächsten Zeit dahin verschwinden wird. So war der Fall umso klarer, rein nach Polen, egal wie, aber so eine Lok muss vor einem Zug her, wenn nicht heute dann später.

 

 

311D 19 von PCC nebst 182 163 im Bahnhof von Petrovice u Karvine

  EN57 1951 Ra als Regio von Polen nach Ostrava in Petrovice u Karvine
 

Heute wurde es dann nichts, weil das Licht bis auf eine Stelle (im Wald) nirgends passte und auch sonst nicht viele Stellen rum sind. An der Strassenbrücke bei Drogomysl gibt es etwas was wir mit zwei sich dicht folgenden Güterzügen probierten, und dann weiter hinten gäbe es noch ein BÜ, am Fotogensten ist da noch der Abschnitt direkt hinter der Staatsgrenze, es geht also was, und das werden wir an einem schönen Tag sicherlich auch ausprobieren.

Zurück am Bahnhof schauten wir uns die PCC Loks nochmals etwas genauer an, genau so wie ein Neulack Knödel und eine Schlumpfinen 742.

Dazwischen kam noch eine Polen Gamulka auf dem Weg nach Ostrava vorbei, welche wir ebenfalls schossen. Alles in allen, es ist gut was los auf der Strecke, der Verkehr aber relativ langweilig bis auf die PCC Loks - die Staatsbahn selber fährt wohl vor allem mit den ET22 in den Bahnhof.

Anschliessend fuhren wir zurück in die Pension um nach dem Duschen etwas zu Essen auf dem Platz.

Und morgen ... ja morgen, ääh, das Wetter soll schlecht werden, was eignet sich da besser als eine kleine Eisenbahnfahrt? Nichts genau, deshalb wollen wir das auch machen, mal Strecken abfahren um nach der „Fuzzbarkeit“ Ausschau zu halten.

Das Internet nutzten wir dann im laufe des Abends noch dazu um auf der zelpage.cz heraus zu kriegen wo interessante Kompositionen verkehren, also alles ausser Büchsen und Schneewitchensärgen ;)

Jetzt schauten wir noch ein wenig Fern um die letzten Minuten von diesem Sonntag durch zu kriegen .... und in einer Woche liegen wir im Bett zuhause und "freuen" uns auf den ersten Montag nach dem Urlaub *ächts*.

 

 
   
 

Alle Texte und Bilder sind (C) bei www.bahnpics.com  - Erstellt für eine Bildschirmauflösung von 1024*786 Pixel