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Nachdem es gestern Abend noch stark
geregnet hat zeitweise sollte es heute schön sein, sollte … den so recht
daran geglaubt haben wir nicht. Daniel bekam das schöne Wetter dann aber
direkt zu spüren, da die Sonne ihn durch die Fenster um kurz nach 7 Uhr
in die Birne zündete. Leider nutzte er die Gelegenheit aber nicht um
aufzustehen sondern nur um sich um zudrehen, was aber halb so schlimm
war, denn der Wecker rüttelte uns keine 30min später eh wieder aus dem
Schlaf. So wurde es dann genau 8 Uhr bis wir rauf zum Frühstück liefen
und uns da an unserem Teller verköstigen, es gab ein Ei, Birchermüesli
und *mampf* …
Der Plan für heute sah vor erst an der
Strecke in Tschechien nach Bohumin etwas zu machen, Daniel hat da
gestern aus dem Zug noch eine stelle gesehen, und dann rüber zu wechseln
nach Polen an die am Sonntag noch gefundene Stelle mit dem
Schrankenposten.
Was wir noch im Kopf hatten für die
Mittagszeit war ein City Elefant zu Fotografieren, diese fahren vom
Tschechischen Tessin nach Ostrava und auch diese Strecke ist nicht weit
entfernt.
Wir fuhren aber erstmal aus der Altstadt
raus und ich wählte beim Navi mal die Stelle an, wo sie den hätte sein
können. Wir fuhren direkt da hin und es eröffnete sich uns eine
„Fotostelle“, eine offene Kurve, ohne wirklichen Hintergrund, aber wir
wollten mal abwarten, mit dem wissen nicht zu wissen wohin wir sonst
sollen, weil in Polen kannten wir keine Stelle für die Früh und auch in
Tschechien gibt es kaum etwas brauchbares als alternative. |
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130 014
mit einem Güterzug nach Polen bei Dolni Lutyne |
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130 027 mit einem Güterzug
nach Polen bei Dolni Lutyne |
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Als wir an den BÜ fuhren war er gerade
geschlossen, so sputeten wir uns und stellten uns mit der Kamera auf den
Weg. Es geschah nichts, nach etwa 2min ging der BÜ dann aber auf und die
Trecker welche mit gehäckseltem Mais die ganze Zeit hin und her fuhren
konnten durch.
Wenig später senkte sich der BÜ erneut
und dann kam auch ein Zug. Erst eine S-Bahn mit einer 460er Komp. Und
dann auf Parallelfahrt ein Güterzug mit einer 130er wohl auf dem Weg zur
Grenze. Wir rechneten hier mit etwas Verkehr, die Strecke nach Polen
war noch drin genau so wie die Strecke runter nach dem Tschechischen
Tessin bzw. Cadca in der Slowakei.
30min später kam wieder ein Güterzug mit
einer 130er von vorne ehe sich wieder längere Zeit nichts regte. Ausser
je einer S-Bahn pro Stunde und Richtung war jetzt Sendepause … es kam
einfach nichts mehr von vorne. Der BÜ derweil senkte sich bei jedem Zug
zeitig und ging dann erst etwa 5min nachdem der Zug durch war wieder
auf, für die Trecker muss das extrem mühsam sein ;) Eine 363 kam dann
nach einiger Zeit noch als Lokzug … und da war es schon 12 Uhr.
Wir schauten mal im Kursbuch und
entschieden uns noch 45min an der Stelle zu verharren, es sollte sich
gegen halb im Fernverkehr etwas tun, ein EC nach Warschau und einer nach
Zilina war verzeichnet und wir rechneten mit einer Polen und einer ZSSK
Lok und möglicherweise bunten Wagenkompositionen.
Der Polen EC kam dann pünktlich mit
einer EP09 von PKP Cargo und einer reinen PKP IC Garnitur, der EC nach
Zilina kam nicht pünktlich, und war minder interessant. Ein Neulack
Knödel zog den Zug bestehend aus einer CD Komposition. Ich hatte die
Stelle gesehen, es war zudem auch Sonnentechnisch höchste Eisenbahn zu
verduften, der Frontschatten machte sich unangenehm bemerkbar. |
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460er
S-Bahn auf dem Weg in Tschechische Tessin bei Dolni Lutyne |
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EP09 033 von PKP Cargo mit
einem EC nach Warschau bei Dolni Lutyne |
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Unser nächstes Ziel war die City Elefant
Linie im Süden. Im Navi suchten wir mal einen Bahnübergang in einem
offenen Gelände und glichen es mit unserer Karte ab, es sah nicht
schlecht aus … Zeitlich waren wir gut dran, 30min zum hinfahren und dann
hatten wir 20min für die Stellensuche ehe je ein Zug pro Richtung kommt.
Wir fuhren dann durch die interessante
Gegend runter, interessant nicht wegen extra schöner Landschaft sondern
weil man eigentlich überall irgendwelchen Minen und Kraftwerken entlang
fährt … und das meiste schien noch in Betrieb zu sein. Als wir dann so
fuhren und um eine Kurve bogen stand ein Mann auf der Strasse mit einer
Kelle und winkte uns raus, phhu, Polizei. Verkehrskontrolli, dass
verstanden wir, aber er uns nicht. So knallten wir ihm wieder alles hin
was wir hatten und nach einem schiefen Blick seinerseits gab er uns
etwas überfordert alles zurück und winkte uns weg.
Ohne weitere Verzögerung kamen wir dann
an die Strecke und suchten uns zwischen Horní Suchá
und Albrechtice u Českého Těšína eine nette Stelle. Was zum Glück
möglich war, und nach einer kleinen Rodungsaktion passte auch ein City
Elefant perfekt rein. Komischerweise kam dann der von hinten aber auf
dem „falschen“ Gleis, er fuhr rechts .. und das obwohl wir immer dachten
die CZler fahren links. Kam uns aber gerade recht und wenige Minuten
später rollte der Gegenzug auf dem für ihn rechten Gleis gen Ostrava.
Vom Bild begeistert packten wir ein und fuhren nach Polen rüber.
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City
Elefant von Cesky Tessini nach Ostrava zwischen Horní Suchá und
Albrechtice u Českého Těšína |
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EP09 035 mit einem EC von
Warschau nach Prag bei Marklowice Gorne |
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Zur Sicherheit
schauten wir noch schnell am Bahnhof von Petrovice u Karviné vorbei um
zu sichten was so rumsteht. Von den PCC Loks war nur mehr eine da und
auch sonst wirkte der Bahnhof eher gähnen leer als voll. Wir sahen aber
bis auf die PCC Lok keine einzige Polenlok, was uns in dem Gedanken
bekräftigte das im laufe des Nachmittages bestimmt noch Züge aus Polen
kommen müssen und uns dafür in der ersten Phase nichts in den Rücken
fährt.
Mit einem kleinen
verfahrer erreichten wir dann unsere Stelle wenige Kilometer hinter der
Grenze in Polen, stellten unser Auto ab und erfreuten uns das wir nicht
zu früh gekommen sind, weil die Sonne war gerade am reindrehen. Wir
versuchten uns dann mal zu stellen auf einem „Berg“ neben der Strecke.
Es sah zumindest so aus als sei es einer, mit etwas Gestrüpp drauf.
Dieses Kraut war aber >2m hoch und sehr dicht … damit einerseits
deutlich grösser als wir und eigentlich nicht zu durchlatschen. Wir
versuchten dann von hinten noch hoch zu kommen was aber wiederum am viel
zu hohen kraut scheiterte.
Wir stellten uns
dann an den einzigen möglichen Platz und warteten mal, und nicht lange
da senkte sich der BÜ. Wir wussten sogar was kommen müsste, ein EC aus
Warschau. Es tat sich aber nichts, 10min vergingen bis dann ein Zug von
hinten anstatt vorne kam, es war ebenfalls ein EC. Wieder ging der BÜ
runter und wieder dauerte es schier ewig bis der EC kam, wieder mit
einer PKP Cargo EP09. Das Foto entstand um ziemlich genau 15 Uhr .. so,
jetzt aber Güterzüge, dallidalli. Es dauerte dann aber über 2h bis der
BÜ das nächste mal runter ging und eine ET22 mit einem Fiatzug nach
Westen rollte, in den 2h geschah einfach nichts! Am Sonntag rollte das
aber anders …
Das Licht war aber
eh erst jetzt richtig gut und wir freuten uns als 15min später der BÜ
wieder runter ging. Das muss wieder ein Zug nach Westen sein, ausser die
Lok kommt leer zurück. Und das war dann leider auch der Fall ;(
Während wir dann im
Schatten auf die nächsten Züge warteten war im BÜ Posten Schichtwechsel,
und die neue kam nicht mit dem Fahrrad wie die letzte sondern mit dem
Auto und das parkte die unfotogen vor dem Wärterposten.
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ET22 1118
mit einem Autozug nach Tschechien unweit der Grenze bei Marklowice Gorne |
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EN57 1951 (die selbe wie
gestern) als Regio nach Ostrava bei Marklowice Gorne |
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Dann wurde es
lustig, wir sassen im Auto im Schatten und da seh ich die Polizei oder
der Zoll an den BÜ ranfahren .. ich sag zum Wipf scho, schau die
Schmiererei, wetten die kommen zu uns. Voillat, kaum bei uns hielt der
Fiat Panda mit iuiuiu Licht auf dem Dach vor unserem Wagen, ein
Uniformierter und zwei in Zivil sprangen raus und begannen uns zu
belästigen. Papier blabla. Wir taten in diesem Falle was wir in solchen
Fällen immer tun, dumm stellen und einfach alles an Papier hingeben was
wir dabei haben. Einer nahm dann alles und verschwand mit dem Handy am
Ohr im Panda. Ein anderer wollte dann das ich den Kofferraum öffne und
mit seinen Gesten gab er mir zu verstehen – ausräumen! Ich tat dann
etwas demotiviert und nahm erstmal nur die beiden Schlafmatten gemütlich
raus, dann noch das Zelt und noch Daniels Schlafsack.
Das alles eröffnete
dem Zollbeamten nur ein Blick auf unser Chaos – und sein
Gesichtsausdruck sagte mir in etwa: Phuu, sauerei! Er lief dann weg und
ich räumte alles wieder ein. Ich ging dann zum Wipf zurück und wir
werweissten was die wollen, wir unterhielten uns auf Schweizer Deutsch
und lachten ab und an, was die anderen irgendwie etwas irritierte.
Unsere Papiere waren
anscheinend auch in Ordnung und der Trupp verzog sich, aber nicht weit,
beim BÜ gingen sie ohne zu Klopfen hoch zur Dame und blieben etwa 10min
da drin. Ob wohl die freundlichen PKP Frauen oder jemand der
durchgefahren ist den Zoll gerufen haben? „Hallo, ja, hier stehen
Ausländer schon den ganzen Nachmittag rum und machen nichts“. Wir waren
dann auf jeden Fall froh als der BÜ sich senkte und wir demonstrativ mit
unseren Kameras an die Strecke stellten, so dürfte dann auch dem letzten
Depp klar sein was wir genau machen. Wäre mehr los gewesen wäre die
Chance uns beim Fotografieren zu sehen grösser gewesen als beim
Rumsitzen, aber so – schon etwas verdächtig, zugegeben.
Der BÜ senkte sich
übrigens für eine Gomulka nach Ostrava welche mittlerweile im
Büchsenlicht an uns vorbei zog. Ein Block hinter der S-Bahn räumten wir
dann auch zusammen, da kommt wohl nichts mehr im Licht … wie immer mit
einem letzten Blick im Grenzbahnhof fuhren wir zurück nach Karvina in
die Altstadt. Wieder verbrachten wir den Abend mit einem leckeren
Abendessen im gleichen Restaurant wie immer und anschliessend mit etwas
Planerei für die letzten Tage und etwas TV gucken im Zimmer *gähn*.
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