Tag 50: Mittwoch, 10.09.2008, Karvina  - Ceske Budejovice, 412km

   

 
 
 

Heute stand mal wieder ein grösserer Wechsel an, unser Ziel lag weit im Westen. Ausgesucht haben wir es uns gestern Abend noch nachdem wir im Internet Bilder vom Hofbauer seiner 4010 Abschiedstour gesehen haben. 4010 der ÖBB, jaja, eine Baureihe die uns eigentlich auch noch fehlt, und so war dann nach kurzer Evaluation klar, wir fahren für die letzten zwei Tage ins Ösireich. Da man dieses in einem Tag aber nicht wirklich erreicht und wir den heutigen Tag ja noch nutzen wollten suchten wir uns als Ziel Ceske Budejovice heraus, da kannten wir noch einen Campingplatz mit Cabins.

Der erste Teil vom Tag wollten wir an der Dieselpiste nach Hulin verbringen, den zweiten Teil an der Hauptstrecke nach Prerov. Es passt alles als wir um 7 Uhr motiviert aufgestanden sind, Wetter war wieder ausgezeichnet, wir waren kaum mehr müde und es konnte losgehen. Nach dem Frühstück welches sich qualitativ (und quantitativ) wieder hervor hob und dem zusammenräumen unseres Krempels bezahlten wir noch eben und  verliessen dann ein letztes mal die Pension Aldo, aber nicht ohne uns mit Visitenkarten einzudecken, wer weiss .. vielleicht ja mal wieder.

Wir fuhren dann über das Tessin und Frydek Mistek zu der ersten von uns angekreuzten Stelle auf der Karte von der Bahnfahrt. Kuncice pod Ondrejnikem heisst die Ortschaft, in dessen nähe wir uns aufstellten in eine Kurve.

Wir waren da, die Stelle war noch da, die Züge waren auch da, nur jemand fehlte noch nach unserer Ankunft um kurz vor 9 – die Sonne! Unsere Kurve war noch im Schatten, da wir den ersten Brillenzug aber erst in etwa zwei Stunde erwarteten wollten wir einfach mal warten, sicherlich nur eine Frage de Zeit bis die Kurve voll im Licht ist.

Wir hatten aber kaum geparkt und uns mal eingeschossen da ging der Bahnübergang auf dem Feldweg vor uns runter, er ist etwa 2km vom Bahnhof entfernt, wird aber per Seilzug bedient ;) Und der Feldweg hat ein BÜ, die Strasse zu den paar Häusern auf welcher wir gekommen waren hingegen nicht, verkehrte Welt.

Der BÜ war unten und es dieselte von der richtigen Richtung, es kam dann der wohl tägliche Nahgüterzug, mit einer Nähmaschine im Licht .. und immer diese süssen Begleitwagen ;)

 

742 377 mit einem Nahgüterzug rgt. Ostrava bei Kuncice pod Ondrejnikem

  843 mit Büchsenhängern als Regio nach Ostrava bei Kuncice pod Ondrejnikem
 

Für den folgenden Regio, ein Schneewittchensarg, liefen wir dann mal ans andere Ende der Kurve um ihn im vollen Licht erlegen zu können, was nach einer Stunde warten auf einer sonnigen Wiese um etwa 10 Uhr auch prima gelang. Zurück am Wagen dauerte es erneut 1h bis der nächste Zug folgen würde, diesmal aber ein Brillenexpress. Ostrava hat nicht viele bunten Brillen, trotzdem hofften wir natürlich auf eine, wurden aber enttäuscht. Bis auf den Schienenräumer war alles normal langweilig.

An die nächste Stelle hatten wir es nicht weit, gleich schon hinter Frenstadt pod Radhostem, der nächsten Ortschaft, haben wir uns die nächsten fotogenen Meter notiert. Da der nächste Zug aber weit über eine Stunde entfernt lag mussten wir uns die Zeit irgendwie vertreiben, und dies taten wir mit einem zweiten Frühstück in der Sonne.

An den Stellen wollten wir insgesamt 4 Züge schiessen, davon ein Brillenzug und drei 843, so sagte es die Zelpage voraus, und sie sollte wieder mal recht behalten.

 

 

754 040 mit einem Regio nach Ostrava bei Kuncice pod Ondrejnikem

  843 003 nach Ostrava hinter Verocive
 

In der wirklich netten Landschaft zwischen Frenstadt pod Radhostem und Verocive erlegten wir erst einen Sarg nach Osten, dann einen nach Westen, dann einen nach Osten und zum schluss um nun schon 4tel vor 2 einen Brillenzug nach Ostrava. Leider war aber dieser wieder mal mit einer langweiligen braun / grünen Brille bespannt.

Der sehr maue Verkehr auf der Strecke und die, seltenen und langweiligen Brillen vertrieben uns danach an die Hauptstrecke, obwohl wir noch einige Stellen offen hatten auf der Karte.

 

 

843 als Regio nach Hulin in der nähe von Verocive

  843 von Ostrava mit Büchsenhängern bei Verocive
 

Das wechseln auf die Hauptstrecke war eine glatte Sache, da die Parallel laufende Strecke keine 20km weit von uns entfernt war. Die rausgeschriebene Stelle hatten wir dann nach bereits 30km erreicht. Die Sonne am Kirchenblick von Jesenik nad Odrou war gerade am reindrehen und die Stelle mochte uns gefallen. So parkten wir auf dem Feldweg daneben und warteten mal auf die Züge.

Beim anfahren der Stelle fuhr uns ein Post-Knödel in den Rücken und kaum waren wir an der Stelle noch ein Post-Gorilla, wir hofften natürlich, dass diese beiden Loks nach der Wende in Bohumin wieder zurückkommen werden.

In den nächsten 2h Stunden rollte es gewaltig, Knödel in allen möglichen Farben, mit Güter und Personenzügen, eine 130 schaute vorbei, die beiden Postloks, eine 460er Regiokiste und sogar eine Schlumpfine. Wir waren nicht lange da, da fuhr ein Skoda Kombi auf dem Feldweg an uns vorbei und parkte kurz dahinter. Wir stellten uns bereits auf eine kleine Diskussion ein mit einem Anwohner als der Fahrer wenig später mit Sack und Pack und Leiter daher gelaufen kam. Aha?! Da war es wieder, unsere Motivklingel hatte im richtigen Moment geklingelt, denn wenn die Einheimischen an eine Stelle kommen kann sie so schlecht nicht sein für die Strecke ;)

Er baute dann seine Ware auf und wir kamen mit ihm, in Englisch, ins Gespräch. Ein Vollzeit fuzzy war es, für den Railvolution Verlag. Und er war nur wegen der Schlumpfine gekommen ;)

 

 

362 121 mit einem R rgt. Brno bei Jesenik nad Odrou

  151 014 (Post) mit einem R nach Prag bei Jesenik nad Odrou
 

Er, ein Tscheche natürlich, war ein absoluter Stadler-Fan (sei auch schon in der Schweiz gewesen auf Einladung ect.) erklärte uns dann warum seiner Meinung nach die CD die schlimmste Eisenbahn auf dem Kontinent ist ;) Büchsen mochte er nicht, die RegioNova schon gar nicht, mit den neuen Loks kann er sich nicht anfreunden ect. Ich sah in ihm dann mich, wenn ich über die Schweiz rede ;)

Dann geschah wieder etwas merkwürdiges, es kam NOCH einer! Diesmal ein älterer, er konnte ein wenig Deutsch und mit ihm unterhielten wir uns dann, nachdem der andere mit dem Schlumpfinenbild im Sack zusammenräumte.

Aber auch wir räumten dann bald zusammen, es war etwa 16:30 und die Sonne hatte den idealen Winkel bereits wieder verlassen.

Nun stand der lange Weg nach Ceske Budejovice auf dem Plan, etwa 4h veranschlagte da unser Navi für. Was eine Ankunft so um 21 Uhr bedeutet, kam uns aber gerade recht.

Wir schworen uns diesmal dem Navi nicht einfach Blind zu vertrauen und kontrollierten die Route kurz  vor der Abfahrt. Wir wollten nicht zu viel Autobahn fahren und dafür einen riesen Umweg für ein paar Minuten Zeitgewinn in Kauf nehmen, aber auch nicht nur über Land gondeln weil kürzer. Als es dann aber dunkel wurde irgendwo auf der Autobahn hinter Brno dachten wir nur, ääh, das steht dann schon nach Ceske auf einem Schild wenn es soweit ist, wir folgen einfach den Schildern. Als das Navi dann auf einmal von der Autobahn runter wollt folgten wir, weil in der grossen Kontrolle sah es direkt aus ;). Es ging dann aber erstmal viele Kilometer durch das CZ Hinterland auf nicht wirklich grossen Strassen … wir verfluchten das Navi und unsere Faulheit der Kontrolle wieder mal ein wenig.

Im nachhinein betrachtet fuhren wir aber den direktesten Weg, sogar google.maps schlägt die gefahrene Route als schnellsten Weg vor. Sooo falsch konnte es also nicht gewesen sein ;)

Um kurz nach 21 Uhr erreichten wir dann den bekannten Campingplatz, obwohl nirgends aufgeführt reichten unsere Erinnerungen um ihn direkt ansteuern zu können. Wir schnappten uns bei der Deutsch sprechenden Dame an der Rezeption eine Hütte und gingen anschliessend noch in die Stadt kurz etwas Essen.

Zurück im Haus schlossen wir unsere Planungen für den morgigen Tag im Ösireich ab. Nach einem 4010 am morgen wollen wir uns an der Westbahn etwas die Zeit vertreiben, masste statt Klasse, aber Wurscht!

 

 
   
 

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