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Genau wie gestern machte es auch heute wieder um 5:45
*iiiuiiiuiiiu* - mein Handy weckte uns mit einem Estischen
Bahnübergangssignal :-). Wir räumten dann alles zusammen und fuhren um
kurz nach 6 Uhr los, natürlich wieder für den Nachtzug, welchen wir
heute irgendwo in den Bergen von Kastel Stari erlegen wollten. Als wir
aber auf der Hauptstrasse fuhren, sah Pascal auf einmal oben im Berg
einen Nachtzug fahren, es war genau 6:15. Schon da? Etwas arg früh die
Kiste .. trotzdem wendeten wir und begingen wieder denselben Fehler wie
schon so oft in diesem Urlaub, wir versuchten einen Zug zu verfolgen
obwohl es aussichtslos war. Diesmal lag es aber vor allem am Wetter, den
einige wenige Wolken klebten am Berg und machten so die Stelle bei der
Brücke, wo wir hin wollten, kaputt. Also wieder gewendet und zurück
dahin, wo wir eigentlich wollten. Wieder beim hinfahren sahen wir einen
GM Bespannten Regio runterfahren, wohl 5501, mit etwas gegen 20min
Verspätung. Jan meldete dann (danke nochmals) das der Nachtzug welchen
wir im Auge hatten, mit +80 unterwegs ist. Wir hatten also mehr als
genug Zeit, auch wenn wir uns über die verpasste GM etwas ärgerten. Wir
kämpften uns dann den Hang hinauf bis zum Damm, welchen wir bereits
gestern gesichtet hatten, nach 10min waren wir dann oben. Und die Schuhe
und Socken voller so vertrocknetem Grasdingszeugs, was klein und spitz
sich immer in die Haut bohrt, wenn es dumm liegt (was es eigentlich
immer macht ;)) Die Stelle oben war aber lichttechnisch schon wie die am
Vortag etwas ungünstig gelegen. Auch hier wieder, richtig viel
Seitenlicht war dem Zug nicht gegönnt, in 60min schon gar nicht. Deshalb
machte ich mich etwas auf die Suche nach etwas Neuem, genau so auch
Pascal. Etwa 1km hinter dem von der Strasse aus gesehen Damm gab es in
einem Seitental drin einen zweiten grossen Damm. Ich stellte mich da in
den Berg und wartete auf de Nachtzug, welcher zwar mit etwas
Frontschatten kam, was auf die Distanz aber zu vernachlässigen ist. Da
die Sonne für die Züge von Split noch ein wenig gut stand entschlossen
wir noch in der Kurve zu bleiben, für einen GM Regio und evtl. einen ICN.
Wie befürchtet kam das Ganze aber etwas später als es das Kursbuch
versprach. Erst kam dann auch der ICN anstatt der Regio.
Als der durch war, mussten wir weiter, wir wollten
heute schliesslich noch die Güterzüge nördlich von Knin erlegen. Wegen
einer Umleitung war der direkte Weg gesperrt, was einen kleinen Umweg
nötig machte - Zeit ging verloren, die nicht hätte verloren gehen
dürfen. In Knin angekommen machten wir erstmal bei der Tanke halt und
besorgten uns kalte Getränke, denn es war so um 10 Uhr morgens schon
wieder deutlich über 30°C. Da ich noch ein kleines Hüngerchen verspürte,
wollte ich noch in den Lidl im Dorf etwas zum Frühstück holen. Es ging
nicht lange und wir waren wieder auf dem Weg auf die Ebene von Sucevici,
wo wir den ersten und auch den zweiten Güterzug erlegen wollten. Ich
fuhr relativ fix, langsam fahrende LKWs kosteten aber wieder wertvolle
Minuten. So kam es, dass wir beim erreichen der Hochebene gerade einen
Zug aus dem Bahnhof von Zrmanja (der sich eigentlich in Sucevici
befindet) haben ausfahren sehen. Das wird Eng, dachten wir und bogen in
den Feldweg ein. Keine 20m vor uns hat dann ein Gemeindefahrzeug mit
Seitenmäher die Arbeit aufgenommen. So war die Verfolgung natürlich
nicht möglich und wir liessen den Zug fahren. Schade, es wäre nämlich
eine grüne GM mit einem netten Güterzug gewesen *hm*. Der Zug war früh
unterwegs, wir hatten erst nach dem ICN mit ihm gerechnet und dieser
hätte planmässig erst vor 5min durch sein müssen. Wir stellten uns
trotzdem in der Ebene an die Strecke und kaum sassen wir im Schatten,
tauchte der ICN nach Split auf. Wir rechneten mit einem zweiten Güterzug
welcher dann prompt nach etwa einer Stunde auch kam, leider wieder nur
mit einer Lok und dann noch mit einer ohne gelbe Streifen.Aber immerhin
ein Güterzug! |
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Nachtzug
nach Split höhe Drogir mit einem Kurswagen aus Budapest |
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GM mit einem Güterzug nach
Split bei Zrmanja auf dem Weg nach Knin |
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Nun war etwas Pause. Was machen?
Wir gingen zwecks Stellensuche hoch auf den "Berg" ... Stellen gibt es
viele, nur kaum Züge um sie umzusetzen. Um herauszufinden, wann welche
Züge kommen, fuhren wir zum Bahnhof von Malovan. Im Stellwerk sassen
zwei Köpfe und einer davon konnte sogar Deutsch. Wir fragten explizit
nach Güterzügen, liefen aber am Schluss aus dem Stellwerk ohne wirklich
das zu haben was wir wollten, es schien als hätte man uns nicht
verstanden. Einzig die Durchfahrtsszeiten von den ICN Zügen hatten wir
im Sack. Den ersten ICN aus Split wollten wir aber in eben diesem
Bahnhof erlegen, weil das Gebäude und die Umgebung nicht schlecht
aussah. Wir setzten uns also vor dem Stellwerk auf die Bank und warteten
im Schatten. Auf einmal kam der eine Stellwerker welcher deutsch sprach
raus und wir unterhielten uns ein wenig mit ihm. Er erklärte uns dann,
dass er als Bosnischer Flüchtling drei Jahre in Deutschland gelebt
hatte. Nach kurzer Zeit kam auch noch sein Chef vorbei welcher
anscheinend auf Kontrolle war. Wir stellten uns raus, und als der Zug
kam setze die ganze Mannschaft ordnungsgemäss die Mützen auf und alle
standen sie raus um uns als Motiv zu dienen. Der ICN fuhr auch nur
Schritttempo durch den Bahnhof, wir werden das Gefühl nicht los, das war
geplant vom Bahnhofpersonal, welches sich ein wenig über uns amüsierte -
so gegenseitig ;)
Wir plapperten dann noch ein wenig weiter und fanden endlich noch die
Zeiten für die nächsten Güterzüge raus. Der erste sollte gegen 16 Uhr
oben sein, noch 3h hin. Vorher versuchten wir für den einzigen Zug
welcher noch vor dem Güter kommen sollte, ein schöner ICN, eine Stelle
auf dem Pass zu finden. Was für mich wegen einem gemeinen Sonnenstand
misslang, etwas erfolgreicher gestaltete sich die Stellensuche bei
Pascal. Nach dem ICN fuhren wir runter für den Güterzug, in die Nähe von
Sucevici, an eine Stelle welche wir bereits am Samstag erfolglos besucht
hatten. Diesmal klappte es besser, der angekündigte Güterzug röhrte
pünktlich an uns vorbei, wieder nix mit gelben streifen dabei. |
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HZ ICN auf
dem Weg von Split nach Zagreb im Bahnhof von Malovan |
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Güterzug aus Split kämpft
sich auf die Passhöhe von Malovan bei Zrmanja |
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Den Zug wollten wir noch mal, wir
fuhren also hoch nach Malovan um den Zug ein zweites Mal an einer
ausgekundeten Stelle zu machen. Wir waren 55 da, obwohl wir hinter einem
LKW den Berg hochgefahren waren fast 15min vor dem Zug! Das zeigt wie
lange die Kisten da den Berg hoch haben, aber es klingt mega stark! Wir
fanden dann gleich vor Ort die nächste Stelle und fuhren nicht wieder
runter in die Ebene. Nur 200m weiter hinten stellten wir uns erneut in
den Schatten und schossen in erster Linie mal den ICN.
Ob ein Güterzug kommt wussten wir nicht. Es kam dann einer und zwar der
von hinten. Dann, etwa eine Stunde später röhrte es wieder, ein Zug kam
von vorne und im allerallerbesten Licht, leider nur mit einer Lok und
wieder ohne gelb ;) |
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Einige
Minuten später erreichte der Zug die Passhöhe bei Malovan |
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2062 042 mit einem Güterzug
aus Split bei Malovan |
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Bevor ich den Motor wieder
startete stellte ich die Frage in den Raum: Wohin? Knin oder Gospic?
Gospic hat mehrere Vorteile, es war die Richtung des Zuges, also noch
mal ein Foto, und wir kannten ein Hotel. Nachteil, gabs nicht. Vorteil
von Knin? Gabs nicht ... Nachteile: kein Hotel, kein Foto mehr vom Zug.
Also war klar, runter... Da wir schon gegen Mittag unsere ganzen
Getränke aufgebraucht hatten (4 Liter), waren wir den ganzen Tag etwas
auf dem Trockenen. Zug hin oder her, der Halt bei der Tanke im Dorf
unten war ein absolutes muss. Pascal stürmte hinein und kam mit 2 Liter
wieder raus. Diese hielten aber erstaunlicherweise kaum 10min *schwitz*.
Da der Güter aber noch den letzten ICN nach Split kreuzen musste, war
uns ein kleines Zeitpolster sicher. Im Bahnhof von Lovinac stellten wir
uns dann auf eine kleine Böschung und warteten auf den Zug. Ein
Bahnmitarbeiter lief dann zum Bahnübergang vor uns und spielte Signal,
die Lichtsignale welche standen, waren nämlich noch ausgekreuzt. Das
erscheinen des Herren kündigte für uns zugleich den Güterzug an. Wenig
später rollte dann der Güterzug durch den Bahnhof. Zum Glück rollte er,
ein Halt hätte unseren Plan kaputt gemacht. Denn der Plan sah noch eine
Stelle hier in Gospic an der Anschlussstrasse zur Autobahn vor. Auf
einer Brücke ergibt sich mit etwas Tele ein super Blick auf den Karst.
Da es aber schon 19 Uhr war und die Sonne nicht länger als 20 Uhr am
Himmel stand, war unser vorhaben nicht gesichert. Jeder Halt des Zuges
hätte das Aus bedeuten können. Wir selber hatten kein Zeitproblem, über
die Autobahn waren wir in 15min an der Stelle. Wir rechneten für den Zug
etwa 40min aus, was gerade so reichen sollte. Als dann aber schon gegen
halb das wummern der GM zu hören war, waren wir begeistern. Es klappt!
Und der Zug kam das dritte Mal daher gefahren ... und die Lokführer
hatten auch ihre Freude ;) |
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Bahnhofseinfahrt von Lovinac mit dem selben Güterzug wie vorhin bei
Malovan |
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Alle guten Dinge sind drei,
hier der Güterzug noch bei Gospic ab der Autobahnzufahrt. |
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Dann fuhren wir in das Dorf, erst zum Lidl für die
Getränke und dann zum Hotel welches wir ja kannten. Auch der Chef kannte
uns bereits, gab uns nur den Schlüssel und lachte. Nach dem Duschen und
frisch machen wollten wir noch was Essen, was hier in der Bude nicht
gelang, so "mussten" wir in die Innenstadt. Ausser ein Burgerladen hatte
aber nichts mehr auf, so mampften wir da etwas Kleines und liefen dann
mit einem Eis in der Hand zurück zum Hotel wo jetzt der Abend so langsam
zu Ende geht. |
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