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Dieser Tag wird wohl als der Tag
der Dummheit in die Geschichte eingehen, aber davon später. Eigentlich
begann alles völlig normal. Wir standen mal wieder gegen 7 auf und
gingen zum Morgenessen. Die Bedienung glaubte wohl noch etwas zu
träumen, als sie uns sah und wieder erkannte, auf jeden Fall schaute sie
ziemlich ungläubig aus der Wäsche. Nach dem Essen wollten wir dann einen
Güterzug als Taxi in Richtung Knin nehmen, sprich wir wollten ihn in die
Gegend von Sucevici verfolgen. Daraus wurde aber nix, da dass Wetter
schlicht und einfach mies war. Wir fuhren dann zum Bahnhof Zrmanja und
warteten dort rund 30min, um zu sehen wie sich das Wetter entwickelt.
Als das Wetter eher besserte, entschlossen wir uns an die Strecke hinter
Sucevici zu fahren. Schnell fanden wir dann auch eine Stelle und
stellten uns auf. Da gerade nichts kam, nutzten wir die Zeit dem
Vermieter unseres Fiats anzurufen und ihm zu sagen, dass wir den Fiat um
14 Uhr bei der Chevy Garage retour geben wollten, denn mittlerweile war
unser Chevy fertig. Der Vermieter fragte dann noch ob wir irgendwelche
Probleme mit dem Wagen gehabt hätten, was ich am Telefon verneinte. Nach
dem Telefonat verspürte ich Durst, und wollte etwas aus dem Kofferraum
des Autos holen. Da fiel mir ein, dass mir Nil gestern von dem super
tollen Gadget erzählte, dass der Autoschlüssel einen Knopf für den
Kofferraum hat, den musste ich natürlich gleich mal ausprobieren, was
wunderbar klappte. Da das Sixpack an Wasserflaschen noch eingeschweisst
war, brauchte ich dann beide Hände und legte den Schlüssel in den
Kofferraum. Ihr könnt euch jetzt sicher denken was kommt. Denkt jetzt ja
nicht, so blöd kann man doch gar nicht sein! Glaubt mir man kann,
besonders wenn man Pascal Zingg heisst! Ich nahm also die Flasche raus,
und knallte den Kofferraum zu, wie der Deckel so runterknallte, sah ich
den Schlüssel wie er mich eine Sekunde lang anstrahlte und dann im
Kofferraum verschwand, DOH! Auto geschlossen, Schlüssel drin, super! Ich
begann zu fluchen und Nil wollte wissen was denn los sei. Ich begann zu
erklären und er meinte: Nei säg jetzt nöd! Doch dummerweise schon! Dann
kam der Augenblick wo der eine den anderen am liebsten auf den Mond
geschossen hätte. Die Frage war nun: Was tun? Nun mein Denkprozesse
wurde kurzweilig durch ein Wummern unterbrochen, GM von hinten? Jetzt
schon? Tatsächlich, da fuhr das Doppel schon vor, allerdings voll im
Gegenlicht. Das war aber wie gesagt nicht das Problem, schnell schwankte
unser Augenmerk wieder auf den Fiat Bravo. Ich zückte das Handy und rief
den Vermieter an, ob man denn die Karre sonst noch wie aufbringt (man
weiss ja nie). Dieser meinte, nur mit seinem Ersatzschlüssel, wo wir
denn seien. Ähmmmmm good question. Ich meinte dann ich würde zum
nächsten Kaff laufen und ihn wieder anrufen. Ich lief also los und nach
wenigen Metern kam ein Kleinbus von hinten, also Daumen raus und gefragt
ob man mitfahren kann, was die 3 netten Herren bejahten. Im Bus gabs
dann die üblichen Fragen. Woher bist du? Was machst du hier? Wieso
willst du zum Bahnhof? Geduldig erklärte ich alles, dann meinten sie der
Bahnhof hiesse Zrmanja, was mir schon mal weiter half. Im Bahnhof von
Zrmanja rief ich dann den Vermieter an und erklärte ihm wo ich war. Nach
etwas suchen auf der Karte meinte er dann, er sei etwa in einer Stunde
vor Ort, dies würde aber 50 Euro extra kosten. Ich dachte mir, geht ja
noch, und eine andere Möglichkeit haste eh nicht. 15 Minuten später rief
er zurück und meinte, dass es zu weit sei für 50 Euro, er müsse 70
haben, naja auch egal, soll einfach kommen meinte ich. Wie gesagt stand
ich am Bahnhof und irgendwie schien da noch was zu kommen, denn im
Bahnhof stand ein Baufahrzeug und wartete drauf wieder auf die Strecke
zu gehen. Kurz später kam dann auch ein GM Doppel aus Norden. |
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7123 014
als ICN nach Split kurz hinter dem Bahnhof Zrmanja |
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2062 120 auf der Fahrt nach
Knin im Bahnhof von Zrmanja |
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Ich setzte dies im Bahnhof von
Zrmanja um und schrieb Nil ein SMS, der noch hinten in der Strecke drin
stand und den Zug dort ablichtete.
Nach diesem Zug stellte ich mich an die Hauptstrasse
und wartete auf den Vermieter. Während dem Warten schaute ich mir dieses
Kaff, dass wie schon mal erwähnt Sucevici heisst, Zrmanja liegt nämlich
ganz wo anders, etwas genauer an. Nun das Dorf war ziemlich komisch da
hatte es eine grosse Tafel mit einer römischen neun und einige Ruinen.
Eigentlich dachte ich nur Ruinen aber dann kam aus einer vermeintlichen
Ruine ein Frau raus, begann Holz zu spalten und Wäsche aufzuhängen.
Meine Theorie ist nun, dass das Dorf wohl mal irgendwie ein
Militärstützpunkt im Krieg war. Nach rund ein ein halb Stunden kam dann
der Vermieter endlich, er hatte sich wohl etwas in der Zeit verschätzt.
Ich erklärte ihm nun den Weg zum Auto und er flog über den Kiesweg dort
hin, wobei er lächelte und meinte: "I like offroad, you know." Nach dem
wir dann den Schlüssel für unsere Fiat Bravo wieder hatten, konnte es
weiter gehen nach Sibenik. Dass wir um 14 Uhr da waren, musste Nil aber
zünftig Gas geben, was er auch tat. Pünktlich waren wir dann beim
Autocenter Aleksic in der Vorstadt von Sibenik. Dort erklärte man uns,
dass man am Tacuma die Zündkerzen und die Startbox gewechselt hat und
dass die Kiste jetzt wieder läuft. Wir nahmen also unsere Karre wieder
in Beschlag und blochten zurück in Richtung Knin, von dort weiter nach
Sucevici. Als wir gerade auf die Hauptstrasse nach Sucevici gebogen
waren, warf ich einen Blick auf die Strecke und schon läutete die
Zugglocke! Grüne GM mit Kurzgüter! Nil drückte aufs Gas und wir fuhren
zu einer vorerkundeten Stelle bei Sucevici. Da die Güterzüge nicht
gerade fliegen, reichte es relativ locker zur Stelle. Das Problem war
einzig, dass die Sonne gerade mit einer Fotowolke kämpfte, als der Zug
kam. Ausserdem war sie fast senkrecht. |
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2062 120
mit einem Güterzug nach Knin kurz hinter dem Bahnhof Zrmanja |
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2062 026 mit einer netten
Fotowolke auf dem Weg nach Norden bei Zrmanja |
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Als der Zug durch war meinte ich
zu Nil, dass ich bevor der Zug aus dem Bahnhof Zrmanja einen Pfiff
vernommen hatte. Er meinte diesen auch gehört zu haben. Von der Zeit
her, sollte das eigentlich der nachmittägliche Nord-Süd Güter sein. Also
kurz aufgehorcht, da wummerte was, dann fix hinter die nächste Kurve
gerannt und da tauchte die Doppel GM auch schon auf. |
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2 2062 mit
den Nachmittagsgüter nach Süden bei Zrmanja |
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ICN aus Split nach Zagreb
kurz vor dem Bahnhof Zrmanja |
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Als der ICN durch war, stellte
sich für uns die Frage, was wir denn nun noch machen wollen. Erst
schauten wir uns die Bahnhofseinfahrt von Zrmanja an, ne geht nicht.
Dann die Ausfahrt, dort fiel uns beim Hinlaufen auf, dass es dort zwei
Pseudotunnel hat. Sprich man hat den Einschnitt an zwei Orten überdacht.
Das Ganze ist relativ günstig gehalten, es hat einfach ein
Spritzbetongewölbe über dem Gleis. Im Zusammenhang mit meiner
Militärtheorie gehe ich mal davon aus, dass man die Galerien gebaut hat
um Rollmaterial vor dem Feind zu verstecken. Nun Pseudotunnel hin,
Pseudotunnel her, Fakt ist, die Ausfahrt liess sich ebenfalls nicht
umsetzen. Also haben wir weiter in Richtung Knin geschaut, dort fährt
die Bahn am Rande eines Canyons entlang, das gab aber auch nix.
Schlussendlich entschlossen wir uns nochmals an die erste
Nachmittagsstelle zu fahren. Nil schrieb währenddessen ein SMS an Jan
Luckner, ob denn da noch was kommt, worauf dieser einen Güterzug
bestätigte. Wir standen also da und es kam vorerst mal der ICN und
danach lange nix mehr. Das Licht wurde dann immer schlechter, denn es
war mittlerweile schon fast 20 Uhr. Sekunden bevor die Sonne dann ganz
weg war, donnerte der Zug doch noch durch. Allerdings im aller aller
letzten Büchsenlicht, wie man so schön sagt. |
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7123 012
als dritter und letzter ICN nach Split bei Zrmanja |
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2062 104 im letzten
Büchsenlicht nach Norden bei Zrmanja |
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Somit war dann die Likabahn für uns fototechnisch
passé, denn morgen solls nach Rumänien gehen. Wir liessen es uns
allerdings nicht entgehen schnell in Malovan anzuhalten und den Zug
nochmals an uns vorbei wummern zu lassen, nur schauen und geniessen, ihr
wisst ja, dass vergisst man manchmal beim Fotografieren ;). Auf dem
Nachhauseweg haben wir dann noch unsere Mägen aufgefüllt, und Revue
gezogen von der Etappe Likabahn. 5 Tage waren wir hier, 2 waren gut bis
sehr gut, die anderen 3 naja bis schlecht. In diesen 3 Tagen ging dann
aber auch ziemlich alles schief, was schief gehen konnte. Für Morgen ist
nun der grosse Reisetag geplant, quer durch Ex-Jugoslawien durch, hoch
nach Timisoara in Rumänien. |
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