Tag 13: Freitag, 17.07.2009, Pirot - Nis

 

 

         
    Als wir heute Morgen aufwachten und den Blick gen Himmel wagten, mussten wir feststellen, dass er bedeckt war. Es war Hochneblig Bewölkt, nicht unbedingt Wolkig. Aber bei der Luftfechtigkeit von gestern auch wenig verwunderlich eigentlich. Wir schliefen deshalb etwas länger und erschienen erst gegen neun Uhr zum Morgenessen.
Auch wenn das Hotel hier in einem schrecklichen Zustand ist, so konnte man wenigstens die Betten gebrauchen. Beim Morgenessen fiel uns dann auf, dass der Hochnebel sich gerade am Auflösen war. Das Essen sonst war so wie das Hotel, merkwürdig und den zweiten O-Saft welchen wir unaufgefordert erhalten haben wurde uns sogar noch extra verrechnet.
Als wir dann nach dem Morgenessen raus an die Strecke sind war das Wetter bereits wieder gut. Wir fuhren runter nach Bela Palanka und parallel fuhr uns ein Optima Express vor der Nase durch, eine Verfolgung liessen wir dann aber Zähneknirschen bleiben wegen dem suboptimalen Lichtstand für Westfahrer am frühen morgen.Dann warteten wir auf der ersten Brücke auf unser Taxi nach Osten, einen Güterzug den wir dann hoch verfolgen wollten. Es bedurfte einiger Wartezeit bis der Zug kam. Das Warten war dabei nicht besonders angenehm, da es sehr heiss und drückend war. Schliesslich kam dann aber doch noch eine 661 mit einer Ladung Sand oder sowas angeschlichen.
   
         
         
       
   

661 157 mit einem Güterzug nach Osten kurz vor Bela Planka. Ob sich der Empfänger wundern wird das nicht soviel Ladung ankommt wie in die Wagen verladen wurden? Das feinkörnige Ladegut streut überall ein bisschen raus, an der Stelle beim ersten Wagen sehr gut zu sehen.

   
         
   

Wir verfolgten den Zug hoch an den geplanten Stellen und stellten fest, dass er hinter Pirot wohl in die Kreuzung ging, denn nun war es Zeit für den Personenzug. Der IC hatte heute sogar drei Wagen, der Türke war aber wieder nicht dran. Als dann der Güter wieder aus der Kreuzung schlich, war die Sonne bereits weg.

   
         
         
       
   

661 157 mit dem Zug am ersten Ausweichbahnhof hinter Bela Planka in Richtung Pirot. Auch hier sind Formsignale installiert. Das erreichten dieser Fotostelle war ziemlich mühsam ... kann man sich bei dem Ausblick ja denken ;)

   
         
         
       
   

661 157 weiter unterwegs kurz vor Pirot an einem Ort der auch schon bessere Zeiten erlebt hat.

   
         
         
       
   

661 157 someware vor Pirot, die Streckengeschwindigkeit an der Stelle ist bei den Güterzügen ein wenig ... langsam.

   
         
         
       
   

661 157 hat Pirot passiert und rollt fix der Grenze entgegen. Der erste Wagen verliert noch immer Ladung ;)

   
         
         
       
   

Eine sehr frisch wirkende 661 mit unbekannter Nummer und B 490 von Sofia / Istanbul nach Belgrad zwischen Dimitovgrad und Pirot, an diesem Tag sogar mit drei Wagen. Wobei der Wagen von Istanbul wohl wieder nicht dabei ist ...

   
         
         
       
   

Aufgrund der Kreuzung mit B490 musste 661 157 mit dem Güterzug vor Dimitovgrad nochmal raus, hier rollt er im letzten Licht zur Grenze.

   
         
   

Schon kurz nach Mittag hatten die riesigen Gewittertürme zugezogen und es deutete alles auf Regen hin und es war extrem Schwül. Jede Bewegung war extrem unangenehm und extrem anstrengend. Wie wir so auf der Brücke standen und kein Lüftchen ging waren wir kurz vor dem Aufgeben.
Wir entschieden uns wegen dem Wetter deshalb runter nach Nis zu fahren. Auf der Fahrt war bei einem Bahnhof die Einfahrt gezogen, also sind wir mal da hin gestanden. Die stelle kannten wir natürlich schon ;) Wetter sah gar nicht schlecht aus, hätte klappen können.
Wir warteten rund zwei Stunden, es kam aber nur ein Güter von hinten in der Dunkelheit. Dann kam aber plötzlich Leben in die Bude. So wurde die Weiche an der Einfahrt auf Ablenkung gestellt, dies deutete auf eine Kreuzung des P-Zuges mit einem Güterzug hin. Ein Blick zum Himmel verriet uns, dass die Sonne wohl auch gleich kommen würde, also fix gestanden. Kaum an der Stelle, kam auch schon der Zug und er blieb am E-Sig stehen. leider um Sekunden zu früh setzte er sich wieder in Bewegung, wenig später war die Stelle voll im Licht.

   
         
         
       
   

661 157 mit einem Kistenzug zwischen Pirot und Bela Planka am Einfahrsignal von dem mittleren Ausweichbahnhof []. Die Lok hat auf dieser Seite mal etwas abgekriegt und eine recht grosse Delle.

   
         
   

Wir sind dann dem Güterzug noch nachgefahren und haben noch zwei Sonnenbilder gemacht. Einmal vor und einmal hinter Bela Planka auf der Brücke – somit hatten wir diese Richtung auch abgehackt fürs erste ;).

   
         
         
       
   

661 157 mit einem Kistenzug zwischen Pirot und Bela Planka kurz vor Bela Planka.

   
         
         
       
   

661 157 noch ein letztes mal, der Schwanz des Zuges hat gerade den Bahnhof von Bela Planka verlassen.

   
         
   

Dann sind wir nach Bela Palanka zum Bahnhof gefahren und haben dort auf einen Regio gewartet. Dieser kam jedoch irgendwie nicht, so sind wir nach rund einer Stunde am Bahnhof von Bela Palanka wieder abgerauscht. Da aber auch keine Leute auf den Zug gewartet haben welcher von Nis da wenden sollte nehmen wir mal an, es ist bekannt das er nicht fährt ;)
Es folgte nun die Hotelsuche in Nis. Versuch 1: Ein Drei-Sterne-Hotel an der Nisava. Als wir die Lobby betraten stieg gerade die koreanische Volley Nationalmannschaft in den Bus. Wir fragten nach dem Preis und fanden ihn mit rund 14'000 Dinar etwas hoch.
Versuch 2: Vier-Sterne-Hotel am Fluss. Die hatten keine Zimmer für uns, sagten sie zumindest.
Versuch 3: Drei-Sterne-Hotel im Zentrum mit dem Namen: Hotel Nis (was schon mal ein schlechtes Zeichen ist). Der gleiche Siffbunker wie gestern *uahhhh* nein bitte nicht! Weitere Hotels bis jetzt gesehen? Fehlanzeige!
Wir irrten noch eine Weile durch die Stadt und fanden per Zufall den Lernfahrpark. Dort können Fahrschüler einen Parcour abfahren. An alles haben die dort gedacht, Ampeln, Zebrastreifen, Kreisel, ja sogar Schlaglöcher findet man dort ;) So etwas gibt’s bei uns nicht und wir hätten nicht gedacht das die Serben das Autofahren Seriös erlernen, deshalb sind wir etwas überrascht.
Als wir dann genug vom Rumirren hatten und wir fast auf das 14'000 Dinar Angebot eingehen wollten fand David plötzlich ein Hotelschild, wir schauten uns dass an und fanden ein sehr preiswertes Hotel vor, es nennt sich Hotel Konstantin. Für 4'500 kriegten wir zwei Zimmer, mit Klimaanlage, geräumig, Frühstück, Sat-TV, W-Lan ect. Werde ich jemals wieder in Nis absteigen, ich weiss mit Sicherheit wo!
Nachdem wir eingecheckt hatten, gingen wir dann noch schnell in die Stadt zum Essen. Es war dies übrigens die erste Stadt mit dem berühmten goldenen M und wir konnten der Versuchung nicht widerstehen. Die Preise sind aber fürstlich, obere Mittelklasse würde ich mal schätzen.
Als wir zum Auto zurückkehrten mussten wir lernen, dass wir Schilder mit Parkgebühr Aufschrift doch nicht ignorieren sollten ;). Per SMS muss man ein Ticket lösen. Man stelle sich das mal vor Parkticket per SMS, klingt recht fortschrittlich, doch was machst du als Touri? Wir wussten ja nicht mal die Landesvorwahl! Geschweige den verstanden wir was wir hätten eingeben sollen, nebst dem Kennzeichen.
So haben wir dann halt eine Parkbusse Kassiert, mit dem Gegenwert von 15.- CHF! Hihi, die zweite Busse innert zwei Tagen, super Serbien. Wir sind ja mal gespannt ob wir die irgendwie mal noch bezahlen müssen.

Wir steckten das Ding ein und fuhren dann zurück ins Hotel, dass ist wirklich gemütlich hier. So gemütlich, dass wir uns entschlossen haben nochmals einen Tag in Nis zu verbringen. Morgen wollen wir deshalb die Strecke nach Zajecar und Belgrad unsicher machen anstatt bereits wieder zu verschwinden.

   
         
    Text: Pascal Zingg    
         
       
       
         
   

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