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Tag 14: Samstag, 18.07.2009, Nis - Nis
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Das Hotel oder besser gesagt die Pension hier ist wirklich Klasse! Auch wenn es nicht machen sollte lief bei mir im Zimmer die ganze Nacht die Klimakiste, und es war so, immer und immer angenehm kühl im Zimmer. Das Frühstück hatten wir gestern auf halb 8 bestellt, somit war auch klar wann wir uns vor dem Zimmer treffen. Pünktlich liefen wir dann nach unten und trafen auf die Herren der Receptia, und man teilte uns mit, dass das Essen auf dem Zimmer serviert wird, auch das ist nicht schlecht! ;) Bald kam es, wir assen und begannen mal den Tag zu planen. Im Prinzip interessierten uns zwei Strecken, einmal die Elektropiste nach Belgrad und andererseits die Dieselpiste nach Zajecar. Die Zajecar-Strecke führt durch hügeliges Gebiet und bietet einiges an Motiven, dafür ist der Verkehr sehr dünn und mit Y1 geführt (ja, die Serben haben die Kisten auch). Die Elektropiste verspricht natürlich mehr Verkehr, wo und ob da was geht wussten wir nicht, wir hatten aber realistische Vorstellungen ... weil im Osten hatten wir mit Hauptstrecken bisher selten gute Erfahrungen gemacht ;) Nach dem Frühstück stand dann erstmal ein Zug auf der Zajecar-Strecke an, ein Y1 sollte um 9:50 in Nis sein und wir wollten diesen irgendwo kurz vor Nis erlegen. Nach 10min Fahrt erreichten wir einen netten BÜ mit Rasengleis nahe Gornji Matejevac. Wir waren sehr knapp dran und der Zug stand schon an bzw. es hätte sogar sein können, dass wir ihn verpasst haben. Zur errechneten Planzeit tat sich tatsächlich nichts .. wir gönnten dem Zug aber so eine normale Verspätung von 30min ...man weiss ja nie. Und tatsächlich, nach knapp 30min vernahmen wir ein pfeifen aus dem Wald, er kommt! |
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JZ Triebwagen 710 003 als Regio von Zajecar nach Nis bei Gornji Matejevac |
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JZ Triebwagen 710 003 als Regio von Zajecar nach Nis bei Gornji Matejevac |
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Kaum war er durch brachen wir auf an die Hauptstrecke Richtung Belgrad. Was wirklich läuft wussten wir nicht, nur dass um 11:47 der Schnellzug nach Istanbul und Thessaloniki in Nis eintrifft und dieser unbedingt „mit muss“, denn er ist sehr Bunt, mit OSE Karren ect. Ohne Autobahn erreichten wir nach kurzer Fahrt Gornja Toponica und waren überrascht wie schön man stehen konnte. Hintergrund war zwar nicht viel da, aber der Zug kam super zu Geltung. Leider war es absehbar, dass der Zug um 11 nicht mehr wirklich im Licht kommt, so hielten wir uns die Möglichkeit eines wechsels offen. Aber interessanter als das was später kommt war sowieso der geschlossene BÜ am Bahnhof bei unserer Ankunft. Als aber über Minuten nichts kam und der Bü-Wärter die Autos rüber winkte begannen wir langsam zu zweifeln. Und in der Tat, etwa 10min später hob sich der BÜ ohne das ein Zug gekommen wäre. Wir warteten dann in der Sonne etwas weiter ... und es war ätzend, wie schon die letzten Tage. Es war noch nicht mal 10 Uhr aber trotzdem lief der Schweiss in Bächen von uns runter, es war wieder extrem tüpig und tropisch. Der Wetterbericht im Internet meinte gestern Abend es werde in der Gegend bis zu 37 grad warm ... gut möglich, *schwitz*. Nach etwa 45min warten ohne dass sich ein Rad bewegt hätte wurde es uns zu dumm, in der Sonne schmoren muss nicht sein, so fuhren wir mal weiter. Ziel natürlich immer noch eine Stelle für den Südfahrer zu finden, Lichttechnisch zu der Zeit gar nicht einfach, da die Sonne überall immer mal wieder in der Achse der Strecke ist und diese nicht sonderlich viele Kurven macht. Es kam wie es kommen mussten, nach etwa einer Stunde Sucharbeit über kleine Strassen und einem verpassen Güterzug war die Zeit für den Zug gekommen. Und gerade als wir eine mögliche Stelle anfuhren am Ortsausgang von Zitkovac kam uns der Optima Express mit einer Rumänischen Lok entgegen. Prima! Schon wieder Optima Express, die fahren uns immer mal wieder so um die Ohren das wir sie sehen aber nichts machen können, schon das 3te mal jetzt. Wir stellten uns dann und mit den üblichen 30min Verspätung kam der Zug dann bei uns vorbei. Keine Offenbahrung, aber wir hatten ein Bild. Anschliessend suchten wir noch etwas die Strecke ab bis wir aufgaben ... lohnt sich nicht in der Gegend, oder wir wurden mal wieder Opfer unseres eigenen Anspruchs. |
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JZ 444 011 mit einem Güterzug von Belgrad nach Nis bei Tesica als Notschlachtung an einem BÜ. |
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441 603 mit dem IC337 von Belgrad nach Nis / Skopje / Thessaloniki mit den Kurswagen nach Sofia bei Zitkovac |
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Also zogen wir unser Ass aus dem Ärmel und wollten rüber zur Zajecar-Strecke, da sollte in 2h was laufen. Nicht das es weit wäre, aber etwas Zeit will für den Wechsel natürlich trotzdem eingerechnet werden. Dass wir die 2h bis zur letzten Minuten ausreizen würden ahnten wir da aber noch nicht ;) Unsere Strassenkarte entpuppte sich mal wieder als Problem, gepaart mit einer kleinen schwächephase des Navigators ergab dies eine nicht unerheblichen Verfahrer auf einer äussert schlechten Strasse in irgend ein Bergkaff. Etwas gereizt nutzten wir dann die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der anwesenden Bauern und liessen uns den Weg neu erklären, eine Abzweigung hatten wir übersehen, sonst nichts ... aber die Karte kannte so ein paar Strassen gar nicht. Endlos fuhren wir dann über 1h über die Berge auf kleinen Engen und schlechten Strassen (aber: schön wars! Und Spass gemacht hats auch ;)) bis nach Svrljig, wo der Zug 14:07 Uhr hätte sein sollen. Wir waren um genau 05 am Bahnhof und wunderten uns mal wieder über das Nichts am Bahnhof. Zugfahrt, keine Sau da, keiner der auf den Zug wartet, kein Bahnhofsvorstand, kein garnichts! Nur ein Kiosk hatte auf .. was uns ein kühles Getränk in de Mittagshitze einbrachte, seeeehr gut! Wir warteten dann am Bahnhof mal bis der erhoffte Zug kommt .. und auch wieder hier, mit den üblichen 30min Verspätung kam er gemütlich in den Bahnhof eingefahren. |
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Y1 710 005 der JZ als Regio von Zajecar nach Nis bei de Ausfahrt von Svrljig |
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Foto geschossen und es ging weiter, eine Verfolgung ist nicht so das Problem in der Ecke, und so stellten wir uns nur wenige Kilometer weiter hinten wieder an die Strecke. Natürlich just in dem Moment wo wir da waren wollte de Bauer mit seinem Trecker über den Feldweg BÜ, und unser Auto stand im Weg ;) Da fährt der vermutlich im Jahr zwei mal über den BÜ .. und genau in diesem Moment wo wir da stehen. |
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Hinter Svrljig wältzt sich ein uriger anmutender Mähdrescher über einen BÜ wo ... |
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Y1 710 005 der JZ als Regio von Zajecar nach Nis wenig später daher kam. |
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Der Zug kam, Pascal welcher derweil umgeparkt hatte holte uns ab und weiter ging die Fahrt. Die Strasse folgt im unteren Abschnitt vor Nis nicht wirklich der Bahn, so gab es nur noch eine Möglichkeit, welche aber gepasst hat. Einen Ausweichbahnhof weiter hinten warteten wir auf der Strassenrbücke auf den Triebwagen welcher nach 10min dann endlich kam. Und auch wieder hier, Zufälle gibt’s! Aus dem Bus aus Nis wuchtete sich eine Oma, schwer bepackt mit 4 Einkaufstüten, sie wollte anscheinend nach Hause. Aber anstatt ihre Leute aus dem Garten zu pfeifen hat sie David angesprochen und zugequatscht, wollte wohl Hilfe ;) Die bekam sie auch, aber erst als der Zug weg war .. den natürlich tauchte Sie und der Zug exakt zur gleichen Zeit auf. |
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Y1 710 005 der JZ als Regio von Zajecar nach Nis am ersten Ausweichbahnhof hinter Svrljig. Die Landschaft da ist sehr Mediterran und erinnert stark an Italien. |
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Wir versuchten dann den Zug nochmals zu kriegen, was aber nicht gelang, da die Bahn wie gesagt nicht wirklich der Strasse folgt und eine grössere Abkürzung nimmt. Nun war eine Stunde Zeit bis zum nächsten Zug von Nis nach Zajecar, es bot sich an da wir eh am Hotel vorbei fahren mussten auf dem Weg da noch kurz eine Pause einzulegen. Einerseits um etwas abzukühlen und andererseits um mal DAS Motiv an der Strecke zu suchen auf der Karte bei Google. Es gibt irgendwo im hinteren Bereich eine lange und sehr fotogene Stahlbrücke, für einen Y1 denkbar schlecht, aber das ist dann Nebensache. Wir meinten die Brücke bei google.maps gefunden zu haben und schmiedeten unseren Plan für den Abend. Erst Zug nach Zajecar verfolgen, dann an die Brücke für den letzten Zug zurück nach Nis, passt alles. Wolken waren keine zu sehen ausser entfernten Gewittertürmen in Richtung Dimitrovgrad. Es war kurz vor 16 Uhr als wir da Hotel verliessen und im selben Bahnhof wie schon zuvor für den Nis fahrenden Zug inne hielten. Man konnte anders auch sehr nett stehen und so begann die Warterei. Weil wir diesmal wieder „gebummelt“ hatten hätte es sein können, dass wir den Zug verpasst haben, einen Stationsgenauen Fahrplan haben wir leider nicht und so blieb uns nur das Rechnen. Ich meinte, wir hätten ihn sehen müssen, Pascal meinte wir hätten ihn verpasst .. und Daivd kam mit dem Einwand, ob der Zug heute überhaupt fährt? Natürlich, das konnten wir nicht genau wissen, haben wir nicht nachgeschaut und auf meinem abfotografierten Plan vom Bahnhof Nis waren keinerlei Bemerkungen drauf. Nach 45min waren wir uns dann sicher, er kommt nicht mehr und wir verliessen den Bahnhof, weil das Licht wurde da auch nicht besser und die Schatten immer länger. Es sollte nun also nur noch ein Zug nach Nis kommen, hoffentlich. Etwas weiter gen Nis bei [ORT X] (ich hasse die Karten) sah es so aus, als ob man den Zug mit einem herrlichen Panorama schiessen könnte, Sonne passt ect. Da ich davon ausging, dass der Gegenzug pünktlich kam lief ich direkt von der Strasse aus hoch zur Bahn, während sich die anderen beiden noch mit Getränken versorgen wollten. Ich kam aber nicht zur Bahn hoch, dichtes Gewächs aus Dornen und Mannshohem Unkraut versperrten mir den Weg. Dazu musste ich immer mal wieder aufpassen wo ich hinstehe, den es hatte einige Schildkröten im Busch, und da wollte ich keine Treffen. Nach einigen misslungenen Versuchen wurde es mir dann langsam zu dumm ... ein letzter Versuch glückte dann aber nach über 20min. Und wie ich so am probieren bin irgendwo im Unkraut fährt oben ein Y1 nach Zajecar ... aha! Mit etwa 1h Verspätung gegenüber dem Aushangfahrplan, nicht schlecht Herr Specht. Endlich oben an der Bahn, ich war völlig ausser Atem und total verschwitzt, will ich zum Felsen laufen werde nur von der Seite angemacht. Der Gubler steht da im Schatten, trinkt aus seiner Flasche mit Wasser und fragt grinsend, woher ich den komme. NA SUPER! Ich schnappte mir erstmal sein Wasser und dann ging es gleich wieder viel besser. Tja, für nichts und wieder nichts abgerackert, denn vom Dorf aus konnte man auf einem schönen Trampelpfad zur Strecke hoch ... hmmmm. Dann folgte aber der gemütliche Teil, das Warten auf den Triebwagen, welcher übrigens jeden Moment hätte kommen soll. Oben auf einem Steinbruch sass ich in den Schatten, es windete leicht so das die Temperatur richtig angenehm war, die Aussicht war atemberaubend und ich konnte mich prima erholen. Mit etwas über 30min Verspätung rollte dann der TW gen Nis, glück gehabt, viel später hätte er wegen den länger werdenden Schatten nicht kommen dürfen. |
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Y1 710 005 der JZ als Regio von Zajecar vor Nis. Auch dieser Zug war wie alle anderen auch stark verspätet. |
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Y1 710 005 der JZ als Regio von Zajecar vor Nis |
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Zufrieden liefen wir zurück zum Auto und fuhren zum Hotel. Unterwegs kam dann noch die Frage nach den vielen Verspätungen auf und wo das Problem wohl liegt, Auf so einer Nebenbahn haben wir kein Zug mit weniger als 30min Verspätung gesehen, eigentlich nicht möglich. Da erscheint es logischer, dass der Aushangfahrplan nicht stimmt ;) Im Hotel ruhten wir uns etwas aus ehe wir in die Innenstadt liefen um zu Essen, diesmal liessen wir den Wagen stehen .. und das obwohl wir heute gratis Parken hätten können (Busse unter den Scheibenwischer legen, dann kriegt man bestimmt keine zweite ;)). Nach dem Essen und dem flanieren durch die Innenstadt und der Nisava entlang gelangen wir um kurz vor 22 Uhr wieder zurück ins Hotel. Schlafen steht an ... im schön kühlen Zimmer! Wetter.at sagt für die nächsten Tage hier unten übrigens 39 grad Hitze voraus, nicht prima, aber besser als der Dauerregen in der Heimat (fiesgrins) ;) |
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| Text: Neel Bechtiger | |||||
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