Tag 12: Mittwoch, 23.09.2009, Dombas - Dombas

 

 

         
   

Es gibt Tage, da wäre man .. soll ich schon wieder so beginnen? Nein heute nicht. Heute mal wieder mal konventionell, also noch mal, … bitteschön!
Der heutige morgen begann gar nicht schlecht, Jan wollte mich aus dem Bett holen um halb 8 falls das Wetter entsprechend wäre. Das es nicht schlecht ist erkannte ich aber schon von alleine, es war viel heller draussen als sonst die Tage. Als Jan dann pünktlich Bescheid gab war ich fix auf und machte mich fertig fürs losfahren.
Himmel sah nicht schlecht aus und so wollten wir unseren geplanten Morgen mal durchziehen, also erst Di6 vor Dombås und dann hoch aufs Fjell für den Hector. Da wo wir die Sonne von der Position her vermuteten war viel blau, so hofften wir wirklich auf die Di6 .. denn ob es an einem nächsten morgen noch mal so schön werden sollte?
Draussen war es recht frisch und es windete stark, von dem Sturm welcher in der Nacht über das Tal gefegt ist sah man nicht viel, ausser das einige Bäume viel an Laub eingebüsst haben und sich etwas kahler präsentierten als noch gestern. In der Hütte hab ich vom Sturm aber nicht viel mitgekriegt ...
In Dombås fuhren wir erst zum Bahnhof, um zu gucken ob die blöde Di vielleicht schon da war mit dem Zug. War sie nicht und der Zug natürlich auch nicht. Also fuhren wir raus, wir trafen natürlich prompt wieder auf einen Nädelifahrer und hingen dahinter erstmal fest. Angespannt suchte ich den Hang rechts von uns nach einer weissen Wagenschlange ab, ohne dass ich etwas gesehen hätte. Liegt aber eher daran das man im stark bebauten Gebiet von Dombås die Strecke auch nicht sieht. Wir konnten also nur unserer Intuition vertrauen dass er noch nicht durch war, Planzeit war nämlich gerade als wir am BÜ angekommen sind.
Sonne war aber nicht, die dunkelste Wolke hat sich da festgesetzt wo sie sein müsste. Den leider war sie nicht da wo wir sie vermutet haben an den Tagen zuvor und auch das blaue Loch gesehen haben. Jänu, nur schon zu Dokuzwecken ist das Bild wertvoll, denn wie es die Spatzen von den Dächern pfeifen wird dieser Zug den nächsten Fahrplanwechsel nicht überleben.
Wie wir so standen wechselten wir mal noch auf die der Sonne Abgeneigten Seite, geht ja gut ... und dann trötete es in der Ferne. Erst vermuteten wir einen Laster dahinter, den der tröt wollte nicht aufhören, da hatte jemand ganz ofensichtlich spass am trööten ;)
Dann begann es aber zu rauschen und der Zug kam sehr schnell daher gefahren, etwas zu spät. Was uns aber natürlich nur recht war.

   
         
         
       
   

DE2700 09 von CargoLink kommt unter bedecktem Himmel aus Andalsnes am Ortsrand von Dombås bei Joramo etwas verspätet an uns vorbei gefahren.

   
         
   

Dann fuhren wir gleich los hoch aufs Fjell, in der Hoffnung auf Hector. An der Einfahrt vom Dombås guckte hinter Tunnel noch ein Cola Container raus, da stand also noch/schon was drin, Hector aber bestimmt nicht, der hat keine Cola Container, oder doch? ;). So fuhren wir rauf, immer die Strecke im Blick um im Notfall zu reagieren. Wetter da oben war nicht übel und beim grossen See war auch das erste mal ein grösseres Wolkenloch auszumachen. Zusammen mit der tiefstehenden Sonne war aber eine unregelmässige Schleierschicht daran uns immer wieder die Sonne zu klauen. Trotzdem stellten wir uns mal am See auf, weil wir da der Sonne am meisten Chancen gaben. Als nach 10min aber wieder weniger Sonne da war begannen wir an der Richtigkeit unserer Entscheidung zu zweifeln, vielleicht sollten wir doch weiter fahren? Nach weiteren 2min dann war die Entscheidung gefallen, weiter geht’s. Wieder richtete sich der Blick natürlich zur Strecke rüber, Hector hatte schon gut Verspätung und wir waren uns sicher dass er gleich kommt (wie immer in solchen Fällen).
Hjerkinn begrüsste uns mit einem grossen Sonnenloch und im gestern immer Sonnigen Tal der eingeschränkten Möglichkeiten regnete es, also genau anders rum wie gestern immer.
Das Sonnenloch bei Hjerkinn war gerade so gross das wir es gebrauchen konnten, für unseren Snöhetta Blick bei der Militärbasis. Teilweise schien die Sonne leicht, dann nicht mehr und der Blick an den Himmel war immer mühsam, wir waren echt gerade so hinter dem Rand und irgendwie haben es die Wolken immer wieder geschafft.
Irgendwann nach 20min, wir sassen immer noch im Auto weil der Wind draussen eisig kalt und blitzschnell war, begannen wir langsam dran zu zweifeln das der noch kommt. Er könnte ja hinter dem anderen Zug in Dombås in der Einfahrt gestanden haben oder so ...
Die Gedanken wurden aber punktgenau unterbrochen von einer weisen Linie die durch die Büsche zog, er kam. Licht war aber .. eigentlich nicht, auch wen das Bild auf der Kamera etwas angestrahlt ausschaut.

   
         
         
       
   

CargoLink an diesem Tag ohne Sonnenglück. Im 1/4 Licht fährt die von Hector gemietete 241 mit dem Zug aus Trondheim gen Drammen. Aufgenommen kurz vor Hjerkinn, im Hintergrund das Militärsperrgebiet.

   
         
   

Bilanz der ersten zwei Bilder war also schon mal sehr bescheiden.. Jan hatte schon den Schlüssel gesteckt und wollte dem Hector hinterher, ich mochte aber nicht hetzen für den Zug, kommt eh nicht im Licht. Viel eher hatte ich den Güterzug im Auge welcher in 15min Planzeit in Hjerkinn hatte. Wolkenlage war auch besser als auch schon, die Sonne hatte sich ihre Lücke frei gekämpft und wir sassen in der Sonne. So warteten wir an der für eine El14 eigentlich eher ungeeigneten Stelle weiter, und voll im Plan kam dann der CargoNet Kistenzug. Ein schönes Bild welche die Stimmung innerhalb unseres Quitschmobils gleich wieder hebte.

   
         
         
       
   

Eine El14 mit dem morgentlichen Güterzug aus Trondheim voll in der Sonne am Militärkomplex kurz vor Hjerkinn.

   
         
   

Und jetzt? Nächster Zug in einer Stunde, der rote nach Oslo. Da uns der rote bekanntermassen ja überhaupt nicht mag rechneten wir uns nicht viele Chancen aus, auch wenn es immer mehr auftat am Himmel. Wir stellten uns so mal zwischen Hjerkinn und Kongsvol an die Strasse um an einer schööönen Stelle und warteten. Um im Auto warten zu können verliessen wir den auserwählten Fotopunkt aber kurz danach wieder und stellten uns auf einen Parkplatz in der Hoffnung einen unplanmässigen Zug der voraus fährt früh genug zu sehen.
Etwas unplanmässiges kam aber, kann man sich ja denken, nicht vorbei, hätte uns auch sehr überrascht. Wir fuhren dann nachdem ich mein Frühstück eingenommen habe zurück zu unserer Stelle an die Strasse und stellten das Auto an den Rand.
Es war voll Sonne, also so richtig, richtig Sonne, die Planzeit für den Zug rückte näher und es konnte einfach nichts schief gehen, ausser viel Verspätung, aber das hatte er noch nie die Woche. Bitte Bitte lieber Zuuuuug, bitte bitte bitte lieber Zuuuuug *sing*! DANN, Höpf? Das Dach was dann hinten angeschossen kam sah so gar nicht nach El18 aus, eher nach ... Bm73. Und da war er auch schon da, ein blauer siffiger Panzerzug, als El18 Ersatz.

   
         
         
       
   

Bm73 01 anstatt eine El18 mit Wagenzug vor Hjerkinn als Rt. 42! Wir fühlten uns ein wenig verarscht, den endlich wäre der rote mal in der Sonne gekommen! Ausserdem würde dem Triebwagen eine Neulackierung nicht schaden ;)

   
         
   

Was soll das den? Jetzt hatten wir zwar ein sehr schönes Bild vom Bm73 01, aber wieder keins vom roten. Und wieder ein Kapitel mehr geschrieben in der unendlichen Geschichte – der rote hier mag uns nicht. Verspätung, Sonnenpech, Ersatzzug, jetzt hatten wir das volle Programm durch ;)
Der nächste Gedanken nach dem ersten „och nöö Gedanken“ kam aber schon der nächste, dann wird der wohl mit dem zweiten Zug kommen?! Nächster gedanke, warum kam er nicht? Lok defekt? Wagen im Eimer? Je nach Grund malten wir uns dann verschiedene Szenarien aus, von Ersatzbus bis zu genutzter Talent Leerfahrt war alles dabei. Sollte die Lok kaputt sein käme vielleicht eine Doppeltraktion? Oder eine Di9 oder so (ist natürlich quatsch).
Eigentlich wollten wir den roten ja verfolgen bis Dombås und darüber hinaus, aber mit einem blauen Signatur macht das nur wenig Freude, aber das grosse Loch welches die Verfolgung eigentlich hätte stopfen sollen war natürlich trotzdem da ... und einfach nur Rumstehen ist ja schon arg langweilig. So fuhren wir mal ohne eile in Richtung Dombås um da beim Bahnhof mal zu gucken was geht. Kurz nach der Abfahrt kam dann Jan mit dummen Gedanken, der rote kommt bestimmt noch, der Bm73 war sicher nur eine Sonderleistung ect. Er brachte uns aber so weit das wir einen Moment am vorhaben nach Dombås zu fahren gezweifelt haben ... also ich mindestens mal.
Doch wir fuhren weiter, um vielleicht in Dombås das ganze aufklären zu können. Zeitgleich wie der Bm73 erreichten wir Dombås Bahnhof, und als wir die Anschrift am Zug sahen, Tog 44 pa Oslo war klar, der rote kommt bestimmt nicht hinterher, hätte aber gepasst ;) Der Zug war ganz schön voll, ein Teil der einsteigenden Reisenden wurde gleich ins NBS Comfort Abteil gebeten, andere haben wir dann stehend auf den Gängen gesehen.
Als die Abfahrtszeit erreicht war beendeten die NSBler langsam ihre Gesprächsrunde beim Lokführer und begaben sich zu den Positionen, mit 2 Min. Verspätung ging’s dann los.
Wir schneiderten dann am Talent entlang und beobachteten Amüsiert eine Frau die ihren ganzen Hausrat in Tüten verpackt zum Talent geschleppt habt. Helfen? Ja gerne, aber sie hat uns nicht mal angeschaut beim vorbei gehen – Norwegisch.
Beim Auto angekommen beobachteten wir noch Lokführer und ZUB vom Talent wie sie gerade Rolli Rampe am ausfahren waren. Dann fuhr ein Elektrorolli aus dem Talent drauf und die beiden NSBler hatten sichtlich mühe die Rampe so zu bedienen wie es gedacht war. Wieder kamen solche Gedanken im Kopf auf, war der arme mim Rolli jetzt 20min seit der Ankunft vom Talent da drin? Jan meinte dann aber, dass da doch der Junge drin sitzt der vorhin am Bahnsteig Rumgelaufen sei. Aach quatsch, kann doch nicht, solche Gedanken hat man nicht! ;) Als die beiden den Kampf mit dem Lift gewonnen haben und der Rolli festen Boden unter den Rädern hatte stand der Kerl vom Rolli auf und lief davon. Wir konnten uns nicht mehr halten :D Anstatt den blöden Rolli über den Lift auszuladen hätte man den locker zu zweit runterheben können ... aber wenn der Lift schon da ist, die beiden wissen mindestens das nächste mal im Ernstfall wie er zu Bedienen ist.
Wir gingen dann runter ins Kaffe und setzten uns hin, der Wettergück war wie immer nicht zu gebrauchen, dann sagen sie Sonne, dann Regen und dann alles zusammen. Dann klärten wir das mit dem roten ab und die NSB Seite brachte die Lösung, erstaunlich detailliert sogar. Der Sturm war im Tal anscheinend so heftig das gegen 3 ein Güterzug um Otta rum in einen Baum gefahren ist, das blockierte auch den dahinter folgenden Nachtzug. Die NSB Seite sagte dann, dass man bemüht sein den Reisenden eine alternative Weiterreise zu Organisieren, was aber schwer sei – um die Zeit, logisch. Für die Reisenden ab Dombås werde ein Sammeltaxi gemietet.. Gegen 7;15 ging dann die Meldung ein, der Zug könne jetzt weiterfahren, mit deutlich über 3h Verspätung aber. Hm, den hätten wir heute früh von der Hütte aus sogar noch sehen können, schön blöd.
Da die Lok und auch die Sitzwagen vom Nachtzug gleich auf den Tagzug übergehen fehlte die Komp. In Tronheim natürlich, stattdessen wurde der da übernachtende Bm73 für die Morgenleistung hin gezogen. Mit welchem Zug der rote zurück kommt wurde nicht geschrieben, aber es war klar, dass es nur einen geben kann. Das passte uns sehr in den Kram, den genau dieser Zug kommt an einer wunderschönen Stelle am Fjellausgang zwischen Hjerkinn und Kongsvol im besten Licht ... hihi! So war das Programm für diese Zeit schon mal fest definiert.
Wir tranken unseren Kaffe aus und verliessen Dombås wieder gen Fjell, es stand an der Bm73 von hinten und ein Güterzug von vorne, der Signatur sollte pünktlich sein sagte die NSB Seite, insofern war die Zugfolge wohl fest definiert, die Güterzüge sind ja immer etwa im Plan. Plankreuzung der beiden Ziele erst unten in Drivstua.
Am Strassenabschnitt hinter Hjerkinn bezogen wir im starken und immer noch kalten Wind mitten in einem riesigen blauen Loch Position. Den Signatur wollten wir im Streiflicht schiessen, dann wechseln und den Güterzug natürlich richtig rum schiessen. Ich überlegte ein paar mal ob ich die Stelle nicht wechseln soll um den Signatur richtig im Licht nach zu schiessen ... zudem mich die Stelle für den Frontschuss nicht 100% überzeugte. Hätte ich es lieber getan!
Planzeit vom Signatur kam, wir frohren bereits im Wind, sie verstrich, 5min, 10min, 15min, irgendwann begannen wir an der NSB zu zweifeln, der war doch vor Dombås noch pünktlich! Und dann, anstatt der blöde Signatur kam der Güterzug von hinten im besten Licht, an unserer Stelle aber unfotografierbar. WARUM muss dieser Güterzug genau heute so viel zu früh sein damit er uns in den Rücken fährt? Er kreuzte und Hjerkinn dann mit dem Signatur, natürlich ein blauer, welcher dann 10min später bei uns war.

   
         
         
       
   

Bm73 etwas später auf dem Weg als Rt 41 nach Trondheim hinter Hjerkinn unter dem örtlich sehr zuverlässigen Wolkenloch.

   
         
 

Super, besten Dank liebe NSB, heute macht ihr uns das Leben echt nicht leicht, erst das mit dem roten und dann dass ...tsts, und das im Urlaub ;)
Für einen Güterzug der Mi-Fri fahrt fuhren wir mal zum Bahnhof von Hjerkinn, er war ausnahmsweise in der Sonne und bietet mit seinem Bahnhofsgebäude ein recht nettes Motiv, aber zum Güterzug war viiel Zeit, über eine Stunde. So warteten wir artig in der Sonne auf den Zug ... 15min vor dessen Planzeit aber kamen die Wolken und sie wollten nicht weg. Das Ausfahrsignal war noch zu und so wagten wir etwas was wir sicher bereuen würden, wir verliessen den Fotostandpunt kurz vor der Planzeit. Militärbasis war ebenfalls im Schatten und so mussten wir bis fast ans ende des Strassenabschnitts fahren um wieder sicher in der Sonne zu sein.
Zug war nicht durch vor Plan und wir standen in der Sonne, wo ist der Hacken? Zug kommt am besten gar nicht ... so unser Gedanke.
Ich stellte mich zur Planzeit dann etwas oberhalb der Strasse auf und der Zug tauchte wirklich auf Im besten Licht. Die Strasse unter mir war zu diesem Zeitpunkt wo ich wartete sehr schwach befahren, ab und an mal ein LKW, aber die Chance das sich Zug und Strasse in den Weg kommen war verschwinden gering., Aber Natürlich kam Punktgenau zum Zug ein dicker Laster mit einer Autokolonne von hinten ins Bild gefahren ARGH, warum ist das IMMER so? Das Bild ist aber trotzdem ganz klar einen fetten Punkt für die Sonne, hübsch mit dem Fluss und den weit entfernten Bergen des Nationalparks.

 
         
         
       
   

El14 mit einem Kistenzug nach Süden am Fjelleingang bei Svånå. Das Schild unten kennzeichnet die Grenze zwischen der Oppdal kommune und Sør - Trøndelag fylke. Pünktlich zum Zug fuhr unten auf der Strasse natürlich ein LKW mit auffälliger Ladung vorbei.

   
   
   

Ich war froh wieder im Auto sitzen zu können, der Wind hat nämlich kein bisschen nachgelassen und wärmer wurde er auch nicht ;) Müssten die da auf dem Meer die Heizung ein bisschen aufdrehen ...
Oh, der nächste Zug sollte schon der rote sein, oder der hoffentlich rote ums sicherer zu Formulieren. Das blaue Loch begann sich zwar langsam in Wolken zu zersetzen, aber immer noch war viel blau da. Die Stelle für den Zug war klar definiert, Grøbakken, da zwischen Hjerkinn und Kongsvol. Wir assen da etwas zu Mittag und etwa eine Stunde vor dem Zug liefen wir zur Stelle. Viel blau war nicht mehr da und jetzt sitzen wir hier und schreiben. Die ersten 30min meist in der Sonne, die letzten 30 aber meist nicht. Es drückt zwar gerade wieder, aber sicher nicht für lange. Es ist 7 nach 4, der Zug müsste jeden Moment kommen. Ich mach mal Schluss! ;)
Hmm, keine Minute nachdem ich Schluss gemacht habe kam er, voll im Schatten, so ein Mist aber auch! Weil so kann man das Bild vom roten jeden Tag da machen wenn die Sonne nicht scheint. Schade, sehr sehr Schade, und wieder (ich komm schon wieder damit) wird klarer, der rote mag uns nicht. Der rote ist eher der dunkelrote seit wir im Dombås sind ;) Dabei ist er gerade der Zug mit dem man immer so klasse Aufnahmen machen ... konnte, machen können wird ;).

   
         
         
       
   

El18 2241 als Zug 44, als Ersatz für den Bm73 welche die Leistung für den roten übernommen hat. Fotografiert bei Grøbakken mit Blick in den Fjellausgang von Bahn und Strasse.

   
         
    Wir warteten noch ein wenig weiter um das Wetter zu beobachten als Planmässig der El14 Güterzug von hinten angebraust kam. Hinter der Lok hing noch eine Di8, ob das ein Zeichen dafür ist das der Mittwochs Holzzug nicht fährt? Dieser fährt sonst mit doppel Di8 .... na, hat sicher nichts zu bedeuten.
Gerade als wir gehen wollten drückte das Licht aber wieder und wir blieben trotzdem. Es stand an, der Mittwöchliche Talent nach Dombås. Mit dieser Leistung und dem Gegenzug wenige Stunden später wird jeweils ein Andalsneser Talent mit dem Heimatwerk in Trondheim getauscht. Noch im März war das Tauschpaar, welches nicht für den Personenverkehr frei ist, nicht im Fahrplan drin und das Teil hat uns überrascht auf dem Weg nach Dombås, heute aber wussten wir Bescheid.
Der Talent hätte in Kongsvol mit dem Holzzug kreuzen müssen, tat er aber nicht und er kam auch etwas zu früh deswegen.
Ich hatte derweil etwas weiter oben Position bezogen und ärgerte mich über das Wetter, überhaupt nichts war mehr von Sonne zu sehen, im Gegenteil, es sah hinter uns dunkel und feucht aus, dazu immer noch dieser Wind.
Etwas Schauspiel wurde während der Warterei aber geboten, ein Moschus Ochse hat sich in Strassennähe zum Fressen einen Platz ausgesucht und viele Autos hielten an und guckten ihm zu. Das praktisch an der Position vom Ochsen, da wo er stand mussten wir wieder durch um zur Strasse zu gelangen, wie ging das mit den 200m Mindestabstand? Aber wir hatten ja noch was Zeit.
Ich schoss den Talent und dann liefen wir zusammen zum Wagen zurück, Jan hatte weiter entfernt noch zwei weitere Viecher erkannt die aber auf der anderen Bahnseite waren. Unser Ochse hat sich zum Fressen etwas weiter vom Weg entfernt, so dass wir gefahrlos über die Brücke gehen könnten. Wir spotteten schon als wir ihn teilweise nicht mehr sahen das er gleich eine Böschung Hochpflügen würde und uns auf die Hörner nimmt ;) Wenn aber schon mal so ein Ochse da ist wollten wir den auch mal noch Fotografieren. Dazu mussten wir uns aber etwas umstellen auf der Strasse. Das Blöde an diesem Ochsen war, er stand immer etwas in einer Senke und war permanent am Fressen, den Kopf hob er nicht einmal richtig in den 20min wo wir ihm zugeschaut haben. Der Zufall war uns gnädig und hinten sollte noch ein Signatur durchfahren, so hat man den Ochsen gross immerhin noch mit Bahn hinten drin, um den Bezug nicht zu verlieren versteht sich ;)
Der Zug kam, ich machte noch eine Belichtungsprobe und als ich durch den Sucher guckte war der Ochse nicht mehr da. Mist, mit dem starken Tele fand ich den Ochsen nicht schnell genug, der Zug war schon durch. Hihi, so wurde das Bild zumindest bei mir gar nichts. Der Ochse an sich war natürlich immer noch am selben Ort am Fressen wie zuvor.
   
         
         
       
   

Ein Moschuchsochse - immer eine Attraktion auf dem Fjell.

   
         
   

Als wir los fuhren bemerkte ich noch, „Holzzug fuhr heute wohl wirklich nicht“ als, wirklich kein Scherz, 5sec. Später der Holzzug auf der parallel laufenden Bahn auftauchte. Es waren zwei Altlack Di8 dran, eine nette Geschichte in Sonne, wen auch der Zug mit der rot/gelben Lok und den Baumstämmen für die Gegend sehr gute Tarnfarben besitzt ;) Jan machte dann noch den Witz das der beim See bestimmt super im Licht gekommen wäre ... wers glaubt! ;) Den vor uns war die Wand aus Feuchtigkeit und Wolken, und es schien nicht so als ob die noch ein Ende nahm dahinter.
Als wir das Sonnige Tal der keinestellen durchfuhren wurde es aber Hell, und tatsächlich, hinten am See war Sonne. Das blaue Loch war aber ganz schön klein und so fuhren wir unverrichteter Dinge weiter. Es stand noch an ein Güterzug und der El18 Bomber, dann noch der Talent, aber der würde auch bei einem strahlend blauen Himmel nicht mehr in der Sonne kommen.
Bei Fokstua war das Loch noch immer und es wurde rasant grösser, so dass wir gewendet haben und beim Bezahlweg kurz hinter Fosktua geparkt hatten. 30 Kronen für vielleicht Sonne war’s uns nicht Wert zwei mal 500m nicht zu Fuss gehen zu müssen ;) An der Bahn dran war ganz gut was frei, aber drüben, auf der anderen Seite des Baches. Wir kämpften uns rüber und stiegen da wieder über ein paar Wurzeln über einen kleinen Bach. Dann standen wir etwas höher und die Sonne schien noch. Fehlt nur noch der Zug für die Streiflichtaufnahme. Und nach einem kurzen Moment der Dunkelheit kam die El14 mit den Kisten. Das war wieder eine Punktladung, gleich nach dem Zug war die Sonne wieder weg. ... so wie es aussah für immer heute.

   
         
         
       
   

El14 mit Güterzug nach Norden in den letzten Sonnenminuten auf dem Fjell am Fokstugumyrin.

   
   
   

Der rote kam und es war wieder Zeit für Kunst angesagt ;) Da der Himmel hinter uns noch vom blauen Loch erfüllt war rechnete ich mir heute Chancen für einen Mitzieher aus, ob das nun noch Kunst ist weiss ich nicht wirklich, eigentlich ja nicht? Ziel vom Foto war eine fast schwarze Landschaft mit einem dunklen Himmel wo nur die Reflektion im Zug zu sehen sein sollte, soweit die Theorie - Kunst in der Theorie kann ich nämlich ;).
Der Zug liess sich wieder gut Zeit und ich probierte etwas mit den Belichtungen rum, 1/50 möglich, oder noch weniger, oder mehr .... hmm, will ja nicht dass alles verdattert. Mit etwas Plus sah man den Zug dann hinten den Bahnhof Fosktua durcheilen und jetzt galt es ernst. Kunst kann man nicht einfach so machen, das muss geplant werden, also habe ich im Kopf nochmal alles durchgespielt und Fokussiert. Wenn der Zug kommt einfach mitziehen und draufhalten, das wird dann scharf.
Er kam, ich habe genau das gemacht was ich wollte und es wurden auch einige Bilder scharf, aber bei einer ist die Lok vorm Mast und beim zweiten ein Busch vor der Lok. Oder stört das doch nicht, ist doch Kunst? Oder ... hmmm, ich weiss nicht!

   
         
         
       
   

El18 2261 mit dem Rt 45 nach Trondheim quergeballert am Fokstugumyrin

   
   
   

Bildausschnitt und Umsetzung haben geklappt, nur ist alles heller geworden als ich es mir vorgestellt und gewünscht habe. So ist es doch nur ein banaler Mitzieher geworden ...
Jan hatte ebenfalls etwas Versucht und ganz Stolz zeigten wir uns anschliessend unsere Resultate ;). Für den kommenden Talent wollten wir nichts mehr suchen, da war es wohl selbst für Kunst dann doch zu dunkel geworden. So liefen wir zum Auto zurück und wurden von einem roten Lieferwagen überholt welcher vorhin weiter oben auf der Strasse im nichts stand. Zufall oder hat der Fahrer ebenfalls auf den roten gewartet? Auf jeden Fall war es ein Norweger, den auf mein freundliches Nicken als ich von der Strasse bin um Platz zu machen wurde nicht reagiert, er glotzte nur.
Zurück im Auto gings die letzten Kilometer runter nach Dombås. Hinten auf den Gegenüberliegenden Bergen muss heute der erste Schnee gefallen sein, leichter weiser Puder bedeckte die Gipfel und noch immer hingen dunkle Wolken darüber.
Die Wetterlage scheint sich etwas umgestellt zu haben, der Wind heute erinnerte eher an einen kalten Wind im Winter als an Herbst, so würde es uns nicht wundern wenn bald Schnee fallen würde, auch im Dombås. Am Talent vorbei fuhren wir dann in den Coop um uns für das Abendessen einzudecken. Wieder mal Pölserbröd wollten wir heute machen, dazu brauchten wir Würschte, lecker Sauce, eine grosse Zwiebel und natürlich Brötchen. In de Hütte wurde das einfache aber sehr Norwegische Essen eingenommen. Jetzt sitzen wir beim schreiben und vertreiben uns die Zeit.
Wieder ein Tag vorbei, wieder hat in etwa die hälfte der Bilder geklappt, ein Teil wegen Wolkenpech, ein Teil nicht wegen der NSB die uns gleich zwei mal gewaltig verarscht hatte, und ein teil auch nicht aus eigener Dummheit oder Fehlentscheiden. Der Aufwand zu Gestern hat sich heute aber arg in Grenzen gehalten ;)

   
         
         
       
       
         
   

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