Tag 2: Sonntag, 13.09.2009, Geilo - Geilo

 

 

         
   

Hallo liebes Tagebuch ... heute am ersten richtigen Urlaubstag hat fast alles so geklappt wie wir es uns gewünscht haben. Der Tag begann um 8 Uhr als ich von Jan geweckt wurde durch einen erquickenden Aufschrei, eine Nohab sei vor der Hütte. Klingt komisch, ist aber so. Es stand da so eine Nohab mit Schotterzug und die waren gerade dabei in aller Seelenruhe ein wenig Schotter ab zu laden. Das alles im allerbesten Sonnenschein, keine Wolke war zu sehen als ich verschlafen und angezogen die Hütte verliess und den Kopf einmal um 360 Grad drehte.

Die Nohab fuhr immer mal wieder ganz langsam weiter vor und nach 5min und einem kleinen Schwatz mit einem Jernbanverkert Mitarbeiter waren wir wieder in der Hütte.

   
         
         
       
   

Warum bin ich eigentlich für Rundnasen ganz in den Kosovo gefahren? In Geilo kam eine bis vor unsere Campinghütte!

   
         
   

Jetzt waren wir auf, nur was wollten wir nun machen? Wetter war wunderprächtig, nur Zugverkehr gab es keinen bis um kurz vor 10. So fuhren wir der Strecke mal Richtung Gol nach, da sich laut Bahner noch ein zweiter Bauzug irgendwo verstecken sollte. Wir sahen ihn aber nicht wirklich und fuhren aus Spass mal zum Bahnhof von Hol, hoch am Hang gelegen. Aber da war auch nichts zu sehen von einem Bauzug und wendeten wieder und fuhren zurück nach Geilo. Ohne in der Hütte halt zu machen fuhren wir durch den Ort durch und mal in Richtung Ustaoset und Finse. Es stand an der El18 Zug nach Bergen und kurz darauf der rote Signatur von hinten nach Oslo, wobei letzterer eigentlich überall etwa im Licht kam.

Für den El18 Zug fanden wir noch vor Ustaoset eine nette Stelle zum querballern, für den Bm73 aber fanden wir trotz ein paar Anläufen in der Umgebung nichts. Es war wohl einer ein Luxusproblem, den bei den Farben hätte es auch eine Notstelle getan. Nach etwas weiterer Sucherei ohne Erfolg war es Zeit für den El Zug und wir stellten uns an die Stelle, aber wie nicht anders erwartet kam er zur Planzeit nicht, +16 sollte er haben. Was unser Plan etwas durcheinander wirbelte, aus den 20min welche wir für den Wechsel zum Signatur hätten haben sollen wurden auf einmal weniger als 5. Zu allem Überfluss drückte dann auch bereits der zweite Zug in Richtung Geilo.

   
         
         
       
   

Der Rote mit den B3-Wagen oberhalb von Geilo.

   
         
   

Wir waren bereits die doofe Signaturkiste fahren zu lassen um für den Regio 30min später sicher etwas zu haben. Dieser Regio ist spannend, er fährt von Myrdal nach Al und am Nachmittag zurück, zur Nebensaison jetzt nur an Wochenenden – wohl für die Fahrradfahrer. Mit was genau der Zug fährt waren wir uns nicht sicher, wir rechneten aber mit einem oder zwei Bm69.

Wir wollten für den irgendwas zwischen Ustaoset und Haugastöl suchen, wurden aber just vom Bm73 welcher noch in Ustaoset standen überrascht. Was die NSB da bloss wieder gemacht hat das die Kiste noch immer da stand? Uns war's Wurscht und wir fuhren zurück an eine Notstelle kurz hinter dem Bahnhof. Es dauerte natürlich auch nicht lange und der Zug kam von hinten. Der Blick war dabei für mich leider auf die unfotogenere blaue Einheit am hinteren Zugteil gerichtet.

   
         
         
       
         
       
   

Nachschuss auf einen Bm73 nach Oslo kurz nach Ustaoset.

   
         
   

Für den Regiotog welcher wirklich ein Bm69 war stellten wir uns in die Einfahrt von Ustoset und schossen ihn quer auf dem Damm. Da gab es auch den ersten Snack in Form von komischem Brot (ok, hier gibts eh nichts anderes) und komischer Käsepaste aus de Tube mit Schinken Geschmack (wirklich komisch!).

   
         
         
       
         
       
   

Lokaltriebwagen verirrt sich nach Ustaoset, wo vor dem Hotel der örtliche Troll am winken ist.

   
         
   

Nun war etwas Luft, wenn auch nicht viel, um endlich mal in die richtig fotogenen Abschnitte zu kommen auf dem Fjell. Bei Haugastöl bogen wir auf die Bezahlstrasse ein und bezahlten brav die verlangten 40 Kronen.. Das Zirkeln um die in grosser Anzahl vorhandenen Schlaglöcher kostete Zeit und so kam es, dass wir den ersten Signatur von Oslo nach Bergen nur mehr beim Weg zur Stelle fanden. Oben an der Grenze der Regionen (= Kantone)  ist auch die Bezahlstrasse für Autos zu Ende und ein Vägbom steht im Weg. Nach der gar nicht so einfachen Parkplatzsuche liefen wir dann dem Rallerveg entlang etwa 1km bis die Bahn wieder auf die unsere Fluss / Seeseite wechselte.

Kurz vor der Stelle kam dann eben besagter Signatur mit etwa 10min Verspätung gen Bergen gedonnert. Und wirklich gedonnert, auf dem Neubauabschnitt welcher da oben ist fahren die Züge anscheinend bis zu 160km/h. An der Stelle angelangt warteten wir keine 5min und das Signal in unserem Rücken sprang von halt auf Fahrt, was ein ganz klares Zeichen dafür ist, dass der von uns erwartete Güterzug gerade Finse verlassen und eine Fahrtrasse ins Tal erhalten hat.

So warteten wir nicht mehr lange und die El19 mit dem mässig ausgelasteten Kistenzug kam weeeit vorne ums Eck geschossen. El19 sind schon schöne Loks ... nur habe ich langsam Angst das die hier oben die ganzen El16 schon ersetzt haben --, das wären noch schönere Loks ;)

   
         
         
       
         
       
   

Traxx bei Storurdi.

   
         
   

Nach dem Güterzug war nur 20min Zeit für den erste El 18 Zug aus Bergen nach Oslo mit der B7 Garnitur. Dazu wollten wir etwas weiter rauf und ich ging als voraus laufender genau den Weg, den ich nicht hätte nehmen sollen. Pfffffffrrrt, und Nass war der Schuh, matschig dazu. Dieses unschöne Erlebnis bewog mich dann zu etwas mehr Vorsicht, wobei ich aber trotzdem noch ein zwei mal einen Fuss Schlamm aus dem Morast gezogen habe. Egal, die Sonne schien, ein (kühler) Wind ging, so konnte ich die Socken an die Sonne legen und selber die nackten Füsse in die Höhe strecken. Pünktlich kam dieser Zug dann und warf uns in ein Loch des nichtstuns.

   
         
         
       
         
       
   

Der Rote bei Storurdi, zwischen den Bahnhöfen Finse und Tunga.

   
         
   

Nächster Zug, El18 in die Gegenrichtung, in so etwas über 2h. Hmmm ... und nun? Jan hatte die gute Idee des hinlegens. Musik an, Ohrstöpsel rein und wunderbar gedöst in der herrlichen Landschaft. Schon wieder muss ich sagen, ein Genuss, vor allem nach dem Stress im Balkan im letzten Urlaub, da wäre so etwas nicht möglich gewesen. In Gedanken versunken war ich etwas am überlegen und auf einmal kam mir der Gedanke, dass ich doch irgendwo gelesen habe das in diesem Jahr jeweils am Wochenende ein Sonderzug die Strecke hier befahren soll. El 13 oder Dampflok mit Holzwagen, oder so ... Da ich aber gar nicht sicher war und Jan das bestimmt wüsste, wenn da was wäre machte ich mir keine Gedanken mehr drüber und begann zu wohl zu Schlummern. Auf einmal höre ich durch die Musik hindurch meinen Namen rufen, ööööh, wat iss? Und Jan zeigte begeistert auf das was da kam am Horizont. Irgend ein Zug der nicht im Plan stand. Aha, El13 mit Holzwagen ... also doch. Es war unser Glück das Jan kurz vorher aufgesessen ist um irgend etwas zu machen, sonst hätten wir den kaum gesehen.

   
         
         
       
   

Und eine Museumseisenbahn kommt auch vorbei. Es dürfte die letzte Fahrt im Rahmen des 100jährigen Bestehens der Bergenbahn gewesen sein.

   
         
   

Er war durch, das Licht leider nicht mehr Optimal, und ich legte mich wieder hin. Zeitig vor dem nächsten Zug verabschiedeten wir uns und liefen jeweils an die Favorisierte Stelle, ich wollte endlich mal was näher ran um die El18 nicht immer so quer von weit weg Ballern zu müssen, Jan ging in die andere Richtung. Meine Füsse waren so schön Trocken und wieder machte es pppppfprrrpft und schon waren sie wieder Nass. Diese unsichtbaren rinsale am Hang sind schon ziemlich Fies!

Aber das Foto von der leicht verspäteten El18 entschädigte die nassen Füsse. Etwas umgestellt kam 15min nach der El18 gleich noch der Bm69 von Al nach Myrdal hinterher und wurde wieder schön mit Sonne auf Front und Seite erlegt.

   
         
         
       
   

Nun kommen die Züge gen Westen, wieder bei Storurdi. Erst der Fernzug,...

   
         
         
       
         
       
   

..., dann der Nahverkehr.

   
         
   

Nachdem Jan wieder zu mir gestossen ist liefen wir gemeinsam zum Auto zurück, wieder war ein Loch unser Problem. Die Bahn hier ist etwas doof, eigentlich gibts ja schon ein paar Züge, die sind einfach schlecht über den Tag verteilt. Wir fuhren dann knapp vor einem Pferdfuhrwerk los und trümmelten um die Schlaglöcher wieder ins Tal hinab.

Bei Vikastölen hielten wir aber inne, eine Stelle lockte uns. Stelle für die nächsten beiden Züge, einmal der Signatur runter und einmal ein Güterzug hoch, aber erst in etwas um 2h herum. Aber die Stelle gefiel und die Sonne sollte für die 2h eigentlich noch halten, auch wenn es Eng werden könnte. Unsere Geduld und das Sitzfleisch strapazierten wir für den Blick an der Stelle aber sehr gerne. Ein Unplanmässiger Zug kam leider keiner mehr vorbei, auch der Güterzug kam nicht zu früh, dafür der Panzerzug von Bergen etwa 10min zu spät.

   
         
         
       
   

Der Blaue in Gråskallen, zwischen den Bahnhöfen Tunga und Haugastøl. Erst von vorn,...

   
         
         
       
         
       
   

..., dann von hinten.

   
         
   

Nach etwas Rechnen war klar, wenn der Güterzug im Plan ist reicht es mit der Sonne gerade noch so ... wenn. Er war es nicht und der Schatten wir schneller. Nachdem wir so lange gewartet haben wie möglich fuhren wir schnell etwas weiter vor, um da Quer auf einen Sonnigen Abschnitt schiessen zu können. Es musste nämlich noch kommen, der B3 Wagenzug mit der El18 von Bergen.

Etwas schmodder und die Höhe der Sonne vereitelten das Wunschbild, stattdessen gab es irgend ein Experiment welches vielleicht geklappt hat, vielleicht auch nicht.

Wäre alles im Plan gekommen hätten wir jetzt drei schöne Bilder, so war es eins und ein Notschuss, die NSB hatte es uns nicht leicht gemacht. Dann aber, um kurz vor halb 8, war die Sonne weg, überall .. und es hielt uns natürlich nichts mehr im Tal. Zudem es schnell kühler wurde bei auffrischendem Wind. Auf dem Weg nach Hause in die Hütte haben wir noch einen Güterzug in die falsche Richtung gesehen, der war 1h vor Plan unterwegs, vom anderen Güterzug nach Bergen hingegen haben wir gar überhaupt nichts gesehen.

So endet der Tag beim eindunkeln in der Hütte wo wir eben self-made Pölser verdrückten und jetzt etwas chillen (wie man im Neudeutsch sagt ;)).

Netter Tag, hoffen wir, dass das Wetter genau so bleibt in den nächsten zwei Wochen, wobei mindestens die nächsten Tage so sein sollen – sagt der Wetterlügi.

   
         
         
       
       
         
   

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