Tag 10: Montag, 16.03.2009, Abisko - Abisko, 76km

   

 
 
 

Heute wollten wir eigentlich früh aufstehen, um die Kreuzung morgens um neun in Abisko zu fotografieren. Der Blick aus dem Fenster verhiess allerdings nichts Gutes, so dass wir erst mal liegen blieben und uns erst nach neun aus dem Bett quälten. An das Morgenessen hatten wir uns inzwischen gewöhnt, es gab wie üblich Orangensaft, frisch gebackenes (oder zumindest aufgebackenes) Brot mit Butter und Konfitüre sowie Corn Flakes mit ungesüsstem Joghurt (dafür eine Ladung Zucker darauf) und Kokosnusssplitter (hmm lecker).
Das Wetter war wieder äusserst wechselhaft und der Wetterbericht sagte wieder was komplett anderes als gestern voraus (die werden wohl jeden Tag frisch gewürfelt), so blieb uns dann doch nichts anderes übrig als einfach mal raus zu gehen und zu schauen, was wohl wird. Inzwischen hatten wir leider auch den Güterzug verpasst, der heute morgen nach Narvik fuhr, wie uns der Tagesfahrplan von Banverket verriet.
Wir entschieden, unser Glück nochmal um Vassejaure zu probieren, genauer gesagt zwischen Vassejaure und Katterjak an einem See, den Nil schomal im Sommer besucht hatte. Auf der Fahrt dorthin stellten wir fest, dass es inzwischen ziemlich warm war draussen; In Abisko waren die Temperaturen gar über dem Gefrierpunkt, weiter oben allerdings nicht mehr.
Die Fotostelle war nur dank Schneeschuhen erreichbar, zum Glück aber nicht allzu weit von der Strasse entfernt. Geeignet war sie primär für Züge in Richtung Narvik, auch der Sonnenstand passte. Zu Beginn war das Wetter auch noch einigermassen gut, es gab Sonnenschein, allerdings mit ziemlich bewölktem Himmel. Bald kündigte sich der Tagzug aus Narvik an, der allerdings in der falschen Richtung kam, und die Sonne hatte sich auch gerade versteckt. Aufgrund der langen Vorwarnzeit versuchte ich mein Glück noch etwas weiter hinten, fand aber keine passende Stelle mehr; Nil erlegte ihn so gut es halt ging.

Das Wetter hellte sich wieder auf, und wenig später kam eine IORE mit leerem Zug angefahren, wieder aus der falschen Richtung, wieder ohne Sonne; das Resultat, uhm, unbefriedigend.
Nur kurz später, es schien wieder die Sonne, war der Nachtzug von vorne dran, in der richtigen Richtung. Es schien dann auch alles zu klappen, aber der Zug hätte gerade mal noch 100m vor fahren müssen, da kam wieder die unerbittliche Wolke vor die Sonne, so dass es mit viel Tele noch für sowas ähnliches wie ein Sonnenbild reichte, aber nicht so, wie wir uns das erhofft hatten.

 

Rc6 1335 mit IC nach Lulea bei Vassijaure

  Rc6 mit dem Nachtzug aus Stockholm bei Vassijaure
 

Nun war warten angesagt. Sonnenschein wechselte sich ab mit Bewölkung und Nebel, im Minutentakt. So warteten wir eine Stunde, ohne dass sich verkehrsmässig irgendwas getan hätte. Langsam zog es dann zu, begann zu schneien und stark zu winden, ein regelrechter Schneesturm! Wir waren zum Glück einigermassen gut verpackt und vor allem Nil vergnügte sich im Schnee.
Nach 1400 tat sich wieder was, eine IORE kämpfte sich durch das Schneetreiben in Richtung Narvik, die von Nil auch der Kuriosität halber festgehalten wurde – ich konnte keine Motivation aufbringen, die Kamera auszupacken.
Wie er gekommen ist war der Schneesturm auch wieder fertig, und die Sonne lugte wieder etwas hervor. Etwas schien von hinten zu hupen, ich hielt es aber für unmöglich, dass nach dem Erzzug schon ein anderer Zug hier war und glaubte mich getäuscht zu haben. Nil machte es schlauer und nahm die Kamera hervor, und konnte die kurz darauf erscheinende Green Cargo-Rc im nur noch leichten Schneegestöber mit drei Güterwagen festhalten, allerdings wieder in der falschen Richtung bei zweifelhaftem Licht.

 

 

IORE mit einem Erzzug nach Narvik im Schneesturm bei Vassijaure

  GC Rc mit einem kurzen Güterzug im Schneegestöber bei Vassijaure
 

Kaum war dieser durch erschien ein ganz seltsames Teil von Vassijaure her; es war ein Wartungsfahrzeug der Banverket, womit vermutlich kontrolliert wurde, ob es keine Schneeverwehungen gab. Das Fahrzeug war auf der einen Seite mit einer grossen Bürste ausgerüstet, welche irgendwie an eine Autowaschanlage erinnert; diese wird offenbar dafür benutzt, um Weichen von Schnee zu befreien.

Wir beide fanden das Fahrzeug interessant und knipsten es ein paar mal, aber da sich die Sonne gerade wieder versteckte war wieder nicht viel zu wollen. Wenig später kam dasselbe Fahrzeug wieder zurück, kompliziert kann der Einsatz nicht gewesen sein.
Nun war wieder ein Erzzug aus Narvik dran, diesmal mit Dm3, aber wie gesagt war an unserer Stelle für diese Richtung nicht viel zu wollen, das Resultat entsprechend bescheiden.

Kaum war der Zug vorbei kam der nächste Schneesturm auf uns zu und verlangte über eine Stunde lang alles von uns ab ... es war, ungemütlich! Aber nach dem Schneesturm folgte ja immer Sonnenschein, so motivierten wir uns zu bleiben, man weiss ja nie!

Langsam aber sicher war oder besser wäre auch die Sonne parallel zur Strecke und ging immer mehr auf die andere Seite, Zeit für uns eine andere Fotoposition zu suchen als der Schneesturm vorüber war und die Sonne wieder ab und an zwischen den Wolken hervor guckte ob wir noch da stehen.

Nach dem Schneesturm, wir kennen es, windete es wieder sehr stark und der im letzten Schneesturm gefallene leichte Neuschnee trug dazu bei, dass ziemlich viel Schnee durch die Luft flog, was eine fast surreale Stimmung verursachte; man konnte meinen, die Hänge seien in Bewegung...

Wir aber warteten vor allem noch auf den Tagzug, der wenig später auch mit der üblichen Rc6 bespannt und nur drei Wagen lang auftachte, bei relativ spitzem halblicht an mässig geeigneter Stelle, aber besser als nichts. Dabei hatten wir sogar noch Glück, den bei den starken Windböhen war von der Stelle gar nichts zu sehen! Wir standen am Hang und der Wind kam genau von hinten ... und so waren wir in diesen Zeitpunkten jeweils mitten in einer riesigen und kalten Schneestaubwolke.

 

Nach dem Schneesturm folgt ein Baudienstfahrzeug mit Schneeräumer.

  Rc6 1334 mit dem IC von Luela nach Narvik bei Vassijaure
 

Da das Wetter aber nun nur noch schlechter zu werden schien und ich kalt hatte, machten wir uns mit sehr mässiger Ausbeute auf den Rückweg.
Wir entschieden, selbst etwas zu kochen, da wir noch Teigwaren und Sweet&Sour-Sauce hatten. Daher kauften wir uns im Supermarkt ein Pouletfleisch-Erzeugnis (genannt Chicken Nuggets) und noch etwas Sauce, so dass wir dann beide eine riesige Portion Sweet&Sour-Poulet-Nudeln hatten, was mir dann allerdings etwas zuviel war...
Nach einer Internet-Session und einem Film gings dann ab ins Bett.

 

 
   
 

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