Tag 13: Donnerstag, 19.03.2009, Abisko - Rognan, 370 km

   

 
 
 

Wechseltag, oder doch nicht? Wir waren uns überhaupt nicht sicher, ob wir wirklich wechseln wollten oder sollten. Die Grundproblematik bestand im Wochenende, denn dann war an der Nordlandsbahn, unserem nächsten Ziel, nichts zu wollen. Einerseits läuft im P etwas weniger und der einzige wirklich fotogene Güterzüg läuft gar nicht.
Heute war Donnerstag, wenn wir wechseln dann benötigt man den ganzen Tag, blibe also der Freitag auf dem Saltfjell, wird es nix wegen Wetter oder dergleichen haben wir Pech gehabt weil verlängern keinen Sinn macht. Dann gehts sicher am Sam- und Sonntag nach Dombås , ist ja nicht unbedingt die Distanz für einen Tag, wenn aber machbar zur Not (wollen wir aber nicht).  So hätten wir Montag und Dienstag auf dem Dovrefjell und danach könnten wir gemütlich weiter nach Sundsvall.
Die Alternative war, noch bis und mit Samstag hier auf der Erzbahn sitzen, bei sehr bescheidenem vorhergesagtem Wetter; Danach am Sonntag runter, so dass wir am Montag und vielleicht noch Dienstag Zeit fürs Saltfjell gehabt hätten.

Dann Mittwoch nach Dombås heizen, Donnerstag und Freitag dort und am Samstag nach Sundsvall fahren.  Klingt nach Stress, war uns aber prinzipiell egal.
Mit dieser Frage beschäftigten wir uns seit dem Aufstehen, über das Frühstück und dann auch im Zimmer. Bis 10 Uhr mussten wir uns entschieden haben, denn dann war Check-Out Time. Um genau 10 vor 10 fiel dann die Wahl gegen die Erzbahn, auch wenn nur sehr knapp... wir schwankten beide hin und her und schlussendlich war wohl die Gemütlichkeit der ausschlaggebende Punkt.
Also räumten wir unseren Kram zusammen und fuhren los, zwar mit einer leuchtenden Zapfsäulensymbol im Auto, David war das aber egal, Narvik war ja nicht weit.
Das Wetter war extrem garstig, es windete und schneite stark, was zu ganz lustigen Strassenverhältnissen führte. Unterwegs begegneten wir noch einer ziemlich eindrücklichen Schneeschleuder, welche gerade dabei war Parkplätze wieder frei zu machen... ja, so viel Schnee hatte es, vor allem um Riksgränsen war es extrem.
Rutschend erreichten wir dann Narvik, tankten und schauten ob wir am Bahnhof noch Eisenbahnpostkarten kriegen würden, erfolglos.
Weiter ging es dann im Tauwetter und bei sehr tief hängenden Wolken nach Süden auf der E6, auf welcher wir trotz streckenweise völlig vereister Fahrbahn wohl schneller voran kamen als dies im Sommer bei bestem Wetter möglich gewesen wäre, weil wir praktisch alleine waren. Sobald die Strasse vom offenen Meer weg und etwas in die Höhe ging, was häufig der Fall war, war die Strasse mit Eis und Neuschnee bedeckt, denn zwischenzeitlich hatte es wieder begonnen stark zu schneien.
Als wir am Fährenterminal angelangt waren stand keine Fähre da und nur wenige wartende Autos. Wir stellten uns auf dem völlig verschneiten Platz irgendwo an den Rand und warteten mal, Bodenmarkierungen sahen wir dank dem Neuschnee keine mehr.

 

Tagzug von Trondheim nach Bodö kurz vor Fauske

  Auf dem Weg über die Hügel auf der E6, tief verschneit!
 

Es dauerte nicht lange, vielleicht 5min, da legte die Fähre an und leerte sich alsbald. Als erster fuhr ein Tank-LKW drauf, wir wollten hinterher, wurden aber zurückgewiesen... aha, jetzt wird erst mal getankt. Dieser an sich simple Vorgang dauerte über 30min, bis anscheinend ein ganzer Tank LKW voller Diesel ins Schiff gepumpt war.

Noch auf dem "Trockenen" wurde kassiert, bei sehr starkem Schneefall, was dem Kassier das ein oder andere Fluchwort entlockte. Zu allen Überfluss waren dann noch die Batterien von seinem Kasten leer und er musste erst Ersatz besorgen.
Die Überfahrt dauerte nicht lange, gesehen hat man jedoch nur 20 Meter weit an die nächste Nebelwand. Die Überfahrt dauerte nicht lange, gesehen hat man jedoch nur 20m weit an die nächste Nebelwand, schade, die Aussicht ist ansonsten ja grandios.

Drüben angelegt ging es als erster der ganzen Kollone wieder auf der E6 weiter in Richtung Süden, bei sehr prekären Strassenverhältnissen - massiv schlechter als zuvor... und ich dachte immer, die E6 müsste doch prima geräumt sein! Bei teilweise starken Steigungen konnte man nur hinauf schlittern und hoffen, dass man nicht zuviel Tempo verliert. Ohne Spikes wäre die Strecke nicht passierbar gewesen! Nach langen 170km erreichten wir gegen 16 Uhr Fauske.
Am Bahnhof versorgte wir uns kurz mit Fahrplänen und stellten dabei fest, dass der Tagzug von Trondheim in 45min kommen musste. Für diesen stellten wir uns dann auf dem Weg nach Rognan an einen Fjord mit Dorf. Als wir da so standen begann es vertraut zu grummeln, unverkennbar eine Di4, jaaaaa! Das Bild selber war (dank starkem Schneefall, Nebel und grossem Abstand zum Zug) aber, gelinde gesagt, für die Tonne... massiv ;)

In Rognan, dem letzten grösseren Ort vor dem Fjell, kannten wir von einem Bekannten her einen Campingplatz mit Hütten, welcher auch im Winter geöffnet haben sollte.
Mein Navi kannte den Platz ebenfalls und so fuhren wir schnurstracks da hin. Wir fanden nach etwas suchen auch die Reception in einem Wohnhaus. 680 Kronen kostete uns der Spass pro Nacht, für eine Hütte mit Klo, Dusche und Küche annehmbar, nur Internet gab es keins, was David etwas Sorgen bereitete ;)
Nach dem Besichtigen ging es erstmal zum Bahnhof von Rognan, mal die Lage anschauen, ob wir vielleicht mit Stativ ein Foto vom Nachtzug schiessen könnten. Aber gerade als wir auf den Bahnhofsplatz fuhren begann es zu regnen, stark zu regnen. So stiegen wir nicht aus und schauten einem Talent nach Bodø aus dem Auto hinaus zu.
In der Stadt suchten wir uns anschliessend etwas zu Essen, was wir nach zwei Anläufen auch fanden. Viel los war in diesem Rognan nicht, so waren wir froh, überhaupt etwas gefunden zu haben. Zurück in der Hütte vergnügten wir uns dann mit OpenTTD auf dem Laptop und gingen gleich ins Bett, denn morgen wollten wir um 7 auf dem Fjell den Nachtzug erlegen... bei einer Anfahrt von einser Stunde bedeutete das ein Aufstehen um halb 6, ob wir das schaffen... ich glaube nicht ;)

 

 
   
 

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