Tag 18: Dienstag, 24.03.2009, Dombås - Dombås , 104 km

   

 
 
 

Unser heutiges Morgen-Ziel war den Güterzug, der kurz vor neun im Dombås hätte sein müssen, am Anfang des Fjells zu erlegen. Daher hatten wir vor, um 7:30 aufzustehen, rasch zu frühstücken und dann gleich zum Fjell hoch zu fahren.
Nun gut, um 7:30 standen wir auf, und Nil schaute gleich zum Bahnhof rüber. Dort stand, zu unserer Überraschung (er war im grafischen Fahrplan entweder nicht eingezeichnet oder viel zu spät), ein Autozug von Cargolink, den wir uns schon auf dem Saltfjell erhofft hatten – den wollten wir daher keinesfalls verpassen! Schnell verschoben wir das Morgenessen auf später, zogen uns rasch an und fuhren gleich hoch zum Fjell. Dort angekommen gabs die üblichen zwei Probleme: Keine Parkmöglichkeit in der Nähe einer Fotostelle und Wolken, die sich wie üblich dort rum drückten, wo wir fotografieren wollten. So stieg ich dann bei der ersten vernünftigen Möglichkeit aus und Nil schaute noch weiter hinten obs was gäbe.
Nun war Warten angesagt. Minuten, Viertelstunden vergingen, und kein Zug in Sicht; die Wolke war auch nach wie vor im Weg. Bald kam Nil zurück, er hatte nichts gescheites finden können. Wir rätselten, ob der Zug vielleicht nach Åndalsnes hinunter gefahren war, und machten uns auf den Rückweg zu unserem Morgenessen. Um herauszufinden was los war gingen wir aber noch beim Bahnhof von Dombås vorbei, und wunderten uns wieder, denn der Zug stand nach wie vor da; und erst noch auf einem Gleis, von welchem aus man nicht nach Åndalsnes kommt.
Kurze Zeit später erschien der Lokführer und fuhr auch gleich ab, so dass wir wussten, dass der Zug jetzt kommen musste. Da wir diesen Morgen schon genug Leerlauf produziert hatten, störte uns das Risiko, noch mehr Leerlauf zu produzieren, nicht so sehr, und wir fuhren wieder hoch aufs Fjell. Die Wolke an unserer gewünschten Fotostelle war nach wie vor da, dort zu warten daher aussichtslos. So fuhren wir weiter bis an einen zugefrorenen See, über den man die Bahnlinie auf der anderen Seite sah. Der Himmel war hier wolkenlos, daher angehalten und für den Zug aufgestellt. Gerade in diesem Moment, und das ist nicht übertrieben, begannen sich genau vor der Sonne erst Schleier, danach Wolken zu bilden, so dass wir uns sicher waren, dass uns „dort oben“ jemand ärgern will :)
Wir gingen davon aus, dass wir dem Zug 5-10 Minuten abgenommen hatten, daher sollte er bald kommen... sollte. Nach über 20 Minuten ohne Zug begannen wir zu rätseln, obs vielleicht irgend ein Problem gäbe oder der Zug in einer Kreuzungsstelle wartet... Geduldig warteten wir weiter, und nach einer knappen halben Stunde kam er doch noch, sogar in der Sonne.

 

Cargolink Autozug mit De2700 04 auf dem Dovrefjell vor dem Vålåsjöen

  El 18 mit dem ersten Zug von Trondheim nach Oslo auf dem Dovrefjell
 

Nun hatten wir gerade so Zeit, um im Hotel kurz was zu essen, die ganze im Stress im Zimmer liegen gelassene Ausrüstung einzusammeln, den eigentlich geplanten Güterzug in Richtung Oslo bei Dovre zu fotografieren und danach auf dem Fjell den nachfolgenden El 18-Zug abzulichten. Soweit zum Plan.
Bis nach Dovre verlief auch alles planmässig, dort angekommen stellten wir aber fest, dass der Streckenblock in die falsche Richtung gestellt war, was nichts anderes bedeuten konnte, als dass der Zug entweder schon länger durch war oder noch länger nicht kommen würde. Wie war das mit Leerlauf und so...?
Da inzwischen das Bitte-tanken-Lämpchen mit dem Scheibenwischerwasser-ist-leer-Lämpchen um die Wette strahlte und wir den El 18-Zug auf dem Fjell nicht verpassen wollten, fuhren wir gleich zurück um in Dombås zu tanken und danach hoch zum Fjell zu fahren. Dort konnten wir das Audi-Auti in einer nicht benutzten Einfahrt parkieren. Der El 18-Zug kam auch pünktlich, diesmal in der Sonne, im Gegensatz zu gestern.


Nun wussten wir nicht so recht wohin und stapften deshalb mal zur Strecke, um zu schauen ob es in einer Kurve was geben könnte; die Kurve schien uns auch recht fotogen, und so blieben wir mal vorerst dort.
Um 12:20 wäre der BM 73 nach Trondheim an der Reihe gewesen, doch auf der Strecke tat sich nichts. Auch der Güterzug, der 10 Minuten nach dem BM 73 in der Gegenrichtung hätte kommen müssen, war weit und breit nirgends zu sehen; erst anderthalb langweilige Stunden später kam dieser vorbei, gezogen von einer El 16, aber dafür wunderschön in der Sonne.

Eine weitere ereignislose Stunde verging, der Sonnenstand war für Züge aus Dombås nicht mehr zu gebrauchen, da tauchte der BM 73 plötzlich auf, mit ganzen zweieinhalb Stunden Verspätung! Allerdings fuhr er kurios langsam, was uns dann vermuten liess, dass wohl eine der Antriebseinheiten defekt war und er daher in den 18 Promille Steigung (weiter hinten wars wohl noch steiler) an unserer Fotostelle nicht so schnell fahren könnte.


Kurz darauf, die Züge hatten wohl in der nächsten Kreuzungsstelle Fokstua gekreuzt, erschien zu unserer grossen Freude ein Zug der Tågåkeriet i Bergslagen, wieder mit Rc2 voraus und Nohab dahinter, wohl die Gegenleistung des Zuges, den wir zwei Tage vorher gesehen hatten.

 

 

El16 2204 mit einem Kistenzug nach Oslo am Fjellende kurz vor Dombas

  TAGAB Güterzug mit Rc (ex. ÖBB 1043) und Di3 kurz vor Trondheim
 

Nun wurde uns die Fotostelle etwas zu langweilig und wir liefen der Strecke entlang nach oben. Dort war allerdings die Sonne parallel zur Strecke, was uns aber nicht störte, da als nächstes sowieso ein Güterzug von hinten kam, was, wie zu erwarten, kein brauchbares Bild ergab (probieren kann mans ja trotzdem).
Der nächste Containerzug, gezogen von einer El 14, kam bald und ergab trotz wenig Seitenlicht ein nettes Telebild.

Danach war der BM 73 an der Reihe, allerdings hatten wir den gestern schon an fast gleicher Stelle fotografiert.

 

El14 2198 mit Kistenzug nach Süden auf dem Fjell vor Dombas

  Bm73 112 als P-Zug von Trondheim nach Oslo auf dem Fjell vor Dombas
 
Nun vermissten wir noch einen Güterzug, der laut grafischem Fahrplan in Richtung Dombås hätte fahren müssen; allerdings war der schon soviel zu spät, dass wir wenig Hoffnung hegten, dass der noch auftauchen würde. Viel mehr interessierte uns, was an Stelle des defekten BM73 käme, denn der Zug 18:00 in Dombås wäre laut Fahrplan jenes Fahrzeug, das zuvor mit zweienhalb Stunden Verspätung „defekt“ die Steigung hoch kroch (Aufenthalt in Trondheim nur ca. 20 Minuten).
Zunächst warteten wir aber darauf, dass noch ein Güterzug von Dombås her auftaucht, genau jener, der uns gestern so überrascht hatte. Dieser liess sich viel Zeit, kam aber keine 10 Minuten vor der Planzeit des „defekten“ Bm 73 doch noch, interessanterweise auch sehr langsam, was uns jedoch plausibel schien, da er in der nächsten Ausweichstelle Fokstua, die wir von unserer Fotostelle aus sahen, anhalten musste.

 

 

El14 mit Güterzug nach Norden auf dem Fjelleingang seite Dombas

  Bm73 auf dem Weg von Trondheim nach Oslo kurz vor Dombas im letzten Licht
 

Mit etwa 10 Minuten Verspätung kam dann der erwartete Zug aus Trondheim; es war leider, enttäuschenderweise, genau der vermeintlich defekte Bm 73, den wir zuvor gesehen hatten; der wurde wohl irgendwo vorzeitig gewendet. Dies schürte Nils schon länger gehegten Verdacht, dass das Problem wohl eher streckenseitig zu suchen war.
Nun warteten wir nochmals auf den letzten El 18-Zug, wobei wir uns heute leicht bessere Chancen auf ein gutes Bild erhofften, da die Sonne wieder etwas höher stand. Nur leider führte der verspätete Zug aus Trondheim dazu, dass der El 18-Zug auch etwa eine Viertelstunde zu spät war, da offenbar niemand Lust hatte, die Kreuzung von Dovre nach Dombås zu verlegen. Entsprechend verzogen wir uns in Richtung Auto, als die letzten Sonnenlicht-Reste verschwunden waren.
Nach einem im Supermarkt eingekauften Abendessen und einer kurzen Internet-Session gingen wir kurz vor 20:00 nochmals zum Bahnhof, um den nächsten Bm 73 zu fotografieren, was dann auch klappte.

Eine kurze Nachfrage beim Bahnhofsvorstand ergab dann auch den Grund für die langsamen Züge: Eine Stellwerkstörung in Dombås führte dazu, dass das Ausfahrtsignal rot blieb und die Züge bergauf den ganzen Block auf Sicht befahren mussten (bergab interessanterweise nicht...).
Das wars dann auch von einem verhältnismässig ereignisreichen Tag.

 

 
   
 

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