Tag 19: Mittwoch, 25.03.2009, Dombås - Dombås , 104 km

   

 
 
 

Und wieder! Juhu! Es weckte mich nicht der Wecker, sondern die Sonne, die durch die Vorhänge lutzte. So konnte der Tag also wieder bei strahlendem Sonnenschein begonnen werden, wie es sich eigentlich gehörte für einen rechten Urlaubstag.
Diesmal kamen wir ohne stressige Zugsverfolgungen in den Tag und starteten gegen halb 9 mit einem ausgiebigen Frühstück – und wieder waren wir die einzigen.
Nach dem Frischmachen im Zimmer und dem Schmieden eines Masterplans fuhren wir los, und sahen gerade noch wie am Bahnhof oben der Talent von Andalsnes nach Lillehammer davon fuhr. Den mussten wir morgen unbedingt erlegen, sonst würden wir noch ohne gutes Talentbild nach Hause fahren!
Wir fuhren aufs Fjell, an die Stelle kurz vor Fokstua, an der wir die El18 schon zwei mal geschossen hatten; aber diesmal aber nicht für die schönste Lok der Welt ;) sondern für einen Güterzug, welcher etwa eine Stunde vor dem El18-Zug kommen sollte. Sollte, weil er, obwohl als Tirstager - Lördager markiert, gestern nicht kam. Wir standen also gut früh an der Stelle und wurden prompt von einem Robel Hobel von hinten überrascht, und dieser fuhr so schnell, dass klar war, dass die Signale wieder funktionierten ;)
Der Hobel ging gefühlt in die Kreuzung in Fokstua, zumindest wünschten wir uns das, und so konnte der Güterzug kommen. Dies tat er auch, genau im Plan fuhr er mit einer El14 vor dem Fjell an uns vorbei nach Süden. Prima, der Masterplan funktioniert! ;)

Weiter fuhren wir auf die andere Seite des Fjells, wo wir den heutigen Tag verbringen wollten. Für die El18, welche um 10:35 in Herkjin sein sollte, suchten wir eine Stelle kurz hinter dem Bahnhof auf, direkt neben der da oben angesiedelten Militärbasis, welche ich vom Sommer 07 her noch kannte. Leider war es schon wieder eine Stelle, an der man den Zug nur Querschiessen konnte... aber seis drum. Der Zug kam schön im Plan und rollte gemütlich an uns vorbei.

 

El14 mit Kistenzug nach Süden kurz vor dem Fjellende bei Dombas

  El18 mit dem Zug nach Oslo kurz vor Hjerkinn gegenüber de Militärbasis
 

Nun hatten wir etwas Zeitpuffer bis zum nächsten Zug, nochmals einer der kommen sollte, gestern aber nicht kam. Er sollte Mondager bis Fredager fahren, kam am Montag, nicht aber gestern Dienstag... insofern war es wieder eine Lotterie. Ohne weiteres fanden wir weiter südlich, am Fjellausgang, eine Stelle für Züge nach Dombås. Wir parkten und latschten mit den Schneeschuhen an die Stelle. Nur, wie befürchtet kam kein Zug nach Süden, genau wie gestern. Stattdessen war der erste Zug an dieser Stelle der Bm73 von hinten nach Trondheim, welchen wir aber natürlich nachschiessen konnten.

Bei bestem Wetter und einem angenehm leichten Wind warteten wir weiter. Der nächste Güterzug kam zeitlich wie im Plan vorgesehen, mit einer Altlack-El16 und einem freudig winkenden Lokführer.

Für den nächsten Zug, nach Plan wieder ein Güterzug gen Süden, stellten wir uns etwas um, an eine Stelle, welche wir von der anderen Stelle aus gesehen hatten. Dazu war ein kleiner Schneeschuhmarsch durch eine jungfräuliche Schneedecke erforderlich. Dies wurde bald anstrengend, da der Schnee wieder mal gerade an der Grenze zwischen „trag mich“ und „trag mich nicht“ war, wobei meist letzteres eintraf und der Vorausgehende bis zu den Knien einsank.
Schnaufend erreichten wir trotzdem die Stelle und legten uns da wieder in den Schnee. Wieder just in time kam der Zug nach Süden, diesmal mit einer El14 und wieder hatte der Lokführer Freude an uns.

 

 

El 16 von Trondheim am Fjelleingang vor Hjerkinn

  El 14 2173 mit einem Kistenzug nach Süden vor Hjerkinn
 

Der Plan sah nun etwas Langeweile vor, zwei Bm73 nach Süden und das sollte es gewesen sein, kein Güterzug mehr in unsere Richtung, nur noch einer gegen Norden.
Wir stellten uns wieder etwa 500m weiter weg an eine neue Stelle und warteten da auf den Bm73, welcher ebenfalls pünktlich um etwa 4 bei uns vorbei rollte.

Für die nächsten anderthalb Stunden, die wir warten mussten, stellten wir uns abermals ein wenig nach hinten, aber nicht ohne einen Güterzug mit einer Neulack-El16 im Streiflicht zu erlegen, den wir erwartet hatten und der wieder im Plan unterwegs war wie alles hier oben.

 

Bm73 auf dem Weg von Trondheim nach Oslo auf dem Fjell vor Hjerkinn

  El16 mit dem Nachmittagsgüter nach Norden hinter Hjerkinn
 

Kaum auf der andern Seite der Kurve aufgestellt, schon war ein klares Rauschen eines Zuges zu hören, leider von hinten und nicht von vorne. Und so kam es, dass uns ein Di8-Doppel mit einem leeren Holzzug in den Rücken fuhr. Die Vordere trug die neue Farbgebung, die Hintere die alte. Schade, das hätte man mal wissen müssen.

Wir warteten weiter, als ich auf einmal einen Zug in unsere Richtung erblickte, weit hinten, hmm... etwas kurzes... Erst vermutete ich einen Messtriebwagen, es kam aber ein Talent. Eigentlich nicht verwunderlich, irgendwie müssen die Åndalsneser Talente ja mal getauscht werden. Der Zug kam aber schön im Licht und David meinte schon, dass wir jetzt ja das Talentbild hätten und morgen daher nicht raus müssten ;)

Planmässig kam dann noch der Panzzerzug nach Süden, immer noch in strahlendem Sonnenschein, auch wenn es in den letzten Stunden wieder massiv kälter wurde.

Ohne Eile liefen wir zum Wagen zurück, versorgten unseren Krempel und fuhren mal nach Hjerkinn zum Bahnhof, um zu schauen, ob man da möglicherweise die El18 schiessen könnte, wenn sie den kurz vor 19 Uhr kommen sollte. Der Bahnhof erwies sich aber für Personenzüge auf Gleis eins als relativ unfotogen, also liessen wir es bleiben und fuhren nach kurzer Besichtigung des schönen Gebäudes zurück nach Dombås. Eigentlich ohne Hintergedanke fuhren wir an Fokstua vorbei und dachten nur, wow, die Sonne steht aber noch hoch - Für die El18, welche in 15 Minuten kommen sollte, musste das doch reichen! Beim Parkplatz stoppten wir und nun musste es schnell gehen, wir wussten ja noch wie mühsam der Schnee in der Gegend war. David startete etwas vor mir und fand sogar unsere eingeschneiten Spuren vom Montag wieder, was das ganze sehr vereinfachte. Ich eilt hinterher, und erreichte schnaufend um :33 die Stelle. :36 sollte der Zug da sein und nach einem kurzen letzten Verschieben standen wir bereit für den Zug. Exakt um :36 nahmen wir eine El18 in der Ferne war, welche sogleich bei uns war. Und das in der letzten Sonne, obwohl diese nur noch etwa zwei Sonnendurchmesser vor dem kompletten Untergang war!

 

 

Bm73 bei tiefstehender Sonne auf dem Weg nach Oslo vor Hjerkinn

  El 18 2250 im allerletzten Licht auf dem Dovrefjell hinter Dombas
 

Schon interessant wie sich die Tage hier oben entwickelten, am Montag war um diese Zeit die Sonne schon komplett verschwunden, gestern hätte es gerade so reichen können, wenn der Zug dann pünktlich gewesen wäre, und heute kam der Zug in der vollen Sonne. Immerhin konnten wir jetzt behaupten, dass es definitiv der erste Tag im Jahr war, an dem man diesen Zug so erlegen konnte ;=)
Wir fuhren dann zurück nach Dombås, um uns erstmal etwas zu erholen und um zu duschen.
Heute assen wir nochmals unten im Dorf beim Centargrillen, jedoch erst nach einem kleinen Einkauf und nachdem wir am Bahnhof geschaut hatten, was für ein Bm73 um 20 Uhr nach Norden gerollt kam, nicht dass wir noch den roten verpassen würden!
Es war aber ein blauer und alsbald darauf sassen wir beim Essen und liessen es uns gut gehen.
Zurück im Zimmer bauten wir unseren Krempel auf und beschäftigten uns bis um etwa halb 11, dann hiess es nochmals rein in die Winterklamotten, ein Besuch am Bahnhof stand auf dem Programm. Vor allem, weil wir den "Un"-Zug von Oslo fotografieren wollten, welcher hier gegen 23 Uhr ankam und um 5 Uhr wieder verduften sollte. Minus 17 Grad zeigte das Audi-Auti an, als wir am Bahnhof ankamen und uns nach drausen stellen wollten. Das war eine schlechte Idee, denn der Wind ging wieder stärker, uuha, das war bibberkalt! Ein Güterzug rollte von Norden her ein und blieb direkt vor uns stehen, ¾ des Zuges standen dabei noch in der Einfahrt bzw. auf dem Streckengleis nach Trondheim. Der Lokführer stieg aber ab, was für uns hiess raus gehen, der würde sicher länger stehen bleiben.
Wir machten dann unser Foto und kurz darauf kam auch der Un-Zug auf Gleis 2 eingefahren. Der Lokführer war aber aufmerksam und kaum stand der Zug, war nebst dem Scheinwerfer auch das Zugschlussignal drin, relativ unfotogen. Auf der andern Seite des Zuges war daür dann das Spitzensignal an, aber auch wieder mit den Scheinwerfern, welche einfach zu Hell waren für ein gescheites Foto.

Der Zug wurde dann nach etwa 10min (und wir standen immer draussen, und ich sogar noch ohne Jacke und Thermoshose.. *bibber*) noch ganz nach hinten gestellt, wo wir noch ein letztes Foto machten.

Dann, es war schon halb zwölf, ging es zurück zum Hotel, wo ich bald unter der warmen Decke lag und richtig froh war, nicht mehr draussen stehen zu müssen.
Morgen wollten wir raus für den Talent von Åndalsnes, sogar David konnte sich mittlerweile dafür begeistern, wobei... mal sehen ;)

 

 
   
 

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