Tag 19: Donnerstag, 26.03.2009, Dombås - Ånge , 540km

 

 
 
 

Text von David Gubler:

Heute war eigentlich Reisetag (Dombås - Ånge), daher nix zu erzählen... naja fast.
Wir hatten am morgen eigentlich vorgesehen, noch die Talent auf der Strecke Dombås – Åndalsnes zu fotografieren, da es laut Nil noch einige nette Stellen gäbe. So standen wir irgendwann vor neun auf, schauten aus dem Fenster... Hm, das hatten wir doch schon mal, Autozug im Bahnhof von Dombås...?!?
Was jetzt? Autozug oder Talent? Nicht wirklich eine Frage! Also schnell rein in die Klamotten und zum Bahnhof gefahren, um herauszufinden, was denn läuft.
Im Bahnhof erst mal die grosse Verwirrung. Ein Autozug ohne Lok stand in der Einfahrt und auf der ersten Weiche Seite Fjell, ein zweiter Zug, scheinbar ebenfalls ohne Lok, dahinter auf Gleis vier und ein paar wenige Wagen mit Diesellok (Di 6, auch bekannt als MAK DE 2700) Seite Dovre auf Gleis zwei (wir vermuten mit leeren Autowagen aus Åndalsnes), dazu ein paar Leute, die hektisch hin und her liefen...
Eine Nachfrage im Bahnhof konnte dann erst mal nicht klären, was hier lief; ich fand erst mal nur heraus, das bald irgendwas abfahren sollte. Bald jedoch bewegte sich der Zug auf Gleis vier, also war da doch eine Lok; allerdings nur ein paar Meter. Der in der Einfahrt stehende Zug verhinderte die Abfahrt. Bald setzte sich jedoch der Zug auf Gleis zwei in Bewegung in Richtung Dovre, das Streckensignal war allerdings zu, nur das Rangiersignal offen. Tatsächlich kam er bald zurück auf Gleis drei und kuppelte an den Zug an.

Wir konnten uns nun auch die beiden Di 6 ansehen. Diejenige am Zug nach Trondheim hatten wir zwei Tage zuvor schonmal an einem Autozug nach Trondheim fotografiert; die Loks wurden also vermutlich heute morgen in Dombås getauscht (wieso auch immer). Die andere Di 6 trug noch nicht mal das CargoLink-Logo, war also offenbar noch nicht lange in Betrieb. Beide Loks hatten nur die UIC-Kennung für Deutschland und die neuere trug noch die Nahverkehr Schleswig-Holstein-Logos!

 

Cargo Link Lok 04 und 09 im Bahnhof von Dombas am Rangieren

  Cargolink DE2700 09 setzt sich an den leeren Zug nach Süden
 

Inzwischen kam aber der Talent von Åndalsnes hoch; dieser würde sicher kurz vor dem Güterzug fahren, was uns der Fahrdienstleiter bestätigte.
So machten wir uns auf den Weg zur bereits bekannten Fotostelle bei Dovre, um den Güterzug sicher zu erwischen, vielleicht würde es auch noch für den Talent reichen. Eine Viertelstunde später waren wir dort, allerdings war der Talent schneller, wir sahen ihn gerade noch aus dem Bahnhof Dovre ausfahren... Die Di 6 kam aber tatsächlich gut 10 Minuten später mit ihrem langen Autozug, sehr zu unserer Freude.

Nun wollten wir erst mal Frühstücken und mussten auch noch einpacken, so gings zurück zum Motel und eine gute halbe Stunde später weiter in Richtung Dovre-Fjell. Dort wollten wir den El 18-Zug noch am See erlegen, was auch nach kurzer Wartezeit und viel Tele-Einsatz gelang.

 

 

Cargo Link De2700 09 mit einem leeren Autozug nach Drammen bei Dovre

  El18 mit P-Zug von Trondheim nach Oslo auf dem Dovrefjell
 

Nun gings unspektakulär weiter quer durch Norwegische Pampa, erst mal bis ins Tal der Glomma. Dort angekommen verriet uns der Fahrplan, dass bald ein Zug in Richtung Süden ab Røros unterweg war. Wir suchten uns eine passende Stelle, die wir etwas südlich von Tolga auch fanden. Nil und ich stellten uns bei zwei verschiedenen Bahnübergängen auf und warteten auf den Zug. Ich war mit meiner Position nicht ganz glücklich, so versuchte ich durch den Schnee noch rasch eine bessere Stelle zu erreichen, was auch relativ problemlos gelang. Keine zwei Minuten vergingen, da fuhr aber ein norwegischer Eisenbahner mit Auto rückwärts zum Bahnübergang, mitten ins Bild! Schnell wechselte ich zurück zur alten Position, nur um zwei Minuten später festzustellen, dass der Eisenbahner offenbar gesehen hat was er wollte, und wieder abdampfte! Inzwischen konnte der Zug nicht mehr fern sein, hm, zurück wechseln oder nicht? Egal, falls es nicht klappt macht Nil ja noch ein Bild, also zurück gerannt, diesmal tief im Schnee versunken... Irgendwie reichte es noch zu meinem gewünschten Standpunkt, und keine Minute später tauchte auch schon ein Talent auf (wir, oder zumindest ich, hofften insgeheim auf einen älteren zweiteiligen Triebwagen der Reihe BM 92), mit recht hübschem Bild – So hatten wir heute doch noch einen Talent erwischt. Kurz darauf kam Nil zurück und es stellte sich heraus, dass er genau das gleiche Erlebnis mit dem Eisenbahner, der mit dem Auto ins Bild fährt, hatte... Naja ohne etwas Nervenkitzel wärs ja auch langweilig :)

Weiter gings in Richtung Røros, und bald war auch Zeit für den Zug in Richtung Norden, so suchten wir uns trotz des „falschen“ Sonnenstandes einen Platz, fanden aber nichts zufriedenstellendes, so dass wir am Schluss ganz knapp vor dem Zug an einer mässig befriedigenden offenen Stelle an der Strecke landeten, mit entsprechendem Resultat.

 

Talent Bm93 auf dem Weg von Röros nach Hamar bei Eid

  Bm93 von Hamar nach Röros bei Os im Rörostal
 

Nach einem kurzen Abstecher zum Bahnhof von Røros und einem kleinen Snack, gekauft mit einem Teil des kleinen Rests an norwegischem Unterlagsscheiben-Geld, der uns noch blieb, gings weiter in Richtung Schweden. Die Gegend wurde noch verlassener, und zwischem dem Nichts und dem Nirgendwo passierten wir die Grenze. In Schweden wurden die Strassen deutlich schlechter, Schnee wechselte sich mit Eis und Schlaglöchern ab, zudem war das Wetter genau ab Grenze plötzlich wieder schlecht. Langweilige Stunden später erreichten wir Ånge. Wir wussten, dass es etwa vier oder fünf Hotels hatte, allerdings kannte Nils Navi nur zwei davon. Das eine schien geschlossen, hatte aber eine Telefonnummer angeschlagen. Nur, wie ging die schwedische Vorwahl schon wieder...?
So suchten wir das zweite Hotel, das Nils Navi zwar kannte, aber an dieser Stelle nicht aufzufinden war. Über Umwege fanden wir es dann doch, aber es schien uns etwas teuer, und an der Reception war partout niemand zu finden; dafür sass eine Hotelangestellte bei der Bar vor dem Fernseher...
Das Hotel war uns dann tatsächlich etwas zu teuer, weshalb wir erst mal weiter schauten. Nach dem Tanken hatten wir dann doch noch die schwedische Vorwahl rausgefunden, nur um an einen Anrufbeantworter zu gelangen, der irgendwas auf schwedisch brabbelte... So gings dann halt doch zurück zum teuerern Hotel.
Nach dem Einchecken gings dann nochmal für ein Nachtessen und ein paar kleine Einkäufe zurück in die Stadt, danach fotierten wir noch rasch den X2000 aus Stockholm um acht und machten darauf für heute Feierabend.

 

 

Bahnhof von Röros, Bm93 nach Hamar und hinten nach Trondheim

  X2000 nach Östersund in Ange, steht gross genug auf dem Schild ;)
 

 
   
 

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