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Heute war
wieder Reisetag, aber da wir von Ånge nach Sundsvall nur etwa eine
Stunde benötigen würden, hatten wir vor, uns nochmals auf die Jagd nach
den Hector Rail-Zügen zu begeben. Da das Frühstück nur vor acht bis neun
stattfand, war auch klar, wann wir aufstehen mussten. Die Motivation
wurde gleich mal durch das Wetter gedämpft, denn es war,
*Trommelwirbel*, bedeckt. Nun folgte das übliche Prozedere, und nach
halb neun waren wir startklar. Als erstes stand ein Personenzug auf dem
Programm, die Zugnummer (10xxx) liess irgend eine Ersatz- oder
Zusatzleistung vermuten, der Zug war im Kursbuch allerdings als X2000
aufgeführt. So fuhren wir bis irgendwo nach Torpshammar zu der am
vorherigen Tag gefundenen Stelle („Dort, wo Nil ausgerutscht ist“). Wir
waren uns schon bewusst, dass wir zeitlich eher knapp waren, aber wir
waren so knapp, dass wir uns noch nicht mal aufgestellt hatten, da
brauste der Zug schon heran. Es war... kein X2000, keine lokbespannte
Ersatz-Komposition, nein, eine Regina-Doppeltraktion.
Na toll. Naja,
vielleicht würde der interessante Zug gleich noch kommen. 20 Minuten
später waren wir uns sicher, dass dem nicht so war.
Ich ging inzwischen rasch zum Auto, um den Fahrplan zu holen, den ich im
Stress liegen gelassen hatte. Da ja sowieso nichts kommt, liess ich
meine Kamera unten bei Nil... und es kam, wie es kommen musste: Kaum war
ich vom Auto weggelaufen, kam ein Hector Rail-Zug von Ånge her
gefahren... Keine Chance mehr, um auf dem vereisten Weg rechtzeitig nach
unten zu gelangen :(
Nun warteten wir keine 10 Minuten, und trauten unseren Augen nicht: Was
da dahergefahren kam, war tatsächlich ein Norwegischer Bm 92! |
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Regina
IC von der SJ auf dem Weg nach Süden bei Torpshammar |
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Hectorrail 142 noch in
"alt" auf dem Weg nach Sundsvall in Torpshammar |
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Ein Blick
ins Kursbuch verriet, dass dies aber durchaus eine planmässige Leistung
ist, einmal jeden Samstag. Wenigstens bezüglich Züge hatten wir mal
Glück, wenn schon das Wetter nach wie vor den Miesepeter spielte
(inzwischen schneite es sogar leicht).
Nun geschah erst mal wieder nichts mehr. Als nächstes hätte ein Hector
Rail-Zug von Sundsvall her kommen müssen, deshalb gingen wir, als wir
das im Schneegestöber rum stehen satt hatten, zurück zum Auto und fuhren
an eine andere, nicht minder schöne Stelle, wo wir im Auto warten
konnten. Anderthalb Stunden später war der Zug dann da, nach wie vor im
Schneegestöber..
Nun war
hier lange nichts mehr zu wollen, der tagesaktuelle Fahrplan versprach
aber noch einen Güterzug, der in der Nähe von Sundsvall ein
Anschlussgleis bedienen und danach nach Ånge fahren sollte. Dieser hätte
allerdings schon gestern fahren müssen, wir haben ihn aber nie gesehen,
hatten aber auch nicht ganz immer die Strecke im Blick. So machten wir
uns auf in Richtung Sundsvall, die Strecke im Auge behaltend (keinen
einzigen Zug haben wir gesehen...), und suchten erfolglos das
Industrie-Anschlussgleis. Nachdem wir zuviel Zeit vertrödelt hatten,
schauten wir mal im Bahnhof Sundsvall nach, ob da was rum stand; aber es
war weit und breit kein Güterzug zu sehen, der in der nächsten Zeit
hätte abfahren können. Auch hatte es in Sundsvall am heutigen Tage etwa
10 cm geschneit, so dass die Gleise zum Güterbahnhof eingeschneit waren,
was uns verriet, dass da schon länger kein Zug mehr durch war. Die Suche
nach diesem Zug konnten wir also aufgeben.
Stattdessen fotografierten wir nochmals den BM 92... |
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Hectorrail 142 doppel auf dem Weg nach
Ange bei Torpshammar |
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Bahnhofsbild aus Sundsvall,
es steht bereit ein Bm92 nach Trondheim |
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... und
schauten uns die Ortsdurchfahrt durch Sundsvall an, welche ziemlich
kurios ist: Bahnübergang reiht sich an Bahnübergang, die Strecke
verläuft überall auf Strassenniveau, fast wie eine Tramlinie. Der BM 92
fuhr bald ab, so fotografierten wir diesen.
Danach
bezogen wir erst mal unser Hotelzimmer und begaben uns danach nochmals
zur Ortsdurchfahrt, um eine Regina und einen X2000 zu fotografieren; ein
Güterzug hätte auch noch kommen müssen. Die Regina kam auch bald und der
X2000 nach langem Warten ebenfalls, von einem Güterzug war aber nichts
zu sehen. |
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Bm92 der
NSB verlässt Sundsvall auf der langen Reise nach Trondheim |
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Veolia Regina als Regio von
Östersund kurz vor Sundsvall |
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So füllten wir uns halt stattdessen unsere Mägen und
mussten unser Auto tanken und den ganzen Müll ausräumen, um es abgeben
zu können. Nachdem diese Pflicht erledigt war, gings nochmals zum
Bahnhof, um zu schauen was läuft. Ein X2000 stand an, diesmal
Steuerwagen voraus, den wir vom praktischen Perronzugang à niveau
inklusive Barriere fotografieren konnten.
Das Personal wechselte gerade, und schon kam ein
Lokführer auf uns zugelaufen, der uns umbedingt den Führerstand des
X2000 zeigen wollte, ein Angebot, dass wir natürlich noch so gerne
annahmen :) So schauten wir uns dort um und konnten ein paar Fotos
machen, lange blieb aber natürlich nicht Zeit, da der Zug bald weiter
musste.
Wenige Minuten nachdem der X2000 weg war erschien
eine XTÅGET-Regina, die den X2000 wohl in Sundsvall Västra gekreuzt
hatte, welche ebenfalls noch fotografiert werden wollte. |
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X2000 nach
Stockholm in der Ortsdurchfahrt von Sundsvall |
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X-Toget Regina als Regio
nach Süden im Bahnhof von Sundsvall |
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Damit war dann aber für heute Schluss, nach einem
kleinen Imbiss gings zurück ins Hotel. |
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Tag 23:
Sonntag,
27.03.2009,
Sundsvall
- Schweiz
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Der letzte Tag, wieder ein
Reisetag... so schnell war der Urlaub vorbei? Ach.... schade!
Der Tag begann früh, sehr früh für unsere Verhältnisse. Bereits um 8:11
verliess unser X2000 Sundsvall gegen Stockholm. Das Ganze wurde noch
schlimmer wegen der Zeitumstellung diese Nacht, der Zug fuhr also
eigentlich schon um 7:11, was ein frühes Aufstehen unbedingt erforderte
- Zug verpassen ging nicht, wäre ein teurer Spass geworden.
Wir standen gegen sieben auf und liefen um viertel vor acht los zum
Bahnhof, mit dem Wissen von gestern Abend, in etwa fünfzehn Minuten da
zu sein. Waren wir auch, wenn auch David mit seinem Rollkoffer etwas
Mühe hatte. In der Nacht und noch immer schneite es, die Neuschneedecke
war wieder einige Zentimeter hoch, nicht unbedingt ideale Bedingungen
für so kleine Räder ;)
Der Bahnhof war aber schnell erreicht und der X2 stand schon drin, er
war aber zehn Minuten vor der Abfahrt immer noch verschlossen. Ob die
Eisenbahn die Zeitumstellung vergessen hatte? Nein, natürlich nicht, und
etwa fünf Minuten vor Abfahrt wurden die Türen geöffnet und die draussen
wartenden und frierenden Fahrgäste in den völlig überhitzten Zug
gelassen.
Wir hatten dieselben Plätze wie bei der Hinfahrt, zwei Fenster in der
Reihenbestuhlung hintereinander, obwohl die Tante an meinem Bahnhof
etwas von 4er-Sitzgruppe erzählt hatte. Egal, wir setzten uns
nebeneinander. Aber wir hatten wieder mal aussergewöhnliches Glück, wie
schon bei der Hinfahrt sassen wir direkt hinter einem kleinen Kind. Erst
war es ziemlich still, weil es am Essen war... Nach dem Füttern dauerte
es nicht lange und im Halbschlaf verrnahm ich ein Glucksen und hastige
Bewegungen der Fahrgäste in den beiden Reihen vor mir. Bald breitete
sich beissender Gestank aus... Der Balg hat Material gesrülpst. Och
Mensch! Zum Glück hatten wir nicht unsere Plätze wie reserviert
eingenommen, denn neben dem Balg wäre einer von uns gesessen, aber so
hat nur das Polster eine Ladung abgekriegt. Auf jeden Fall stank es dann
relativ fies bis zur Ankunft in Stockholm, das Kind an sich verhielt
sich ruhig und lachte immer mal wieder nach hinten ;)
In Stockholm war Zugwechsel angesagt, Abfahrt um 12:21 nach Kopenhagen;
so hatten wir genau 50 Minuten Zeit für ein Mittagessen. Wir schauten
aber gleich bei der Ankunft noch, wo unser Zug fahren sollte, fanden ihn
aber nicht wirklich. Nur um 12:06 stand ein Zug nach Kopenhagen auf dem
Plan. Ohne Zweifel, dass musste unser Zug sein, aber wieso zu dieser
Zeit? Abermals kramte ich die Reservation hervor, da stand 12:21... hm.
Die Abfahrtstafel in Druckform hatte ebenfalls 12:21 als Abfahrt drin,
von 12:06 stand da nichts. Wir vernahmen zwar beim wegen Stress nicht so
gemütlichen Essen immer mal wieder Durchsagen mit Malmö und Kopenhagen
drin, verstanden aber nichts... weil überhaupt nichts auf Englisch
durchgesagt wurde.
Um 12 waren wir beim Zug und ich schnappte mir erstmal die
Zugbegleiterin, um sicher zu gehen, dass es wirklich unser Zug war. Jaja,
wegen Bauarbeiten seien die Fahrzeiten angepasst worden, wir sollten
einsteigen Die Plätze waren wieder wie bekannt zwei Fenster
hintereinander und nicht in einem 4er, auch egal, mit den Mitreisenden
konnten wir uns arrangieren.
Diesmal ohne Kinder oder sonstigen möglichen Lärmquellen ging es los in
Richtung Kopenhagen, abgefahren waren wir 05, bestätigten alle Uhren...
lol?
Die Fahrt war langweilig und angenehm, aber schön... und ganz im Süden
kam sogar noch ab und an die Sonne raus.
Kopenhagen erreichten wir dann mit etwa fünf Minuten Verpätung um kurz
nach halb sechs. Der Zug wude prompt in das Stumpengleis am Bahnhofsende
gesetzt. Da bestand kein direkter Zugang zum Bahnhof, sondern man musste
rauf auf eine Strassenbrücke und bei einem anderen Perron wieder runter,
was bei nicht wenigen Reisenden zu Verwirrung führte. Bahnsteiganschluss
bestand zwar direkt, aber ein hohes Absperrgitter verhindert das
Durchkommen. Das war wohl noch ein Überbleibsel von vor dem Schengener
Abkommen.
Im Bahnhof assen wir eine Kleinigkeit zu Abend, zum Glück konnte man mit
Euro bezahlen, ehe wir uns auf den Bahnsteig setzten und warteten, bis
der Nachtzug bereit gestellt wurde. Um halb 7 war das soweit und wir
bezogen unser Abteil.
Jetzt während der Fahrt, wir müssen kurz vor Padborg sein, habe ich
meine letzten Importbiere aus Finnland geöffnet, welche wir beim
Audi-Auti aufräumen noch gefunden hatten und.... ja, wir tun nichts.
Wohl beide verteufeln in Gedanken, dass der Urlaub schon wieder vorbei
ist, das normale „Prozedere*.
Im Nachhinein betrachtet war der Urlaub zwar nicht Top von der Ausbeute
her, es gab gute Phasen, doch er war interessant, schön und vor allem
lustig. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Finnland hätten wir uns zwar
schenken können, der Rest war aber nicht beeinflussbar ;)
Einen Tag später sollten wir gegen Mittag in der Schweiz ankommen und
unsere Ferienstimmung wieder gegen Alltagsprobleme tauschen müssen. |
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