Tag 7: Freitag, 12.03.2009, Kolari - Abisko, 359km

 

 
 
 

Hui, der Tag sollte mit einer Dr16 beginnen, wenn dass nichts ist!

Unser Glück, der Zug P269 aus Helsinki erreicht Kolari nach langen 995km und 13 1/4h fahrt erst um 10:45, was ein verfrühtes Aufstehen logischerweise nicht unbedingt notwendig macht. Das nutzen wir aus und schliefen gemütlich bis kurz nach 9 aus, dann wankten wir zum mehr oder wenig aufgezwungenen Frühstück. Das Buffet war dafür, dass wir fast die einzigen Gäste waren gut gefüllt und so schafften wir es nicht, ihm in seinem Volumen einen grossen Schaden zuzufügen ;)

Zurück im Zimmer verweilten wir noch etwas im Internetz und packten anschliessend unseren Krempel zusammen welcher sich auch schon nach nur einer Nacht gut verteilt hat im Zimmer.

Ohne etwas zu vergessen verliessen wir das Hotel um kurz vor halb 11 um an die gestern gesichtete Stelle zu fahren für den „Nachtzug“ aus Helsinki. Als wir auf der Strassenbrücke südlich von Kolari ankamen sah man das Spitzenlicht der Dr16 schon auf der langen (wirklich langen) geraden, über 3min später rollte der Zug dann gemächlich an uns vorbei.

 

Dr 16 2812 + 2815 mit P269 aus Helsinki kurz vor dem Endbahnhof Kolari

  2815 + 2812 umfahren den aus Kemi gebrachten Nachtzug in Kolari
 

Wir schlitterten auf der Eisbedeckten Strasse zurück zum nahe geparkten Wagen und fuhren zurück zum Bahnhof, um das Rangiermanöver mit den Autowagen zu beobachten.

Etwas speziell ist die Infrastruktur da oben schon, an die beiden Autogleise mit der Rampe kommt man nur aus Gleis 1, wo ja aber jetzt der P-Zug drin steht mit den Autowagen hinten dran.

Die Loks gingen vom Zug, umfuhren ihn und schoben die ganze Wagenschlange auf das Gleis nach Norden. Die Autowagen wurden abgehängt und an die Rampe gefahren. Es folgt der Schluss, Loks wieder ran an den Zug und zurück auf Gleis 1 ziehen. Dann schubsten die Loks die P-Zug wagen noch zurück an die Autowagen um sich an der Streckdose mit wärme zu versorgen. Wir und die wirklich vielen Reisenden welche zum Autoterminal liefen beäugten diese Manöver .. immerhin das einzige mal im Tag wo an dem Bahnhof wirklich etwas los ist ;)

 

 

2815 + 2815 rangieren die Autowagen an die Rampen in Kolari

  2815 + 2812 nach getaner Arbeit, nun heisst es warten bis zur Rückfahrt
 

Als das ganze Schauspiel vorbei war wollten wir die Loks im abgestellten Zustand noch von der anderen Seite aus Fotografieren nebst dem Bahnhofgebäude. Obwohl sich kein Rad mehr bewegte und sich für die nächsten Stunden kein Rad bewegen sollte liefen wir extra nicht über die Gleise, wie sonst in Finnland bei allen Leuten üblich!

Wir fuhren mit dem Wagen um den Bahnhof herum und latschten dann im Bereich der Holzverladung nach vorne. Aber nicht ohne die Aufmerksamkeit vom Rangierer auf uns zu ziehen, er kam rüber und fragte was wir sollen. Fotografieren, warum? Jäää, das ginge nicht, wir dürfen uns da nicht aufhalten. Hmm, ich will nicht sagen das er unrecht hatte, das wäre falsch. Aber da oben ist überhaupt nichts! Ein bisschen Holz zu unserer linken, die Gleise zu unserer rechten und eine 5m breite geräumte Strasse auf welcher wir uns befanden. Und der kommt extra rüber um uns anzumeckern .. hihi ;) Amüsiert liefen wir zurück und verstanden die ganze Situation nicht wirklich.

Dann ging es los, wir wollten heute Abend schliesslich Abisko erreichen, fix ging es raus aus Kolari, über den Fluss und auf Schwedischer Seite immer gen Kiruna. Die Strassen waren im Vergleich zu Finnland kaum geräumt, sie glichen meist einer Eispiste mit teilweise einem freien Streifen. Diesen musste man sich immerhin nur sehr selten mit anderen Verkehrsteilnehmern teilen, weil wirklich viel unterwegs ist nicht. Aber die Schweden haben Nerven, da fährt man auf Eispiste sogar schneller als erlaubt, und dann kommen die von hinten angeflogen und überholen und mehr als eine Schneestaubwolke sieht man nicht mehr. Die wissen wie's geht!

Gegen 13 Uhr erreichten wir Kiruna, dank Zeitumstellung hatten wir wieder eine Stunde gewonnen, deshalb brauchten wir für die 250km „nur“ 2h ;)

Wir assen in der Stadt etwas, gingen nochmals Tanken (endlich gibts hier wieder den E85 Spirt für unser Audi Auti) und Einkaufen im Coop, nicht viel. Klug wie wir sind haben wir in Finnland im Lidl noch Getränkte besorgt, da deutlich günstiger als in Schweden.

Als wir von der Stadt zur Tanke fuhren sahen wir schon wie ein Erzzug mit Dm3 aus der Verladeanlage kam, dass er nicht mehr da stand wenn wir durchfahren, nun damit rechneten wir nicht. Also blieb uns im langsam Sonnig werdenden Nachmittag die Möglichkeit den Zug zu verfolgen oder noch kurz im BW vorbei zu schauen. Aus irgend einem Grund haben wir das BW sausen lassen und sind dem Zug hinterher (als wenn es der letzte wäre). Bald schon haben wir ihn eingeholt und jetzt musste nur noch eine Stelle her. Ich hatte etwas im Kopf was vorzüglich von der Zeit gepasst hätte, das Problem, ich wusste nicht genau WO es ist. So fuhren wir zügig auf der E10 gen Westen mit dem Zug im Rücken. Unterwegs kreuzen wir Erzzug eins, und später sogar noch einen zweiten, es läuft also doch etwas!

Irgendwann kurz vor Torneträsk war ich aber der Meinung, die Stelle hätte schon kommen müssen, ich zweifelte etwas an mir rum und dann beschlossen wir im letzten Bahnhof, Rombak, den Erzzug zu schiessen, da Sonne und überhaupt.

David fuhr, wir wollten wenden und suchten uns einen Parkplatz dafür aus, David bog ein, David fuhr so weit raus das er ohne Rangieren wenden konnte ... er machte die Rechnung aber ohne das Ende des festen Untergrunds. Und flutsch steckten wir erneut im Schnee fest, es ging weder vorwärts noch rückwärts. Das war jetzt das zweite mal das er die Karre versenkt hat, irgendwie mag ihn das Audi Auti nicht, oder umgekehrt.

Nach einer kurzen Phase des Aufregens und lauten dem wiedergeben von einigen fluchereien (vor allem von mir ;)) schritten wir dann zur Tat. Aus dem Fehler die Karre selber frei zu bekommen vom letzten mal lernten wir, so nahmen wir nach einem erfolglosen rausfahrversuch gleich den Abschlepphacken und montierten ihn hinten rein. Während wir dabei waren fuhr schon, ohne unser zutun, ein Einheimischer mit einem dicken Pick-Up auf den Parkplatz, als wir ihn gleich ansprachen meinte er nur – schon gesehen. Stolz sagte er uns dann, dass er ein 4 WD Auto hat blabla und keine Minute später hatte Audi Auti wieder festen Boden unter allen 4 Rädern.

 Wir bedankten uns und er verduftete so schnell wie er gekommen war.

Wir wendete und wollten dann zügig zum Bahnhof, unser Vorsprung sollte dafür ausreichen.

Der zweite gesehene Erzer gen Kiruna war gerade am einfahren und der nach Narvik stand schon vor der Einfahrt, und so hatten wir wieder zwei Möglichkeiten (Bahnhof viel raus da wir auf der falschen Seite standen).

Entweder wir verfolgen den Zug nach Kiruna, kommt im Licht, oder wir fahren mit dem anderen weiter nach Westen, nur vielleicht im Licht. Wie man es macht, macht man es verkehrt!

Wir versanken auf dem Weg zu einer Stelle bis zum Bauchnabel im Schnee und schauten so der Dm3 nur aus der Ferne zu wie sie den Erzzug mit den neuen Wagen nach Kiruna zog. Ein Murks!

 

 

Rc6 1328 mit dem SJ Nachtzug nach Stockholm in Abisko Östra

  LKAB Dm3 mit einem vollen Erzzug gebildet aus den neuen Wagen in Abisko
 

Zurück am Wagen war es uns dann zu Blöd und wir fuhren nach Abisko, irgendwo vor Stodalen hatten wir den anderen Erzzug zwar wieder eingeholt, an Sonne war aber nicht mehr zu denken. Achja, und ich habe die von mir avisierte Stelle dann doch noch gefunden, schöööön, aber die Sonne war gerade weg, wenn der Zug aber etwas früher kommt könnte es aufgehen, bzw. Eh für den Personenzug davor.

In Abisko stellten wir uns dann für die Dm3 in den Bahnhof, wenn schon mal etwas kommt, und schossen sowohl sie als auch noch den Nachtzzug nach Stockholm welcher auch noch kam.

Das beste daran, die Dm3 (1224 und Anhängsel) hat IMMER noch die LKAB Logos auf der Front und nicht die Nummer. Im Sommer 07 war sie schon eine der letzten zwei, ich hätte nie gedacht, dass es die so noch gibt, Detail, sorry ;)

Dann bezogen wir unser Zimmer im Touribunker, für ein Hotel etwas sehr spartanisch eingerichtet, und sogar das Bett mussten wir selber beziehen. Dafür entschädigt Lage und Aussicht .. wobei das mit der Aussicht so eine Sache ist. Wir haben das einzige Zimmer in der Etage mit schönem Blick auf den Tornesträsk, ob jetzt lieber Bahn oder dieses .. hm ;)

Wir informierten uns dann noch etwas im Gebäude über Wetter, Veranstaltungen ect. Ehe wir das Abendessen von gestern wiederholten und und selber verpflegten mit den Resten.

Sogar W-Lan haben wir im Zimmer, aber nur direkt am Fenster und nur mit Davids Laptop, hmm .. da dürften wir aber auch das einzige Zimmer sein in der ganzen Etage, also doch besser als ein Zimmer mit Bahnblick.

Jetzt schauen wir dann gleich noch etwas auf dem Laptop und verbringen den Abend gemütlich im Zimmer. Nordlichter gibts wohl nicht mehr zu sehen, es hat nämlich wieder zugezogen.

 

 
   
 

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