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Als das ganze Schauspiel vorbei war wollten wir die
Loks im abgestellten Zustand noch von der anderen Seite aus
Fotografieren nebst dem Bahnhofgebäude. Obwohl sich kein Rad mehr
bewegte und sich für die nächsten Stunden kein Rad bewegen sollte liefen
wir extra nicht über die Gleise, wie sonst in Finnland bei allen Leuten
üblich!
Wir fuhren mit dem Wagen um den Bahnhof herum und
latschten dann im Bereich der Holzverladung nach vorne. Aber nicht ohne
die Aufmerksamkeit vom Rangierer auf uns zu ziehen, er kam rüber und
fragte was wir sollen. Fotografieren, warum? Jäää, das ginge nicht, wir
dürfen uns da nicht aufhalten. Hmm, ich will nicht sagen das er unrecht
hatte, das wäre falsch. Aber da oben ist überhaupt nichts! Ein bisschen
Holz zu unserer linken, die Gleise zu unserer rechten und eine 5m breite
geräumte Strasse auf welcher wir uns befanden. Und der kommt extra rüber
um uns anzumeckern .. hihi ;) Amüsiert liefen wir zurück und verstanden
die ganze Situation nicht wirklich.
Dann ging es los, wir wollten heute Abend
schliesslich Abisko erreichen, fix ging es raus aus Kolari, über den
Fluss und auf Schwedischer Seite immer gen Kiruna. Die Strassen waren im
Vergleich zu Finnland kaum geräumt, sie glichen meist einer Eispiste mit
teilweise einem freien Streifen. Diesen musste man sich immerhin nur
sehr selten mit anderen Verkehrsteilnehmern teilen, weil wirklich viel
unterwegs ist nicht. Aber die Schweden haben Nerven, da fährt man auf
Eispiste sogar schneller als erlaubt, und dann kommen die von hinten
angeflogen und überholen und mehr als eine Schneestaubwolke sieht man
nicht mehr. Die wissen wie's geht!
Gegen 13 Uhr erreichten wir Kiruna, dank
Zeitumstellung hatten wir wieder eine Stunde gewonnen, deshalb brauchten
wir für die 250km „nur“ 2h ;)
Wir assen in der Stadt etwas, gingen nochmals Tanken
(endlich gibts hier wieder den E85 Spirt für unser Audi Auti) und
Einkaufen im Coop, nicht viel. Klug wie wir sind haben wir in Finnland
im Lidl noch Getränkte besorgt, da deutlich günstiger als in Schweden.
Als wir von der Stadt zur Tanke fuhren sahen wir
schon wie ein Erzzug mit Dm3 aus der Verladeanlage kam, dass er nicht
mehr da stand wenn wir durchfahren, nun damit rechneten wir nicht. Also
blieb uns im langsam Sonnig werdenden Nachmittag die Möglichkeit den Zug
zu verfolgen oder noch kurz im BW vorbei zu schauen. Aus irgend einem
Grund haben wir das BW sausen lassen und sind dem Zug hinterher (als
wenn es der letzte wäre). Bald schon haben wir ihn eingeholt und jetzt
musste nur noch eine Stelle her. Ich hatte etwas im Kopf was vorzüglich
von der Zeit gepasst hätte, das Problem, ich wusste nicht genau WO es
ist. So fuhren wir zügig auf der E10 gen Westen mit dem Zug im Rücken.
Unterwegs kreuzen wir Erzzug eins, und später sogar noch einen zweiten,
es läuft also doch etwas!
Irgendwann kurz vor Torneträsk war ich aber der
Meinung, die Stelle hätte schon kommen müssen, ich zweifelte etwas an
mir rum und dann beschlossen wir im letzten Bahnhof, Rombak, den Erzzug
zu schiessen, da Sonne und überhaupt.
David fuhr, wir wollten wenden und suchten uns einen
Parkplatz dafür aus, David bog ein, David fuhr so weit raus das er ohne
Rangieren wenden konnte ... er machte die Rechnung aber ohne das Ende
des festen Untergrunds. Und flutsch steckten wir erneut im Schnee fest,
es ging weder vorwärts noch rückwärts. Das war jetzt das zweite mal das
er die Karre versenkt hat, irgendwie mag ihn das Audi Auti nicht, oder
umgekehrt.
Nach einer kurzen Phase des Aufregens und lauten dem
wiedergeben von einigen fluchereien (vor allem von mir ;)) schritten wir
dann zur Tat. Aus dem Fehler die Karre selber frei zu bekommen vom
letzten mal lernten wir, so nahmen wir nach einem erfolglosen
rausfahrversuch gleich den Abschlepphacken und montierten ihn hinten
rein. Während wir dabei waren fuhr schon, ohne unser zutun, ein
Einheimischer mit einem dicken Pick-Up auf den Parkplatz, als wir ihn
gleich ansprachen meinte er nur – schon gesehen. Stolz sagte er uns
dann, dass er ein 4 WD Auto hat blabla und keine Minute später hatte
Audi Auti wieder festen Boden unter allen 4 Rädern.
Wir bedankten uns und er verduftete so schnell wie
er gekommen war.
Wir wendete und wollten dann zügig zum Bahnhof, unser
Vorsprung sollte dafür ausreichen.
Der zweite gesehene Erzer gen Kiruna war gerade am
einfahren und der nach Narvik stand schon vor der Einfahrt, und so
hatten wir wieder zwei Möglichkeiten (Bahnhof viel raus da wir auf der
falschen Seite standen).
Entweder wir verfolgen den Zug nach Kiruna, kommt im
Licht, oder wir fahren mit dem anderen weiter nach Westen, nur
vielleicht im Licht. Wie man es macht, macht man es verkehrt!
Wir versanken auf dem Weg zu einer Stelle bis zum
Bauchnabel im Schnee und schauten so der Dm3 nur aus der Ferne zu wie
sie den Erzzug mit den neuen Wagen nach Kiruna zog. Ein Murks!
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