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-- Sonntag, 27.7.
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Früh morgens, wir waren eigentlich noch
tief und fest am schlafen, füllte sich der Sitzwagen von Halt zu Halt
mehr, bis es dann kam, dass sich Leute auf die Plätze setzen wollten wo
eigentlich unsere Füsse drauf waren. Dies waren meist Leute, die den Zug
benutzen um zum Naturschutzpark zu gelangen, der kurz vor der
Norwegischen Grenze in Schweden liegt. Also nahmen wir widerwillig
unsere Füsse von den Sitzen und versuchten irgendwie im Sitzen weiter zu
schlafen. Hochgeschreckt sind wir erst wieder als die Station „Kiruna“
angesagt wurde Dort ist, wie wir wussten, das Erz-Bergwerk und das Depot
der LKAB. Das Bergwerk und die Verladestation liegen direkt neben dem
Bahnhof und man sah schon von weitem die Wagenzüge vor der
Verladestation des Bergwerks. Das Depot selbst ist ca. zwei Kilometer
von der Verladestation bzw. dem Bahnhof Kiruna entfernt. Als wir am
Depot vorbeifuhren sahen wir zum ersten, und leider auch letzen Mal,
eine der IORE-Loks vor dem Depot stehen. Auf dem Weg von Kiruna nach
Narvik begegneten wir noch einigen Erzzügen, die leer wieder gen Kiruna
fuhren. Eine Jugendherberge für Narvik hatten wir reserviert, jedoch
nicht bezahlt. So war es kein Problem die Herberge zu wechseln. Wie es
der Zufall wollte, stiegen wir in einer Pension mit dem Namen „Spor 1“
ab. Diese war, wie es der Name schon sagt, am Gleis gelegen. Genauer am
Gleis kurz vor der Einfahrt in den Verladebahnhof der LKAB. Die Züge
fuhren eigentlich direkt vor der Haustür, nur getrennt durch einen Zaun,
an uns vorbei - und das die ganze Nacht. Als wir unser Gepäck abgeladen
und geduscht hatten, versuchten wir irgendwie günstigen Einblick auf den
Verladebahnhof zu erhalten, da noch zwei ganze Züge Erzzüge mit Dm3
darin standen. Die Suche missglückte und wir entschieden uns zum
Personenbahnhof zu gehen, wo die Züge direkt durchfahren müssen. Als
erstes kam ein altes Bahndienstfahrzeug der Schweden und stellte sich
auf Gleis 1. Nach einiger Zeit verschwand es Richtung Kiruna und machte
Platz für den Nachtzug von Göteborg. Dieser kommt wohlgemerkt erst gegen
18:30 Uhr und wie alle Connex Züge da oben einiges an Verspätung hatte.
Nach einigem Warten hörte man endlich ein Grollen vom Hafen her und der
erste Erzzug fuhr vor unserer Nase in Richtung Kiruna. Kurz darauf
folgte ein beladener Zug vom Berg her und so ging es weiter. Die Züge
sind zwar nicht besonders lang aber dafür sehr schwer. Da sie mit
Automatikkupplungen zusammen gehalten werden, die recht viel Spiel
haben, geht beim Anfahren bzw. Bremsen ein Donner durch den ganzen Zug.
Nach eine Abendessen in einer Pizzeria in der Stadt, sind wir gemütlich
zurück in die Absteige und haben den ganzen Abend, bis nach Mitternacht
draussen gesessen und den Zügen nachgeschaut. Da Narvik über dem
Nördlichen Wendekreis liegt ist es den ganzen Sommer über fast 24
Stunden am Stück hell. So ging einem das Zeitgefühl doch stark verloren,
was dazu führte, dass wir kurz nach Mitternacht doch recht verdutzt auf
die Uhr schauten.
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